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Endlich

Essay zum Thema Gesellschaft/ Soziales


von Sätzer

Wir leben in einer Gesellschaft mit pluralistischer Grundstruktur, nämlich in Einwanderungsgesellschaften seit Jahrtausenden. Es fragt sich, warum es vielen Menschen schwer fällt, das zu akzeptieren, wo andere und vor allem jüngere Menschen von heute die gesellschaftliche Vielfalt der Herkunft, Hautfarben, Religionen und Lebensstile als Bereicherung empfinden. Andere sehen sie als Bedrohung. Die Grundzüge unserer und auch anderer demokratischer Gesellschaften zeichnen sich aus durch gleiche Freiheiten im Rahmen eines Rechtsstaates. Ab- und Ausgrenzungen durch Populisten grassieren, doch immer mehr Bürgerbewegungen machen deutlich, dass Fremdenfeindlichkeit und Rassismus keinen Platz haben dürfen.
Die Pluralisierung hat sich in Deutschland einfach vollzogen. Es steckte kein Wille dahinter. Sie lief nicht gesteuert ab, sondern ist passiert. Heute sind italienische, spanische, griechische, polnische und andere Unternehmen von Eingewanderten, wie zum Beispiel Gaststätten, Friseure, Gebäudereinigungs- und Baufirmen und und und … nicht mehr wegzudenken. Wir haben gelernt, damit zu leben, ihr Dasein zu akzeptieren und auch zu genießen.

Es wird nichts nützen, Veränderungen aufhalten zu wollen, denn sie vollziehen sich auch ohne Einverständnis Einzelner. Die Einheimischen und Zuwanderer werden sich ändern, weil sie neuen Erfahrungen ausgesetzt werden. Wer geht heute nicht gern Essen zum Italiener, Spanier oder Türken? Warum in der Zukunft nicht zum Syrer? Wer bereichert sich mit einem Djembé-Trommelkurs bei einem Westafrikaner? Welcher Zugezogene weiß die Verlässlichkeit unserer Demokratie nicht zu würdigen?
Ewig Gestrige wollen immer noch ihr Land als homogene Gesellschaft sehen, obwohl diese Fiktion schon lange nicht mehr aufrecht zu halten ist. Das macht ihnen zu schaffen und sie anfällig für populistische Heilsversprechen. Ihre Protagonisten geben vor, die Probleme lösen und alte Normalitäten wiederherstellen zu können. Das führt bis hin zu der Forderung nach einer >Verordneten Leitkultur<, die nicht funktionieren kann.

Die Generation, welche in den 50er- und 60er-Jahren aufwuchs, wurde geprägt in einer Gesellschaft, in der Fabriken, Gewerkschaften, Volksparteien und die Kirchen dominierten. Die Institutionen gaben den Menschen Halt. Doch die Rebellenbewegung der sogenannten 68er-Generation stellte Autoritäten infrage. Sie maßte sich zwar an, im Namen einer Minderheit zu handeln, hat allerdings einigen überfälligen Staub in den Institutionen, ausgehend von dem Muff an den Universitäten, hinweggefegt. Politisch folgte eine Zeit der neuen sozialen Bewegungen, aus denen dann Greenpeace, die Friedensbewegung und Bürgerinitiativen bis hin zur Gründung der Grünen hervorgingen.
Heute sind wir durch neue Medien, wie Internet und Smartphone, ganz neuen Herausforderungen ausgesetzt. Die Jugend wächst damit auf, aber auch ältere Menschen versuchen, das zu verstehen und mitzuhalten, im besten Fall den Wandel zu gestalten.
Allerdings hat sich in den letzten Jahren ein extremerer Typus des Polit-Egomanen herausgebildet. Dem geht es nicht um Veränderung, sondern um den Glanz des eigenen Egos. Trump ist ein Musterbeispiel dafür. Keine Wahrheit ist ihm heilig.
Anders geht Macron vor. Er verstand es in seinem Wahlkampf, den Einzelnen in Bürgerversammlungen vorkommen zu lassen. So fühlte sich der einfache Wähler durch Gespräche wahrgenommen.

Die gestrige Demonstration am 13.10.2018 in Berlin unter dem Motto „Solidarität statt Ausgrenzung - Für eine offene und freie Gesellschaft“ eines bundesweiten Bündnisses wurde zu einem vollen Erfolg. Eine solidarische Aktion von etwa 240.000 Demonstranten setzte ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung.
Endlich ist wieder politische Bewegung in die BRD gekommen – geht doch.

