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32 - CromwellsInhaltsverzeichnis34 - Schluss

33 - Steinmauer

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der Vormarsch gestaltet sich zäh. Den ersten Schuss, den er abgibt, gilt einem eigenen Mann, um ihn von einem qualvollen Feuertod zu erlösen. In einem erbitterter Kampf um ein Waldstück mit Truppen der Waffen-SS wehrt die Kompanie unter Verlusten die Gegenangriffe ab.




Ich lehnte mich mit dem Rücken gegen die fast mannshohe Steinmauer und überlegte. Lieutenant Monroe wurde ein wenig unruhig. "Können die mit ihren Panzerabwehrkanonen die Mauer nicht zu Klump schießen?"
"Können schon", erwiderte Mr Bush, "doch die habn wohl kaum genug Munition, um sie zu verschwendn. So ohne klares Ziel. Sonst hättn die schon geballert."
"Die Männer sollen sich hinter der Steinmauer verteilen! Schnell! Und die Köpfe unten behalten. Los, Mr Bush! Los, los!", befahl ich hektisch. In diesem Moment realisierte ich, dass er mit der Munition für die Panzerabwehrgeschütze Recht hatte.
Kurz nachdem die Kompanie hinter der fast mannshohen Steinmauer in Deckung gegangen war, pfiffen auch schon die Geschosse der Nebelwerfer1 heran. Es war ein kurzer, aber zielgenauer Beschuss, der die Straße und die nähere Umgebung auch dort umwühlte, wo eben noch die Männer gelegen hatten. Noch einmal benutzte ich den Grabenspiegel. Es musste jetzt schnell gehen.

"Also, Mr Bush, der erste und dritte Zug bewegen sich hinter dieser Mauer nach links. Die schweren Maschinengewehre bleiben hier beim zweiten Zug. Dann im Sprung über die Straße, hinter die andere Mauer. Der abgeschossene Panzer dürfte uns decken und mit ein wenig Glück sieht man uns aus dem Ort auch nicht. Wir schleichen uns bis zum Gatter. Der dritte Zug gibt Deckung, während der erste Zug von der linken Flanke her den Ort angreift. Haben wir uns festgesetzt, rückt der dritte Zug nach. Sobald wir diese Leute gut beschäftigen, gehen die schweren Maschinengewehre in Stellung und der zweite Zug stürmt von hier aus die Straße entlang.“
"Aber was ist mit dem Buckel?" wollte Lieutenant Monroe wissen. "Der ist doch wahrscheinlich besetzt. Von dort aus können die Fritzen jede ihrer Bewegungen einsehen. Die kriegen Sie."

"Der ist bestimmt besetzt. Da kommen Sie ins Spiel, Lieutenant. Sie lenken ihr Feuer zunächst auf den Hügelkamm, dann auf den Buckel. Bepflastern Sie ihn, graben sie ihn um! Wenn er morgen nicht mehr da ist, soll mir das gleich sein. Und schießen Sie auch Nebel."
"Wir kommn ganz schön nah an das Ding ran. Ein, zwei schwere Koffer unserer Jungs und wir sind hin", bemerkte Mr Bush ebenso nachdenklich wie ernst.
"Das ist das kleinste Risiko“, log ich. „Und außerdem kennen wir doch unseren Lieutenant. Der macht seine Sache schon gut.“ Nur bediente Monroe nicht die Geschütze.
Er grinste.
"Ich weiß nich", sagte Mr Bush immer noch nicht überzeugt. "Und sind Sie sicher, das es klug is, den zweiten Zug über das Feld stürmn zu lassn?"
"Ich will den Kerl nicht bei mir haben!", fauchte ich.

