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Ein Kapitel Samuel

Anekdote zum Thema Stimmung


von Dieter Wal

Ich erinnere mich kaum an den Wortlaut, mit dem uns J. K. an einem Samstagmorgen des August 1997 unter der Sonne Italiens während einer Familienfreizeit in die Bücher Samuel einführte. Doch eins steht fest. Es war eine Sternstunde.

"Der junge Samuel versah den Dienst des HERRN unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des HERRN selten; Visionen waren nicht häufig. Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden und er konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen und Samuel schlief im Tempel des HERRN, wo die Lade Gottes stand. Da rief der HERR den Samuel und Samuel antwortete: Hier bin ich. Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der HERR rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen. Samuel kannte den HERRN noch nicht und das Wort des HERRN war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der HERR den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich ruft, dann antworte: Rede, HERR; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der HERR, trat heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört. Der HERR sagte zu Samuel: Fürwahr, ich werde in Israel etwas tun, sodass jedem, der davon hört, beide Ohren gellen. An jenem Tag werde ich an Eli vom Anfang bis zum Ende alles verwirklichen, was ich seinem Haus angedroht habe. Ich habe ihm angekündigt, dass ich über sein Haus für immer das Urteil gesprochen habe wegen seiner Schuld; denn er wusste, wie seine Söhne Gott lästern, und gebot ihnen nicht Einhalt. Darum habe ich dem Haus Eli geschworen: Für die Schuld des Hauses Eli kann durch Opfer und durch Gaben in Ewigkeit keine Sühne erwirkt werden. Samuel blieb bis zum Morgen liegen, dann öffnete er die Türen zum Haus des HERRN. Er fürchtete sich aber, Eli von der Vision zu berichten. Da rief Eli Samuel und sagte: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Hier bin ich. Eli fragte: Was war es, das er zu dir gesagt hat? Verheimliche mir nichts! Gott möge dir dies und das antun, wenn du mir auch nur eines von all den Worten verheimlichst, die er zu dir gesprochen hat. Da teilte ihm Samuel alle Worte mit und verheimlichte ihm nichts. Darauf sagte Eli: Es ist der HERR. Er tue, was ihm gefällt. Samuel wuchs heran und der HERR war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten zu Boden fallen. Ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, dass Samuel als Prophet des HERRN beglaubigt war. Auch weiterhin erschien der HERR in Schilo: Der HERR offenbarte sich Samuel in Schilo durch sein Wort."

Das eindringliche viermalige Rufen des Knaben berührt mich.  Ich stellte mir Eli ähnlich meinen Hebräischdozenten  vor. "Es ist der HERR. Er tue, was ihm gefällt."

"Hier bin ich!" kannte ich hebräisch. Es heißt "Hin´äni".

Das dritte Kapitel des ersten Buches Samuel ist in meinen Augen die schönste Erzählung der Bibel.

Anmerkung von Dieter Wal:

Zitat aus 1. Samuel 3 (1-21) der Einheitsübersetzung 2016. Danke, Jürgen Körnlein und Hans Werner Hoffmann.



Mehr über  Samuel (Prophet),.


 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (29.07.2018)
Lieber Dieter,
ich finde an der Geschichte nur die Gottergebenheit bemerkenswert, mit der Eli das Verhängnis des Herrn hinnimmt.
Warum bezeichnest du sie als Anekdote?
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Dieter Wal meinte dazu am 29.07.2018:
Lieber Ekki,

die Pointe, stellst du kurz deine Einführung in ein Biblisches Buch dar, wird es anekdotenhaft, wenn du zusätzlich skizzenartig charakterisierst, liegt in der Erzählung.

Welche, ist für jeden Leser verschieden.