Anmerkung von Sätzer:

Interessant in dem Zusammenhang die Dankesrede von Aleida und Jan Assmann anlässlich der diesjährigen Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels.
https://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/1244997/


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Sanchina (14.10.2018)
"... Andere, vor allem ältere, sehen sie als Bedrohung." -
Sag mal, denkst du denn noch immer an deine Oma, wenn du von älteren Menschen sprichst (oder schreibst)?
Die heutigen Älteren sin die besagten "68er" und die Neonazis sind doch alle noch ziemlich jung.
Gruß, Barbara
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Sätzer meinte dazu am 14.10.2018:
"Ältere" ist natürlich relativ. Die 68er sind schon in den 70-ern. Ich sehe die Bedenkenträger eher in älteren Generationen. Auch unter Nazianhängern gibts die. Teilweise agieren sie in der AfD.
Aber das ist nicht die zentrale Aussage. Den Passus kann ich gern streichen. LG Uwe

Antwort geändert am 14.10.2018 um 16:18 Uhr
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Kommentar von Iphigenie (38) (14.10.2018)
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Sätzer antwortete darauf am 14.10.2018:
Woraus liest du, dass ich mir die zurückwünsche? Ich selbst war nur am Rande punktuell aktiv bei einigen Demonstrationen, kannte aber einige Leute aus der Uni, die extensiv aktiv in der Bewegung waren und dann teilweise in die große Politik gingen, wie z.B. Außenminister Fischer.
Ich selbst fand Vieles ziemlich schräg und überzogen, doch es gab neue Anstöße, die, wie dargestellt, aus der Bewegung heraus folgten. Der Faschismus wurde bis dahin politisch verdrängt. Ich hatte noch Lehrer in den späten 50-er-Jahren, die Nazianhänger waren. Eine gesellschaftliche Aufarbeitung der Nazi-Greuel begann erst infolge der 68-er-Bewegung.

Antwort geändert am 14.10.2018 um 16:22 Uhr
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Iphigenie (38) schrieb daraufhin am 14.10.2018:
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Sätzer äußerte darauf am 14.10.2018:
Na ja, gegen deine Voreingenommenheit ist halt kein Kraut gewachsen
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Iphigenie (38) ergänzte dazu am 14.10.2018:
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Sätzer meinte dazu am 14.10.2018:
Aha.
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Iphigenie (38) meinte dazu am 14.10.2018:
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Sätzer meinte dazu am 14.10.2018:
Aha. Na, die Klatsche der CSU in Bayern bestätigt die inhaltliche Aussage, dass immer mehr Wähler zur Vielfalt, einer menschlicheren und ökologischeren Politik (Aufschwung der Grünen) hin tendieren und das Gezänk der klassischen Altparteien leid sind.

Antwort geändert am 14.10.2018 um 19:46 Uhr
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Iphigenie (38) meinte dazu am 14.10.2018:
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Stelzie
Kommentar von Stelzie (14.10.2018)
240.000 Menschen sind schon mal ein guter Anfang. Wir können den Lauf der Zeit nicht aufhalten. Deswegen sollten wir alle Dinge die auf uns zukommen, einfach nur akzeptieren und das Beste daraus machen.

Liebe Grüße
Kerstin
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Sätzer meinte dazu am 14.10.2018:
Es ist auf jeden Fall mal ein Zeichen in dem politischen Klima, das in der letzten Zeit immer mehr von Hass, Häme, internem und externem Parteiengezänk und Stillosigkeiten bestimmt war.
Danke für die Empfehlung und LG Uwe
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BrigitteG
Kommentar von BrigitteG (14.10.2018)
Gut und passend geschrieben! Mich beunruhigt die aktuelle Zeit, weil es so viele hasserfüllte Menschen gibt. Wenn es alles Arbeitslose wären, Hartz 4 Empfänger, könnte ich es noch etwas nachvollziehen, aber optisch wirken sie oft bürgerlich - bis sie dann den Mund aufmachen.
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Sätzer meinte dazu am 15.10.2018:
Ich finde die Zeit auch sehr beunruhigend. Dieser Hass, der bei vielen Menschen um sich greift, selbst wenn es ihnen gut geht.
Ich glaube, dass auch das Internet forciert hat, die Hemmschwellen fallen zu lassen.
Dank dir für die Empfehlung und LG Uwe
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Politik - Gesellschaft (Erzählungen, Essays).
Veröffentlicht am 14.10.2018, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 19.10.2018). Textlänge: 273 Wörter; dieser Text wurde bereits 504 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 13.01.2020.
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