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16 - UntergehenInhaltsverzeichnis18 - Bocage

17 - Varg

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der erste Angriff erreicht sein Ziel.




Dies alles geschah in wenigen Augenblicken. Diese Zeit brauchte ich, um zu dem Soldaten zu gelangen. Ich riss ihm das Gewehr aus der Hand und schlug ihn so heftig mit der Faust ins Gesicht, dass er benommen zu Boden ging. Es war Adamson, der Schotte. Ich bin dankbar, dass ich mich nicht mehr an meine Flüche erinnern kann. Denn am meisten erschreckten mich die enttäuschten und empörten Gesichter der Umstehenden. Ich schrie, ich brüllte, ich trieb an und ich trat in langsame Ärsche. Oh, wie sehr ich das alles hasste!

Mr Bush kam herbeigeeilt, grüßte äußerst vorschriftsmäßig und teilte mir den Befehl des Bataillons mit. Bleiben sie wo sie sind. Auf keinen Fall vorrücken. Ich starrte ihn verständnislos an und wich einen Schritt zurück. In diesem Moment rief mich Corporal Nordveit. Er stand in der Tür, aus der der Offizier gekommen war.
"Mr Bush, mitkommen", knurrte ich und funkelte gleichzeitig zwei Männer an, auf das sie sich um den verletzten Offizier kümmerten. Im Keller des Hauses befand sich ein reich gefülltes Waffenlager. Kisten voller Munition, Tellerminen, Gewehre, Panzerfäuste und jede Menge Wein. Am wertvollsten waren jedoch die zwei MG 421. Noch einmal platze mir der Kragen und mit einem wütenden Fußtritt zerschmetterte ich eine der gut ein halbes Dutzend leerer Weinflaschen.
"Was ist das?"
"Nen Waffenlager, S…"
"Glauben Sie ich bin blind oder ein Hornochse oder beides, Mr Bush?" Mein Brüllen war sicherlich nicht nur zwischen den Kellerwänden zu hören. "Mir ist durchaus bewusst, dass das ein Waffenlager ist, sie Schlaumeier. Aber warum hat das niemand entdeckt? Wie konnte sich der Kerl die halbe Nacht hier verstecken und - der Herr sei gepriesen - sich die Birne vollhauen? Warum hat die Scheiße niemand gefunden? Und sagen Sie jetzt nicht, es gab keinen Befehl, Sie Besserwissersergeant. Oder muss ich den Männern auch befehlen, wann sie pissen müssen?"

Mr Bush verschlug es die Sprache, was beileibe nicht oft vorkam. Es herrschte Stille, bis Corporal Nordveit sich räusperte.
"Darum sind sie letzte Nacht nicht gekommen."
Meine Wut verflog so schnell, wie sie gekommen war. Der Mann hatte recht, keine Frage. "Ohne Zweifel", stimmte ich ihm zu. "Diese Leute hatten einfach nichts mehr zu ballern."
Corporal Nordveit nickte, kniete sich nieder und streichelte eines der MG 421.
"Die Dinger werden noch nützlich sein, was Captain?"
"Ja."
Nachdenklich zögerte ich einen Moment, aber es war mir wichtig.
"Das war sehr mutig von ihnen."
Ohne aufzublicken zuckte Nordveit die Schultern.
"Es passiert schon genug. Wir sollten keinen Spaß am Töten haben."
Als ich darauf nichts antwortete, ergriff Mr Bush das Wort. "Trotzdem verdammt mutig. Habn sich dazwischen geworfn wie nen Wolf. Nen friedfertiger Killerwolf."
Da mussten wir alle drei lachen. Die Wahrheit war absurd.
"Sag mal, Kumpel, was heißt eigentlich Wolf auf Norwegisch?", wollte Mr Bush wissen.
"Varg."
"Häh?"
"Varg!"
"Blödsinn. Das versteht doch kein Mensch. Ich nenn Dich ab jetzt Vic."
Vor der Tür erwartete uns Staff Sergeant Shaw. Das Bataillon hatte sich noch einmal gemeldet und den Befehl wiederholt. Bleiben sie wo sie sind.




- Fortsetzung folgt

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

1 MG 42 - eigentlich  Maschinengewehr 42. Deutsches Standardmaschinengewehr in der 2. Hälfte des Zweiten Weltkrieges. Gefürchtet bei den alliierten Soldaten.


 
 

Kommentare zu diesem Text


TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (26.09.2018)
Im Augenblick des Erkennens, einer großen Gefahr entronnen zu sein, sind die Reaktionen so vielfältig wie unvorhersehbar.
Ich denke, nur ein Führungspersonal das respektiert wird und Erfahrung besitzt kann die Truppe erfolgreich zusammenhalten.
TT
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 26.09.2018:
Ich denke, nur ein Führungspersonal das respektiert wird und Erfahrung besitzt kann die Truppe erfolgreich zusammenhalten.
Yes. Sonst wäre Generalmajor Kauder ja noch im Amt.

Dabei ist es - meiner Ansicht nach - recht einfach respektiert zu werden. Handle nachvollziehbar und gerecht. Und: Tanzt dir einer auf der Nase herum, schicke Seehofer zurück nach Bayern. Gerade beim Militär ist das wichtig, wo einem die entsprechenden Schulterstücke Befehlsgewalt verleihen. Aber viele Vorgesetzte haben jene Befehlsgewalt schon mit Respekt verwechselt.
Im Augenblick des Erkennens, einer großen Gefahr entronnen zu sein, sind die Reaktionen so vielfältig wie unvorhersehbar.
Und der Captain wollte halt schreien.
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Kommentar von Graeculus (69) (26.09.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 26.09.2018:
Ja. Das erfordert ohne Frage ein Reflexionstiefe, von der man sicher sein kann, dass sie "Können-sie-mal-ne-zweite-Kasse-aufmachen"-Zivilisten im "normalen" Leben wohl kaum erreichen werden.

Wenn du dich erinnerst, ist Nordveit der, der sich weigerte, zwei Kollaborateure zu erschießen, glaubte, dass deren Verurteilung eine Sache der Gerichte sei und dafür sogar eine Degradierung in Kauf nahm.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (04.10.2018)
Auf Nordveit passt der vielfach missbrauchte Ausdruck Held im positiven Sinne.
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 04.10.2018:
Wenn du dich erinnerst, ist Nordveit der Mann, der degradiert wurde, weil er keine Kollaborateure erschießen wollte. Er ist zweifelsfrei jemand, der versucht, auch im Krieg Grenzen zu setzen und zu respektieren. Dass das ein auffallendes Merkmal ist, sagt viel über das Verhalten des Menschen im Krieg aus.

Sein Verhalten hat etwas mit Rechtsgefühl und Empathie zu tun. Beides wird im Krieg schnell zerstört, bzw. die Menschen sind im Krieg schnell bereit, beides fahren zu lassen. Auf der anderen Seite wirkt es natürlich absurd, weil er gleichzeitig tötet. Allerdings ist es wohl klar, dass Menschen wie Corporal Nordveit keine Kriege beginnen - und warscheinlich nie in Positionen gelangen, darüber zu entscheiden.
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16 - UntergehenInhaltsverzeichnis18 - Bocage
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 26.09.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 26.09.2018). Textlänge: 569 Wörter; dieser Text wurde bereits 110 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 04.12.2019.
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