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Chapter OneInhaltsverzeichnisVeronas Velvet

Chapter Two

Roman zum Thema Unsterblichkeit


von Nismion

Nun, ich bin ohne Präsenz. Das verkaufte ich Dir von Anfang an. Es musste so sein, damit Du meinen Wahrheiten einen Glauben schenkst. Denn wäre ich wie Du, wie ein Jedermann, den die breite Masse verschluckt, warum nur, solltest Du auch nur einem meiner Worte glauben, geschweige denn Gehör schenken?

Aber ich habe ein Wesen, eine Form, die wenn auch gegen jede Regel, ihre eigene Gültigkeit hat. Meine Persönlichkeit kannst Du analysieren, auf Gesetzmäßigkeiten durchsuchen, aber auch dort, wirst Du sie nicht finden. So verewige ich Dir wieder einen Hauch an Schachzug. Erst nehme ich mich und meine Person aus jeder Regel und dann nur füge ich mich auf meine Weise passend wieder ein.

Ich besitze mehr als nur eine Maske. Mehr als nur eine Erscheinung und nebenher gibt es mich auch in unscheinbarer Form.

Als Mensch, der nicht aus der Reihe tanzt. Sicher bin ich im Innern immer anders und niemals gleich, aber im Strom der Betriebsamkeit, was ein Mancher gerne als grau bezeichnet, da fällt es nicht so auf. Und indem ich Dir das schrieb, den Weg in etwas Anderes ebnete, darfst Du mir nun in den Hauch einer weiteren Wirklichkeit folgen.

Du hast meinen Verstand kennengelernt, in den ersten Zeilen dieses Buches. Und doch hoffe ich, dass es irgendwann mehr sein wird als das. Mehr als eine simple Umrandung aus Papier und auch Schrift. Vielleicht ein Traum, eine Hoffnung oder auch eine Möglichkeit, die Du nur schrittweise ausprobierst. Du hast die Wahl, wie immer im Mythos vollkommener Freiheit, zu sehen, zu erkennen, zu betrachten und vielmehr noch, zu behalten, was Dir alleine gefällt.

Aber was Du zu Anfang kennen lerntest, war nicht mein Verstand. Es war ein Bruchteil einer Möglichkeit, wie Du mich bitte auf keinen Fall zu sehen hast.

Variation, Spielerei an Gedankenfreiheit und vielleicht auch ein Hauch an meiner als auch Deiner Wirklichkeit.

Ich bin anders, für Dich im Grunde nicht einzuschätzen. Und doch obliegt diesem Fremden auch etwas Vertrautes. Denn wie ich zu Anfang sagte, könnte ein Ich ebenso ein Du sein. Deswegen begannen wir ohne Präsenz und mit reiner Maske. Jetzt aber, nach dem Vorspiel, der Bühne an simpler Aufmerksamkeit, darfst Du mich auch in Person erleben, die zwar nicht zu definieren, aber ab jetzt eine Form besitzt. Ich besitze Spuren, Bahnen, mit denen ich mich unter Menschen aufhalte. Spirale und Kreise, wie sie ein
Menschen Sein nun mal zeichnet. Deine sind zu meist, fast immer nur, dem Zufall überlassen, doch das Ergebnis einer Wahrscheinlichkeit und erscheinen frei, sind es zu oft aber eben gerade nicht. Ich habe selber gewählt, was mir nur passt und ich als Schiene meiner Lebenskraft tragen als auch ertragen kann.

Es gibt eine Frau in meinem Leben, in meinem Herzen und auch in meinen Wiederkehrenden Kreisen. Du hast die Deine Vorstellung an Liebe, Dein Bild einer Partnerschaft und fast auch nur ein vorgezeichnetes Muster, wie so etwas zu laufen hat. Diese aber, meine Frau, ist vom Weiblichen befreit. Wie könnte es auch anderes sein, denn sonst nur könnte sie sich an Meines an Sein, sich nicht so passend anschmiegen. Ich werde Dir später von ihr berichten, erzählen und auch ein bisschen an ihrer Erscheinung für Dich nur malen.