Gruß
Dieter

Antwort geändert am 29.07.2018 um 11:39 Uhr
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 29.07.2018:
Ja, Ekki, fundamentalistischer Scheiß ist selten erbaulich.
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brettl (45) schrieb daraufhin am 29.07.2018:
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Dieter Wal äußerte darauf am 30.07.2018:
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Kommentar von Graeculus (69) (29.07.2018)
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Dieter Wal ergänzte dazu am 29.07.2018:
Eli. 1) Nach 1Sam 4,18 der letzte Richter, aus dem Geschlecht Ithamars, als Priester am Heiligtum in Silo. Der junge Samuel, der bei ihm aufwächst, 1Sam 1,24ff; 31ff, kündigt ihm Gottes Strafgericht an wegen seiner Schwäche gegenüber den entarteten Söhnen 1Sam3,11-18. Die Schreckensnachricht von der verlorenen Philisterschlacht, dem Verlust der hl. Lade und dem Tod seiner Söhne bringt den 98jährigen E. den Tod 1Sam 4,13-18.

Calwer Bibel Lexikon 1989, S. 258.

Eli "Hoch", vielleicht gekürzt für "Gott ist hoch"
1) Hoherpriester zu Silo und zugleich 40 Jahre Richter über Israel (1Sam 1,9;4,18) [...] Das Gericht über das Haus E.s vollendet sich, als Salomo Abjatar absetzt und Zadok aus der Linie Eleasars an seine Stelle tritt (1Kön 2,27.35).

Lexikon zur Bibel, Fritz Rienecker, Gerhard Maier, 1994 Brockhaus, S. 387.

Um diese Zeit verloren sich Spuren der 12 Stämme und begannen jüdische Monarchien. Eli war nicht e i n Priester, sondern d e r Hohepriester, der Dienst im Hauptheiligtum tat. Zu jener Zeit befand sich noch die hl. Lade im Tempel. Insofern erklärt sich die bedingungslose Loyalität des Hohepriesters über sein vernichtendes Urteil, der bestimmt ein milder Vater für seine Söhne war, aber dem es nicht gelang, kultische Reinheit beim Tempeldienst für sie durchzusetzen. Diesen weiteren Aspekt der Geschichte, der in der besagten Erzählung im Ausschnitt nicht ausgeführt wird, finde ich ebenfalls sehr berührend.

Antwort geändert am 29.07.2018 um 12:32 Uhr
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Habakuk meinte dazu am 29.07.2018:
„Ist das nicht die Gesinnung eines Sklaven?
Ein freier Bürger Athens oder Roms würde den Kopf schütteln.“
Ha, ha, ha, eine Graeculusische Stilblüte. Der Bürger Roms bzw. Athens war so frei wie ein Huhn auf der Stange, dass mit den Flügeln flattert und nicht weiß, dass der Schlachthof bereits wartet. Was auch für unseren freien Graeculus gilt.
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Graeculus (69) meinte dazu am 29.07.2018:
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niemand meinte dazu am 29.07.2018:
@ Habakuk
Das von Dir besagte Huhn sitzt ja nicht freiwillig auf der
Stange, sondern wurde vom Menschen versklavt.
Die Betonung liegt auf dem "wurde". Es hat sich nicht danach
gesehnt, oder darum gebeten. Es unterwirft sich also nicht,
sondern wird unterworfen. Ein kleiner Unterschied.
LG niemand
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Dieter Wal meinte dazu am 29.07.2018:
Habakuk: "Der Bürger Roms bzw. Athens war so frei wie ein Huhn auf der Stange, dass mit den Flügeln flattert und nicht weiß, dass der Schlachthof bereits wartet. Was auch für unseren freien Graeculus gilt. "

Kommt auf die Caesaren an. In der Spätzeit konnte von Freiheit im Sinn von freier Religionsausübung, so weit es nicht Caesarenkulte betraf, keinerlei Rede sein. Insofern finde ich deinen Vergleich mit dem Huhn auf der Stange treffend. Nur muss Graeculus glücklicherweise momentan niemand befürchten, vielleicht, falls die AfD eine Regierung stellt, durchaus, der ihn mordet..
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Graeculus (69) meinte dazu am 29.07.2018:
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Dieter Wal meinte dazu am 29.07.2018:
Bei "Homines ad servitutem parati" denke ich an Friedrich den Großen, wie ihn Lessing kritisiert. Sinngemäß durfte unter seiner Herrschaft in Preußen zwar über Religionen gespottet werden, jedoch nicht über den Staat oder Monarchen selbst. Da galt strenge Militärdisziplin. Lessing schrieb in besagtem Sinn auch vom sklavischsten Land Europas.
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Habakuk meinte dazu am 29.07.2018:
@ Dieter und @ niemand

