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Letztes Jahr im August - Rechenwettbewerb

Anekdote zum Thema Liebe und Hoffnung


von Inlines

Der eine, der immer alles schaffte. Und derjenige, der häufig Drogen nahm. Und außerdem der andere aus der Para. Der Kaninchen züchtete und sich im Verein engagierte. Von denen wußte ich es sicher: Sie alle liebten dasselbe Mädchen. Julia, die in Mathe häufig Fünfen schrieb.

Für den Nachmittag rief sie uns zusammen, um einen "Rechenwettbewerb" abzuhalten, wie sie es nannte. Weil sie ein soziales Gewissen hätte, und nicht länger ertragen könne, ständig diese Schmeicheleien zu erhalten, ohne im Ausgleich etwas dafür zu tun. Besonders motivierend wirkte ihr Aufruf dadurch, dass sie dem Sieger in Aussicht stellte, dass dieser sie berühren dürfe, wo er wolle. Jedoch nur für einen Augenblick.

Wir - etwa 30 kerngesunde junge Männer - standen also um 15.30 Uhr auf dem Pausenhof der Berufschule, als sie kichernd einen Zettel aus der Brusttasche ihrer Bluse hervorzog. Langatmig faltete sie ihn auf und verkündete dann in freudiger Erregung, mit einer hohen, aber zarten Stimme die Aufgabe, wobei sie jede Silbe einzeln betonte: "Wie lau-tet die nie-dri-gs-te Zahl, die in der Ma-the-matik An-wen-dung fin-det?" Dann blickte sie vom Zettel auf und fügte hinzu: "Nur wer die korrekte Lösung nennen kann gewinnt den Preis! Jeder hat seine Gewinnchance mit einer falschen Antwort aufgebraucht!"

Wir schauten uns gegenseitig fragend an. Viele die mit ihren Taschenrechnern und Smart-Phones gekommen waren, hatten keine Idee was sie in die Geräte eingeben könnten. Irgendwie war die Aufgabe uneindeutig, so dass zwar die Köpfe rauchten, doch dort nichts sinnvolles fabriziert werden konnte, das einer genaueren Überprüfung standhielt. Auch ich war verwirrt und zweifelte am Nutzen der mitgebrachten Formelsammlung. Ging die Fragestellung etwa in Richtung Millennium-Problem oder spielte sie eher auf eine der binomischen Formeln an? Nervös kaute ich an meinen Fingernägeln.

"Minus unendlich" rief ein Erster, nach etwa 30 Sekunden, in die Stille hinein. Die Stimme ließ auf eine ältere Person schließen, welche man seltsamerweise nicht sehen konnte. Die Antwort war falsch, denn die Reaktion der optischen Verlockung war eindeutig, in Form eines Daumens, der klar nach unten zeigte. Im nächsten Moment schrien drei andere: "Null", aber auch dies rief nur ablehnendes Verhalten hervor. "Null Komma Null" brüllten welche, diesmal aus einer anderen Ecke, doch sie schüttelte den Kopf, und damit ihre langen braunen Haare. Und auch in der folgenden Minute trudelten nur Lösungen ein, die keine Anerkennung fanden. Enttäuscht zogen einige Glücksritter von dannen.

Schließlich waren wir soweit, dass alle bis auf drei Verbliebene ihr Antwortrecht verloren hatten. "Wie lautet diese verdammte Zahl?" fragte ich in mich hinein. "Das kann doch nicht so schwer sein! Du warst doch bei so was immer gut!" Plötzlich rief Joachim aus dem 2. Ausbildungsjahr: "Ich zahle dir 50 Euro, wenn ich den Gewinn bekomme!", worauf ein anderer mit heiserer Stimme sagte: "Und ich zahle dir 100!" Angespannt schaute ich Julia an. Würde sie sich auf den Deal einlassen? Oder hatte sie wirklich ein Gewissen? "Nein!", sagte sie nach einer kurzen Pause selbstsicher, "So läuft das nicht. Es geht hier nicht um Geld! Es geht hier um mathematisches Grundwissen. Wenn ihr Geld bieten wollt, dann geht in den Puff. Für so was geb ich mich nicht her. Ihr beide habt euer Antwortrecht verloren!"

