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10 - BesprechungInhaltsverzeichnis12 - Gefechtssicherung

11 - Orange

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt und bekommt ihren ersten Angriffsbefehl.




"Sergeant Potter, Sie rücken mit dem zweiten Zug auf dem Hohlweg vor. Ihr Ziel ist nicht der Durchbruch. Stoppen Sie ihren Vormarsch, sobald Sie beschossen werden. Das ist ein Fesselungsangriff. Lieutenant Monroe rückt mit Ihnen vor und sobald das Feuergefecht beginnt, lenkt er das Feuer der schweren Granatwerfer. Wundern Sie sich nicht, wenn es ungenau liegt, nach rechts und links streut. Das ist Absicht. Nach fünf Minuten steigern Sie das Feuer noch einmal, Lieutenant Monroe, schießen Sie auch Nebelgranaten. Melden Sie das über Funk. Der Rest der Kompanie ist zu diesem Zeitpunkt ungefähr achtzig Yards hinter dem zweiten Zug hinter einer Biegung, nicht einsehbar für diese Leute. Mit mehreren Bangalores1 sprengen wir ein Loch in die Hecke auf der linken Seite. Die Granatwerfer steigern ihren Beschuss auf das linke Feld. Nebelgranaten. Der dritte Zug rückt durch die Lücke in der Hecke vor und bildet zwei Reihen. Sergeant Fitzmaurice führt die rechte Kolonne, ich übernehme die linke. Auf mein Zeichen geht's los und wir rücken vor. Ich stoße mit den Männer links an diesem hufeisenförmigen Gehöft vorbei, Sergeant Fitzmaurice rechts. Sind wir an ihm vorbei, greife ich weiter an, über die Hauptstraße hinaus und sichere das östliche Ende des Dorfes. Die andere Kolonne schwenkt hinter dem Gehöft ein und nimmt es von hinten. Danach bilden wir eine Front mit Blickrichtung Westen. Sergeant Fitzmaurice geht mit seinen Leuten nördlich der Hauptstraße vor, die zweite Abteilung bleibt südlich. Wenn der zweite Zug merkt, dass der Widerstand im Hohlweg nachlässt, attackieren Sie, Sergeant Potter. Wenn Sie auf Sergeant Fitzmaurice' Männer stoßen, wechselt er auf die südliche Seite und übernimmt wieder den ganzen dritten Zug. Passen Sie aber auf, dass die Männer sich nicht gegenseitig über den Haufen schießen. Das Kennwort für diese Nacht ist 'Orange'. Die richtige Antwort lautet 'Apple'. Bläuen Sie das ihren Leuten ein! Wo war ich? Ach ja, also, das Dorf wird gesäubert. Es ist gut möglich, dass diese Leute sich, sobald wir uns im Ort festgesetzt haben, zurückziehen. Lassen Sie sich nicht täuschen! Wenn sie das tun, dann nur, um einen heftigen Gegenangriff zu führen! Darum bleibt der erste Zug auch zunächst in Reserve. Haben wir den Ort gesichert, ist mit Gegenstößen aus allen Richtungen, außer dem Norden und Nordwesten zu rechnen. Der zweite Zug sichert den westlichen Teil des Dorfes, der dritte Zug den östlichen. Erster Zug weiterhin Reserve. Kompaniegefechtsstand wird in dem hufeisenförmigen Gehöft eingerichtet. Angriffsbeginn 23.15 Uhr. Noch Fragen?"

"Was ist mit Artillerievorbereitung?"
"Würde uns nur verraten. Deren Reserven würden sofort in Marsch gesetzt. Wir setzen auf den Überraschungseffekt. Außerdem wurde das schon versucht. Erfolglos."
"Warum keine Panzer?"
Die wenigen Erfahrenen lachten.
"Die würdn eher Adolf Hitler nachm Weg fragn, als Nachts durch die Gegend zu gurkn“, meinte Mr Bush und verbarg dabei die Bitterkeit so gut es ging.
"Flankensicherung?"
"Darum kümmert sich das Bataillon."
Pause.
"Keine Fragen mehr? Gut. Und bedenken Sie: Dies ist ein Nachtangriff, also ist das Ziel begrenzt. Sie müssen nicht bis nach Berlin vorstoßen. Das Dorf, mehr nicht."

Die meisten verschwanden mit einem Grinsen zu ihren Männern. Als wir alleine waren, neigte Mr Bush nachdenklich den Kopf zur Seite.
"Ziemlich anspruchsvoll für nen Haufen Frischlinge. Ein Nachtangriff?"
"Glauben Sie, ich mute ihnen zu viel zu?"
Mr Bush hob entschuldigend die Hände. "Sie sind der Boss. Aber müssn Sie nach vorn? Erste Reihe? Die Männer brauchen sie. Nich nur heut Nacht."
"Ja, schon möglich. Aber wie Sie schon sagten: Es ist ein Haufen Frischlinge. Es gibt eben Augenblicke, in denen das Leben eines Kommandeur nicht zählt2."
Mit einem Schulterzucken ignorierte er meine Worte, und überprüfte seine Ausrüstung.
"Vielleicht sollte ich mit Fitzmaurice gehn, Sir."
"Nett von Ihnen, aber - noch einmal - wie Sie schon sagten: Ich bin der Boss. Und heute Nacht gehört der Boss an die Spitze."
Mr Bush warf einen letzten prüfenden Blick auf seinen Enfieldrevolver3 und grunzte.
"Nehmn Sie Nordveit mit. Dann weiß wenigstens einer den Weg."
"Danke, Staff Sergeant."
"Immer wieder gern, Captain."