So ist das. Ich könnte jetzt die Sache noch tiefenpsychologisch betrachten, dann bestände bei uns allen mehr oder weniger überhaupt kein Unterschied mehr zwischen den Hühnern und ... wem auch immer.
Aber das würde jetzt zu weit führen. Belassen wir es dabei.
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Dieter Wal meinte dazu am 29.07.2018:
Ach komm. Ich wollt, ich wär ein Huhn!
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Dieter Wal meinte dazu am 29.07.2018:
@ Graeculus: Jetzt verstehe ich. https://de.wikipedia.org/wiki/Victrix_causa_deis_placuit,_sed_victa_Catoni

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz, wie man eine vor diesem Tora-Zitat befindliche Geschichte einer ursprünglich kinderlosen Hanna 1Sam 1,2ff.; 1Sam 2,1-10, die schließlich doch einen Knaben zur Welt bringt und ihn aus diesem Anlass Samuel ("Gott hat erhört") nennt, die das Gelübde ablegte, falls sie einen Sohn erhält, gibt sie ihn als Hierodulen in den Jerusalemer Tempeldienst, was erfolgt, bis den Knaben die Gottheit zum Propheten beruft, zum Thema von Non serviam! machen kann, zumal darin noch shakespeardramenhaft "böse Söhne" und "falsche Priester" als Söhne des Hohepriesters angelegt sind, die der Barde aus Stratford kaum schurkenhafter gezeichnet hätte. Sie alle enden wie im letzten Akt Hamlets tödlich. Was, bitte, soll daran Anlass zu einem Non serviam! geben? Bist du Hohepriester wider Willen?

Antwort geändert am 29.07.2018 um 16:11 Uhr
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 29.07.2018:
@ Graeculus:
Du übertreibst. Freiheit war doch schon immer die Maxime von Religionen. Sie streben nur noch mehr nach Gerechtigkeit.
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brettl (45) meinte dazu am 29.07.2018:
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Dieter Wal meinte dazu am 30.07.2018:
Danke, brettl.

"In ihnen setzt sich das prophetische und priesterliche Denken mit der frühen Königsgeschichte und ihrer Überlieferung auseinander. Sie gründen überwiegend auf einer religiösen Geschichtsbetrachtung, die sich am Widerspruch gegen das Königtum, das seinen eigenen machtpolitischen Interessen folgte, entzündet hat und die den Konflikt zwischen weltlicher und göttlicher Macht in den Vordergrund rückte."

aus: Auseinandersetzung mit der frühen Königszeit, Georg Fohrer: Erzähler und Propheten im Alten Testament, UTB 1989, S. 79
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Habakuk
Kommentar von Habakuk (29.07.2018)
Ich kenne die Geschichte zwar, Dieter, nichtsdestotrotz lese ich sie an dieser Stelle besonders gern.

H.
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Dieter Wal meinte dazu am 29.07.2018:
Das freut mich sehr. Danke.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 29.07.2018:
Auch in einem christlichen Arsch ist es dunkel.
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brettl (45) meinte dazu am 29.07.2018:
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Dieter Wal meinte dazu am 30.07.2018:
Die ursprüngliche Antwort wurde am 30.07.2018 um 20:11 Uhr wieder zurückgezogen.
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (29.07.2018)
Visionen und Sippenhaft ... und weil das alles mit "Gott" betitelt wird, soll es auf einmal nachdenkenswert sein ... natürlich nur, wenn man den richtigen "Gott" wählt ... versteht sich von selbst ... "Du sollst neben mir keine anderen Götter haben" ...
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Dieter Wal meinte dazu am 29.07.2018:
"Sippenhaft" Siehe Victor Klemperer: LTI. Würde ich Strache imitieren, klänge es ähnlich. Adolf hat sich wirklich sehr über deinen Kommentar gefreut. Josef auch. Das wird man doch wohl noch sagen dürfen...? Netter Nazi-Troll-Kommentar. Oder meinst du das ernst? Nach einigen deiner Texte befürchte ich Letzteres. Gute Genesung!
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 29.07.2018:
denn er wusste, wie seine Söhne Gott lästern, und gebot ihnen nicht Einhalt.
Nicht jeder ist für sich, sondern jeder für die Sippe verantwortlich.

