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02 - LondonInhaltsverzeichnis04 - Zwei

03 - Landgasthaus

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück.Während eines kurzen Urlaubs besucht er seine Eltern und einen Kameraden, fühlt sich jedoch nirgendwo wohl Die letzten Urlaubstage verbringt er in einem Landgasthaus bei London.




Bis auf den Abend blieb mir vom nächsten Tag nichts im Gedächtnis. Der Wirt überredete mich, die nicht erwähnenswerte Mahlzeit im Schankraum einzunehmen. In dem war es wiederum sehr laut und der Zapfhahn stand nicht still. Amerikanische Soldaten, gerade aus den Staaten eingetroffen, feierten den Sieg. Einigen ihrer albernen Trinksprüche konnte ich mich nicht entziehen und ständig gingen Zigarettenschachteln umher. Schließlich gelang es mir, mich an einen leeren Tisch in der hintersten Ecke zu verkriechen. Er war durch eine lädierte, aber blickdichte Bastwand vom Rest des Schankraumes abgetrennt. Hier aß ich allein und in aller Stille was aufgetragen wurde. Meine amerikanischen Verbündeten genossen lautstark die verbliebene Zeit bis zur Sperrstunde. Lärm ignorieren zu können ist eine selten besungene soldatische Tugend. Aber irgendwann raschelte die mannshohe Pflanze, die neben der Bastmatte und der Bank, auf der ich saß, stand, und mir als zusätzliche Deckung vor dem Geschehen im Raum diente. Erschrocken fuhr ich zusammen und machte mich instinktiv klein. Eine junge Frau erschien, die einen letzten gehetzten Blick in den Schankraum warf, bevor sie sich auf die Bank neben mir fallen ließ. Sie seufzte. Meine Muskeln entspannten sich und ich nickte ihr zu. Ein Lächeln brachte ich nicht zustande. Die Frau musste Ende Zwanzig sein. Also war sie wohl sieben, acht oder neun Jahre jünger als ich. Sie trug ein dunkles Kleid und eine kleine weiße Schürze. Das dunkelblonde Haar hatte sie nach hinten gekämmt und zu einem Zopf geflochten, der ihr bis zwischen die Schulterblätter reichte. Einige Strähnen hatten die morgendliche Strenge überwunden, und hingen ihr in die Stirn und sträubten sich über dem rechten Ohr. Gesicht und Hände waren weiß. Letztere zeigten Spuren von Arbeit und sie hatte schwarzbraune Ringe unter den aufmerksamen Augen, die ständig in Bewegung waren. Eine tapfere englische Bedienung flüchtete vor ihren Beschützern aus Übersee. Erst jetzt bemerkte sie mich.

"Oh, ich will Sie nicht stören", sagte sie höflicherweise.
"Kein Problem", antwortete ich ebenso formelhaft.
Wir schauten uns kurz an. Engländerin, dachte ich und war mir sicher, dass sie Engländer dachte. Irgendwie lagen wir da beide falsch.
"Es ist nur so: Wenn sie kommen, sind sie höflich und prüde wie die Puritaner. Als wäre in den letzten dreihundert Jahren drüben nichts geschehen. Aber sie vertragen von unserem Bier bei weitem nicht so viel, wie sie meinen und dann werden sie" - sie suchte nach einem Wort, das unseren Verbündeten, gerecht wurde - "ekelhaft. Ich würde gern ein wenig hier bleiben, wenn Sie nichts dagegen haben, Captain."
Das hatte ich nicht.

"Ich heiße Renee Goldsmith.“
Ich nannte ihr meinen Namen. Sie stutze kurz, lächelte dann aber, als ich mein Glas hob. Das Ginger Ale war das Erste, was ihr an mir gefiel. Von Bier hatte sie genug. Dann redeten wir. Nach einigen belanglosen Plaudereien erfuhr ich einiges über sie und ihre Familie, die aus Südafrika stammte, vermied es jedoch, zu viel von mir preiszugeben, denn ich mochte sie sofort. Ihr Verlobter war Pilot bei der Royal Air Force1 gewesen und bereits im November 1939 von einem Einsatz über der Nordsee nicht zurückgekehrt. Seit dieser Zeit arbeitete sie als Kellnerin. Sie hatte sich kurz als Krankenschwester versucht, das Blut, das Geschrei und das harte Regiment der Oberschwester aber nicht ertragen. Im September 1943 war sie zu dem Landgasthaus gekommen.
"Ich bin aus London geflohen. Zu viele Uniformen", sagte sie verdrossen, schien erst dann meiner wieder gewahr zu werden, blickte zu Boden und flüsterte ein wenig verlegen: "Verzeihung."
Blut, Geschrei, ein hartes Regiment, zu viele Uniformen.
"Das ist kein Problem für mich. Manchmal sehe ich es ähnlich."




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

1 Royal Air Force - britische Luftwaffe


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (05.09.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 05.09.2018:
Sie ist nicht das Hauptthema, spielt aber eine nicht unwichtige Rolle.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (05.09.2018)
Die geduldige Charakterisierung der Kellnerin und die psychologisch nachvollziehbare Kritik an den alliierten Soldaten gefallen mir.
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Graeculus (69) antwortete darauf am 05.09.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 05.09.2018:
Freut mich, dass euch das gefällt. Dann kann ich euch ja auch einen kleinen "Trick" verraten. Ich will den Krieg durch den Blickwinkel eines reflektierten Menschen beschreiben. Also durfte er nicht erst 18, 19 oder 20 sein (und damit auch kein einfacher Soldat). Und wie dieser kurze Auszug verrät
Die Frau musste Ende Zwanzig sein. Also war sie wohl sieben, acht oder neun Jahre jünger als ich.
ist mein Protagonist Mitte 30.
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (08.09.2018)
Ein kleiner Satz lässt aufhorchen.
Ist die Frage, die sich daraus stellt von Wichtigkeit für die Geschichte, oder soll sie den Leser in die Irre führen?
TT
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TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 08.09.2018:
Nein, nein, das ist schon wichtig. Allerdings, das gebe ich zu, erst wieder am Ende. Also abgesehen von  Teil 04 - Zwei.
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02 - LondonInhaltsverzeichnis04 - Zwei
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 05.09.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 05.09.2018). Textlänge: 627 Wörter; dieser Text wurde bereits 119 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.12.2019.
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