Mr Bush hätte wissen müssen, dass er von mir keine andere Antwort erhalten würden. Als Ersatz für Sergeant Potter war ein Lieutenant gekommen. Er hieß George Heathen, grün und aus gutem Hause und ohne jegliche Fronterfahrung. Damit war zu rechnen gewesen. Er war allerdings auch eingebildet und versnobt. Da er es nicht selbst einsehen wollte, hatte ich ihm befehlen müssen, Golfschläger und Knickerbocker beim Tross zu lassen. Und jedem, der dumm genug war, sich auf ein längeres Gespräch mit ihm einzulassen, erklärte er ausführlich, was Wellington bei Waterloo falsch gemacht hatte. Die Preußen kamen in seinem Vortrag wie selbstverständlich nicht vor.

Die Befehle wurden gegeben und die Männer des ersten und dritten Zuges sammelten sich am Ende der fast mannshohen Steinmauer. Dann dauerte es nicht mehr lange und unsere Artillerie und Granatwerfer beschossen den Hügelkamm. Als ein Melder von Lieutenant Monroe kam, blickte ich vorsichtig um die Ecke der fast mannshohen Steinmauer. Die Granaten trafen nun zielgenau den hohen, unförmigen Buckel. Erde und Staub wurden in die Luft gewirbelt und ich glaubte, ich sähe einen Stahlhelm fliegen.




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

1 - Nebelwerfer - Bezeichnung für  deutsche Raketenartillerie. Besonders wirksam gegen nichtgepanzerte Ziele wie Infanterie. Entgegen dem Namen keine Waffe zum Verschießen von künstlichem Nebel.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (17.10.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 17.10.2018:
Die gesellschaftlichen Grenzen waren in GB zur Zeit des Zweiten Weltkriegs noch sehr undurchlässig. Und das wurde auch von vielen als Problem gesehen. So fehlten zwischen den Kriegen hundertausende von Wohnungen, gerade für die unteren Schichten.

Churchill war ein Vertreter eines veralteten Gesellschaftbilds. Und bei allen, die nur ein wenig nach Königshaus rochen, wurde er zum willigen Speichellecker. Lord Mountbatten, war so ein Fall. Er wurde von Churchill als Chef der Commandos eingesetzt eben wegen seiner Nähe zum Königshaus. Fachlich war er eine klare Fehlbesetzung.

Wie sehr das eine Rolle spielte, erkennt man daran, dass Churchill direkt nach dem Krieg als Premierminister abgewählt wurde. Der Hauptgrund dafür war seine verfehlte Sozialpolitik, was von den Briten wahrgenommen und ihm negativ angerechnet wurde.

Von George Heathen wäre Churchill bestimmt begeistert gewesen...
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (17.10.2018)
Der Adel spielte im Zweiten Weltkriegr ja auch bei der deutschen Wehrmacht eine Rolle. Führte das auch zu Problemen einer Klassengesellschaft wie bei den Britten?
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 17.10.2018:
Für Hitler war es ein Problem. Und tatsächlich finden sich ja in den höchsten Rängen der Wehrmacht sehr viele Adelige. Gerade dem Heer misstraute er. Das nutzten vor allem Göring (Luftwaffe) und Dönitz (U-Boote) aus, um ihren Bereich besonders NS-treu darzustellen.

Im Allgemeinen war für das deutsche Offizierskorps seine hohe fachliche Kompetenz - im Sinne der Kampfkraft - kennzeichnend. Das hatte zwei Gründe:

1.) Das 100.000-Mann-Berufsheer der Weimarer Zeit hatte sich die besten Offiziere/Offiziersanwärter aussuchen können.

2.) Vor dem Ersten Weltkrieg war es in der Tat ein Privileg des Adel gewesen, Offizier zu werden. Bürgerliche Bewerber oder gar solche aus den unteren Schichten hatten, wenn überhaupt, Chancen in den neuen, technischen Waffengattungen - Artillerie, Pioniere etc. - eine Offizierlaufbahn einzuschlagen. Die "klassischen" Waffengattungen - Infanterie, Kavallerie, Marine - waren für sie nahezu unerreichbar.

