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Als er einmal zu viele barocke Klinggedichte gelesen hatte, auch solche von Thomas Kling und H. C. Artmann.

Sonett zum Thema Ermutigung


von Willibald

Im Dialog

Nein, Muse,  bin kein Dichter, kann  Deiner Sonne Blinken,
Kann Deiner Wangen Glanz nicht  schauen unverwandt:
Wenn Deiner Augen Glut in meinen eingebrannt,
So müssen ganz beschämt die Lider niedersinken.
Nun ja: Du willst  doch nicht dem scheuen Waldkauz gleichen,
Der statt dem Tag erwählt die dunkle, schwarze Nacht?
Du flügelst nach dem Feur, das rasch zu Asche macht
Furcht, Blöd- und Schüchternheit und all die Fragezeichen,

Die uns  der  Unmut setzt.  Verachte ihr  Geheule!
So nutze  nun getrost die Feder,  graue  Eule.
Der Kauz lässt Flügelfedern hängen, vermorscht  auf  kauzem Stamm.
Du gleite  in das Klinggedicht, vertrau' dem KlingProgramm!

~~~~~~~
Du findest "dilettantisch" dichten  nicht so toll?
Tu's dennoch, Eule.  Unverzagt. Lizenz: Apoll.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von OliverManfred (49) (31.08.2018)
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Willibald meinte dazu am 31.08.2018:
Hm, Oliver, sollte man das letzte Fragezeichen vielleicht doch weglassen Fragezeichen
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OliverManfred (49) antwortete darauf am 31.08.2018:
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Kommentar von LottaManguetti (59) (31.08.2018)
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Walther schrieb daraufhin am 31.08.2018:
Ich auch.
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Willibald äußerte darauf am 17.04.2019:
Salute, kundige Gefährten!

(1)

Das Motiv von möglichst tiefem Liebesgenuss angesichts der Vergänglichkeit, das in manchem Barock-Sonett in seiner Schönheit und Rhetorik auftaucht, ist hier variiert. Im Willi-Sonett ist das vanitas-Script magisch mit der Beseitigung von Schreibhemmungen verknüpft. Eine Art Selbstermutigung im solioloquen Dialog mit der Muse. Ein "Dennoch unverzagt".

(2) Traditionsspiel

Traditionelles, traditionelle Lyrik ist spätestens seit der Moderne um 1900 so etwas geworden wie Spielmaterial. Allerdings erkennt eben nur bedingt jemand, dass und ob ein kreatives Spiel mit vorgegebenen, versatzstückartigen Elementen vorliegt. Und dann noch eine Schwierigkeit: Oft ist gar nicht klar, ob nun ein Spiel mit der Überlieferung vorliegt, in dem es um Adaption, um Imitatio geht. Oder eher um eine Komisierung, ein Verlachen, eine Vernichtung der Tradition.

Mir ging es oft so wie als Kind im Fasching: Man verkleidet sich als Hexe, ist plötzlich eine Frau und jagt mittelalterlich wüst durch die Gegend, spooky eben. Und ab einem bestimmten Punkt, macht das nicht nur einen komischen Spaß, sondern man steckt mitten drin. Und beobachtet plötzlich sich selbst, wie man Eigenes durch gar nicht mehr so fremde Formate wahrnimmt und sich dabei selbst – verfremdet zwar, aber doch intensiv erleben kann.

So ähnlich denn auch das barock-komische Sonett. Immer ein bisschen verzweifelt-unfreiwillig-komisch, wenn man zu Selbsterläuterungen greifen tut. Aber. Die Genitivhäufungen ( „der Sonnen Blinken“, „deiner Wangen Glanz“), das einsilbige „Feur“, das reihende „Furcht, Blöd- und Schüchternheit“) ist erstmal Verkleidung und Kleidung aus der Kleiderkammer des Barock.

Dann gibt es da die strenge Form und ihren Nutzwert: Die beiden Quartette enthalten oft eine Antithese, hier die situationsmächtige, poesiekompetente Muse und kontrastiv die etwas professoral-gichtig-dünnblütige Eule. Die aber doch – in bescheidenem Maße das „Feur“ der Poesie anfliegt. Dialektisch bleibt dann doch eine Art Synthese latent im Text spürbar: Es gibt eine Poesie unter dem Höhenflug.

