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KEINER KATZE SCHMECKT KONRAD VON WÜRZBURG BESSER!

Anekdote zum Thema Tiere


von Dieter Wal

H e r z m æ r e
       
Ich prüeve in mîme sinne
daz lûterlîchiu minne
der werlte ist worden wilde.
dar umb sô sulen bilde

ritter unde frouwen
an diesem mære schouwen,
wand ez von ganzer liebe seit.
des bringet uns gewisheit
von Strâzburc meister Gotfrit:

swer ûf der wâren minne trit
wil eben setzen sînen fuoz,
daz er benamen hœren muoz
sagen unde singen
von herzeclichen dingen,

diu ê wâren den geschehen
die sich dâ hæten undersehen
mit minneclichen ougen.
diu rede ist âne lougen:
er minnet iemer deste baz

swer von minnen etewaz
hœret singen oder lesen.
dar umbe wil ich flîzec wesen
daz ich diz schœne mære
mit rede alsô bewære

daz man dar ane kiesen müge
ein bilde daz der minne tüge,
diu lûter unde reine
sol sîn vor allem meine.

Wie gut las sich Konrad von Würzburg im Original. Weil nicht alle in ihrer Jugend die Aussprache des Mittelhochdeutschen übten, um nach einem Referat  über Walthers Leben Walther von der Vogelweide vor ihrer Klasse vorzusingen, die Schullaute des Gymnasiums Albertinum in Coburg wurde dank Musiklehrer Herrn Ehrle Junior dafür renoviert, eine Gitarrenlaute der Jahrhundertwende, sie klingt einer Laute ähnlich und sieht fast wie eine aus, hier die Nachdichtung des Teilzitates von Hans Joachim Gernentz *:

Häufig hab ich festgestellt,
dass es reine, lautre Minne
bei uns nur noch ganz selten gibt.
Darum will ich jetzt mit der Geschichte,
die von wahrer Liebe handelt,

den Rittern und den Ritterfrauen
ein Beispiel und ein Vorbild zeigen.
Damit handle ich im Sinne
des Meisters Gottfried von Straßburg,

der uns lehrt, dass jeder, der
den Fuß auf Minnepfade setzt,
vorher häufig hören soll,
was man erzählt und auch besingt
von den großen Liebenden,

wie es ihnen ergangen ist
und wie sie angesehn sich haben
mit den Augen ihrer Minne.
Denn ohne Zweifel ist es wahr:

wer von der Minne hört erzählen
oder häufig von ihr liest,
kann selbst viel besser lieben.
Darum will ich mich jetzt bemühen,

meine ergreifende Geschichte
so eindringlich vorzutragen,
dass sie euch ein Beispiel gibt
für das, was Minne bewirken kann,
wenn sie rein und lauter ist
und wenn ihr jede Falschheit fehlt.

Während ich auf dem Bett unserer Tochter las und sie You Tube-Videos mit Kopfhörer guckte, gesellte sich Schmusekatze Pföti zu mir. Das Haustier bewies Geschmack, denn erst prüfte sie den Geruch des Buches, dann leckte sie es. Ich fand das Buch auch ausgezeichnet. Pföti spricht und liest nicht. Dafür erkennt sie den Wert eines guten Buches untrüglich am Geruch und Geschmack.

Normalerweise hätte sie wohl erst meine Hände geleckt, falls ich sie nicht längst gestreichelt hätte. Doch sie tuckerte wie ein Dieselmotor und lag entspannt auf ihrer rechten Seite. Die durchgängig schwarze Katze mit Klappohren, ihr Papa ist eine Schottische Faltohrkatze, umschmeichelt jeden Besucher der Wohnung und ist ist alles andere als schüchtern. Zwar bestimmt allein sie den Zeitpunkt, wann sie gestreichelt werden möchte, doch das ist mehr Regel als Ausnahme, was dazu beiträgt, dass sie oft auf ihrem Lieblingsplatz im Katzenbaum sitzt, locker die Vorderpfoten heraushängen lässt, alle mit Wohlgefallen beobachtet, immer teilnahmsvoll mit uns interagiert und dort oben den Eindruck erweckt, sie sei die Königin der Welt und der  Liebling des Hauses, womit sie für diese Wohnung richtig liegt.

