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Erzählung zum Thema Winter


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Ein Fallensteller stapft durch den Schnee. Seine Schneeschuhe sind zerbrochen. Und wenn er nicht in der Kälte erfrieren will, hat er nur noch Kraft und Zeit, eine Falle zu kontrollieren um die benötigte Beute zu bekommen. Schließlich erreicht er diese. Ein Rehbock ist ihm in die Falle gegangen.




Es war kein Gedanke. Er hatte auch nichts gesehen. Sein Instinkt warnte ihn, weil die Erfahrung ihn über die Jahre gelehrt hatte. Der Fallensteller erahnte ihn, bevor er ihn hörte oder ihn sah. Der Schnee war viel zu hoch, als dass noch Zeit für eine Flucht gewesen wäre. Ein Versteck gab es auf der Lichtung nicht. Also musste er kämpfen. Schnell riss er sich die Kapuze vom Kopf und den Schal vom Gesicht. Sogleich zerrte die Kälte an seinen Ohren und seiner Nase, fuhr wie die Spitze einer Nadel in sie. Der Fallensteller presste die Zähne aufeinander und versuchte das eisige Stechen nicht zu beachten. Er musste hören können, alles sehen können. Nichts durfte ihn behindern. Dann hörte er die eiligen Schritte. Natürlich machte der Schnee auch ihm etwas aus, doch auf seinen vier kräftigen Beinen war er viel beweglicher als ein Mensch. Obwohl ihn das Gleiche antrieb: Hunger! Der Fallensteller ließ das Gewehr von seiner Schulter gleiten und griff mit beiden Händen nach der Waffe. Er hob kurz beide Füße, um nicht im falschen Augenblick im Schnee festzustecken. Und dann sah er ihn.

Es war ein großes Tier, wenn auch nicht das größte seiner Art, das er je gesehen hatte. Sein eisgraues Fell war gerade in dieser Jahreszeit eine perfekte Tarnung. Aber auch im Sommer war es nicht die schlechteste Farbe, wollte man mit dem Hintergrund verschmelzen. Die Ohren standen spitz auf. Der Rücken war gerade und der Schwanz bildete seine Verlängerung. Es musste ein älteres Tier sein, dessen war sich der Fallensteller sicher. Ein erfahrener Jäger. Oder besser gesagt: eine Jägerin. Er war sich ziemlich sicher, es mit einem Weibchen zu tun zu haben. Nicht dass das etwas ausgemacht hätte. Ein Wolf blieb ein Wolf. War es eine Einzelgängerin, dann behauptete sie sich schon seit langer Zeit allein. Gehörte sie zu einem Rudel, handelte es sich um ein ranghohes Tier, gestählt im Machtkampf. Die Wölfin fletschte die Zähne. Sie knurrte und über ihrer Schnauze bildeten sich Falten. Ihr Hunger musste immens sein. Denn statt die anderen Mitglieder ihres Rudels herbeizuhohlen, hatte sie sich für den Angriff entschieden. Sie war allein und auf sich gestellt. Sie wollte die Beute mit niemandem teilen, soviel war klar. Schon gar nicht mit einem Menschen. Dass sie den toten Rehbock für sich beanspruchte, war unmissverständlich.

Das war das Glück des Fallenstellers. Gegen mehrere Wölfe hätte er niemals ein Chance gehabt. Auf mehr als einen unversehrten Rückzug hätte er nicht hoffen können. So stand es eins gegen eins. Die Wölfin war kräftiger und schneller als er. In einem fairen Zweikampf hätte er nicht den Hauch einer Chance besessen, zumal ihn der Schnee in seinen Bewegungen hinderte. Doch  seinen größten Vorteil hielt er in Händen. Schon oft hatte das Gewehr ihm gute Dienste geleistet. Er hielt es auf Hüfthöhe fest. Die Mündung zeigte auf seine Kontrahentin. Außerdem ließ er sie nicht aus den Augen. Die Wölfin tat es ihm gleich. Doch sie zögerte. Offenbar wusste sie um die Gefährlichkeit dessen, was da auf sie gerichtet war.

Unter normalen Umständen begegneten sich Wölfe und Menschen so gut wie nie. Einer wich dem anderen immer aus. Zumeist waren es die Wölfe. Doch auch wer, wie der Fallensteller, ein erfahrener Waldläufer war, mied das Gebiet, von dem er wusste, dass Wölfe es für sich beanspruchten. Der Winter hatte alles geändert. Er war hart. Alle darbten. Alle. Mensch und Wolf. Beide wollten sich an dem Fleisch des Rehbocks laben. Keiner wollte nachgeben.

"Nun hör mal gut zu", rief der Fallensteller der Wölfin entgegen. "Das ist meine Falle und alles, was in ihr landet, gehört mir. Es tut mir ja leid, aber das ist nicht die Zeit zum teilen. Ich will dir nichts tun. Also verschwinde!" Er wartete eine Augenblick. Die Wölfin verharrte immer noch an der Stelle am Waldrand
"Verschwinde!", schrie der Fallensteller sie an.



- Fortsetzung folgt -

 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (02.07.2018)
Du ziehst alle stilistischen Register, um die Spannung auf den Höhepunkt zu treiben.
Lässt sich die ausgehungerte Wölfin von der Stimme des Fallenstellers beeindrucken?
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 02.07.2018:
Jede Geschichte braucht einen Konflikt. Und dieser ist ziemlich eindeutig. Allerdings hat es Spaß gemacht, sich diesen auszudenken(?) und niederzuschreiben.

P.S.: Es werden 6 Teile. Der letzte wird etwas länger, ca. 800 Worte.

Antwort geändert am 02.07.2018 um 14:50 Uhr
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Sabira
Kommentar von Sabira (02.07.2018)
Nachdem ich wieder Luft geholt habe, konnte ich mich japsender Weise deinem vierten Teil widmen;-).

Hier empfinde ich die Situation berührend und spannend, wie sich Mensch und Wolf - beide hungrig und um ihr Überleben kämpfend- Auge in Auge gegenüberstehen.

Wölfe sind ja, wie du richtigerweise schreibst, eher zurückhaltend lebende Tiere.

LG Sabira
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 02.07.2018:
Ich habe versucht, nicht Stellung im von mir konstruierten(?) Konflikt zu beziehen, sondern zu beschreiben, warum er entsteht, bzw. einen nachvollziehbaren Antrieb bei den Kontrahenten darzustellen. Dazu gehört es dann auch, keinen der beiden zu verteufeln, d.h. beide müssen so dargestellt werden, wie sie sind. Und in diesem Augenblick sind beide eben hungrig.

Wenn das von mir spannend formuliert wurde, hab ich einiges von dem, was ich umsetzen wollte, scheinbar erreicht.

P.S.: Es werden 6 Teile. Der letzte wird etwas länger, ca. 800 Worte.

Antwort geändert am 02.07.2018 um 14:51 Uhr
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (03.07.2018)
"High noon" im Winterwald!
Gleich werden wir es wissen!
TT
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 03.07.2018:
Und ich weiß, wann du es liest!
:D
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