Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
Hannelore (05.12.), pawelekmarkiewicz (28.11.), Graeculus (28.11.), keinleser (25.11.), Sandfrau (18.11.), Loewenpflug (14.11.), Tigerin (12.11.), Seifenblase (12.11.), Marty (05.11.), Slivovic (22.10.), C.A.Baer (19.10.), Swiftie (15.10.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 663 Autoren* und 77 Lesern*. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

(*Im Gegensatz zu allen anderen Literaturforen zählen wir nur die aktiven Mitglieder, da wir uns als Community verstehen und nicht als Archiv toter Texte. Würden wir alle Nutzer zählen, die sich seit Gründung hier angemeldet haben, und nur die abziehen, die sich selbst wieder abgemeldet haben oder rausgeworfen wurden, kämen wir auf 14.914 Mitglieder und 431.549 Texte. Musste auch mal gesagt werden.)

Genre des Tages, 12.12.2019:
Tragikomödie
Verbindung von tragischen und komischen Elementen in einer Handlung, die aus der Zwiespältigkeit der Welt resultiert.
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Kunst und Köter von AchterZwerg (11.12.19)
Recht lang:  die Folgen der antiautoritären Erziehung oder wie man am wirkungsvollsten sogar die liebsten Mitmenschen auf die Palme bringen kann ... von tastifix (2627 Worte)
Wenig kommentiert:  Silvester von Wolla15 (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Mach´s wie die Politiker von eiskimo (nur 71 Aufrufe)
alle Tragikomödien
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

Ana Riba
von Ana Riba
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil viele so sind" (Merkur)
09 - NormandieInhaltsverzeichnis11 - Orange

10 - Besprechung

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt und bekommt ihren ersten Angriffsbefehl.





Wir machten uns auf den Weg zurück zum Bataillonsgefechtsstand. Dabei besprachen wir den Angriffsplan. Wir waren uns einig, dass eine nähere Geländeerkundung nicht möglich war. Zu gute Scharfschützen.
"Links."
"Links, Sir."
Der Earl war überrascht, hob sogar eine Augenbraue. Ein Nachtangriff? Nicht möglich, Captain. Da trauen Sie sich und ihren Männern ja einiges zu. Die beste Möglichkeit? Na, meinetwegen. Der Verbindungsmann meldet sich bei ihnen. Er entließ uns mit einer gelangweilten Geste der linken Hand, während seine Rechte an einem silbernen Zigarettenetui herumfingerte.

Die Männer begriffen, dass es nun ernst wurde. Sie packten ihre Sachen und überprüften ihre Waffen. Dann marschierten wir los. Zuvor meldete sich noch der Verbindungsmann mit seinem Funker bei mir. Lieutenant Monroe, der FOO1, war ein junger aufgeweckter Mann aus besseren Kreisen, realistisch und ohne überflüssige formelhafte Anwandlungen. Ich erläuterte ihm mit Hilfe einer Karte seine Aufgabe.
"Die zeitliche Abstimmung wird schwierig. Ich meine, für Sie schwierig. Aber das kriegen wir hin. Sie bekommen so viel Granatwerfer2unterstützung, wie Sie brauchen.“
Ein Fachmann, davon war ich überzeugt.

Als wir uns der Front näherten, breitete sich eine unruhige Ruhe aus. Das ist immer so. Die einen sind ganz bei sich und ihrem kleinen Leben. Die anderen sagen nichts, weil sie vor Angst stottern würden. Wieder andere begraben ihre Furcht unter einer Grimmasse oder grinsen blöde. Wer sich in die Hose gemacht hat ist sogar mucksmäuschenstill.
Um ein zerstörtes Gehöft, dreihundert Yards vor dem Hohlweg, ging die Kompanie in Stellung, übernahm letztes Material. In dem, was im Haupthaus einmal die Küche gewesen war, rief ich die Unteroffiziere zusammen. Aus einem Kelleraufgang glotzten uns verstörte französische Augen an, übriggebliebene Bewohner dieser zerstörten, sie einstmals ernährenden Existenz. So hatten sie sich die Befreiung wohl kaum vorgestellt.

