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Chapter 4Inhaltsverzeichnis

Veronas Velvet III

Roman zum Thema Unsterblichkeit


von Nismion

Sie betrat den Raum und ließ ihren Blick hindurch streifen. In der Mitte der Glastisch mit den Gläsern. Der Silberkrug mit dem Eis und der Flasche Champagner. Zu der Seite die hohen Kristallgläser. An der rechten Wand die Bar. Die junge Frau, die sie in der Kamera gesehen hatte, musterte sich gerade selbst im Spiegel. Ihre roten kurzen Haare, sträubten sich und fielen wieder zurück, als sie mit der rechten Hand hindurch fuhr. Ihr Teint, fast zu weiß, mit roten leichten Sommersprossen verziert, die grünen Augen dazu, die sie jetzt beim Reinkommen im Spiegel fixierten. Diese junge Frau fiel auf und war in ihrem naturgegebenen Aussehen schon bereits kein Durchschnitt mehr. Einer der Gründe, warum Matrischka sich eben für sie entschieden hatte. „Setz Dich.“ Sagte Matrischka und lächelte ihr zu, während sie mit beiläufiger Geste auf einen der Stühle am Glastisch zeigte. Die junge Frau musterte sie, von oben bis unten, versuchte in Miene und Augen, Absicht und Zweck zu finden. Wie es schien, kam sie zumindestens zu dem Ergebnis, dass von ihr keine Gefahr ausgehe. Und so nickte sie nur zur Bestätigung und folgte der Aufforderung. Nun saßen sie beide an dem Glastisch. Seltsamerweise strahlte die junge Frau kein Unbehagen aus, kein Misstrauen, nur Neugier. Was auf jeden Fall von Selbstvertrauen sprach. Matrischka füllte die zwei Kristallgläser mit dem sprudelndem Getränk. Wartete ab, bis der Schaum sich zum Rand des Glases aufplusterte und dann wieder hinabsank, um die Gläser bis zur Kante füllen zu können.n Sie stieß mit der jungen Frau an, beide nahmen einen Schluck und dann begann der Moment der Stille, in dem Matrischka das Wort ergreifen musste. Sie wartete ein paar Minuten und dann begann sie. „Sicher fragst Du Dich, was Du hier zu suchen hast? Warum mein Bodyguard Bernhard Dich hier hingebracht hat? Du darfst dies als Ehre ansehen, denn nur ausgewählte Personen werden hier her gebracht.“ Begann Matrischka. Alex blickte sie fragend an: „Ausgewählt?“ „Es ist etwas kompliziert zu erklären, aber das kommt alles noch. … Versprochen. Auf jeden Fall wird nach Deinem Besuch hier, nichts mehr so sein wie vorher. Das verspreche ich Dir. Und bevor Du fragst, es wird nur besser werden. Eine neue Welt, so kann man sagen. Auch das, verspreche ich Dir. … Darf ich Dich zuerst nach Deinem Namen fragen?“ Führte Matrischka die Unterhaltung weiter um die Klippen des Glatteises des Kennenlernens. „Alexandra Reuber. Meine Freunde nennen mich einfach Alex.“ Kurz und knapp kamen die Worte. Und Matrischka konnte den ersten Hauch an Misstrauen und Vorsicht spüren. „Reuber.“ Matrischka überlegte kurz. „Den Namen kenne ich von irgendwo her?“ „Er ist der Bezirksstaatsanwalt hier. Ein hohes Tier.“ Mehr als nur bloße Worte an Informationen, mit dem Beiton an Verbitterung. „Ja. Ich erinnere mich. Ich habe den Namen in der Zeitung gelesen. Damit bist Du
zum Teil auch ein V.I.P.“ Lächelte Matrischka sie an. Aber Alex ging nicht darauf ein, sondern begann innerlich zu mauern. Hypersensibilität und das gekonnte Lesen in Menschen nach gerade der Botschaft, die sie verstecken wollten, waren Techniken, die Matrischka im Laufe der Jahre gelernt und studiert hatte. Von Nutzen, notwendig und zum Teil auch überlebenswichtig. „Das, weswegen ich Dich ausgewählt habe, Alex, ist etwas kompliziert. Und mit Sicherheit würdest Du es nicht so einfach verstehen können oder auch wollen.“ Matrischka stand vom Stuhl auf und ging zur Bar hinüber. Dort stand ein Silbertablett mit zwei kleinen Schnapsgläschen bereit. In der Mitte die 0,7 l Glaskaraffe mit einer dunkelbraunen Flüssigkeit darin. Alex folgte Matrischka mit aufmerksamen Blick, sagte aber nichts. Matrischka füllte beide Gläschen bis zum Rand und ging dann mit dem Tablett zurück zum Glastisch. Dort stellte sie es in der Mitte ab und platzierte jeweils eines der Gläschen neben die Sektgläser. Dann nahm Matrischka wieder Platz. Alex roch an dem kleinen Gläschen, aber natürlich konnte sie es so nicht zuordnen. „Was ist das?“ Fragte Alex, langsam doch etwas misstrauisch. „Es ist schwer zu erklären. Und mit Sicherheit kannst Du mir nicht so einfach vertrauen. Das verstehe ich. Dennoch würde ich Dich bitten Dein Getränk zu Dir zu nehmen und alles wird sich von selber erklären.“ Alex haderte innerlich mit sich. Für und wider, Misstrauen und Zweifel. Dann, nicht ganz freiwillig (mit etwas an Gedankenmanipulation durch Matrischka) kippte sie das Getränk hinunter.


