Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
emus77 (14.06.), Lir (13.06.), TheReal-K (13.06.), trinkpäckchen (11.06.), seabass (08.06.), weggeworfenerjunkymüll (02.06.), Linda_L. (29.05.), Austrasier (28.05.), Palo (25.05.), Reiner_Raucher (24.05.), HiKee (14.05.), Sonic (14.05.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 690 Autoren* und 108 Lesern*. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

(*Im Gegensatz zu allen anderen Literaturforen zählen wir nur die aktiven Mitglieder, da wir uns als Community verstehen und nicht als Archiv toter Texte. Würden wir alle Nutzer zählen, die sich seit Gründung hier angemeldet haben, und nur die abziehen, die sich selbst wieder abgemeldet haben oder rausgeworfen wurden, kämen wir auf 14.839 Mitglieder und 427.402 Texte. Musste auch mal gesagt werden.)

Genre des Tages, 17.06.2019:
Kalendergeschichte
Die Kalendergeschichte ist seit dem 15./16. Jh. Teil des Kalenders und behandelt in ‚volkstümlicher'... weiterlesen
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Kalenderspruch #367 von Kot-Producer (03.06.19)
Recht lang:  Die letzten 19 Tage - Alle guten Dinge sind Drei von Omnahmashivaya (1414 Worte)
Wenig kommentiert:  die oder oder das oder von rochusthal (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Auf Schätzchensuche von eiskimo (nur 76 Aufrufe)
alle Kalendergeschichten
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

ZeitLos - Anthologie
von sandfarben
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil siehe oben" (Tomcat22)
31 - LautlosInhaltsverzeichnis33 - Steinmauer

32 - Cromwells

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der Vormarsch gestaltet sich zäh. Den ersten Schuss, den er abgibt, gilt einem eigenen Mann, um ihn von einem qualvollen Feuertod zu erlösen. In einem erbitterter Kampf um ein Waldstück mit Truppen der Waffen-SS wehrt die Kompanie unter Verlusten die Gegenangriffe ab.




Eine Zeit lang schien es, als käme Bewegung in die Sache. Auch uns verfrachtete man in Bren-Carrier1, damit wir einer Kompanie Cromwells2 folgen konnten. Diese Kompanie bestand nur noch aus fünf Panzern. Ihr Captain war dennoch optimistisch.
"Auf zur fröhlichen Fritzenjagd!" Das war sein Motto. Seine und meine Männer hörten es gerne.

Die fünf Panzer fuhren an der Spitze. Wir folgten in den Bren-Carriern. Unser Ziel war ein eigenartiger Ort, der mehr breit als tief und 'eingezäunt' war, nur wussten wir letzteres damals noch nicht. Fast einen Meile lang kamen wir gut vorwärts. Das einzige, was uns den Weg versperrte, waren einige abgefallene Blätter die quer über die Straße lagen. Als der erste Panzer über diese fuhr, löste er eine Leuchtkugel aus, die, unsere Ankunft ankündigend, als deutlicher Fingerzeig in den Morgenhimmel aufstieg. Die Reaktion des Panzercaptains war, seine Männer noch mehr anzutreiben. Die Cromwells beschleunigten und wir konnten ihnen kaum folgen. So entstand eine Lücke zwischen ihnen und uns. Die Straße, auf der wir fuhren, führte von Nordwesten durch eine fast mannshohe Steinmauer hindurch auf den Ort zu. Kurz davor war eine Kreuzung. Während nur ein besserer Feldweg in den Ort hineinführte, bog die Straße scharf nach links in Richtung Nordosten ab. Sie entschwand über eine kleine Brücke, unter der sich ein elendes Bächlein mühte, im Grün der Normandie. Am linkem Ufer des Rinnsals stand eine weitere Steinmauer, die in ein Gatter und eine Hecke mündete. Am anderen Ende traf sie auf die kleine Brücke. Zur Rechten war der Ort durch dichte Bocage von den dahinterliegenden Feldern getrennt. Hinter ihm erhob sich ein sanfter Hügelkamm, der sich über eine Meile nach Westen erstreckte und dessen Endpunkt südöstlich des Dorfes ein hoher, alles überragender, von dichtem Gebüsch bewachsener, unförmiger Buckel war.