Jetzt aber, sind wir am Tage.

Am Tage besitze ich die Form, wie ein Jeder sonst. Wie ein Du, wie ein Ich, das sich Menschheit da nennt. Wir folgen den Kreisen, drehen uns umeinander, miteinander und tanzen im Wirbel der Strudel, die sich da Leben nennen. Mal dort das Etwas, das sich Wirrung nennt. Mal hier der Stein, der zum Stolpern bringt. So wenden wir uns den Einflüssen zum Trotz den Zielen zu, die sich Menschheit zur Richtung darlegt. Lieber das Eine, als Fremdes Anderes in die Wiege zu legen versucht. So gebären wir uns Tag für Tag und Morgen für Morgen, immer und immer wieder neu fort. Wer will sich beschweren, sich erwehren oder strafend offenbaren, das sich Ärgernis nennt?

Gleichende Rasse wir sind, eine Einheit, die da ebenso auch keine ist. Denn erst das Andere offenbart die Mischung an Vielfältigkeit, die sich kein Durchschnitt mehr nennt.

Nun bin ich da einer, der fast schon keiner mehr ist. Ich löste mich extra, um dem Einen zu dienen, das sich da Freiheit zur Möglichkeit nennt. Ich weiß, dass Du glaubst, Ähnlichem zu obliegen. Nur ist es so, dass wenn Du selber nicht greifst, was Du haben willst, dann bekommst es so nur niemals mehr. Gedrehtes Spiel an eigener Wahrheit, das ebenso auch wieder einen Kern an Wirklichkeit präsentiert. Widmen wir uns den Abläufen zu, die sich da drehende Windung an nicht vorgezeichneten Pfaden nennt.

Wie ein jeder Mensch, der auch Du nur einer bist, musste ich mich in Kleidung, in Form und auch Präsenz pressen, damit ich der Aufgabe an Betriebsamkeit so gerecht werden kann. Ich muss nur niemals, tue alles aus meiner Entscheidung. Aber das alleine, weißt Du ja bereits. So bin ich nicht Dein Held, weniger Dein Vorbild, als auf immer die Wahrscheinlichkeit
einer schnöden Wirklichkeit. Du darfst sehen, betrachten, blicken und dann nur selber wählen, was Du alleine haben willst. Kleinste Bühne an strebender Betriebsamkeit, die sich da Theater an Aufmerksamkeit nennt. Aber lassen wir das Drumherum und wenden wir uns anderen Pfaden zu. Denn ich bin der Zeichner, der Maler und so darfst den Meinen Pfaden sehr gerne folgen. Wenn dir alleine nun mal danach ist.

Ich folge erneut den Straßen dieser Stadt. Nur diesmal ist es der Morgen, der hier anbricht. Die Sonne erhebt sich in der Ferne über die Dächer hinweg, schickt leicht goldene Strahlen in den grauen Trist des Alltages. Die Stadt ist so, wie auch der bald gleißende Planet, zum Leben erwacht. Mit hupenden Blechkisten, die ihre Abgase in die noch frische Morgenluft blasen, macht Mensch sich auf den Weg zum Ort seiner Betriebsamkeit. Das Tagewerk, das sich Arbeit schimpft. Auch ich tue dies nun ebenso. Denn auch wenn ich mich durch die Schatten ganz einfach an jeden Ort bewegen kann, so muss ich zum Tage meine Menschlichkeit zeigen. Und so schnurrt der meine an Wagen, so wie es ewig auch Andere tun. Mein Gefährt ist

ein schwarzer Mustang, der so manche Pferdestärke unter der Haube versteckt. Denn Kraft als auch Stärke, sich rein im Innern offenbart. Mit Sicherheit nur ein Auto, eines meiner Liebsten an Schau zur Aufmerksamkeit, und dennoch ebenso kein Zufall, keine Wahrscheinlichkeit zur Wahl und im Nebenher, noch eine kleine an Lektion.

