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23 - StenInhaltsverzeichnis25 - Glück

24 - Kairo

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der erste Angriff erreicht sein Ziel. Der zähe Vormarsch geht weiter. Den ersten Schuss, den er abgibt, gilt einem eigenen Mann, um ihn von einem qualvollen Feuertod zu erlösen. Während eines weiteren Angriffs auf ein Waldstück liegt die Kompanie im Abwehrfeuer fest.




Den ersten und einzigen Urlaub während meiner Zeit in Nordafrika verbrachte ich in Kairo. Von der Stadt und den Menschen – von denen es damals nicht wenige mit diesen Leuten hielten, so sagt man – habe ich nicht viel gesehen. Dafür schlief ich in einem frisch gemachten Bett mit weißen Laken, die wunderbar kühl waren. Wer immer in dieser Stadt lebt, mag die Luft bedrückend finden. Ich kam aus der Wüste und atmete befreit auf. Jeden Tag badete ich, genoss das heiße Wasser und fand es erregend, wenn es langsam kalt wurde, blieb so lange in der Wanne, bis ich eine Gänsehaut bekam. Eine Gänsehaut in Ägypten! Das Essen, das ich aß, kam aus keiner Konserve und war nicht abwechselnd steinhart oder pampig oder geschmacklos, sondern frisch zubereitet. Ich trank Wein, den billigsten zwar, denn mehr konnte ich mir nicht leisten, aber was war das im Vergleich zu der lauwarmen Brühe, von den Nachschiebern Wasser genannt. Ich verzichtete sogar auf den fest eingeplanten Bordellbesuch, weil ich dieses Gefühl der Frische, der Reinheit, des Lebens, nicht mit bezahltem Geschlechtsverkehr besudeln wollte.

An der Bar in dem Hotel, in dem ich wohnte, lernte ich einen polnischen Offizier kennen. Sein Name war Rafael Luty und er war einer von General Anders' Männern1. Er mochte nicht viel von der Heimat sprechen. Er war sehr melancholisch. Wir verstanden uns sehr gut. Bevor wir uns trennten, überließ er mir gegen unzählige Schachteln Zigaretten, die für mich als Nichtraucher eine willkommene und allgemeingültige Währung waren, eine Tokarew TT-33 Pistole2, die er aus der Sowjetunion mitgebracht hatte. Sie ist besser als der Enfieldrevolver und nicht so schwer wie die Colt. Man konnte auch erbeutete Munition verschießen. Also gab es da nie einen Engpass. In der Wüste hat sie mir immer gute Dienste geleistet.




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

1 General Anders' Männer - Wladyslaw Anders (1892-1970), polnischer General der 1941 nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion dort polnische Truppen aufstellte, die ab März 1942 über den Iran in den Nahen Osten überführt wurden und 1944 in Italien eingesetzt wurden.

2 Tokarew TT-33 - sowjetische  Selbstladepistole


 
 

Kommentare zu diesem Text


TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (05.10.2018)
Geschickt gemacht. Nach den bisherigen schreckensreichen Schilderungen des Kriegsgeschehens, ein Kapitel des Luftholens,
Es wird ja mit Gewissheit weitergehen.
TT
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 05.10.2018:
Ja, ein retardierendes Moment tut auch dieser Erzählung gut, denke ich.
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (05.10.2018)
s. u.

Kommentar geändert am 05.10.2018 um 11:16 Uhr
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Kommentar von Graeculus (69) (05.10.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 05.10.2018:
In der Regel sind solche "Erinnerungsanker" ja Fotos von den Lieben daheim, mit denen der Soldat sich rückversichert, dass es noch eine andere Welt gibt. Eine kurze Erinnerung an eine kurze Erholungsphase mag als solcher "Anker" nicht ganz alltäglich sein - wenn gleich ich das nicht erfunden habe -, aber es kann die gleiche Funktion übernehmen.

In Bezug auf die Geschichte wollte ich erklären, warum ein britischer Offizier, der in Frankreich kämpft, eine Pistole sowjetischer Bauart hat. Jedoch erfüllt dieser kleine Einschub noch eine dritte kleine Funktion. Später (in der Geschichte) mehr.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (05.10.2018)
Gratulation. Ich habe alle deine Erzählungen gelesen und stelle fest, dass du in der Nutzung von Stilmitteln des Erzählens, hier der Ortswechsel, immer souveräner wirst.
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 05.10.2018:
Ich musste natürlich erklären, wie ein britischer Offizier, der in der Normandie kämpft, an eine sowjetische Pistole kommt. Und nach einigem Nachdenken wurde mir klar, dass ich in diese kurze Episode noch mehr stecken kann. Natürlich fungiert sie auch als retardierendes Moment, denn eigentlich liegt der Protagonist ja immer noch in dem Erdbunkern neben den drei Toten SS-Grenadieren.
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Jorge
Kommentar von Jorge (06.10.2018)
Ich steige rückwärts in diese interessante Geschichte ein.
Bin fasziniert und verstehe jetzt auch die Herkunft der Tokarew.
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TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 06.10.2018:
Viele aus den besetzten Ländern kämpften auf Seiten der Alliierten weiter. Und gerade für Soldaten aus Ostmitteleuropa war der Krieg nur der Beginn ihrer Entwurzelung, weil sie nach dem Krieg in vielen Fällen nicht in ihr Land zurückkehren konnten, durften oder wollten, weil Sowjetkommunismus nicht das war, was sie sich unter Freiheit vorstellten.

Die sowjetische Pistole, die in Händen eines britischen Offiziers in der Normandie kämpft, ist ja auch entwurzelt, nur macht es ihr nichts aus.
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23 - StenInhaltsverzeichnis25 - Glück
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 05.10.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 05.10.2018). Textlänge: 401 Wörter; dieser Text wurde bereits 108 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.12.2019.
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