Ernste und entschlossene Gesichter umgaben mich. Ich wusste, dass sie nur so taten. Aber ich wusste auch, dass ich der Mittelpunkt ihres Universums war. Ich war der Herrscher über Leben und Tod. Oder kam dem doch am nächsten. Gott machte Ferien.
"Also es geht los. Vertrauen Sie auf das, was Sie gelernt haben, dann wirds schon schiefgehen. Und wenn es hilft, fluchen Sie laut und gründlich. Ihr alter Lateinlehrer kann Sie nicht hören."
Unterdrücktes Gelächter. Befreiend, unecht, unterwürfig oder einfach sinnlos. Umständlich und bedeutsam breitete ich die Karte auf einem Tisch aus. Die Männer kamen zusammen.
"Unser Ziel ist das Dorf…"

Den Namen habe ich längst vergessen. Das spielt allerdings auch keine große Rolle. In der Normandie heißen alle Orte gleich. St. Mere Soundso. Blabla-sur-Dingsbums. Wasweißich-Eglise. Sowieso-Le-Bocage. Es ist einfach nicht wichtig.

"Wie Sie sehen können, bilden diese drei Orte" - mein Zeigefinger fuhr über die Karte - "ein Dreieck. Sie sind zu einer Verteidigungsstellung ausgebaut worden. Unser Ziel bildet den westlichen Winkel. Die Idee ist, dass, wenn wir unser Ziel erreichen, dass ganze Konstrukt zusammenbricht. Soviel zur Theorie. Wahrscheinlicher ist, dass diese Leute es besonders hartnäckig verteidigen. Wie Sie sehen können, führt eine Straße zu unserem Ziel, leicht gebogen und von Hecken gesäumt. Links und rechts davon sind Felder. Die auf der rechten Seite würden sich wegen einem Hügel, der ein wenig Deckung bietet, zur Annäherung anbieten. Allerdings sind Staff Sergeant Bush und ich der Meinung, dass dieses Gelände vermint ist. Das Gras ist zu grün."
"Das Gras ist zu grün?", echote es ungläubig von irgendwo.
"Ja, Evans, das Gras is zu grün“, zischte Mr Bush. „Habn die Minen verbuddlt und mit Soden von woanders bedeckt. Sind solche Döspaddel wie Sie."
Keiner wagte zu kichern, doch einige Augenpaare leuchteten.
"Der Hohlweg scheidet aus“, fuhr ich fort. "Das wurde schon erfolglos versucht. Überhaupt haben diese Leute sich bisher geschickt angestellt, darum auch ein Nachtangriff. Wir brauchen eine kleine Überraschung."




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

1 - FOO - engl. Foward Observing Officer; deutsche Bezeichnung: Vorgeschobener Beobachter (VB). Offizier mit einem kleinen Funktrupp, der von einem Punkt direkt an der Front das Feuer der Artillerie (oder wie hier: von Granatwerfern) leitet. Im Englischen auch noch Foward Observer (FO), oder Oberservation Post (OP) üblich.

2 Granatwerfer -Steilfeuerwaffe zum Abfeuern von Granaten mit kurzer Reichweite. Von allen Armeen im Zweiten Weltkrieg   in ähnlicher Form verwendet.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von OliverManfred (49) (16.09.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diesen Kommentar melden
Krotkaja (38) meinte dazu am 16.09.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden
OliverManfred (49) antwortete darauf am 16.09.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden
EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (16.09.2018)
Wer diesen Text als profan bezeichnet hagt, der ist so dumm, dass ihn die Schweine beißen. Die Psychologie der verängstigten Männer stimmt genau und die strategischen Überlegungen sind wie aus dem Lehrbuch.
diesen Kommentar melden
TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 16.09.2018:
Jeder hat diese Angst. Jeder bekommt diese Angst beim anderen mit. Doch die Armee ist eine Männergesellschaft - oft im schlechtesten Sinne - in der das selten thematisiert wird. Auf lange Sicht werden so auch Mythen thematisiert, was viele bis heute nicht verstehen.
diese Antwort melden
Krotkaja (38) äußerte darauf am 17.09.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden
TrekanBelluvitsh ergänzte dazu am 17.09.2018:
Langfristig wird sich sicherlich etwas ändern. Das ist, wenn mehr Frauen im Militär dienen, gar nicht zu verhindern. Das ist auch gut so, so wohl was den Umgang der SodatenInnen miteinander angeht, als auch die Leistungsfähigkeit von Einheiten. Denn wenn das Zusammenleben entspannter - ich nenne es mal vereinfachend so - wird, wird auch Konzentration höher und länger anhaltend, ebenso wie der Teamgeist.

