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Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der erste Angriff erreicht sein Ziel. Der zähe Vormarsch geht weiter. Den ersten Schuss, den er abgibt, gilt einem eigenen Mann, um ihn von einem qualvollen Feuertod zu erlösen. Ungewollt allein und mit Glück rollt er die feindliche Stellung vor der Kompanie auf. Ein erbitterter Kampf um ein Waldstück mit Truppen der Waffen-SS entbrennt.




Dem SS-Scharführer1 Werner Räuber rettete ich zielgenau und aus reiner Güte das Leben. Zumindest glaubte er das. Im Durcheinander des Kampfes stand er auf einmal vor mir. Er hob seine Maschinenpistole auf Hüfthöhe, doch nach einem Schuss, der weit daneben ging, erklang ein metallenes Klicken. Er hatte sich verschossen. Blitzschnell hob ich meine Tokarew2 und schoss drei Mal. Er wurde in den Oberarm und die Schulter getroffen. Der dritte Schuss ging daneben. Er brach schreiend zusammen und wurde gefangengenommen. Als ich Sergeant Potter im Feldhospital besuchte, lag nicht weit entfernt von ihm auch der SS-Mann Werner Räuber. Aus irgendeinem Grund nahm er an, ich hätte mit Absicht auf seine Schulter gezielt. Er rief immer wieder "Danke, mein englischer Freund", auch wenn zwei andere Verwundete der SS ihn daraufhin auf Übelste beschimpften.



Als wir wieder vorrückten, verschärfte sich der Widerstand. Das Sturmgeschütz hatte sich bei dem Versuch, den SS-Grenadieren zu folgen, im Wald festgefahren. Es musste nun gedeckt werden. Das gelang der SS auch, doch als das gepanzerte Fahrzeug endlich freikam, verdrückte es sich so schnell es nur konnte und die SS-Grenadiere mussten sich ohne Deckung über die freie Fläche vor dem Wald zurückziehen. Wir erlegten noch so einige von ihnen. Erschöpft fielen wir danach wieder in die alte Stellung. Dabei entdeckten wir einen toten SS-Mann ohne Waffen, Ausrüstung und Kragenspiegel. Er war ganz offensichtlich noch während des Kampfes von den eigenen Leuten erschossen worden.

Irgendwann schickte ich Vic los, um die Zugführer zu holen. Shaw, Fitzmaurice und Mr Bush, der vorübergehend den zweiten Zug führte, taumelten nacheinander herbei. Ihre Gesichter waren verdreckt, ihre Uniformen zerrissen und der rechte Ärmel von Staff Sergeant Shaw war blutduchtränkt.
"Nicht meins", meinte er matt. Nicht einmal er brachte jetzt noch ein Grinsen zustande. Ich wollte gar nicht wissen, wie das Blut an seinen Ärmel gekommen war. Die anderen rauchten gierig, als sei es die letzte Zigarette ihres Lebens. Womöglich war sie das ja auch. Man konnte es nie wissen.
Alle hatten nachgezählt. Von den einhundertsiebenundfünfzig Mann vom Tag der Landung waren uns vierundneunzig geblieben. Wie viele von den dreiundsechzig tot waren, vermochte ich nicht zu sagen. Aus Erfahrung wusste ich, dass ein gutes Drittel der Wahrheit nahe kommen musste. Der Rest waren Verwundete und Vermisste, ein paar wenige Kranke. Von denen, die wenig Glück gehabt und sich kein Heimatschuss eingefangen hatten, kehrten in den nächsten Tagen einige zu uns zurück.

Es gab eigentlich nicht viel zu besprechen. Ich erinnerte die Zugführer noch einmal daran, besonders darauf zu achten, dass die Männer sich auch tief genug eingruben. Dann nahm ich Verbindung mit dem Bataillon auf und nach meiner Meldung und dem erwarteten Befehl - "Bleiben sie wo sie sind und warten sie auf weiter Anweisungen. Der Kommandeur ist beim Korps" - schickte ich sie wieder weg. Staff Sergeant Shaw war nun auch wieder munter genug um mir im davongehen über die Schulter zuzurufen: "Es ist schön zu sehen, dass meine fünf Pfund noch am leben sind."
Nachdem ich mir die Sten3 und die Munition eines Toten genommen und meine halbe Wasserflasche geleert hatte, wollte ich zu den Männern, als der schrille Ruf eines Posten ertönte. "Sie kommen wieder!"




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

Die Sprache der wörtlichen Rede ist Englisch. Kursiv gesetzte Worte in wörtlicher Rede sind deutsche Worte.

1 SS-Scharführer - SS-Unterführerdienstgrad. Entspricht Unterfeldwebel in der Wehrmacht.

2 Tokarew - Hier: sowjetische  Selbstladepistole Tokarew TT-33

3 Sten - eigentlich:  Sten Gun. Einfache, sehr zuverlässige Standardmaschinenpistole der Britischen Armee in der Zweiten Hälfte des Zweiten Weltkriegs.


 
 

Kommentare zu diesem Text


TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (09.10.2018)
Der Verlauf der vergangenen Tage lässt ahnen, dass die Truppe sich damit abgefunden hat, nur noch zu funktionieren und hofft, dass die oben wissen was richtig ist.
TT
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 09.10.2018:
Grundsätzlich ist der Welt des Soldaten zumeist der eigene Zug, vielleicht noch die Kompanie. Alles darüber hinaus ist weit weg.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (09.10.2018)
Zu einem Ritardando in einer Kriegserezählung gehört das Zählen der Verluste. Erzähltechnisch muss ein Nachlassen der Spannung unbedingt sein, denn selbst die besten Stilmittel der Hochspannung erschöpfen den Leser, der wie die Figuren in dem Roman einer Pause bedarf.

Kommentar geändert am 09.10.2018 um 11:41 Uhr
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 09.10.2018:
Auch ohne ständige Großkämpfe hat der Krieg genug Facetten. Du wirst es erleben...
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TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 09.10.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 09.10.2018). Textlänge: 646 Wörter; dieser Text wurde bereits 155 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 10.07.2020.
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