Es dauert nicht lange, bis ich mich durch den Verkehr geschlängelt habe. Auch wenn sonst zu knapp, finde ich ebenso einen Parkplatz ganz leicht. Die Kiste abgestellt und schon mache ich mich auf den Weg in das Gebäude. Vorne die Sekretärin, die mir wie immer und auch jeden Morgen, ein Lächeln zuwirft. Ganz zufällig beugt sie sich nach vorne, den Ausschnitt weit tiefer, als es die Etikette verlangt, um wenigstens ein bisschen an Aufmerksamkeit zu erhalten. Und vielleicht auch irgendwann, sich als die Frau an meiner Seite zu präsentieren. Denn für jeden hier bin ich der Stille, der Eine, der in der Reihe auch nur wieder aus der Reihe tanzt. Ich widme mich meinen Pfaden, meinen Wegen, meinen Zielen. Für Manchen der Abnorme, ganz sicher bin ich das, denn auch wenn keiner was von meiner Nacht so weiß, bin ich sonst nicht der Eine, der jedem nur gleich ist. Aber wir sprechen vom Drumherum, ohne uns den simplen Gleichungen einer Kette zu widmen.

Also an der Sekretärin vorbei und hoch in den zweiten Stock, in das abgeschiedene Zimmer, das sich mein Büro schimpft. Ein Schreibtisch, das Regal zur Seite, eine flache Kommode am Fenster zum Hinterkopf. Überall und hier, liegen die Akten und lose Zettel verteilt. Mal wichtig, mal nicht. Aber jetzt kümmert mich das nicht. Ich umrunde den Tisch, nehme Platz auf
dem Sitz meiner simplen Stunden an wüster Beschäftigkeit, die mich mancher Fall so gekostet hat. Die Kaffeetasse steht bereit, um meinen Gehirnzellen den nötigen Schub zu verleihen. Gleich wird das Telefon klingeln, ein nächster Fall mich rufen und Aufgabe als auch Pflicht ihr Nötiges fordern. Ich werde tun, ich werde lassen, was mein Ideal von mir verlangt.

Das Telefon klingelt wie erwartet, scheppernd, surrend und erfüllt den sonst tonlosen Raum erwartender Stille. Ich gebe dem natürlichen Reflex nach und presse den künstlichen Griff des veralteten Telefons an mein Ohr. Sofort höre ich die aufgeregt wispernde Stimme einer jungen Frau, die mich mit Panik in der Stimme darüber aufklärt, dass ihre junge Katze entlaufen sei und nun einsam und verlassen auf dem Ast eines Baumes sitze.

Das Lächeln zu dem gutgemeinten Scherz an diesem noch frühen Morgen kann ich mir nicht verkneifen. Und dennoch, für die Frau ist es natürlich bitterer ernst. Ich beruhige sie. Erkläre ihr, dass sie leider an der falschen Stelle gelandet sei und helfe ihr, indem ich das Gespräch weiterleite. Mein erster Fall an diesem Morgen. Nicht gelöst und dennoch behutsam der entsprechenden Stelle in den Schoß

gelegt.

Ich kippe den nächsten Schluck an Kaffee in mich hinein, um die Gehirnzellen aus der Eintönigkeit der Bewegungslosigkeit zu ziehen und warte erst einmal ab. Mit Sicherheit wird etwas passieren, etwas geschehen, sich ergeben, dass sich als meine neue Aufgabe präsentiert. So, ist der Lauf der Dinge, der Natur, der Notwendig- und auch Betriebsamkeit. Simple Formel, die keine Formel einer Mathematik abliefert, aber der Schluss eigener Lösung, die sich da Geduld schimpft. So warte ich einfach und warte und warte. Eine Folgerung wird sich von alleine präsentieren.

