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Erzählung zum Thema Winter


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Ein Fallensteller stapft durch den Schnee. Seine Schneeschuhe sind zerbrochen. Und wenn er nicht in der Kälte erfrieren will, hat er nur noch Kraft und Zeit, eine Falle zu kontrollieren um die benötigte Beute zu bekommen.




Verbissen presste der Fallensteller die Lippen aufeinander. Das hier war der einfache Teil der Strecke. Noch stapfte er auf einem Weg daher. Der Untergrund war einigermaßen eben. Er musste die Füße nicht sehr hoch heben. Seine Beine pflügten den Schnee beiseite. Der Wind, der den Weg entlangpfiff, hatte alle Schneewehen schon im Ansatz zerweht. Ein leichtes Gefälle half ebenfalls. Doch die Bäume, die auf dem ansteigenden Hang links neben ihm ihre verkrüppelten und schneebedeckten Äste versuchten zu erheben, drohten bereits. Schließlich erreichte er den Punkt. Er hob die Schulter und wappnete sich, wie gegen einen  unerwarteten Regenguss. Nachdem er zwei Herzschläge lang gezögert hatte, wandte er sich nach links. Er trat zwischen die Bäume und erklomm den Hang.

Die kahlen Äste hatten nur wenig Schnee abgehalten. Der Wind wehte hier unvorhersehbar. Mal kam er von vorn, trieb weitere Eisnadeln in das Gesicht des Fallenstellers, mal gab er ihm Rückendeckung. Das war jedoch nichts als eine spöttische Hilfe. Die Schneedecke unter den Bäumen war unregelmäßig. Zwei Schneewehen hinderten ihn am Fortkommen. Sie waren nicht sehr groß, doch ohne die Schneeschuhe war jeder zusätzliche Meter eine Belastung. Der Fallensteller war darum nicht verbittert. Zu lange war er schon in der Einsamkeit zu hause. Er kalkulierte die zurückgelegte Wegstrecke, was noch vor ihm lag und seine Kraft im Kopf. Womöglich tat er das zu angestrengt, weshalb im sein Gewehr unerwartet und vollends von der Schulter rutschte, in den Schnee fiel. Unzufrieden mit sich ob dieser Unachtsamkeit hob er die Waffe auf und befreite sie vom Schnee. Gleichzeitig tat er einen Schritt. So kam es, wie es kommen musste. Der Fallensteller landete mit dem Gesicht im Schnee. Die Kälte drang bis zu seiner Haut vor. Nun fluchte er doch leise vor sich hin. Er hasste es, wenn ihm die Fehler eines Neulings unterliefen. Obwohl er wusste, dass niemand dagegen gefeit war. Er rappelte sich auf, schlug den Schnee von seinem Mantel und ein zweites Mal von dem Gewehr. Er musste vorsichtiger sein. Mit großen Schritten, die Füße hoch anhebend, stapfte er den Abhang weiter empor.

Es dauerte nicht mehr lange und er erreichte die ovale Lichtung. Einem kleinen Talkessel gleich, fiel die schneebedeckte Erde vor im leicht zu dem großen Findling, von dem man nur noch die vereiste obere Rundung sehen konnte, ab und stieg hinter ihm wieder bis zur einer Reihe von Bäumen an. Kurz hinter diesen begann ein Felsenhang, der im Sommer nur schwer zu besteigen und in dieser Jahreszeit unbezwingbar war. Nach links und nach rechts setzte er sich kilometerweit fort. Zu sehen war dieser nicht, doch der Fallensteller kannte sich hier aus.

Eine Böe kam heran, schüttelte an den Wipfeln der Bäume, unter denen der Fallensteller stand, und von diesen fiel eine ordentliche Portion auf ihn nieder. Er musste sich schütteln, um all den Schnee loszuwerden. Dabei rutschte etwas unter seinen Schal und in die Kapuze, griff wie eine eisige Hand nach ihm. Ein Schauer überkam den Fallensteller und noch einmal musste er sich schütteln. Das Verdammt! unterdrückte er. Stattdessen tat er den ersten Schritt auf die Lichtung. Der Schnee, den seine Beine beiseite schoben, knirschte.



- Fortsetzung folgt -

 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (30.06.2018)
In diesem Teil passiert nichts Außerordentliches, außer dass deutlich wird, wie vorsichtig der Fallensteller sein muss, um zu überleben.
Die Schilderung der lebensbedrohenden Natur ist sehr gelungen.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 30.06.2018:
Das hier - scheinbar - nichts Entscheidendes passiert, liegt am Medium. Eine längere Erzählung, im Internet in mehrere Teile zerschnitten, muss, allen Bemühungen zum Trotz, immer zergliedert sein.

Ja, ich wollte, dass es in dieser Geschichte kalt ist, richtig kalt.
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AZU20 antwortete darauf am 30.06.2018:
Und das ist es. LG
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 30.06.2018:
Freut mich, dass ich dem Wetterbericht trotzen konnte.
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Kommentar von Sabira (58) (01.07.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 02.07.2018:
Das mit dem Bedrohlichen stimmt tatsächlich. Es geht nicht nur um einen kleinen Winterspaziergang.
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (02.07.2018)
Unter eine meiner Geschichten schrieb einmal ein liebenswerter Mensch, "Nichts passiert, aber spannend!" ))
TT
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TrekanBelluvitsh ergänzte dazu am 02.07.2018:
Aber du weißt , dass etwas passieren wird.

Und darauf kommt es an.
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TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Zwei.
Veröffentlicht am 30.06.2018, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 01.07.2018). Textlänge: 557 Wörter; dieser Text wurde bereits 170 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.05.2020.
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Winter Zwei
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