Dass das so ein faschistisch-christlicher Fundamentalist wie du einer bist es nicht versteht, wundert mich nicht. Wenn man den Kopf zu lange ins Weihwasser steckt, sterben eben Gehinzellen ab. QED.
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Dieter Wal meinte dazu am 29.07.2018:
Außer blöd wie Greise des 3. Reichs von "Sippe" und "Sippenhaft" zu brabbeln, solltest du mehr über Elis Söhne wissen 1Sam 2,12f. und dann urteilen, was du verstanden hast. Där Föhra und sain Bropägondäministr dongen där!

https://de.wikipedia.org/wiki/Sippenhaftung

Antwort geändert am 29.07.2018 um 17:22 Uhr
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LotharAtzert meinte dazu am 29.07.2018:
Es ist immer wieder schön, verdichteten Unisnn zu sehen, wo er mir noch jungfräulich begegnet. Kikerikieh, ihr Hennen .-)
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brettl (45) meinte dazu am 29.07.2018:
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Dieter Wal meinte dazu am 29.07.2018:
brettl: "ersetzt das beste Motivationstraining! " Wofür?
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brettl (45) meinte dazu am 29.07.2018:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 29.07.2018:
Der Islam in seiner vorherrschenden Ausprägung ist zutiefst mittelalterlich in Menschenbild und Regelwerk. Darum lässt er sich auch so leicht für aggressive und menschenverachtende Ziele instrumentalisieren.

Denn wie bei allen Religionen liegt die einigende Kraft des Islams ja nicht an einer ausgefeilten Theologie, sondern an simplen Grundsätzen, die mit dem Gefühl der Gruppenzugehörigkeit zu einer "Wir-Gruppe" führen.

Dabei offenbart der Islam - wieder: nicht originär aber eben auch - seinen wahren Charakter, wenn Gläubige über ihre verletzten religiösen Gefühle jammern. Denn da sagen Religionen endlich einmal, worum es ihnen geht: Gefühle.

Diese "bewährte" System übernahmen dann ab dem ausgehenden 18./beginnend 19. Jhd. die Ideologien - und predigen es bis heute. Nicht umsonst ist der durchschnittliche Pegida-Anhänger und AfD-Wähler ständig beleidigt. Es ist schon eine Ironie, dass das Weltbild von Islamisten und Rechtspopulisten eigentlich dasselbe ist. Unterschiedlich sind nur ihre Fahnen.

In Deutschland mag man die Eindruck haben, dass Juden- und Christentum sich in eine andere Richtung entwickelt haben, mehr zu dem hin, was man "Zivilgesellschaft" nennt. Das stimmt sogar. Doch schon ein Blick zu unseren polnischen Nachbarn reicht aus um zu erkennen, dass das ein "deutscher Sonderweg" ist. Dieses Mal ein positiver, aber wegweisend ist er nicht.
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brettl (45) meinte dazu am 29.07.2018:
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Dieter Wal meinte dazu am 30.07.2018:
bettl: "Mir geht es dabei mehr um Unvoreingenommenheit und Toleranz - aber nicht für die Intoleranten, die Intoleranten müssen alle hingerichtet und ... nein, das war jetzt nur ein Paradoxon!"

Klang mehr wie jakobinische oder kemalistische "Toleranz". Nein, der Witz war erkennbar.

TrekanBelluvitsh: "Es ist schon eine Ironie, dass das Weltbild von Islamisten und Rechtspopulisten eigentlich dasselbe ist. "

