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04 - ZweiInhaltsverzeichnis06 - Mr Bush

05 - Kergilliack

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen.




Die wenigen Tage, die Renee und mir noch blieben, waren der Himmel. Der Abschied war die Hölle. Keiner von uns beiden weinte. Dafür waren die Erinnerungen an den anderen zu lebendig. Aber womöglich hatten die letzten Jahre uns auch hart gemacht, jeden auf seine Weise. Als die Entfernung zwischen uns größer wurde, waren wir wieder das, was wir seien sollten: Sie eine Bedienung, ein willkommener Blickfang für schmachtende Soldaten und ich ein Infanterist, ein Anführer von Infanteristen.

Die 129th Rifle Brigade1 wurde in Cornwall aufgestellt. Sie war nicht besonders beliebt. Es war ein neuer Verband ohne Geschichte, ohne Tradition, und es war jedem klar, dass er spätestens am Ende des Krieges wieder aufgelöst werden würde. Wir waren keine Grenadier Guards, keine Coldstream Guards und kein Royal Irish Regiment2. In späteren Jahren würde niemand da sein, der das hohe Lied der Tapferkeit auf unsere Gefallenen sang. Unsere Toten würden tot sein, fertig.

Ich sollte die B-Kompanie des 2. Bataillons übernehmen, die bei Kergilliack, einem Dorf, das zwei Meilen westlich von Falmouth lag, aufgestellt wurde. Für die Soldaten hatte man Baracken errichtet, die nur einen notdürftigen Schutz gegen die ständig von der See anpeitschenden Winde boten. Die Offiziere brachte man in den wenigen Steinhäusern unter. Platz war damals Mangelware auf den britischen Inseln. Besonders Südengland glich einem riesigen Heerlager. Unentwegt dröhnten LKW von einem Ort zum anderen. Stabswagen beförderten wichtig dreinschauende Männer von einer Besprechung zur nächsten. Zwischen ihnen schlängelten sich Motorradfahrer hindurch, die, tief über den Lenker gebeugt, halsbrecherisch fahrend und selten bremsend, Nachrichten überbrachten, die so geheim waren, dass sie nicht über Funk oder Telefon übermittelt werden durften. Niemand konnte dem Benzingestank entgehen. Wenn Panzer heran rumpelten, standen die Leute beisammen und bestaunten die stählernen Ungetüme. Besonders kleine Jungen kannten sich gut aus.
"Schau mal, ein Cromwell3! Ja, damit pusten wir die Nazis weg! Ein Sherman4, ein Sherman! Schau doch, Mama, ein echter Sherman! Und da noch einer! Und noch einer und noch einer!"
Diese Begeisterung war mir nicht neu. Ich teilte sie jedoch nicht. Von Panzern, ganz gleich welcher Art, hielt ich mich lieber fern. Sie zogen das Feuer an.

Eigentlich hätte ich mir das Zimmer mit meinen Zugführern teilen müssen. Aber wenn wir uns auch um unser Material selten sorgen mussten, hatten wir doch von einem nicht genug: Männer. Und in unsere Brigade war eines noch seltener: erfahrene Männer. So kam es, das Sergeants die Züge kommandierten. Den ersten führte Staff Sergeant Ray Shaw, ein kleiner drahtiger Mann mit krausem Haar und viel Humor. Er hatte 1940 in Frankreich gekämpft und danach Rekruten ausgebildet. Dann war er für ein Jahr in der Sowjetunion gewesen, den Gerüchten zufolge nicht nur als Beobachter. Anschließend hatte man ihn zu einer Kommandoeinheit versetzt, die gleich ihren ersten Einsatz verpatzte. Daraufhin wurden der Verband aufgelöst und die Männer in alle Winde zerstreut. Ihr kommandierender Offizier, ein entfernter Verwandter des Königshauses, wurde weiter befördert. Die Züge zwei und drei befehligten Brian Potter und Horatio Fitzmaurice, beide frisch befördert, beide mit einem Lebenslauf, der so untadelig war wie ihre Uniformen. Beide kannten den Krieg nur aus dem Kino. Aber zum Glück hatte ich Mr Bush bei mir.




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

1 129th Rifle Brigade - engl. sinngemäß 129. Infanteriebrigade (wörtlich: 129 Gewehr Brigade). Fiktionaler Verband

2 Grenadier Guard, Coldstream Guards, Royal Irish Regiment - Britische Traditionsverbände. Bis heute im hohen Ansehen stehend.

3 Cromwell - 1944/45 britischer  mittlerer Standardkampfpanzer.

4 Sherman - Amerikanischer  mittlerer Standardkampfpanzer. Bei vielen Alliierten im Einsatz.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (09.09.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 09.09.2018:
Na, "zum Glück" ist es nur eine Erzählung (knapp 40.000 Worte). Denn bei 500-800 Worten pro Teil würde das ja ewig werden. Nicht dass es so nicht etwas ist, dass ich "kurz" nennen würde.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (09.09.2018)
Der Protagonist rückt der Front näher. Egal, aus welchem Blickwinkel erzählt wird, den bisherigen Passagen ist gemeinsam, dass der Krieg desillusioniert und realistisch gesehen wird, was freilich die Spannung auf das, was kommt, nicht mindert.
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 09.09.2018:
Ja, der Protagonist sieht den Krieg als Krieg, nichts anderes (damit verrate ich zu diesem Zeitpunkt wohl nicht zu viel). Aber da gibt es noch mehr bzw. Genaueres ... in späteren Teilen.

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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (09.09.2018)
Das sind Einblicke ín den "Organismus" Streitkräfte.
Wobei es sich zeigt, das britische Militär ist, wie auch die Gesellschaft, geprägt von Tradition und Klassenunterschieden.
Sehr Interessant
TT
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 09.09.2018:
Churchill wurde kurz nach dem Krieg wegen seinen erzkonservativen - um nicht zu sagen: rückwärtsgewandten - Sozialpolitik abgewählt. Besonders Soldaten waren gegen ihn, denn viele fanden es ungerecht, an der Front ihr Leben riskiert zu haben, sich im zivilen Leben ab wieder unten einordnen zu müssen.
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04 - ZweiInhaltsverzeichnis06 - Mr Bush
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 09.09.2018, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 09.09.2018). Textlänge: 559 Wörter; dieser Text wurde bereits 143 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 10.07.2020.
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