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

1 Bangalores - eigentlich: Bangalore, Stabbombe auf langen Stangen zum sprengen von Drahthindernissen.

2 Es gibt eben Augenblicke ... - Ausspruch von General Winfield Scott Hancok am dritten Tag (3. Juli 1863) der Schlacht von Gettysburg.

3 Enfieldrevolver - hier:  Enfield No. 2, britischer Standardrevolver im Zweiten Weltkrieg.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (18.09.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 18.09.2018:
Ich zitiere mal aus der deutschen Heeresdienstvorschrift Nr. 298/3 b vom 5. August 1944*:
Wo das Vorgehen von Panzern infolge von Geländeverhältnissen oder Sperranlagen nicht möglich ist, greifen zunächst die Panzergrenadiere an.
(...)
Schwächen der Panzer:
Taub und teilweise blind.
Gegen Panzerabwehr und Nahlampfmittel anfällig.
Großes Ziel, dass sich dem Feindangriff nicht schnell entziehen kann.

Zieht man das zusammen, wird schnell klar, das sich diese Dinge in der Nacht noch verstärken, zumal es im Zweiten Weltkrieg ja keine technischen mittel zur Sichtverbesserung - gerade für die Nacht - gab. (Auf deutscher Seite waren 1945 IR-Geräte in der Fonterprobung.) Andere deutsche Vorschriften sahen zwar den Einsatz von Panzern bei Nachtangriffen vor, kennzeichneten soclhe Vorhaben aber als schwierig mit einer großen Tendenz, aus dem Ruder zu laufen. Darum waren auf deutscher Seite die Ziele für Nachtangriffe immer begrenzt.

Der Protagonist hat dieses Wissen übernommen ("Sie müssen nicht bis nach Berlin vorstoßen.") Grundsätzlich waren geplante Nachtangriffe im Zweiten Weltkrieg selten - häufiger kam es vor, dass Truppen Nachts ungewollt in einander liefen - und die Alliierten - Briten, Sowjets und besonders die Amerikaner - verzichteten fast vollständig auf sie. Darum kann der Protagonist mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem Überraschungseffekt rechnen.

* zitiert nach: Lucas, Cooper; Panzergrenadiere im 2. Weltkrieg; London 1977, Stuttgart 1981; 18f.


Etwas anderes ist es, wenn eine Diktator oder eine Junta von Putschisten Panzer gegen das Volk einsetzt. Da kann ein Einsatz in der Nacht sogar vorteilhaft sein, denn Panzer machen ja großen Lärm und Lärm kommt uns Nachts ja noch lauter vor. Wenn Gleisketten auf das Pflaster krachen, das kann schon beängstigend sein. Auf der anderen Seite haben die beherzten Menschen von Moskau im August 1991 bewiesen, dass man Panzer auch mit dem relativ einfachem Mittel der Barrikade aufhalten kann.

Es wird bei Vorführungen gerne gezeigt, wie Panzer Autos plattwalzen. Aber eine Barrikade aus LKWs ist nicht so leicht zu durchbrechen. Auch moderne Panzer fahren sich da schnell fest. Und wie bei James Bond das Hindernis einfach wegschießen ist bei großen und schweren Zielen keine Option. Davon abgesehen ist es für die Panzerbesatzungen natürlich immer noch etwas anderes, die bloße Masse ihres Autos (so nennt man die heute tatsächlich) einzusetzen, d.h. auf die psychologische Wirkung zu setzen, oder auf der anderen Seite die Waffen wirklich einzusetzen. Der größte Teil der am Putschversuch 1991 in Moskau beteiligten Truppen hatte eben noch keinen scharfen Schuss auf einen Feind abgefeuert.
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (19.09.2018)
Die Bezeichnung des Feindes als "diese Leute", ist ja fast zum Schmunzeln. Ich hatte mir derbere Worte vorgestellt!
TT
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 19.09.2018:
Ich hoffe, du behältst diese "seltsame" Anrede im Hinterkopf ...
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (04.10.2018)
Wenn dein Einsatzbefehl taktische Fehler enthielte, wäre das auch ein literaisches Manko. Hier macht Genauigkeit im Detail die literarische Qualität aus.
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 04.10.2018:
Danke. Ich versuche halt einen genauen Eindruck zu geben. davon abgesehen ist de Plan immer ein guter Widerpart zu dem, was geschieht. Und das gilt nicht nur für den Krieg. Auf solche Gegensätze sollte man als Schriftsteller, wenn es sie gibt, nicht verzichten.
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10 - BesprechungInhaltsverzeichnis12 - Gefechtssicherung
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 18.09.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 18.09.2018). Textlänge: 723 Wörter; dieser Text wurde bereits 125 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.12.2019.
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