Ähnlich populistisch und fanatisch. Inhaltlich verschieden. Ich mag den Koran in Rückerts metrischer Nachdichtung. Rudi Parets Ausgabe hilft oft philologisch weiter. Hocharabisch befindet sich auf meiner Liste noch zu erlernender Sprachen. Mein Papa lernte Arabisch, während ich Hebräisch lernte. War wundervoll, sich miteinander darüber auszutauschen. Koran, Bibel und Tora sollten als alle aus derselben abrahamitischen Quelle stammende Buchreligionen miteinander gelesen und besprochen werden, die verschiedenen Geschichten über ähnliche Themen ergänzen und bereichern sich wechselseitig (auch Thomas Manns Joseph und seine Brüder). Rut Lapide zitiert die letzten Jahre in ihren Vorlesungen nicht einzig die Tora und griechische Bibel, sondern den Koran mit auf Arabisch. Darin ist sie vielen offiziellen akademischen Lehrern voraus. Sie schreibt lesenswerte Bücher in der Tradition Pinchas Lapides, dessen interreligiöses Werk sie selbstbewusst fortsetzt.


https://house-of-one.org/de/konzept

Antwort geändert am 30.07.2018 um 08:00 Uhr
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Dieter Wal meinte dazu am 30.07.2018:
Lothar Atzert: "Es ist immer wieder schön, verdichteten Unisnn zu sehen, wo er mir noch jungfräulich begegnet." Dass jemand heute wieder von "Sippenhaft" schreibt, ohne die geringste Ahnung zu haben, was das Wort bedeutet, fand ich auch berührend.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 30.07.2018:
Auch auf de Gefahr hin Dinge zu sagen, die die meisten wissen: Islamist ist kein Synonym für Moslem. Es ist eine Eigenbezeihnung der radikalfundamentalistischen Moselms, wie man sie z.B. im IS findet.

Und wenn ich mir deren Vorstellung anschaue, sehe ich im vergleiche zu den deutschen Rechtspopulisten nicht nur in Taktiken und Vorgehensweisen. Wenn z.B. sächsische AfD-Parlamentarier die Zählung aller Homosexuellen im Lande forderten, ist wohl schon bei einem flüchtigen Blick auf das "Denken" von Islamisten klar, dass diese dem mit Freuden zustimmen würde - und in Deutschland wohl dasselbe Feigenblättchen wie jene Parlamentarier benutzen würden - "zu wissenschaftlichen Zwecken" -, um ihre homophoben Zerstörungsphantasien zu kaschieren.

Meinungs- und Pressefreiheit ist ebenso beiden ein Dorn im Augen. Es mag dabei einen gedanklichen Unterschied machen, ob man Angriffe auf jene aufgrund eines kruden völkisch befeuerten oder scheinbar religiös unterfütterten Hasses unternimmt. Die Folgen für die anvisierten Opfer wären in beiden Fällen jedoch gleich.

Dabei existiert gar keine rational durch strukturierte Gesamtsicht auf Seiten der Rechtspopulisten. Und die Islamisten verfügen über keine tief im Koran ankernde Theorie. Das wollen sie aber auch gar nicht. Beide Gruppierungen bieten ihren Anhängern scheinbare Sicherheit durch klare/einfache Regeln/Erkenntnisse an, fordern dafür jedoch Gehorsam ein. Dabei sollte man meiner Ansicht nach nicht den Fehler machen, den Gehorsam der Islamisten als rigider zu betrachten. Die Rechtspopulisten in Europa existieren einfach im Umfeld der Zivilgesellschaft und müssen sich, wenn sie Anhänger gewinnen wollen, dem anpassen. "Führer befiel, wir folgen" ist eben auch bei Rassisten in Europa nicht besonders zugkräftig, während die gesellschaftliche Wirklichkeit in vielen islamischen Staaten auch jenseits der Islamisten Welt stark durchstrukturiert ist.

Darum würde ich der Aussage
Ähnlich populistisch und fanatisch. Inhaltlich verschieden.
so nicht zustimmen. Ich sehe die Unterschiede eher in den Begründungen, denn im Inhalt.



Bei all dem stellt sich natürlich die Frage, was das mit dem Koran, oder, um die Frage auf das Religiöse an sich auszudehnen, "heiligen Büchern" hat. Und bei allen Widersprüchlichkeiten in jener Buchgattung habe ich auch kein Problem damit zuzugeben, dass die Antwort auf diese Frage zumeist "gar nichts" lautet.

