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Kartoffeln aus Bayern

Text


von bbx

Gelegentlich, wenn ich in Supermärkten an Tiefkühltheken mit Pommes Frites oder an Regalen mit Chips in allen möglichen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen vorbeigehe (jedenfalls versuche ich vorbei zugehen, denn dieses Zeug kann süchtig machen), denke ich an Bulgarien. Speziell an bulgarische Frauen. Dabei kenne ich überhaupt keine bulgarische Frau. Ich war auch noch nie in Bulgarien.

Wie entstand diese unwillkürliche Verknüpfung?
Eines Tages, als ich  mein Brot noch als LKW-Fahrer verdiente, saß ich im Warteraum eines großen niederbayrischen Automobilwerkes. Da bat mich ein Kollege aus Bulgarien um Hilfe beim Ausfüllen eines Formulars. Er beherrschte ein paar Brocken Deutsch, und es entwickelte sich eine Art Gespräch.
Wie das so ist, wenn man träge auf Plastikstühlen zwischen Kaffee- und Snackautomat die Stunden vertrödelt, während man auf die Abfertigung wartet. Woher und wohin - das übliche Geschwätz. Man freut sich über jede Abwechslung.
Der Fahrer kam gerade aus der Schweiz, hatte in Davos Klimaanlagen angeliefert und war jetzt hier, um den Rest seiner Ladung los zu werden.

Klimaanlagen für Davos? Diesen Ort verband ich immer mit Wintersport und Unmengen von Schnee. Ein Klischee, natürlich. Auch in den Schweizer Alpen gibt es Sommer.
Und fanden in Davos nicht auch gelegentlich Versammlungen von hochkarätigen Wichtigtuern statt? Das erklärte die Klimaanlagen. Schließlich müssen diese Herrschaften bei klarem Verstand bleiben, wenn sie ihre Papierkorbbeschlüsse erarbeiten.

Wie komme ich nun auf bulgarische Frauen? Ach so, die Pommes Frites. Als ich den Fahrer nach seiner nächsten Tour fragte, teilte er mir mit: nach Hause, nach Bulgarien.
Ich überschlug kurz im Kopf die Entfernung. Zweitausend Kilometer? Ich wusste, dass osteuropäische Fahrer oft wochenlang unterwegs waren.
Ob er Familie habe, erkundigte ich mich. Er schüttelte den Kopf. Nur einen Sohn, berichtete er stolz, der sei schon erwachsen und habe einen guten Beruf. In einer Verwaltung.
„Aber nix Frau. Nur probieren“, grinste er.
Wahrscheinlich geschieden, dachte ich. Kein Wunder.
Wo und was er denn laden müsse, wenn er hier fertig sei? Kartoffeln, teilte er mit.
„Kartoffeln?“
„Kartoffeln“, bestätigte er.
„Wohin?“ Sicher zu irgendeinem Großmarkt in der Umgebung. Osteuropäische Fahrer aus der EU durften in begrenztem Maß auch innerdeutsche Transporte durchführen.
„Bulgarien“, gab er Auskunft.

Bayrische Kartoffeln für Bulgarien. Wachsen in Bulgarien keine Kartoffeln?
Diese Frage hat mich dann noch länger beschäftigt.
Ich stellte mir bulgarische Frauen vor, die mit verhärmten Gesichtern in Kopftuch und Arbeitskittel in schlecht geheizten Fabrikhallen sitzen und für zwei Euro Stundenlohn Pommes Frites in Wellenform schnitzen, die  später bei einem Discounter zweitausend Kilometer entfernt in der TK-Abteilung für neunundneunzig Cent das Kilo angeboten werden…

Das war natürlich blanker Unsinn. Meine Phantasie ging wieder einmal mit mir durch.
Ein Klischee, geprägt von einseitigem Medienkonsum. In Wahrheit arbeiten in bulgarischen Fabriken auch Männer.


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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Transkulti (32) (10.08.2018)
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tulpenrot meinte dazu am 10.08.2018:
Genau, der Schlusssatz bringt's! Einesteils zum Schmunzeln, andererseits macht er auch nachdenklich.
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Kommentar von Graeculus (69) (10.08.2018)
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princess
Kommentar von princess (10.08.2018)
Zukünftig, wenn ich in Supermärkten an Tiefkühltheken mit Pommes Frites oder an Regalen mit Chips in allen möglichen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen vorbeigehen werde (jedenfalls versuche ich vorbei zugehen, denn dieses Zeug kann süchtig machen), werde ich an Bulgarien denken. Speziell an bulgarische Männer.

Liebe Grüße
Ira
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bbx antwortete darauf am 10.08.2018:
;)
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bbx
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Veröffentlicht am 10.08.2018, 5 mal überarbeitet (letzte Änderung am 30.12.2018). Textlänge: 430 Wörter; dieser Text wurde bereits 213 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.03.2019..
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