Das hatte negative Folgen auf die Leistungen. Und so entwickelte man in Deutschland ein System der Offiziersauswahl und -ausbildung, dass sich alleine an der Leistung orientierte. Im Krieg war es z.B. unmöglich, dass jemand ohne Fronterfahrung den Rang eines Leutnants erhielt, denn Fronteinsätze gehörten zur Ausbildung.

Die Auswirkungen dieses auf Leistung bedachten Systems konnte man nach dem Polenfeldzug beobachten. Denn die Wehrmachtsführung war mit den Leistungen der meisten Offizieren während des Überfalls auf Polen - angefangen beim Divisionskommandeur bis zum Kompaniechef - höchst unzufrieden. Also startete man ein großangelegtes Ausbildungsprogramm. So gut wie alle Kompaniechefs. Bataillons- und Regimentskommandeure wurden nachgeschult.

Das führte zu absurderweise dazu, dass der Wehrmacht die andauernden Aufschübe für den Angriff nach Westen nutzten, während die französischen Truppen einfach nur an Ort und Stelle verharrten. Eigentlich nutzt das Herausschieben des Angriffs immer dem Verteidiger, weil er sich besser vorbereiten kann. In diesem Fall war es umgekehrt. Die Wehrmacht vom Mai 1940 war eindeutig besser als die vom September 1939.



Ironischerweise war das bei der Waffen-SS, die sich ja (auch) als progressiven-antibürgerlichen Gegenentwurf zur Wehrmacht verstand, anders. Teil des neuen "arischen Adels" zu sein, war da mindestens ebenso wichtig. Himmler äußerte sich immer wieder in die Richtung, dass ihm bei seinen Führern und Unterführern (Offiziere und Unteroffiziere) die rassiche Auslese und der "Charakter" wichtiger wäre, als spezielle Leistungsfähigkeiten.

Das führte zu den zu erwartenden Entwicklungen. so hatte die Waffen-SS z.B. nicht das Recht, eine eigene Stabsausbildung durchzuführen. Sie schickte ihre Führer zu den Stabsausbildungen der Wehrmacht. Bei der war jedoch der erfolgreiche Abschluss eine Voraussetzung, eine Stabsstelle zu erhalten. Die Teilnehmer aus der Waffen-SS wussten schon vor dem Lehrgang, welche Stabsstelle auf sie wartete. Dem entsprechend waren die Leistungen der SS-Männer. Es gab einige wenige, die herausragten, der überwiegende Teil lag jedoch in seinen Leistungen immer am Ende und hielt den Vergleich mit den Wehrmachtsoffizieren nicht statt.

Das Argument, dass die SS-Führer sich nur nicht anstrengten, weil ihr dienstlicher Aufstieg ja schon feststand, erklärt diese unterdurchschnittlichen Leistungen nur teilweise. Viele SS-Führer waren ihren Aufgaben nicht gewachsen. Ein besonders krasses Beispiel lieferte die Führung der 17. SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen" Ende 1944 ab. Deren Versagen war so offensichtlich, dass der gesamte Führungsstab abgesetzt wurde und zeitweilig durch einen Wehrmachtsoffizier als Divisionskommandeur und einen Wehrmachtsstab abgelöst wurde.

Antwort geändert am 17.10.2018 um 22:42 Uhr
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Graeculus (69) schrieb daraufhin am 18.10.2018:
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TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 18.10.2018:
Ich habe noch einmal nachgesehen: Abgelöst wurde am 8. Januar 1945 - während(sic!) der Angriffsoperation "Nordwind" - Standartenführer Hans Lingner.


