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19 - TeufeleiInhaltsverzeichnis21 - Abwehrfeuer

20 - Getöse

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der erste Angriff erreicht sein Ziel. Der zähe Vormarsch geht weiter. Den ersten Schuss, den er abgibt, gilt einem eigenen Mann, um ihn von einem qualvollen Feuertod zu erlösen.




Gerald sagt, ich mache mich zu klein, käme in meiner eigenen Geschichte zu schlecht weg. Ich bin da nicht seiner Meinung und denke an diesen Wald. Wald ist das falsche Wort. Heute würde man Wäldchen, Hain oder Gehölz sagen. Doch für uns war es ein Wald, unergründlich, undurchdringlich und finster. Dass er finster wurde, war auch meine Schuld.



Die Kompanie war für einen Tag und eine Nacht in den Überresten irgendwelcher Gebäude untergezogen. Zunächst wurden Waffen und Ausrüstung gereinigt. Wasser für die Körperpflege gab es nicht, aber alle waren so müde, dass es niemandem etwas ausmachte, dass er stank. Einige Soldaten hatten Schnaps besorgt, Calvados nahm ich an. Offiziere würden es nie zugeben. Zumeist schweigt man darüber. Alkohol ist an der Front die Regel, nicht die Ausnahme. Man lässt es geschehen. Ich ließ es geschehen. So verschnarchte ein Teil der Männer die Nacht in einem totenähnlichen Schlaf und die anderen versuchten die Erinnerungen und die Ängste vor dem Kommenden wegzusaufen. Ein Corporal, der einen Soldaten bestrafen wollte, der benebelt an ein nahes Wegkreuz mit einer Madonna gepinkelt und gekotzt hatte, wurde von mir sogar noch zurückgehalten.

Der Befehl des Bataillons kam kurz nach drei Uhr. Wie immer war es Mr Bush eine Freude, mich aus dem Schlaf zu reißen. Zusammen studierten wir im Funzellicht einer verbeulten Abblendlaterne, die ihren früheren Besitzer vielleicht schon überlebt hatte, die Karte. Um vier schickte ich Vic los, um Verbindung mit der C-Kompanie aufzunehmen. Eine halbe Stunde später wurden die Männer geweckt. Als die Befehle gegeben und alle beschäftigt waren, lud auch ich die Magazine meiner Sten. Es überraschte mich immer wieder, wie schwer einzelne Patronen doch waren. Schwer, kalt und stumpft. Eigentlich waren sie ungefährlich und auf ihre Weise sogar schön. Erst die Maschinenpistole, eine einfache Konstruktion aus Blech, Stahl und Federn verwandelte diese kleinen, gleichmäßigen Metallschöpfungen mit ihren herrlich symmetrischen Rundungen in heißen Tod. Denn letzten Endes waren es grausame Dinger und ihr Korditgestank war nichts anderes, als der Furz der Patrone.
"Captain, Sir."
Mr Bush holte mich aus meinen Gedanken. Es galt, die letzten Befehle zu geben. Gedankenverloren schnappte ich mir ein paar Handgranaten und eilte dann zu den Zügen.

Der Befehl des Bataillons lautete, die Stellungen der C-Kompanie zu übernehmen. Diese lag entlang einer Steinmauer und an einem kleinen Bachlauf. Ein Stück weiter links hatte sich die D-Kompanie vor einem Überschwemmungsgebiet eingerichtet und rechts deckte uns undurchdringliche, kleinteilige Bocage. Vor uns war eine von West nach Ost verlaufende Straße. Dahinter lag der Wald. Er war keine vierhundert Yards entfernt. Es war eine schlechte Stellung. Zwei Tage voller Untätigkeit waren vergangen und die Jungs von der C-Kompanie hatten nicht lediglich einige flache Schützenlöcher ausgehoben. Mehr wäre aber auch nicht nötig gewesen. Meinte ihr Captain. In diesen zwei Tagen hätten sie niemanden gesehen und wären nicht beschossen worden. Ein Spähtrupp im Wald hatte nichts entdeckt. Das sie zwei Tage lang jeder sehen konnte, ignorierte er. Weil ich mir wünschte, dass das wahr war, glaubte ich alles. Wir übernahmen die Stellung und die Männer der C-Kompanie rückten ab.