Und wirklich, das Telefon klingelt erneut und stört die Ruhe meiner nicht Betriebsamkeit. Ich gehe dran und höre die sachlich, energische Stimme meines Chefs. Er ruft und zitiert mich zu sich. Eine Forderung, der ich nachgeben muss, denn es ist ja nicht so, als hätte ich die Freiheit einer Wahl. Die Kette der Befehlsgewalt, der auch ich hier nur unterliege. Ich erhebe mich von meinem Stuhl, gehe aus dem kleinen Zimmer heraus und wende mich wieder dem Treppenhaus zu. In die erste Etage, wo die so oft schon zugeknallte Tür, mit der matten Glasscheibe und den schwarzen Buchstaben „Chef“ mich erwartet. Mit ruhigem Schritt bin ich schnell da, öffne sie und betrete den Raum.

Mein Chef steht am Fenster, raucht paffend eine Zigarre und zur Begrüßung nickt er mir nur zu. Geflissentlich nicke ich zurück und folge der Forderung,
auf dem Stuhl Platz zu nehmen. Dann drückt er den teuren Stengel an duftender Zigarre in dem Glasaschenbecher aus und wendet seine volle Aufmerksamkeit mir zu. Ich gehöre ihm, in dieser Sekunde, diesem Moment und auch als Ziel seiner Gesprächigkeit.

Mit seinem eigenem Akzent beginnt die Rede, die mit Sicherheit am Ende einen zu lösenden Fall mit präsentieren wird. So wende ich mich der Stille zu. Lasse in mich fließen, was er mir präsentieren wird.

Er schweigt ebenso erst einen Moment, blickt mich noch nachdenklich an. Seine Augen fixieren mich, während ich an seiner Stirn erblicken kann, wie er die Worte dreht und zusammen fügt. Er kratzt sich über die rauen Stoppeln des Dreitage Bartes an Kinn und Backen, räuspert sich kurz, stoppt jede Bewegung und lässt dann die wohl sortierten Worte heraus purzeln.

„Wie Sie wissen, habe auch ich meine Vorgesetzten. Und anders als ich, sind diese nicht sehr zimperlich, zurückhaltend …“ ein erneutes Räuspern „… oder auch im Geringsten nur bescheiden.“ Er beugt sich mit einem Mal nach vorne auf den Schreibtisch, lässt die Unterarme herab sausen und die Rede gewinnt an Tempo. „Ich durfte mich heute Morgen um 6 Uhr im Büro des Bürgermeisters einfinden. Aus dem Bett geklingelt, konnte ich mir morgens das Gezeter meiner Frau anhören und das Geplärre meines Sohnes, um den hohen Herren dienen zu können.“ Erneutes Räuspern. „…Zu müssen!“ „Die Tochter des Bezirksstaatsanwalts wird vermisst. Sicher kennen Sie sie aus dem Fernsehen und der Zeitung.“ Ein kurzer Stopp der holprigen Rede und mahnende Augen blicken mich an, wie der Lehrer seinen unaufmerksamen Schüler.

„Hr. Reuber. Ja, ich kenne ihn aus den Medien. “ Werfe ich brav meine Antwort ein. Er nickt zufrieden. „Ich würde vorschlagen, sie setzen sich gleich mit ihm in Verbindung. Seine Tochter ist seit 12 Stunden verschwunden und es fehlt jede Spur. Dieser Fall zieht seine Wellen in den höchsten Kreisen. Scheitern Sie nicht, leisten Sie sich bitte keine Anfängerfehler. Sonst rollen unsere beiden Köpfe. “ Auch jetzt, nicke ich geflissentlich brav. „Ihre Sekretärin hat bereits die nötigen Unterlagen und Akten. Machen Sie sich sofort daran. Sie bekommen natürlich alle Unterstützung, die Sie brauchen.“ Die nächsten Worte kommen in Zeitlupe und mit harter Betonung einzeln aus dem Mund seiner Autorität. „Dieser Fall hat absolute Priorität.“ „Ich verstehe,“ sage ich, nicke und stehe auf. Ich verlasse den Raum und schließe die Tür behutsam hinter mir.