Was Ostendorff angeht, muss folgendes berücksichtigen:

a) Ostendorff wurde am 16. Juni 1944 bei St. Lo schwer verletzt. Das steht ja auch in der Meldung.

b) St. Lo ging in den erwähnten Kämpfen verloren und die 17. SS-Pz.Gren.-Div. hatte derart große Verluste seit dem Invasionsbeginn zu verzeichnen, dass sie am 20. Juli aus der Front herausgelöst werden musst.

c) Ab dem 8. Juni bis zum 15. Juni 1944 tobte die Schlacht um Carentan. Die 17. SS--Pz.Gren.-Div. hatte zusammen mit dem Fallschirmjäger-Regiment 6 den Auftrag, die Stadt zurückzuerobern, die als Verkehrsknotenpunkt für die Ost-West-Verbindungen in der Normandie, eine Schlüsselstellung für die Deutschen war. Der Angriff schlug nicht durch. Die US-Amerikaner eroberten Carentan und das nahe Umland.

Nach bzw. schon während der Kämpfe gerieten Ostendorff und von der Heydte aneinander und machten sich gegenseitig für die militärischen Rückschläge verantwortlich. Ostendorff wollte den FJS-Kdr. sogar vor ein Kriegsgericht gestellt sehen, weil er und seine Männer Carentan zuvor geräumt hatten, um nicht eingeschlossen zu werden.


Ohne die Umstände für diese Erwähnung also im Einzelnen zu kennen, ging es meiner Ansicht nach dabei also eher um die Auseinandersetzung Wehrmacht - Waffen-SS, bzw. Ostendorff - von der Heydte.
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TrekanBelluvitsh ergänzte dazu am 18.10.2018:
Grundsätzlich gilt für die Wehrmachtsberichte folgendes: Eine namentliche Nennung - ganz gleich ob eines einzelnen Soldaten oder eines Verbands - ist weniger Information, mehr Auszeichnung. Ich würde sie - wen dir das etwas sagt - im Falle eines Einzelnen zwischen Deutschem Kreuz und Ritterkreuz ansiedeln.
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Graeculus (69) meinte dazu am 18.10.2018:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 18.10.2018:
Die 17. SS-Pz.Gren.-Div. wird nirgendwo als besonders herausragend geschildert. Die Normandie war ihr erster richtiger Kriegseinsatz. Zu diesem Zeitpunkt waren die Hälfte ihrer Unterführerstellen unbesetzt. Alles modernen Armeen haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass für die Kampfkraft von Verbänden neben den Frontoffizieren (Zugführer, Kompaniechef, Bataillonskommandeur; Leutnant bis Major) vor allem die Unteroffiziere verantwortlich sind. Sie sind es, die den Angriff vortragen und die Verteidigung lenken, die Soldaten antreiben. Gerade die Amerikaner haben in der Normandie die Erfahrung gemacht, dass Soldaten ohne "Aufmunterung" von Seiten der Unteroffiziere (englisch NCO = Non Commissioned Officer) sich gar nicht bewegen.

Darum gab es - jenseits der Frage, ob die Waffen-SS Elite war, oder nicht - systemimmanente Gründe für die verhältnismäßige Schwäche der 17. SS-Pz.Gren.-Div.

Einen ähnlichen Fehlbestand an Unterführer gab es übrigens auch bei der 12. SS-Pz..-Div. "Hitlerjugend". Die apologetischen Schriften nach 1945 hat diese Truppe zu einem Vorbildlichen Verband gemacht, auch weil man auf lobende Erwähnungen durch die ehemaligen Gegner verweisen konnten. Tatsächlich war sie fast seit dem ersten Tag an der Front. Am Ende der der Schlacht (25. August 1944) verfügte sie noch über ein halbes Dutzend Panzer und ihre Grabenstärke betrug - je nach Quellen - noch 200 - 600 Mann.

