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07 - GrundsätzlichesInhaltsverzeichnis09 - Normandie

08 - Männer

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt.




Ich hätte mir gewünscht, dass die Ausbildung erfolgreicher gewesen wäre. Doch dazu fehlte die Zeit. Auf der anderen Seite wusste ich, dass man niemanden auf das vorbereiten konnte, was ihn da draußen erwartete. Ich wusste es ja selbst nicht so genau. Niemand wusste das. Die Wüste war ein Ofen und die Kämpfe waren die Hölle gewesen. Es hätte mich damals nicht gewundert, mitten im Gefecht einen Mann mit Pferdehufen zu sehen, der ein Schild in der Hand hielt, auf dem 'Willkommen' stand. Im Mai 431 freuten wir uns wie Kinder. Dann kam Sizilien, dann Italien. Irgendjemand hatte damals die Idee vom 'weichen Unterleib der Achse' ausgebrütet. Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hatte. Es muss ein rechter Depp gewesen sein. Das merkten wir sehr bald. Diese Leute verteidigten sich geschickt und verbissen. An den Kreuzen unserer Gefallenen und unserem Schneckentempo war das abzulesen.



"Und Sie glaubn wirklich, dass Sie mit dem Haufen ne deutsche Stellung einnehmn könn, Sir?"
Ich schreckte aus meinen Gedanken auf. "Genau das wird von uns erwartet, Mr Bush."
"Nix da. Das klappt nie. Die Fritzen kämpfn schon seit fast fünf Jahren. Die wissn, wos lang geht."
"Grundsätzlich stimme ich ihnen zu, Mr Bush. Aber von denen, die bei diesen Leuten 39 in den Krieg gezogen sind, sind auch nicht mehr viele da."
"Der Herr sei gepriesn, Sir!"



Die Ausbildung ging weiter. Irgendwann beschwerte sich der stellvertretende Bataillonskommandeur über das unsoldatische Auftreten der B-Kompanie. Ich entschuldigte mich dafür und erklärte dem Earl nicht, dass ich sämtliche Formalausbildung2 gestrichen hatte, weil ich wusste, dass sein adeliger Kopf andere Vorstellungen vom Soldatentum hatte. Die nächsten Wochen vergingen wie im Fluge. Zumindest habe ich kaum noch Erinnerungen an diese Zeit. Immer wenn ich versuche, mir diese Tage vor Augen zu führen, sehe ich Mr Bush, wie er  brüllend vor der Kompanie steht. Wie er einen ungeschickten Maschinengewehrschützen anschreit. Wie er mit lauter Stimme die Handgranatenausbildung leitet. Wie er einen müden Munitionsträger mit übelsten Schimpfwörtern und in einer Lautstärke, die allen Göttern dieser Erde und auf dem Olymp zur Ehre gereichen würde, vor sich hertreibt. Alle, die unter ihm dienen mussten und den Krieg überlebt haben, lieben Mr Bush bis heute. Ob die Gefallenen ihm einen Vorwurf machen, weiß ich nicht.

Zwei Wochen vor der Invasion bekamen wir noch einen neuen Mann. Sein Name war Marius Aase Nordveit und er war Norweger. Kurz zuvor hatte er noch als Lieutenant einer Spezialeinheit angehört. Bis er sich geweigert hatte an einem Unternehmen teilzunehmen, bei dem auch zwei Kollaborateure in der Nähe von Tromsö erschossen werden sollten. Da er der Meinung war, dass deren Aburteilung nach dem Krieg nur einem norwegischen Gericht zustehe, hatte man ihn wegen Befehlsverweigerung zum Corporal degradiert. Schließlich war jemand zu der Überzeugung gelangt, dass das noch nicht Strafe genug sei. Man versetzte ihn zur 129th Rifle Brigade, zu uns. Ich wollte die Strukturen der Züge nicht mehr verändern, darum nahm ich ihn zu mir in die Führungsgruppe.




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

1 Mai 43 - Kapitulation der deutsch-italienischen Truppen in Tunesien. Ende der seit dem September 1940 in Nordafrika tobenden Kämpfe.

2 Formalausbildung - Bezeichnung für den Ausbildungsteil, in dem Rekruten lernen, in geschlossener Formation zu marschieren, zu grüßen etc.


 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (13.09.2018)
Die Vorbereitungen auf die Invasion sind nicht so spannend, aber sie sind erzähltechnisch notwendig.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 13.09.2018:
Nein, sicherlich nicht. Aber es sollte u.a. klar werden, dass da nicht irgendwelche Elitetruppen, wohltrainiert und locker, ins Gefecht geschickt wurden. Im Gegenteil. Wir blicken heute mit solcher Selbstverständlichkeit auf die Kämpfenden beider Seiten, dass oft vergessen wird, dass es sich hauptsächlich um Wehrpflichtige handelte, die keine Wahl hatten.

Von deutscher Seite weiß ich, dass es Männer gab, die sich während des Krieges als Reserve- oder Berufsoffiziere verpflichteten, weil sie glaubten, dass deren Ausbildung länger dauerte (was stimmt) und sie darum später an die Front kamen (was so nicht stimmte).
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Kommentar von Graeculus (69) (13.09.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 13.09.2018:
Während er Kämpfe - die Schlacht in der Normandie endet nach heutiger Lesart mit der Vernichtung des Kessels von Falaise und der Einnahme von Paris am 25. August 1944 - wurde auf britischer Seite zeitweise überlegt, eine Division aufzulösen um so die hohen Personalverluste aller Verbände auffangen zu können. Man verzichtete letztlich darauf. Die Verluste blieben.

Ich nehme nicht zu viel vorweg, wenn ich verrate, dass das später in der Erzählung kurz thematisiert wird. (Es sind aber kaum mehr als zwei Sätze).
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (14.09.2018)
Ich denke jede oberste Heeresleitung legt Wert darauf, dass der kämpfenden Truppe eine große Portion Optimismus eingedrillt wird!
TT
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 14.09.2018:
So etwas ist bestimmt eine prima Taktik. Sie hat nur ein Problem: die erste Gefechtsberührung.
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