Niemand läse Konrad von Würzburg, läge die Katze des Hauses neben Ihnen und schnurrte, während sie von Ihnen gestreichelt wird, also widmete ich mich dem Streicheln. Sie hatte ihre Augen geschlossen und auch ich schloss meine, wo es die Konzentration fördert, im Streicheln mit dem Tier eins zu werden. Das sind annähernd magische Momente wie das unvergessliche Geräusch von sechs schnurrenden Katzenbabies, die gemeinsam von ihrer Mutter gesäugt werden. Der Anblick und der Klang der Tiere beim Säugen war wie die personifizierte Natur und das Leben an sich. Manchmal leckt Pföti meine Hände oder sich. Meist schnurrt sie.

Schließlich sahen mir lange zwei gelbe rautenförmige Katzenpupillen, die mir wie aus lauterem Gold erscheinen, tief in die Augen. Ich erwiderte ihren Blick, lächelte sie an und blickte liebevoll zurück. Da war mir, als ob wir uns eine Sekunde ohne Worte verständigen. Denn es kam mir vor, als hätte sie meinen Blick und meine Mimik verstanden und dachte genauso.

Anmerkung von Dieter Wal:

*) Der Schwanritter – Deutsche Verserzählungen des 13. und 14. Jahrhunderts, Herausgegeben und aus dem Mittelhochdeutschen übertragen von Hans Joachim Gernentz, Rütten & Loening, Berlin 1979, S. 50/51.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Jorge
Kommentar von Jorge (18.10.2018)
Eintauchen ins Mittelhochdeutsche und zelebrierte Katzenliebe gefällt mir und tut mir gut am Morgen.

saludos
Jorge
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Dieter Wal meinte dazu am 18.10.2018:
Vielen Dank. Es scheint bisher unter uns nicht allzu viele Freunde von Katzen UND mittelhochdeutscher Literatur zu geben. Glücklicherweise bewies Pföti mit Konrad von Würzburg ausgezeichneten Geschmack.
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Jorge antwortete darauf am 18.10.2018:
Du sagst es Dieter.
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (18.10.2018)
Ach herrje, erst Mittelhochdeutsch und dann eine sentimentale Katzengeschichte. Neeee, sorry, krude Kombination, gefällt mir nicht.
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Lluviagata schrieb daraufhin am 18.10.2018:
Ist der Katze egal.
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Dieter Wal äußerte darauf am 18.10.2018:
Also Dieter. Katzengeschichten sind nicht sentimental!

Ein kruder Mix ist es. Ob hier die erste Verbundung von Minne und Katze hergestellt wurde? Zu schön, um wahr zu sein.

Antwort geändert am 18.10.2018 um 14:25 Uhr
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Dieter_Rotmund ergänzte dazu am 18.10.2018:
In meinem Bekanntenkreis greift das immer mehr um sich, ältere Männer und Hauskatze(n), die ein sehr schrulliges bis bizarres Verhältnis entwickeln.
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Dieter Wal meinte dazu am 18.10.2018:
Für Singles hat ein Haustier umso höheren Stellenwert, was für Außenstehende bizarre Züge annehmen kann. Sehr wenige meiner Freunde haben Haustiere.

Antwort geändert am 18.10.2018 um 16:25 Uhr
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Dieter Wal meinte dazu am 21.10.2018:
@ Dieter_Rotmund: https://www.songtexte.com/songtext/reinhard-mey/lucky-laschinski-6310362b.html
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 21.10.2018:
Nein, Danke.
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Dieter Wal meinte dazu am 21.10.2018:
Das Vieh gibt es wirklich. Sieht aus wie ein Angora-Kater. Riesen-Teil. Mey hält es auf dem Bild des Booklets im Arm. Sehr hübsches Tier.
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