Die 17. SS-Pz.Gren.-Div. nahm an der Ardennenoffensive nicht Teil. Die Ablösung ihres Divisionsstabes erfolgte während der Operation "Nordwind", einer Angriffsoperation südlich der Ardennen. Wenn ich mich recht erinnere, wurde die Divisionsführung entlassen, weil sie ihre Verbände mehrfach, erfolglos und unter schweren Verlusten frontal angreifen ließ, obwohl ein umgehen bzw. flankieren des Gegners ohne Probleme möglich gewesen wäre. Davon abgesehen war das Unternehmen "Nordwind" noch erfolgloser als "Wacht am Rhein" (die Ardennenoffensive).
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Graeculus (69) meinte dazu am 18.10.2018:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 18.10.2018:
In der Regel nicht. Operationsstudien enthalten ja auch immer die Namen einzelner Divisionen. Da habe ich die Dinge her. Beispiele für meine Vorgehensweise wären:
-) Frieser, Karl-Heinz: Blitzkrieg - Legende; München 2005*
- ein Buch über die "Sichelschnitt"-Operation im Mai 1940 und damit über die daran beteiligten Divisionen1 -
-) Töppel, Roman; Kursk 1943, Die größte Schlacht des Zweiten Weltkriegs; Paderborn 2017
- Ein Buch über die wichtigsten Teilaspekte über die Kursker Schlacht und damit die an ihre beteiligten Divisionen2 -

Das Internet benutze ich dann als Gedächtnisstütze. So wusste ich z.B., dass mit der Ablösung des Kommandeurs der 17. SS-Pz.Gren.-Div., hatte den Namen des betroffenen SS-Führers aber nicht im Kopf und als Datum Ende/Dezember 1944 im Kopf.

Auf Wikipedia haben viele Divisionen der Wehrmacht und Waffen-SS eine Seite. So auch die 17. SS-Pz.Gren.-Div. Die Ablösung wird im Text gar nicht erwähnt. Überhaupt sind die Beschreibungen zumeist rudimentär und stützen ab und an auch ein apologetisches Weltbild. Das sieht man daran, dass Rechtsextreme auf den Diskussionsseiten zu einzelnen Divisionen immer wieder gerne argumentieren, dass von den entsprechenden Verbänden begangene Kriegsverbrechen, ganz gleich ob eindeutig belegt oder nicht, gar nicht zur Divisionsgeschichte gehören würden.

Aber wie gesagt, dem Text messe ich eher zweitrangige Bedeutung bei. Aber bestimmte Fakten sind ja unzweifelhaft: Aus welchen Einheiten bestand eine Division, die Liste der Kommandeure (dort findet man für die 17. SS-Pz.Gren.-Div. dann auch auf einmal einen Wehrmachtsoberst als Kdr.), grobe Angabe des Einsatzraums.

Wie ich zu anderen Zeitpunkten schon sagte, sehe ich in Wikipedia eher nach Schlagwortverzeichnis, denn eine Enzyklopädie.

Davon abgesehen stützen sich die meisten Artikel über deutsche Truppenverbände auf Wikipedia auf die Internetseite  "Lexikon der Wehrmacht". Als Erstinformationsquelle würde ich diese Seite immer empfehlen, zumindest wenn es um Unterstellungsverhältnisse von Verbänden geht. Eindeutig nicht rechtsextrem. Die Artikel dort sind sehr oft nicht auf dem aktuellsten Forschungsstand. Ein weitere Nachteil der Seite ist, dass sich die Angaben fast ausschließlich auf das mehrbändige Werk von Tessin, G; Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945 stützt. Dieses ältere Werk ist durchaus hilfreich, jedoch trotz der vielen Bände unvollständig bzw. historiografisch betrachtet ist seine Vorgehensweise ambivalent, weil Tessin sich lediglich auf die erhaltenen Feldpostverzeichnisse stützte.

Vom Kauf von im Handel erhältlichen Bücher über einzelne Divisionen würde ich zunächst grundsätzlich immer abraten. Da gibt es wenige, die wissenschaftlichen Standards genügen, Unmengen von apologetischer Rechtfertigungs- und extrem subjektiver Erinnerungsliteratur. Wenn an keine böse Überraschungen erleben will, sollte man zuvor gründlich über Autor und Buch recherchieren.