Auf der Straße brausten die Panzer im Sturmwind dahin und auf den Ort zu. Kurz bevor sie die Kreuzung erreichten, begann das Abwehrfeuer. Den zweiten Cromwell trafen die Schüsse mehrerer Panzerabwehrkanonen. Er wurde von einer gewaltigen Explosion zerrissen, die seinen Turm absprengte. Als dieser durch die Luft flog, wurden die verbrannten Überreste eines Menschen herausgeschleudert, auf die mehrere Maschinengewehre dieser Leute, nur zur Sicherheit, schossen. Der Gestank von verbranntem Gummi und Öl und Benzin und Schießpulver machte sich breit. Die Fahrer der Panzer drei, vier und fünf stoppten abrupt, legten den Rückwärtsgang ein um jenseits der fast mannshohen Mauer außer Sicht zu kommen, während die Kanoniere wahllos Granaten in die Häuser neben dem besseren Feldweg jagten. Der erste Cromwell beschleunigte, um auf der Straße nach Nordosten zu entkommen. Kurz hinter der kleinen Brücke erhielt er einen Treffer ins Laufwerk, dann noch einen und blieb liegen. Da es nur eine Frage der Zeit war, bis die Panzerabwehr ihn in ein brennendes Wrack verwandelte, bootete die Besatzung aus. Die ersten beiden Männer starben sofort im einsetzenden Maschinengewehrfeuer. Der Dritte fiel schwer verletzt hinter dem Panzer zu Boden und wurde von seinen verbliebenen zwei Kameraden, beide nicht unverletzt, schreiend hinter die fast mannshohe Steinmauer gezerrt. Dort banden sie ihm den rechten Unterschenkel ab, den er zwar später verlor, doch dafür behielt er sein Leben. Nie habe ich etwas über die beiden Panzermänner, Corporal Harris und Privat Buxton, in England gehört oder gelesen. Wahrscheinlich war das Retten eines verwundeten Kameraden aus überlegenem Abwehrfeuer nicht heldenhaft genug, obwohl Corporal Sawyers trotz Prothese dies anders sehen mag.

Die Fahrer der Bren-Carrier luden uns weit vor der fast mannshohen Steinmauer ab und waren nicht dazu zu bewegen, auch nur einen Yard weiterzufahren. Der Captain der Panzer saß verzagt auf seinem Cromwell. In weniger als einer Minuten hatte er fast die Hälfte der Reste seiner Kompanie verloren. Zumindest brachten Mr Bush und ich ihn dazu, uns Unterstützungsfeuer zuzusagen. Dann, nachdem wir die Kompanie im Gelände verteilt hatten, krochen wir bis zu der fast mannshohen Mauer. Lieutenant Monroe war bei uns und wir waren froh, ihn wieder dabei zu haben. Mit einem selbstgebauten Grabenspiegel riskierten wir nacheinander einen Blick. Das taten wir an verschiedenen Stellen, denn sonst wäre er uns im Nu zerschossen worden. Granatwerfer feuerten einige Salven, die weit hinter uns im Gelände explodierten, ohne den beabsichtigten Schaden anzurichten. Der Beschuss dauerte zwar nicht lange, denn Munition war für diese Leute ein kostbares Gut, doch er reichte aus, um die Panzersoldaten wieder in ihre Fahrzeuge zu scheuchen. Die Luken knallten zu.

"Diese verdammten Panzerknilche", fluchte Mr Bush. "Kajoln in ihren Kisten durchs Land, müssn nich einen Schritt latschn und wenns mal knallt, habn die gleich Schiss inne Buchse."
Das war ein wenig ungerecht, aber wir ließen ihn gewähren, lächelten sogar.
"Als ob das sowas besonderes is, wenn einer vor dem andern den Arsch zukneift."




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

1 Bren-Carrier - eigentlich Universal-Carrier. Kleines  Vollkettentransportfahrzeug der britischen Armee. Leicht gepanzert.

2 Cromwell - 1944/45 britischer  mittlerer Standardkampfpanzer.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (16.10.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diesen Kommentar melden
TrekanBelluvitsh meinte dazu am 16.10.2018:
Die eine Perspektive habe ich mit Absicht gewählt. Es geht um den Blick eines Menschen, um das was der Leser, wäre er in der Situation des Protagonisten, selbst erleben würde.

Allerdings denke ich, dass ich genug "Spuren" hinterlassen haben damit der Leser selbst begreift bzw. sich vorstellen kann, was andere Beteiligte erleben.

