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Traum (Boris L. Pasternak)

Gedicht zum Thema Traum/ Träume


von Hecatus

Ich träumt vom herbst im düstren fensterglase,
von freunden, dir in ihrer narrenband’,
und wie zur jagd vom himmel stürzt ein falke,
sank mein herz hin zu dir, auf deine hand.

Doch zeit verging, ward älter, hörte schlechter,
und rahmen hüllend in ein silberkleid
goss aus dem garten frührot auf die fenster
die blutgen tränen der septemberzeit.

Doch zeit verging, ward älter. Und wie lockres
eis brach und riss der seidne sesselstoff.
Du laute, plötzlich wardst du still und stocktest,
der traum verklang wie glockenecho schroff.

Ich wachte auf. Das morgenlicht war dunkel
dem herbste gleich, es dreht’ der wind und jug,
wie stroh fällt hinter einer ziehnden fuhre,
am horizont den ziehnden birkenzug.

Anmerkung von Hecatus:

29 VII 2018

Мне снилась осень в полусвете стекол,
Друзья и ты в их шутовской гурьбе,
И, как с небес добывший крови сокол,
Спускалось сердце на руку к тебе.

Но время шло, и старилось, и глохло,
И, поволокой рамы серебря,
Заря из сада обдавала стекла
Кровавыми слезами сентября.

Но время шло и старилось. И рыхлый,
Как лед, трещал и таял кресел шелк.
Вдруг, громкая, запнулась ты и стихла,
И сон, как отзвук колокола, смолк.

Я пробудился. Был, как осень, темен
Рассвет, и ветер, удаляясь, нес,
Как за возом бегущий дождь соломин,
Гряду бегущих по небу берез.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (06.08.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Hecatus meinte dazu am 06.08.2018:
Veraltete präteritumform von "jagen", also äquivalent zu "jagte". Ich kenn's von Stefan George (»Wellen«, 11f.):

Bis euch der sturm in weite öden jug ·
An riff und klippe gellend euch zerschlug.
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Graeculus (69) antwortete darauf am 06.08.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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