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Chapter TwoInhaltsverzeichnisChapter 3

Veronas Velvet

Roman zum Thema Unsterblichkeit


von Nismion

Alexandra hieß das junge Mädchen. Sie selber aber verabscheute den Namen zutiefst. Zu lang, zu holprig und fast schon zu brav, wie sie fand. Sie selber bevorzugte die Kurzform Alex. Damit war alles gesagt und vom Temperament glich sie sowieso mehr einem Jungen, denn einem Mädchen. Sie war rebellisch, ließ sich nichts sagen und ebenso fügte sie sich in keine Ordnung ein. Nur, wenn es sein musste. Und da der Bezirksstaatsanwalt nun einmal ihr Vater war, geschah dies öfter, als sie es sich gewünscht hätte. Dort ein Ball, hier ein Empfang, eine Wohltätigkeitsgala oder ein neu eröffnetes Museum. Die Gelegenheiten und auch Begebenheiten ließen nie auf sich warten. Und so sehr sie diese aufgesetzten Masken, diese aufgeschnörkelten Formen an Prunk auch verabscheute, ebenso sehr liebte sie auch ihren Vater. Und sie brachte es nicht über das Herz ihn bei solchen Empfängen zu blamieren. So trug sie in fast gleichmäßigem Takt an Tagen die Abendkleider, den Schmuck und die Haare edel in die Höhe frisiert und spielte die brave Anwaltstochter der High Society. Aber ebenso oft, da brach sie aus dem Glaskasten des feinen Lebens aus. Des Nachts schlich sie sich aus der Villa, stahl sich heimlich in normaler Kleidung vom Gelände zum örtlichen Park, wo sie sich mit Mark traf. Mark kam aus eher unteren Verhältnissen. Seine Mutter trank, der Vater war schon bei seiner Geburt abgehauen. Alexs Vater würde so etwas als Gesindel bezeichnen und nicht mal ansatzweise sich mit so etwas abgeben, geschweige denn ihm Aufmerksamkeit schenken. Für Alex aber war Mark der beste Freund und auch Begleiter, den sie sich wünschen konnte. Keine Regeln, keine Beschränkungen, wozu sie Lust hatten, genau das nur taten sie einfach ohne auf irgendetwas Rücksicht zu nehmen. Des Nachts wohlgemerkt. Denn zum Tage war sie die brave Anwaltstochter. Jetzt war eine der Nächte, wo sie einen schwarzen Kapuzen Pulli trug, eine einfache Jeans und die teuren rosa Turn Schuhe. Wie gewohnt, stahlen sich Mark und sie durch die dunklen Gassen der Stadt hinüber in die verbotene Zone. Alleine schon, dass in ihren aufgezwungenen Kreisen ein Viertel so bezeichnet wurde, erweckte jeden Reiz des Verbotenen. Und so mussten die beiden Jugendlichen diesem Ruf des Verbotenem einfach folgen. Hier und dort wurden Türen aufgeschlagen und der Mief aus dichtem Zigarettenrauch und abgestandenem Bier wurde von den scheppernden Bässen alter Lautsprecher begleitet. Eine dieser Kneipen hatte es Alex angetan. „Veronas Velvet“ stand oben über dem Eingang in rosa Neon Leuchten. Sie ging ohne Zögern voraus und Mark folgte ihr. Kein Bodyguard an der Tür, niemand der nach dem Alter fragte oder Ausweise kontrollierte. In diesem Viertel tat man


so etwas nicht. Genau so wenig, wie die Polizei sich zur Streife hierhin
bemühte. Die verbotene Zone hatte ihre eigenen Regeln und es gab keine Ausnahmen oder Überschreitungen dieser eigenen Gesetzmäßigkeit. Mit flauem Gefühl im Magen sah Mark Alex in den Eingang eilen. Geradewegs stürmte sie hinein, an den Grüppchen von rauchenden und quatschenden Menschen vorbei. Dort schoss ein Arm im Feuer eines Satzes nach oben und er konnte nur in letzter Sekunde ausweichen, um nicht von der glühenden Zigarettenkippe getroffen zu werden. Im Schwung stolperte er fast in halb gefüllte Biergläser, wurde aber halb zornig wieder zurück gestupst. Nur kurz schoss die Verwirrung nach oben, vernebelte ihm die Sinne, ließ die Gesichter der Umstehenden in Fratzen von Dämonen verwandeln, die ihn alle ringsum auslachten. Nun taumelte er wirklich, suchte Halt, innerlich und äußerlich. Sank für einen Moment auf die Knie und kämpfte gegen den Impuls an, einfach wieder weg zu laufen. Raus hier, aus dem Eingang zur Hölle, weg aus dem Trubel der vernebelten Dunkelheit. Lieber wieder in die Gassen, die schwarzen Pflastersteine, deren Einsamkeit und Stille jeder Nacht, gerade jetzt nur, einen Ausweg als auch Erleichterung zu sein schien. Er kämpfte, er holte keuchend nur Luft und dann nur verging dieser eine Moment und er blickte wieder in lachende Gesichter quatschender Menschen. Er richtete sich wieder auf, diesmal noch verwirrter, das ungute Gefühl im Magen hatte sich verstärkt. Könnte er, so würde er mit Sicherheit den Warnungen des Magens folgen und einfach wieder gehen. Das hier, konnte nichts Gutes sein oder bedeuten. Aber Alex … Sie konnte er hier nicht einfach zurück lassen. An dem Ort, der seine Vorahnungen und Visionen in solcher Weise hatte real werden lassen. Er sah sie nirgendwo. Und so blieb ihm nichts Anderes übrig, als ihr zu folgen. Vorbei an dieser schwarzen Schwingtür, hinein in das Gedränge an tanzenden Massen und hammer harten Bässen. Er ließ den Blick umherschweifen, suchte und versuchte zu finden. Aber er konnte Alex einfach nicht ausmachen. Verloren kam er sich vor. In Mitten von schwatzenden Menschen. Paare, die sich in Ekstase aneinander schmiegten. Mal hier die feuchten Lippen, die sich in Berührung vereinigten. Mal dort Hände, die unter Kleidung glitten und feucht schimmernde nackte Haut in Aufregung versetzten. Hüfte an Hüfte, Arm an Arm, Körper an Körper und der Schweiß einer verbotenen Nacht ließ den Nektar der Lust in die Massen schwappen. Und Mark alleine mitten drin. Ohne Zusammenhang, ohne Verbindung und fast schon abgeschottet von dem Rest dieser eigenen Nacht. Er suchte und suchte und ließ die Einladung der Vergnügung am Äußeren einfach abperlen. Alleine und auf der Suche in einer Masse der Einigkeit. Und Alex …?

Die fand er nicht. Nicht in dieser Nacht und in den Nächsten auch nicht mehr.

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