Sonette als hohe Formen beschäftigen sich gern mit sich selber und haben von daher in der Selbstreflexion auch eine komische Fallhöhe. Aber sie müssen nicht gänzlich kollabieren. Vielmehr ist es oft so, dass sie ab einer gewissen Dauer Stabilität, Schmunzeln, Vergnügen und eine gewisse Ernsthaftigkeit verbreiten. Hier ist der jambische Flügelschlag i so eine Selbstthematisierung. Und dann gibt es eine Abwehr von Waldkauz und Gehemmtsein als Feinde poetischen Mittelfluges in den Imperativen. Konsequent dann die Adhortatio in „So gleite in das Klinggedicht“. Wohl wirklich eine Conclusio und die Wiederaufnahme der beiden Quartette und die gewisse Überwindung der Schreibhemmung.

Das Ding endet dann – wie in einem Shakespeare-Sonett mit einem Couplet – und nimmt die selbstkritische zögerliche Skepsis auf. Eine fröhliche Bejahung des Dilettantismus(es). Und im Schlusswort bei Apoll (fast schon Dionysos) die Lizenz für Unvollkommenheit: epikuräisch-hedonistisch, weg von der Askese und Strenge. Daher dann auch – ächz – das manchmalige Abweichen vom sechshebigen Alexandriner im eingespielten Sonett .


(3) Spaß und Freude bei Ror Wolf

Ror Wolf ist Dir vielleicht bekannt, er schrieb zum Beispiel Sonette über Fußball. Er selbst versteht seine Sonette als, „Verkupplungsversuche von strenger Kunstform und rabiatem Inhalt, von abgeschrittenem Versmaß und krachendem Jargon.“

Rammer-und-Brecher-Sonett 4

Das ist doch nein die schlafen doch im Stehen.
Das ist doch ist das denn die Möglichkeit.
Das sind doch Krücken. Ach du liebe Zeit.
Das gibt’s doch nicht. Das kann doch gar nicht gehen.

Die treten sich doch selber auf die Zehen.
Die spielen viel zu eng und viel zu breit.
Das sind doch nein das tut mir wirklich leid.
Das sind doch Krüppel. Habt ihr das gesehen?

Na los geh hin! Das hat doch keinen Zweck.
Seht euch das an, der kippt gleich aus den Schuhn.
Ach leck mich fett mit deinem Winterspeck.
Jetzt knickt der auch noch um, na und was nun?
Was soll denn das oh Mann ach geh doch weg.
Das hat mit Fußball wirklich nichts zu tun.

(4) Bonustrack: Harig und unser Bernd Hutschenreuther

Ludwig Harig: „Das Spiel an sich“

Der Wille ist gewiß die Kraft und Überwindung
des innren Schweinehunds, den Luther schon beschrieben.
Er ist der Antriebsschwung der Energie geblieben
für Körper in Kontakt, für jede Form von Bindung.

Geschwächter Wille führt zu Abkehr, zu Erblindung
für das Zusammenspiel. Einander sich zu lieben
erfordert Aufgalopp: Fort mit den schlechten Trieben!
Dem Nächsten spürbar sein ist Sache der Empfindung.

Es herrscht im Mannschaftsspiel ausschließlich, ja extrem
Hinwendung an das Du. Es gibt nichts außerdem.
Der Auftritt eines Stars bleibt pure Episode.

So ist nicht personell die Mannschaft das Problem,
jedoch der Doppelklang von Wille und System,
mentaler Habitus und triftige Methode.

Ludwig Harig: Das alte Lied (veröffentlicht 1989)

Es ist das alte Lied: ein Ziehen und ein Reißen
geht durch den morschen Leib. Das Alter naht mit Schrecken.
Es kracht in Arm und Bein, in Hüften und in Becken,
in Lenden, Zehen, Kreuz. Und was den festen Steißen

einst stolze Haltung gab, verrottet im Verschleißen.
Ich sitze im Fauteuil (1), gehüllt in weiche Decken;
was will, ans Bett gelehnt, der alte Wanderstecken
von Reisen in die Zeit, ins Leben mir verheißen?

Und auch der Sessel kracht in allen seinen Fugen.
Ihn hält zusammen, was die Knochen nicht vertrugen:
des Nagels Krallenfuß, die zähe Hand des Leims.

Daß etwas übrigbleibt, ist nichts als Kinderglauben.
Es modert das Gebein, es rosten alle Schrauben,
es hält am Ende nur die Klammer meines Reims.

(1) Fauteuil: Lehnsessel

Bernd Hutschenreuther: SONNET. LXXV.Doc

Ich hackte ihren Namen in die Tasten
der Strom fiel aus, da war der Speicher leer,
ich schrieb noch einmal alles in den Kasten,
da kam ein Virus, da ging gar nichts mehr.

Du dummer Freund, sprach SIE, der Trübsal bläst,
kein Speicher hält kein Bit für Ewigkeit,
und ich verschwinde auch, wenn du verstehst,
mein Name ist nur Zittern in der Zeit.

Nicht doch, sprach ich, soll'n andre Files verschwinden
im Plattencrash, doch dir soll Leben sein,
durch meinen Vers wird man dich ewig finden,

dein Name geht ins Hauptverzeichnis ein.
Und kommt auch alles in den Schrott noch heut,
steht unsre Liebe auf im Web erneut.

p.s.
Fleming ist ein toller Dichter.


greetse
ww
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