Ich habe bei der Bundeswehr noch keine Frauen erlebt. Aufgrund meines Verhaltens würde ich mich nicht als typisches Mitglied des Männervereins Armee bezeichnen. Gerade zu Beginn war das nicht immer einfach. Erst mit der Zeit wurde das akzeptiert, vor allem weil die anderen meine Einsatzbereitschaft zu schätzen lernten und feststellten, dass das, was man bei der Armee "Kameradschaft" nennt, für mich nicht nur eine hohle Phrase war.

Meiner Ansucht nach sind wir aber noch in der Phase, in der sich Frauen in der "Armee den Männerregeln" anpassen. Gegen sie steht eine jahrtausendelange "Tradition". Und eine reine Berufsarmee ist dem sozialen Ausgleich/ innerhalb der Verbände auch eher abträglich.
diese Antwort melden
Krotkaja (38) meinte dazu am 18.09.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden
TrekanBelluvitsh meinte dazu am 18.09.2018:
Früher hat sich der überwiegende Teil der Berufs- und Zeitsoldaten aus Wehrpflichtigen rekrutiert, die während ihres Wehrdienstes entdeckten, dass diese Aufgabe etwas für sie sei. Da spielten dann die immaterielle Gründe - durchaus auch die Kameradschaft - die Hauptrolle. Eine wirkliche Konkurrenz mit anderen Berufen gab es kaum. Wenn einem der Beruf - ähnlich wie bei Polizisten oder Lehrern würde ich eher von einem Beruf, denn von einem Job sprechen - gefiel, war man bereit, die Nachteile zu akzeptieren. Und da die Leute bereits "hineingeschnuppert" hatten, konnten sie sich ja ziemlich genau vorstellen, was sie erwartet.

Das ist heute ganz anders. Heute muss die Bundeswehr mit "normalen" Berufen konkurrieren. Im finanziellen Bereich kann sie das eigentlich nicht, dass ist klar. Also muss sie wieder die immateriellen Werte an erste Stelle rücken. Aber es ist nun einmal ein großer Unterschied, ob die Leute - heute: Männer und Frauen - das erzählt bekommen, oder selbst bereits erlebt haben. Das kann man gar nicht vergleichen. Unter solchen Umständen werden gut ausgebildete junge Menschen zumeist ein einen "normalen" Job vorziehen, zumal die Verdienstmöglichkeiten dort sehr viel höher sind. Und: Ja, Bundeswehrwerbung lügt, wie alle Werbung.

Die Bundeswehr als Arbeitgeber ist von daher eher für bestimmte soziale Schichten interessant, die zumeist im unteren Drittel angesiedelt sind. So ist die Gefahr einer Parallelgesellschaft bei der Bundeswehr durchaus nicht zu unterschätzen.

Zur Kameradschaft:
Ich kann aus eigenem Erleben sagen, dass sie keine bloße Romantik ist - wenn auch zuweilen arg männerbündlerisch und darum kann sie auch zum kotzen sein.. Allerdings sie auch sehr vom Zufall abhängig. Wenn man nur Arschgeigen in der eigenen Einheit hat, nutzt die ganze gemeinsame Erlebniswelt nichts.
diese Antwort melden
Krotkaja (38) meinte dazu am 18.09.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden
TrekanBelluvitsh meinte dazu am 19.09.2018:
Schade, dass ich kein Österreicher bin.