1 Friesers Buch ist eines dem man, ohne zu Übertreiben das Prädikat "revolutuonär" verleihen kann, weil seine neuen Einsichten in den Westfeldzug haben unser gesamtes Bild vom "Dritten Reich" bzw. Hilter und seinen "außenpolitischen" Zielsetzungen revidiert.

2 Töppel Buch ist das, was man einen "Mythbuster" nennen könnte. Er entlarvt das bis zum Beginn unseres Jahrtausend "zusammengetragene" Wissen über die Kursker Schlacht als politische Progaganda, Rechtvertigungserinnerungen und grandiose Fehlinterpretationen. Es schließ nahtlos an das an, was - schon wieder - Karl-Heinz Frieser in seinem im 8. Band der Serie "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg" 2009 über die Kursker Schlacht schrieb

Antwort geändert am 18.10.2018 um 22:50 Uhr
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Graeculus (69) meinte dazu am 18.10.2018:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 19.10.2018:
Zum Glückdarf ich noch die Historisierung des Zweiten Weltkriegs und des "Dritten Reichs" noch miterleben. Longrichs Goebbels-Biografie fand ich sehr interessant. Seine These ist nämlich, dass die große Wirkung der Propaganda selbst nur Propaganda war (die von den Deutschen nach dem Krieg natürlich gerne aufgegriffen wurde). Der größte Narr, der all das über die Wirksamkeit der Propaganda glaubte, war Goebbels selbst. Nach der Sportpalastrede im Februar 1943 war er von sich begeistert, wie er die Massen mitgerissen hatten. Dabei hatte er selbst dafür gesorgt, dass genug "Jubelpesonal" angekarrt wurde.

Eine weitere These von Longrich ist, dass Goebbels zwar eines der bekanntesten Gesichter der NS-Zeit war, mit den allermeisten Entscheidungen aber gar nichts zu tun hatte - ausgenommen die Ermordung der europäischen Juden.

Und - These Nummer drei - Goebbels war im wahrsten Sinne des Wortes ein Hitler-Jünger. Hitler war sein Gott. Der "Führer" wusste das und ließ "den kleinen Doktor" gerne über Stöckchen springen.



Ja, das wirklich doofe am Tod ist, dass man, wenn er kommt, bestimmt noch ein Dutzend Bücher lesen möchte!
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Kommentar von LottaManguetti (59) (18.10.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 18.10.2018:
Ich bin selbstbewusst genug, das Lob wie ein Mann zu ertragen!




Das "Es musste jetzt schnell gehen" erfüllt hier noch einen anderen Zweck. Du darfst nicht vergessen, dass ich die kurzen Teile nur für KV zurecht stutze. In dem gesamten Kapitel der ursprünglichen Erzählung geht es um den Kampf um das Dorf. das Kapitel beginnt langsam bzw. hoffnungsfroh ("Eine Zeit lang schien es, als käme Bewegung in die Sache." - Kapitel 32) und dann steigerte sich das Erzählte und damit auch das Erzähltempo. "Es musste jetzt schnell gehen" ist also in erster Linie für den Leser gedacht, damit er weiß, was kommt. Hektik und Chaos!


"Damit war zu rechen gewesen."
Hey, das sind Engländer =Gartenfreunde. Die holen auch mal den Rechen raus.
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LottaManguetti (59) meinte dazu am 18.10.2018:
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (29.10.2018)
Zynisch könnte man sagen, warum nicht Golf?
Es sind ja genug Locher vorhanden!
TT
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 29.10.2018:
Hier ist das Handicap größer.
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TassoTuwas meinte dazu am 29.10.2018:
Wohl wahr!
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32 - CromwellsInhaltsverzeichnis34 - Schluss
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Veröffentlicht am 17.10.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 18.10.2018). Textlänge: 705 Wörter; dieser Text wurde bereits 124 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 04.12.2019.
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