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Sehnsucht nach Premium-Menschen, die in einem Onlineforum Verhaltensempfehlungen präsentieren

Kurzprosa zum Thema Liebeserklärung


von Inlines

Manchmal brauche ich das Online-Forum. Vor allem, wenn ich traurig bin. Wenn ich nicht mehr weiter weiß. Einen Ort, der mir in diesen unsicheren Zeiten einen Anker bietet. Wo die Leute im Detail erklären, wie man alles richtig macht. Wo sie von ihren unverrückbaren Erkenntnissen berichten, und den vielen Gründen, warum es eine Unverschämtheit ist, dass Bäume, obwohl es sicher anders ginge, ihre Blätter einfach in den Herbstwind werfen. Und auch Gärten solcher Leute überschwemmen, welche keine eignen Rechen haben. Vielleicht nicht mal Hände haben, wegen eines unverschuldeten Verkehrsunfalls.

Manchmal will ich spüren, wie das wäre, wenn ich alles richtig machen würde. So wie diese Menschen da. Manchmal sehe ich mich hier in meiner Durchschnittswohnung um, und denke neidisch an die Leute, die es auf Grund ihrer erkenntnistheoretischen Erfolge geschafft haben müssen, einen Palast mit Dienern und kostenlosen Sexualobjekten zu besitzen. Oder zumindest eine staatlich abgesicherte Pension. Die Lebensanleitungen aus dem Ärmel schütteln, wie andere geschnitten Brot verkaufen. Die ohne Mühe darlegen können, wie wir mit ein bißchen Engagement alle miteinander in purer Harmonie versinken würden. Wie wir in Zustände gelangen, wo wir uns verzweifelt, in den Himmel schreiend, fragen, wem wir unser Geld noch heimlich in die Hosentasche schieben könnten. Und ob Bikini-Bändchen auch Zwei-Euro-Stücke halten.

Ich kann da nicht mithalten -  und muss mich damit abfinden. Ich werde das wahrscheinlich niemals lernen können, weil mein Potential, selbst ausgereizt, nur einer Weinbergschnecke gleicht. Einer solchen, die es nicht schafft, den etwas breiteren Grashalm zu überwinden, während, irgendwo da oben, Raumschiffe durch die Galaxie rasen, Intelligenzen befördern, die auf eigentlich unbewohnbaren Planeten unbekannte Arten züchten. Ich werde wahrscheinlich nie ganz erfassen können, was mir an unantastbarem Material unter die Nase, praktisch in den Futtertrog gehalten wird. Muss hoffen, nicht aus Dummheit in einem wichtigen Moment zu niesen. Muss hoffen, zumindest ein paar Fetzen davon zu begreifen, was sich diese klugen Menschen in Textform erarbeitet haben. Was sie an Lebenshilfe der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung stellen. Was sie unter Schmerzen auf die Welt befördert haben, während ich, von Vögeln abgelenkt, nur blöde in den Himmel schaute.

Was soll ich machen? Mir bleibt nur dieser Blick in dieses Forum, um etwas von der großen, weiten Welt zu haben. Mir bleibt nur das, was Annegret berichtet, wenn sie wieder einen Scheidungskrieg gewonnen hat. Mir bleiben nur Antons braune Wörtertränen. Mir bleiben bloß die Sprüche alter Griechen, die ich ständig wiederhole, wenn mich jemand Intellektuelles nach dem Lieferdatum meiner selbstgestrickten Socken fragt. Mir bleibt bloß die Bewunderung. Der Griff nach dem Werkzeug fremder Leute. Weil ich mir was eigenes nicht leisten kann.

Anmerkung von Inlines:

Ich meine das natürlich alles ernst.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (10.06.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Inlines meinte dazu am 11.06.2018:
Den fand ich bezogen auf das Lieferdatum ganz gut: "Es gibt Dinge, die den meisten Menschen unglaublich erscheinen, die nicht Mathematik studiert haben."

Danke für die Rückmeldung
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Kommentar von Marjanna (68) (10.06.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Inlines antwortete darauf am 11.06.2018:
Freut mich, wenn es gefallen hat! Ich habe schon befürchtet über das Ziel hinausgeschossen zu sein...

LG
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autoralexanderschwarz
Kommentar von autoralexanderschwarz (10.06.2018)
Ja. Sehr schön dargestellt.
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Inlines schrieb daraufhin am 11.06.2018:
Danke!
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Hilde
Kommentar von Hilde (10.06.2018)
Einfach toll und so moderat geschrieben, samt Titel!
Liebe Grüße
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Inlines äußerte darauf am 11.06.2018:
Dank dir Hilde!
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Inlines
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Veröffentlicht am 10.06.2018, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 10.06.2018). Textlänge: 431 Wörter; dieser Text wurde bereits 156 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.05.2019.
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