Die Bundeswehr wirbt ja mit: Wir. Dienen. Deutschland.
Da hätte auch gepasst: Deutschland. Dienen. Wir.

Aber das "Wir" steht an der Spitze. Sicherlich kein Zufall.
diese Antwort melden
TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (17.09.2018)
"So hatten sie sich die Befreiung wohl kaum vorgestellt!"
Mein Schlüsselsatz, bei aller Fantasie, im Krieg ist alles und nichts vorstellbar!
TT
diesen Kommentar melden
TrekanBelluvitsh meinte dazu am 17.09.2018:
Oder: Alles was man sich vorstellen kann, hat es gegeben.

In der öffentlichen Erinnerung wird die Schlacht in der Normandie in der Regel auf den Tag der Landung reduziert. Dabei kann ist das, was dort im Sommer 1944 geschah, durchaus mit den Kämpfen in Stalingrad vergleichbar. Ich verlinke mal ein Bild von  Caen nach Beendigung der Kämpfe. Und auch um das kleinste Gehöft wurde verbissen gekämpft. Ca. 20.000 Zivilisten verloren ihr Leben. Ob sich jemand jemals in die Sysyphosarbeit gemacht hat, die vernichteten Werte aufzuarbeiten, weiß ich nicht. Aber wer heute durch die Normandie reist und deren mittelalterlichen Schätze/Bauwerke bewundert, sollte bedenken, dass viele davon nach 1944 zumindest restauriert werden mussten.

Die Verluste der Alliieerten beliefen sich - je nach Autor - auf 250.000 - 300.000 (Toter, Vermisste, Verwundete) Mann, die der Deutschen - wieder: je nach Autor - auf 300.000 - 350.000 (Tote, Vermisste, Verwundete) Mann.
diese Antwort melden
Graeculus (69) meinte dazu am 18.09.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden

09 - NormandieInhaltsverzeichnis11 - Orange
TrekanBelluvitsh
Zur Autorenseite
Zum Steckbrief
Zum Aktivitäts-Index
Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 16.09.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 16.09.2018). Textlänge: 677 Wörter; dieser Text wurde bereits 148 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.12.2019.
Leserwertung
· beunruhigend (1)
· erotisch (1)
· lehrreich (1)
· romantisch (1)
· spannend (1)
· unterhaltsam (1)
Was meinst Du?
Diesen Text kommentieren
Schlagworte
Krieg 1944 Menschen
Mehr über TrekanBelluvitsh
Mehr von TrekanBelluvitsh
Mail an TrekanBelluvitsh
Blättern:
voriger Text
nächster Text
Weitere 10 neue Erzählungen von TrekanBelluvitsh:
35 - Brudenell 59 - Beurteilung 48 - Adamson 58 - Engländer 57 - Uhr 32 - Cromwells 38 - Straße 34 - Schluss 30 - Reaktionen Anhang A - Einheiten im 2. Weltkrieg
Mehr zum Thema "Krieg/ Krieger" von TrekanBelluvitsh:
Ares herrscht! Krieg und Mythos: Die Waffen-SS - Ein Überblick Die Wehrmacht - Ein Statement Sommer 1939: Keine Chance Am Rande des Verstands 61 - Gewonnen 60 - Aufbruch 59 - Beurteilung 58 - Engländer 57 - Uhr 56 - 1948 55 - Ardnamurchan 54 - Nacht 53 - Kriegsende 52 - Der Brief
Was schreiben andere zum Thema "Krieg/ Krieger"?
Hirntotgesagte leben länger? (Oggy) KlimaText (Gigafchs) Silberstreifen (Buchstabenkrieger) Wieder einmal (albrext) von vätern und söhnen (Perry) Sog (Buchstabenkrieger) die Geister der Vergangenheit (souleria) That old flower power dream (Regina) Mein Krieg (klaatu) Papierkrieger (Ralf_Renkking) und 276 weitere Texte.
Dieser Text ist höchstwahrscheinlich urheberrechtlich geschützt. mehr Infos dazu
diesen Text melden
© 2002-2019 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2019 keinVerlag.de