Also war nur noch ich übrig. Ich der keine Ahnung hatte, welche Zahl die richtige sein könnte. Was würde nun passieren? Und dann geschah das Unwahrscheinlichste von allem: Sie kam auf mich zu, blickte mich mit kecken Augen an und sagte: "Weil du der Letzte bist, und wir einen Gewinner brauchen, und du zumindest nicht falsch geantwortet hast, bekommst du den angekündigten Preis. Prahl nicht damit herum. Sonst kriegst du richtig Ärger!" Dann zog sie mich mit sich am Arm. Wild marschierte sie los, nur um gleich wieder gestoppt zu werden, von jemandem, der sich ihr mit verschränkten Armen in den Weg stellte. Ich glaube es war der, der 50 Euro geboten hatte. Er wollte unbedingt die Lösung wissen, weinte fast, bettelte sie richtiggehend an - vielleicht war er noch unerfahren. Sehr zickig antwortete sie schließlich, was keinen Zweifel an dem Unbehagen über diese Frage liess: "Minus 100", sagte sie gedehnt. Als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. So als würde sie einem kleinen Kind erklären, dass es den Mund zum Essen benutzen muss. Und setzte ein "Mann, bist du do-o-of!" nach.

Dann verschwanden wir hinter einen Busch.

Anmerkung von Inlines:

Wäre zu Hinweisen bezüglich der Rechtschreibung dankbar. Ich tue mich mit wörtlicher Rede noch etwas schwer. Danke!


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Marjanna (68) (20.06.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Hilde meinte dazu am 20.06.2018:
@Janna
"Achso, da fällt mir ein, bei der wörtlichen Rede sollte man immer eine neue Zeile beginnen. Hat man mir hier beigebracht."

Veto Wer brachte das bei auf kV, Janna? So geschrieben sind es dann genau die Texte, die ich überhaupt nicht lesen mag, weil sie Dialoge auseinanderreißen, die in Interaktion miteinander stehen wollen, und die durch ein Zerreißen zu steifesten Texten geraten, und dadurch sehr staksig und unbeholfen ankommen.
Dialoge in wörtlicher Rede (wörtliche Rede überhaupt) mag ich lesen, wenn sie ohne allzu viel "fragte/sagte/meinte/erwiderte" etc. auskommen können, ohne Doppelpunke vor der wörtlichen Rede auskommen können, und sie es - per inhaltlicher Vermittlung - schaffen, dass ein Lesender weiß, wer wann was und warum sagt. Wörtliche Rede ist etwas Lebendiges, vor allem in Dialogen sollte sie fließen dürfen.
Meiner Ansicht nach
Gerade an der Umsetzung wörtliche Rede arbeite ich immer wieder, und dies ganz sicher noch sehr dilettantisch. Wörtliche Rede in Texten gut umzusetzen, finde ich, ist das Schwierigste überhaupt.
LG
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Marjanna (68) antwortete darauf am 20.06.2018:
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Hilde schrieb daraufhin am 20.06.2018:
Unterschiedliche Ansichten halt, nicht mehr
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (20.06.2018)
Mit Begriff aus Sprachen, die nur ein kleiner Kreis versteht, wäre ich vorsichtig ("Para"). Ganze Zahlen bis 12 schreibt man aus, sofern es nicht wirklich um einen konkreten Wert geht. Hier und da fehlen Kommas, z.B. in " "Man bist du do-o-of!"...
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Marjanna (68) äußerte darauf am 20.06.2018:
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Dieter_Rotmund ergänzte dazu am 20.06.2018:
Ja, schon. Aber gut geraten ist eben nicht gewußt.

Kniffliger finde ich ja die bekannte Tischtennisschläger+Ball=1,10Frage, aber die hätte nicht zur Geschichte gepasst.
Inliner, ergänzt Du die fehlenen Kommas oder sind dazu Hinweise nur vergbliche Mühe?
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Inlines meinte dazu am 20.06.2018:
Ich ergänze sie, wenn ich sie finde. Bitte nicht hetzen! Deinen ersten Hinweis hab ich doch schon umgesetzt...
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (20.06.2018)
Es spricht für deine fesselnde Anekdote, dass ich beim Lesen gar nicht auf die Rechtschreibung gechtet habe. Mit ist nur "Man(n)" im letzten Satz aufgefallen.
LG
Ekki
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Graeculus (69) meinte dazu am 20.06.2018:
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Inlines meinte dazu am 20.06.2018:
Danke euch für die Rückmeldung und die Hinweise!

LG
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Kommentar von Graeculus (69) (20.06.2018)
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Anantya
Kommentar von Anantya (20.06.2018)
Liest sich wunderbar. Ich heiße übrigens mit richtigem Namen Julia und war grottenschlecht in Mathe. Ich musste daher schon ein bisschen lachen.
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Inlines meinte dazu am 21.06.2018:
Manchmal fürchte ich mich schon fast, dass ich jemandem mit der Nennung eines Names zu nahe trete. Daher bin ich froh, dass du es mit Humor nimmst!

Danke für die Rückmeldung!

FG
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Inlines
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Veröffentlicht am 20.06.2018, 10 mal überarbeitet (letzte Änderung am 20.07.2018). Textlänge: 721 Wörter; dieser Text wurde bereits 213 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 21.03.2020.
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