Sie hatte an dem kleinen Gläschen zwar gerochen, konnte den Duft aber nirgendwo einordnen. Und auch als sie es in den Rachen gekippt hatte, konnte sie noch nicht sagen, was es jetzt genau war. Es schmeckte etwas trocken, ja, wie teurer Wein, aber der Nachgeschmack erinnerte irgendwie,

an was? … Irgendwie metallisch, ja nach Eisen. Sie wollte Matrischka fragen, was genau das war. Kam aber nicht dazu. Denn mit einem Mal musste sie würgen. Es rumorte in ihrem Magen, verkrampfte sich, zog sich wieder zusammen. Übelkeit wäre angenehmer gewesen, als solche Magenkrämpfe.

Sie versuchte vom Stuhl aufzustehen, schaffte dies auch mit zitterndem Körper. Sie verlor den Halt nach einem erneuten Krampfanfall und versuchte sich in letzter Sekunde am Rande des Glastisches festzuhalten, nur um dann wegzurutschen und Gläser mit sich auf den Boden zu befördern. Sie schlug mit dem Kinn auf dem roten Teppich auf. Schmerz schoss ihr hinauf bis in den Nacken und natürlich durfte sie die ersten Blutstropfen in ihrem Mund schmecken. Ein paar Sekunden, Momente ohne Besinnung, blieb sie liegen, bis sie versuchte, sich wieder aufzurichten. Sie stützte sich am Boden ab, durfte im unterdrücktem Schmerzensschrei den linken Arm wieder vom Boden nehmen und rollte sich geschlagen auf den Rücken.
Ein Blick auf die Hand.

Natürlich war sie voll ins Fettnäpfchen getreten und begann die Glasscherben aus der Handfläche zu ziehen. Ein Moment noch, in dem sie versuchte, willentlich ruhig zu atmen und die Verwirrung in die Tiefen zurück zu schicken, aus der sie sich erhoben hatte. Erneut versuchte sie sich jetzt aufzurichten, diesmal mit der rechten Hand und schaffte dies, wenn auch etwas holprig. So fand sie sich Minuten später wieder auf den Beinen wieder. Sie erblickte die Scherben am Tisch und Matrischka, die sie mit einem Lächeln beobachtete.

„Sieh Dir Deine Hand noch einmal an.“ Sagte Matrischka.

Und auch wenn Alex nicht wusste wieso, tat sie dies ohne Zögern. Dafür blieben die Sekunden stehen, als sie erblickte, was im Grunde nicht mehr zu sehen war. Die Schnitte der Glasscherben von eben waren weg. Fragend blickte sie Matrischka an.

Diese zeigte auf den Stuhl.

„Setzt Dich. … Und mach Dir keine Gedanken um die Scherben am Boden. Einer meiner Angestellten wird diese nachher wegmachen.“

Etwas verunsichert ging Alex die paar Schritte zum Stuhl und ließ sich hinab sinken. Gespannt auf das, was Matrischka jetzt sagen würde. Denn dass es anders als Alex erwartete, vorher jemals alles sein musste, nun, das war Alex schon zu 100 % klar. Nichts hier war, wie es sein sollte oder die Umstände eines normalen Abends in einem Club erschaffen sollten. Plötzlich kam ihr eine Frage in den Sinn. Sie überlegte kurz, schob sie dann wieder nach hinten, um erst einmal zu sehen, was auch so von Matrischka kommen würde.

Matrischka schwieg einige Minuten und blickte sie erstmal nur an. Dann langsam kamen die Worte.