Wobei, was den deutschen Blickwinkel betrifft...
diese Antwort melden
Graeculus (69) antwortete darauf am 16.10.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden
TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 16.10.2018:
Der Sommer 1944 ist für die Wehrmacht ein Sommer der Katastrophen. Zusammenbrüche an allen Fronten. Das zu beschönigen war wirklich eine schwere Aufgabe. Da war schon so mancher Horst S. von Nöten...

Aber auch zuvor gab es in 1944 solche Ereignisse. Da wäre im Frühjahr 1944 die Katastrophe der ungarischen Juden...

Antwort geändert am 17.10.2018 um 00:04 Uhr
diese Antwort melden
Graeculus (69) äußerte darauf am 17.10.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden
TrekanBelluvitsh ergänzte dazu am 17.10.2018:
Darüber kann ich gar nichts sagen. Als Forschungsansatz würde ich aber diese Angaben mit bekannten Kriegsverbrechen vergleichen. Gerade in den letzten Jahren wurden da ja einiges geleistet. So ermordeten z.B. amerikanische Soldaten der 6. US-Panzer-Division bei Bastogne in Belgien im Winter 1944 60 deutsche Gefangene. General Patton legte großen Wert darauf, dass das nicht bekannt wurde - umgangssprachlich sagt man dazu wohl vertuschen.

Und genauso interessant wäre der Vergleich zwischen dem, was die Wehrmachtsuntersuchungsstelle ermittelte und was dann öffentlich gemacht wurde.
diese Antwort melden
Graeculus (69) meinte dazu am 17.10.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden
EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (16.10.2018)
Der Landserslang am Schluss ist der zuvor geschilderten gnadenlosen Vernichtung angemessen.
diesen Kommentar melden
TrekanBelluvitsh meinte dazu am 16.10.2018:
Es ist auch ein Stück "geistiger Vorbereitung", weil Mr Bush natürlich klar ist, dass ihm selbst, wie allen anderen Männern der Kompanie, der Kampf noch bevorsteht.
diese Antwort melden
TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (28.10.2018)
Mit der Zeit ändert sich die Sprache.
Galgenhumor ist auch ein Schutz.
TT
diesen Kommentar melden
TrekanBelluvitsh meinte dazu am 28.10.2018:
Und was für einer!

Außerdem darfst du nicht vergessen: Wer sich selbst etwas vormacht, ist zumindest für den wichtigsten Menschen überzeugend.
diese Antwort melden

31 - LautlosInhaltsverzeichnis33 - Steinmauer
TrekanBelluvitsh
Zur Autorenseite
Zum Steckbrief
Zum Aktivitäts-Index
Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 16.10.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 16.10.2018). Textlänge: 878 Wörter; dieser Text wurde bereits 75 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 22.05.2019.
Was meinst Du?
Diesen Text kommentieren
Schlagworte
Krieg 1944 Menschen
Mehr über TrekanBelluvitsh
Mehr von TrekanBelluvitsh
Mail an TrekanBelluvitsh
Blättern:
voriger Text
nächster Text
Weitere 10 neue Erzählungen von TrekanBelluvitsh:
59 - Beurteilung 57 - Uhr 35 - Brudenell Gegen die Götter 48 - Adamson 34 - Schluss 39 - Belohnung 58 - Engländer 56 - 1948 49 - Worte
Mehr zum Thema "Krieg/ Krieger" von TrekanBelluvitsh:
Ares herrscht! Die Wehrmacht - Ein Statement Krieg und Mythos: Die Waffen-SS - Ein Überblick Sommer 1939: Keine Chance Am Rande des Verstands 61 - Gewonnen 60 - Aufbruch 59 - Beurteilung 58 - Engländer 57 - Uhr 56 - 1948 55 - Ardnamurchan 54 - Nacht 53 - Kriegsende 52 - Der Brief
Was schreiben andere zum Thema "Krieg/ Krieger"?
That old flower power dream (Regina) Papierkrieger (Ralf_Renkking) Zeit um Zeit (albrext) Feuerland (wa Bash) die Geister der Vergangenheit (souleria) Nachgedacht und mitgemacht (Fritz63) Krieg und Flieder (Regina) Kriegsgeschehen (hei43) Der perfekte Schuss (Nimbus) Canoni in azione (wa Bash) und 271 weitere Texte.
Dieser Text ist höchstwahrscheinlich urheberrechtlich geschützt. mehr Infos dazu
diesen Text melden
© 2002-2019 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2019 keinVerlag.de