Solche Fälle kenne ich. Medienzirkus,, aufgeregte Bürgermeister und die ganze Stadt fiebert mit. Aufgesetzte Entrüstung, überspielende Hilfsbereitschaft und das wollende Greifen eines jeden Angestellten, der sich eine Beförderung erhofft. Ich aber, bin davon befreit. Es ist ein Fall, wie
jeder Andere. Ich weiß, dass das nicht stimmt und doch rede ich es mir innerlich ein, denn nur so kann sich mein Verstand auf das Wesentliche, die Fakten, konzentrieren und genau das nur, brauche ich jetzt.

Ich halte meine Schritte langsam und gleichmäßig, auch wenn mein Inneres mich mit Spannung erfüllt. Sicher, ich habe schon viel erlebt. Denn entgegen den üblichen Pfaden der Menschheit, habe ich schon meine hundert Jahre hinter mir. Ich lebte bereits mehrere Leben in vielen Städten. Und nur deswegen erfüllt dieser Fall mich nicht mit Aufregung wegen der Umstände oder auch der Anspannung, die sich auf Grund des Druckes ausbreiten sollte.

Nein, es ist die Vorfreude auf ein Rätsel. Es ist wie ein Kind, das ein neues Puzzle in Händen hält. Es sieht das Bild auf dem Cover und weiß, dass nur ein paar Minuten später, ein bisschen an Arbeit und Konzentration, es genau das nur selber gestalten darf. Das Puzzle an für sich ist irrelevant, auch wenn es der Anreiz für das Gehirn, die sich wechselnden Funken der Neuronenbahnen ist. Es geht um

das Auflösen eines bis dato Unbekannten. Genau so nur, geht es mir bei meinen Fällen. Sicher, ich tue nebenher auch mein Gutes. Mal rette ich ein Leben, ein andres Mal bringe ich einen Verbrecher der Gesetzte an seinen vorbestimmten Ort, das kleine Gefängnis.

Nein, müssen tue ich nichts davon.

Aber wie gesagt, ich liebe die Rätsel und ebenso das Spiel damit. Deswegen suche ich mir Aufgabe, Schwierigkeit und ebenso das Ungleichgewicht, das sich zur Nacht an den Schwachen vergreift. Die Minuten der Gedanken, die Sekunden, die die Stille der Bewegung mit Worten füllte, haben mich bereits zurück in mein Büro gebracht.

Die Akten liegen bereits auf meinem Schreibtisch. Und so überlege ich, ob ich mich durch den Wust der Blätter arbeiten soll. Nicht lange, nur ein paar Sekunden, dauert die Last der Entscheidung. Dann umrunde ich den Schreibtisch, lasse mich auf den Stuhl fallen und greife zum Telefon. Ein kurzer Druck auf die Schnellwahltaste und ich darf der fröhlichen Stimme meiner Sekretärin lauschen.

„Verbinden Sie mich mit dem Bezirksstaatsanwalt.“

Es knackt in der Leitung. Ich höre das Surren der Elektrizität in meinem Ohr, das sich mit dem Rauschen der pulsierenden Stille vermischt.m Dann die Zeichen des Klingelns und Sekunden später ertönt die barsche, dunkle Stimme einer Autorität.

„Ich habe ihren Anruf bereits erwartet.“ Kommt es knapp und hart aus dem Hörer.
Natürlich hat er das. Er steht in der Ordnung der Systeme ganz weit oben und ist es gewohnt, dass ein Jeder ihm zu Kreuze kriecht. Und ebenso, da sollte es auch ich, ein kleiner Polizist, der am Tage ich nun einmal bin.

„Setzen Sie mich ins Bild. Das übliche Verfahren läuft bereits, aber ich denke, das wissen Sie schon. Ich bin extra abbestellt, um genau das zu tun, was der Rest nun einmal übersieht.“

Es grunzt einmal kurz aus dem Hörer. Eine Mischung aus Akzeptanz und leichter Verstimmung, da ich mich nicht an die sonst üblichen Förmlichkeiten halte. Es dauert nur kurz, dann schildert er mir die Umstände des Verschwindens.

Chapter OneInhaltsverzeichnisVeronas Velvet
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