„Es ist kompliziert zu erklären. Vor allem, da alles neu für Dich ist. Und wähle ich die falschen Worte, nun ja, wirst Du wahrscheinlich so schnell aus dem Zimmer und aus dem Club rennen wie möglich und mich als Verrückte ansehen. … Ich bitte Dich aber darum, egal was ich Dir sage, was Du zu hören bekommst, einfach bis zum Ende zu warten und erst dann eine Entscheidung zu treffen. Und falls Du Fragen hast, dann stell sie einfach.“ Sie machte eine kurze Pause, in der Alex nur etwas verunsichert nickte und fuhr dann fort.

„Die Einleitung hat sich fast wie ein Vortrag in einem Deiner Studienräume angehört. Aber sei Dir versichert, so war das nicht gedacht … Wie auch immer. …
Die Geschichte der Menschheit ist voll an Mysterien, an Mythologie, Legenden und dem daraus resultierendem Glauben. Es gibt den Himmel, die Hölle, die Dämonen, die Engel, Werwölfe und natürlich nicht die Vampire zu vergessen. Dabei wissen die Menschen im Grunde nie, was in Wirklichkeit gespielt wird. Sie haben nur eine Ahnung, Vorahnung dessen, was sie leichtfertig dann in Träume abtun. Dann noch etwas Wissenschaft dazu und ein ganzer Globus hat sich im Abbild seiner Vorstellung wieder die Scheibe einer Welt erschaffen. Über den Rand geht keiner und drunter gucken? Nun die Angst vor dem Absturz herrscht da vor.

Manchmal aber, wenn das „Andere“, wollen wir es mal so nennen, stärker ist, dann stößt es einen Menschen einfach über den Rand. In einen Strudel an Unwissen, Möglichkeit, Fehlern und der einzigen Variation, die Zufall dann bilden kann, geht er verloren oder überlebt den Tornado der Neuentdeckung.

Ich sage Dir das, weil auch Du jetzt über den Rand gestolpert bist. Mit meiner Hilfe ganz sicher. Aber in Dir war etwas, das auf die Entfaltung seines Potentiales gewartet hat. Wäre das nicht passiert, hätte ich Dir nicht in dieser Weise geholfen, hätte es nur zwei Möglichkeiten gegeben.

Die erste wäre, dass Du als Mensch gelebt hättest und auch so gestorben wärest. Die zweite wäre, dass durch Zufall etwas erweckt worden wäre und Du im Feuer des Unbekannten ganz sicher durchgedreht wärest.“

Matrischka machte hier ein paar Minuten Pause und ließ Alex Zeit, das Gehörte zu verdauen.

„Was bedeutet das jetzt? Was willst Du damit sagen? Dass ich kein Mensch mehr bin?“ Stellte Alex leicht abwesend die Frage, während sie in Gedanken das Gehörte nach einer Antwort durchwühlte.

Sie blieb sitzen, sie reagierte nicht in Panik und sie schottete sich nicht ab. Das waren sehr gute Zeichen. Matrischka hatte schon andere Anfänge erlebt. Nein, Alex war nicht die Erste, die sie in die Familie einführte. Gut und gerne waren es sicher schon an die 12 Frauen und ein Mann gewesen, die hier im Laufe der Jahre bei ihr gesessen hatten. Der Mann war nicht lebend aus dem Raum gekommen. Ihn hatte sie verspeist. Das Bild der schwarzen Witwe, die ihr Männchen nach der Vereinigung ganz einfach auf frass, ja, das passte.Im Geist musste sie darüber lächeln, wenn auch nur aus Schadenfreude. Es gab keine Männer in der Familie, sie waren ganz einfach zu aggressiv, sorgten für zu viel Aufregung. Und so wurde vor langer Zeit schon beschlossen, keine Neuen, männlichen mehr aufzunehmen.

„Du bist ein Mensch,“ begann Matrischka die Rede wieder. „Aber durch das Getränk wurde etwas in Dir erweckt, gestärkt, das jetzt wachsen kann. … Wenn ich es Dir erklären würde, würdest Du es nicht verstehen und sicher
ablehnen. Deswegen …“ Sie stand vom Stuhl auf und zeigte zur Tür „folge mir.“ Sie verließen den Raum, auch wenn Alex mittlerweile ein etwas flaues Gefühl in der Magengegend hatte. Aber zurück ging es nicht mehr. Das war Alex eben schon klar geworden.

Chapter 4Inhaltsverzeichnis
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