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Einakter zum Thema Absurdes


von RainerMScholz

Die Szenerie ist das Wild Boar, eine urige Kneipe in der Provinz, wo sonst nur wanderfreudige Wochenendtouristen und Zollfahnder auftauchen und Städter, die den zur Hälfte von seinen Bewohnern verlassenen Ort als günstigen Zweitwohnsitz erachtet und sich in halbverfallene ehemalige Bauernhöfe eingekauft haben; rechts neben der Schwingtüre hängt ein zerzauster, mutmaßlich selbstgeschossener Wildeberkopf, dem das rechte Auge fehlt, während das linke hellblau glasig auf die Gäste hinunterblickt, seine Waffen sind nikotingelb und ein Stück des Ohres ist ab; alle stehen an der von abertausenden Hemdsärmeln und feuchten Lappen polierten Nussbaumtheke, unterhalten sich lautstark, während im Fernsehen Serena Williams Tennis spielt, trinken Viez, Königsbacher Pils und Asbach Cola. Da nicht die wunderschöne landschaftliche Umgebung diskrediert werden soll, das Mischwaldambiente, das hügelige und gepflegte Wanderwegenetz, auf dem man erfrischenderweise kaum einem Wanderer begegnet, wird sich hier auf folgenden Unterhaltungsablauf konzentriert.
„Die spielt ganz schön Kacke.“
„Wer?“
„Die Schwarze, das dunkle Mädel da.“
„Die Williams?“
„Ja. Die Negerin.“
„Die verdient ja auch genug.“
„Alles von unseren GEZ-Gebühren.“
„Ich glaub´, das reicht nicht.“
„Was?“
„Die Gebühren.“
„Hör mir bloß auf mit den Gebühren. Da weiß doch jeder, was die mit unserem Geld machen.“
„Was denn?“
„Sich selbst das Gehalt erhöhen und die Ausländer bezahlen.“
„Ja, die kriegen alles.“
„Und wir kriegen `was geschissen.“
„Genau.“
„Genau.“
„Raus mit den Kannackern und den Linksversifften.“
„Genau. Sieg Heil.“
„Sieg Heil, haha. Ja, so einen, der aufräumt, bräuchten wir wieder.“
„Der `mal ordentlich sauber macht.“
„Erna, ich nehm´ noch einen.“
„Ich ooch, Ernachen.“
Hier wird sich bemüßigt gesehen, von einem Thekeneckplatz aus, in die Unterhaltung einzugreifen.
„Macht ihr eigentlich Mülltrennung?“
„Wat?“
„Wer bist du denn?“
„Mülltrennung. Macht ihr alle Mülltrennung?“
„Was? Nein, niemals, das ist alles nur Beschiss“
„Da zieh ich mir den gelben Sack lieber über den Kopf und mach den Knoten zu, haha.“
„Ihr schmeißt also alles zusammen?“
„Genau. Sieg Heil.“
„Und der schwarze Gummiabrieb bei euren Autos kümmert euch nicht?“
„Was? Was is´ `n das für einer.“
Erna stellt die Getränke vor den Gästen ab und macht einen Strich mit dem Kugelschreiber auf den Bierdeckeln.
„Und die Dieselabgase, alles schwarz und verseucht das Meer und die Strände, auch vor Mallorca.“
„Mir doch egal. Soll`s doch der Führer richten.“
„Genau, soll der doch den schwarzen Dreck wegmachen, der Führer, wie heißt der, Heiland oder Gaulland.“
„Mohrenköpfe heißen jetzt übrigens Schaumküsse.“
Draußen ging die rote Sonne über den brandneuen und den schindellosen Dachgiebeln unter. Die schwarze Williams gewann das Turnier glänzend in drei Sätzen.
Ich weiß nicht mehr genau, weshalb ich hier war; ich trinke das Glas aus, in der hinteren Biegung der Theke zwischen dem blinkenden Groschengrabautomaten und dem Männerklo, lasse ein dürftiges Trinkgeld zurück und verlasse die Lokalität unter dem scharfen hellblauen Auge des brandfleckigen Eberkopfes.
Alle glotzten auf den Fernseher.


© Rainer M. Scholz


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Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (18.04.2019)
Gelungene Beschreibung zu Beginn, aber der Text verliert dann im Dialog massiv an Qualität. Dass das dann nur irgendwelche Hinterwäldernazis sind, ist ein sehr gefällige und im Grunde sehr langweilige Auflösung.
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