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23 - Sten

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der erste Angriff erreicht sein Ziel. Der zähe Vormarsch geht weiter. Den ersten Schuss, den er abgibt, gilt einem eigenen Mann, um ihn von einem qualvollen Feuertod zu erlösen. Während eines weiteren Angriff auf ein Waldstück liegt die Kompanie im Abwehrfeuer fest.




Ich kann es schwer erklären und noch sehr viel schwieriger ist es zu verstehen. Dieser Tod hinterlässt in mir, jetzt, in diesem Wald, nur Wut und Hass. Darauf kenne ich nur eine Antwort: Zerstörung! Ihr wolltet diesen Krieg? Ihr sollt ihn haben. Ich werde euch zeigen, was Krieg bedeutet!

Langsam arbeite ich mich vorwärts. Ich bin vorsichtig, doch wenn sie nur zwei Bengels haben, um mich auszuschalten, ist es das wohl. Das Rattern eines Maschinengewehres kommt immer näher. Ich erkenne den Erdbunker erst, als ich fast auf ihm liege. Das haben diese Leute im Osten gelernt. Maskirowka nennen die Russen das, glaube ich. Nur einen kleinen Bogen muss ich schlagen. Der Bunker ist hinten offen. Ein abgedeckter Laufgang verbindet ihn mit dem Rest der Stellung. Das hier ist ihre linke Flanke. Jetzt erkenne ich auch einige mannstiefe Schützenlöcher - die nennen diese Leute Russenlöcher - doch sie sind leer. Die haben noch weniger Männer als wir. Aber sie geben nicht auf. Mich haben sie bisher nicht bemerkt. Auch die Handgranate haben sie wahrscheinlich nicht bemerkt, bis sie explodiert. Ich springe in den Graben und will in den Erdbunker feuern, doch kein Schuss löst sich. Das ist auch nicht nötig. Das Maschinengewehr ist verstummt. Ein Mann liegt mit dem Bauch über der Waffe. Sein rechter Arm ist abgerissen. Ein anderer lehnt an die modrige Erdwand, starrt mich anklagend mit seinen toten Augen an und hat keinen Unterkiefer mehr. Ich kann tief in seinen Rachen blicken. Und überall ist dies vermaledeite Blut. Ich trete gebückt einen Schritt hinaus in den Laufgang und hantiere an meinen Sten1 herum.

Was dann passierte ist selten. Ja, es ist äußerst selten. Aber es passiert und es rettet mir das Leben.
Für einen Kurzen Augenblick setzt das Waffenfeuer aus, auf beiden Seiten. Nur in der Ferne krachen Geschütze, Kanonen und Handfeuerwaffen. Da höre ich eine Stimme einen Befehl brüllen:
"Sehen Sie…"

Dann überflutet wieder das Getöse Wald und Straße, frisst die Seele und den Geist auf, bevor einem das Leben genommen wird. Es kommt jemand auf mich zu. Sehr viel hektischer versuche ich die Ladehemmung zu beheben, doch es gelingt mir nicht. Es kommt jemand auf mich zu und ich habe nichts, womit ich kämpfen kann. Schriftsteller schreiben in solchen Momenten gerne, dass die Angst in einem aufsteigt. Aber sie steigt nicht auf. Sie sinkt. Sie sinkt tief in einen hinab und drückt auf die Blase. Ich pinkle. Verdammt Sten! Ich pinkle mehr. Und dann taucht ein Gesicht um die Ecke auf. Mit aller Wucht ramme ich dem SS-Grenadier meinen Absatz ins Gesicht. Einmal, zweimal, dreimal. Er schreit auf. Sein rechtes Auge hängt heraus. Dann entdecke ich in dem Erdbunker einen Karabiner. Ich springe zurück, reiße ihn an mich und drücke ab. Der Schuss zerstört den Rest dessen, was einmal ein Gesicht gewesen ist. Ich höre noch ein Röcheln aus dem knöchernen Blutpudding, dann ist er tot. Erst da denke ich an meine Tokarew.




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

Die Sprache der wörtlichen Rede ist Englisch. Kursiv gesetzte Worte in wörtlicher Rede sind deutsche Worte.

1 Sten - eigentlich:  Sten Gun. Einfache, sehr zuverlässige Standardmaschinenpistole der Britischen Armee in der Zweiten Hälfte des Zweiten Weltkriegs.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (04.10.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 04.10.2018:
Eigentlich empfindet der Protagonist ja Schuld und Hilflosigkeit. Jedoch nicht als abstrakte Angst, sondern als unmittelbare Reaktion auf das Geschehen. Ist man derart direkt beteiligt, fällt es schwer zu erkennen.
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Graeculus (69) antwortete darauf am 04.10.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 04.10.2018:
Ich könnte etwas genaues schreiben. Doch dazu kommt (sehr viel) später noch etwas. Nur so viel: Du bist da im Bezug auf die Geschichte etwas auf der Spur.
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Graeculus (69) äußerte darauf am 04.10.2018:
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (05.10.2018)
Das ist die Perversion der Kriegsmacher, in Menschen, die sich im normalen Leben gleichgültig gegeneinander standen, Hass und Wut zu wecken. Der erlebte Tod der Kameraden, treibt die Truppe zu Rache und Mordlust. Das Spielfunktioniert!
Gut beschrieben!
TT
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TrekanBelluvitsh ergänzte dazu am 05.10.2018:
Und in diesem Fall war es sogar ein toter Feind!
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (05.10.2018)
Das ist die Perversion der Kriegsmacher, in Menschen, die sich im normalen Leben gleichgültig gegeneinander standen, Hass und Wut zu wecken. Der erlebte Tod der Kameraden, treibt die Truppe zu Rache und Mordlust. Das Spielfunktioniert!
Gut beschrieben!
TT
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (05.10.2018)
Gute Kriegsromane zu schreiben ist gerade dann schwierig, wenn der Autor realistisch schreibt, weil die notwendige Darstellung der Eizelheiten des Grauens zu einem Abtumpfungseffekt beim Leser führen kann. Wo liegt das richtige Maß? Es lässt sich theoretisch nicht beschreiben. Du hast es aus meiner Sicht bisher eingehalten.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 05.10.2018:
Das ist eine Frage gewesen, die mich vor und während des Schreibens beschäftigt hat. Denn einen "Gewaltporno" wollte ich nicht schreiben. Mal sehen, wie du es am ende der Geschichte beurteilst. Ich verrate wahrscheinlich nichts überraschendes, wenn ich schreibe, dass noch einige Kämpfe auf den Leser zukommen. Aber es wird auch noch anderes geben. Und den rote Faden, den Graeculus bisher nicht gefunden hat, werde ich hoffentlich dir als Leser auch noch reichen können.
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 04.10.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 04.10.2018). Textlänge: 593 Wörter; dieser Text wurde bereits 108 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.12.2019.
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