Es gab keinen Artillerieschlag, dafür aber einen fünfzehn minütigen Luftangriff. Es war kurz vor Mittag und zunächst pfiffen die Raketen der Jagdbomber heran. Dann rauschte die Ladung von zwei Dutzend oder mehr mittleren Bombern in den Wald. Das Heulen in der Luft verwandelte sich in ein trommelfellzerreißendes Getöse. Die Erde wackelte und alles vor uns verschwand in einer von Blitzen durchzuckten Wolke aus Staub, Holz und allem, was sich nicht tief in der Erde verkrochen hatte. Das begriff ich jedoch erst später. Unsere größte Sorge war es, nicht selbst getroffen zu werden. Die Jungs von der Air Force prahlten zwar gerne mit ihren Erfolgen – unsere waren da nicht besser als die Yankees – und das sie diesen Krieg ganz alleine gewinnen könnten. Doch so wie sie zielten, hätten sie auf keinem Jahrmarkt der Welt auch nur eine Ente getroffen. Ich will jedoch nicht leugnen, dass man sich gut fühlte, wenn vor einem die Erde umgegraben wurde. Zumindest wenn ein Angriff bevorsteht.

Nachdem die Bomber abgeflogen waren, gab ich den Befehl. Die Männer erhoben sich und der Angriff begann. Links von uns ging die D-Kompanie vor. Ihr Ziel war eine Schneise zwischen zwei Wäldern. Wir hatten gerade den Rand der Straße erreicht, als das Abwehrfeuer einsetzte.




- Fortsetzung folgt -

 
 

Kommentare zu diesem Text


TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (01.10.2018)
Der Krieg scheint eine sehr sinnliche Beschäftigung.
Lärm jeder Art, dann Stille, Bilder wie man sie nicht sehen will und ein Mix übelster Gerüche.
Krieg ist Reizüberflutung, mit der man wohl am besten durch stoische Ausblendung fertig wird.
TT
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 01.10.2018:
"Reizüberflutung" trifft es zu 100%. Allerdings gibt es dabei auch einen Punkt, der gerne unausgesprochen bleibt: Bestimmte Menschen lieben es! Krieg ist voller Adrenalin, mehr als Bungee Jumping. Allerdings reißt das Seil öfter... sehr viel öfter...
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Kommentar von Graeculus (69) (02.10.2018)
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 02.10.2018:
Ich stelle zu meiner eigenen Überraschung fest, dass ich mich darum bisher noch nicht gekümmert habe. Ich weiß es also nicht.

Zu Pervitin muss man sagen, dass auch ohne Bedenken an Zivilisten verkauft wurde, wenn ich mich recht entsinne z.B. in der sogenannten "Panzerschokolade". Hier passt sehr gut, dass, was ich des öfteren äußere: Der Krieg ist die Fortsetzung der Gesellschaft mit anderen Mitteln. Und in diesem Fall sogar mit demselben Mittel.

Gesoffen wurde im Krieg ohne Ende. Ich habe Bilder von gestapelten Weinfässern gesehen, große Fässer, mehrere Reihen übereinander und das alles nicht nur hoch und breit, sondern auch tief. Die Bilder stammten aus dem Ersten Weltkrieg und zeigten den benötigten Weinnachschub für die französische Seite.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (05.10.2018)
Wie du mit Recht schreibst, sollte Alkohol im Kriege betäuben und das gelang am besten mit Hochprozentigem. Aufgrund des Frankreich- Feldzugs gab es bei der Wehrmacht und bei der SS öfter Gelage mit Cognac. Der intensive Konsum von "Schnäpsen" wirkte in der Nachkriegszeit noch lange nach.
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 05.10.2018:
Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Aber ich denke, dass du recht hast. Bestimmt haben viele Soldaten ihre "Trinkgewohnheiten" nach dem Krieg mit nach Hause gebracht. Das die Deutschen nach 45 dem Alkohol so zugetan waren, wird oft mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und dem vorherrschenden Gefühl, etwas verpasst zu haben, in Verbindung gebracht. Ich bin kein großer Experte für die Zeit nach 1945, aber dass auch die Trinkerfahrungen des Krieges da eine wichtige Rolle spielten, scheint mir ein wichtiger Gedanke zu sein.
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19 - TeufeleiInhaltsverzeichnis21 - Abwehrfeuer
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 01.10.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 02.10.2018). Textlänge: 808 Wörter; dieser Text wurde bereits 112 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 04.12.2019.
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