Aber wie ich oben schon andeutete, beruht der Erfolg von Religionen, jeglicher Religion, nicht darauf, dass sich deren Anhänger tiefgehend mit deren Schriften oder gar unterschiedlichen Interpretationen beschäftigt haben. Das gilt für das katholische Mütterlein in den polnischen Karparten ebenso wie für den türkischen Schumacher im anatolischen Hochland. Hier zählen andere Dinge: Gemeinschaftsgefühl, einfache Erklärungen für das Sein und - gerne unterschätzt - einen gewissen sozialer Schutz für die Gläubigen. Der Preis ist jedoch überall gleich: Gehorsam. Dieser wird nicht nur verlangt, sondern auch bei Strafe als einzig möglicher Weg dargelegt.

Und darum ist im Bezug auf die gesellschaftliche Wirklichkeit eine genaue Betrachtung einzelner Glaubenssysteme oft eine akademische Fingerübung, weil sie sich mit Dingen beschäftigt, die für die meisten Gläubigen keine Rolle spielen und ihnen so fremd sind wie der böse "Fremde".
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (29.07.2018)
Wieso ist "Herr" durchgehend in Majuskeln geschrieben?
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Dieter Wal meinte dazu am 29.07.2018:
Meine Bibel in Einheitsübersetzung von 1996 verwendet an diesern Stellen "Herr". "HERR" ist Schreibweise der Lutherbibeln 1534-45 und späterer. Sie geben damit indirekt den vierbuchstabigen Gottesnamen JHWH wieder, der in der jüdischen Tradition mit der Ehrenbezeichnung Adonaj laut gelesen wird, was mit Herr übersetzt werden kann.

Ursprünglich war mit Adonaj die kaaninitische Gottheit Baal gemeint. Der Name des gr. Gottes Adonis ist mit dem hebräischen Begriff verbunden.

Weshalb die Einheitsübersetzung, sie gilt als ökumenisch, 2016 HERR schreibt, weiß ich nicht.

http://www.bibelwerk.de/Bibel.12790.html/Einheits%C3%BCbersetzung+online.12798.html

Antwort geändert am 29.07.2018 um 14:46 Uhr
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 29.07.2018:
Ah, Danke.
Dieses ständige HERR hier, des HERRN dort erweckt einen mal eher kuriosen, mal eher stark autoritären, wenn nicht sogar totalitären Eindruck. Das finde ich schräg, um's mal in Jugendsprache zu sagen.
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Dieter Wal meinte dazu am 29.07.2018:
Stimmt leider. Historische Lutherbibeln waren in einer Spalte mittig gesetzt und boten links und rechts daneben breiten Rand für handschriftliche Glossen. Eine Bibelausgabe in meinem Besitz druckte Luthers eigene in Lettern gesetzte überwiegend lateinische handschriftliche Randnotizen mit ab. Sie sind aufschlussreich. Sieht man HERR im zentralen Tora-Text und zusätzlich besonders große Initialen des ersten Buchstabens am Beginn eines jeden Kapitels, wirkt es majestätisch, was wohl beabsichtigt war.

Antwort geändert am 29.07.2018 um 15:08 Uhr
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 29.07.2018:
Ja, majestätisch. So ein König ist schon ne schöne Sache.
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brettl (45) meinte dazu am 29.07.2018:
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Dieter Wal meinte dazu am 30.07.2018:
brettl: "Trekan wurde scheinbar in seinem Vorleben als Hexe durch die Römisch Katholische Heilige Inquisition verbrannt, jetzt rächt er sich endlich!" Fällt mir wie Schuppen aus den Haaren, den allerletzten, sie war früher eine feurige Kräutersammlerin und galt als Blickfang, bis sie die röm.-kath. Kirche ... Kennt er Kräuter?
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brettl (45) meinte dazu am 30.07.2018:
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Dieter Wal meinte dazu am 30.07.2018:
"Trekan auch heute noch eine gute Figur " Unbedingt.
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LotharAtzert meinte dazu am 01.08.2018:
Erlaubt mir diesen hippen Saft:
Allein ist niemals Sippenhaft.
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Dieter Wal meinte dazu am 02.08.2018:
Danke für den witzigen Schüttelreim und deinen anderen erfrischenden Kommentar.
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Kommentar von Iphigenie (38) (04.10.2018)
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