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von bbx

Kennedy kam in die Stadt.

Ja, der Kennedy, John F., Präsident der USA. Alle hatten nach der ersten Stunde unterrichtsfrei. Alle bekamen Fähnchen in die Hand gedrückt. Amerikanische, versteht sich. Amerika, das Gelobte Land.

Ich war um die elf oder dreizehn - ich erinnere mich nicht mehr so genau - und winkte heftig mit meinem papiernen Sternenbanner, als die schwarze Limousine vorbeifuhr. Selbstverständlich war kein Gesicht hinter den abgedunkelten Scheiben zu erkennen. Ein Präsident schon gar nicht. Es ging alles viel zu schnell.

Es gab keine langwierigen Vorbereitungen oder Verhaltensmaßregeln. Wir fahren jetzt zum Kennedy, hieß es nur. Natürlich fuhren wir nicht, sondern gingen. War auch nur ein paar Straßen enfernt.

Mein Klassenlehrer war außer sich. Ich erkannte ihn nicht wieder. Der zurückhaltende, manchmal mürrisch wirkende Mann legte einen kleinen Teil seines Phlegmas ab und lächelte sogar.

Später, zurück im Klassenraum, verkündete die Lautsprecherstimme den Schulschluss. Pro forma. Es war eh dreizehn Uhr.

Ich stieg auf mein Fahrrad und befestigte die Flagge am Schutzblech. Vorne, immer im Blickfeld.


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Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (23.10.2018)
Gerne gelesen, hätte mehr sein können!
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idioma meinte dazu am 23.10.2018:
KEINESFALLS MEHR,
denn grade dieses Knappe, Unausgebreitete, kümmerlich Wenige, Vergebliche ( nix zu sehn hinter den dunklen Scheiben....) ergibt mehr Ausdruck und Stimmung als 1000 Worte !!!
Der Text beschäftigt mich immernoch.
Wegen der naturalistischen Zeitabfolge hab ich mal versucht, die Zeilen etwas anders aneinanderzufügen,
Anfangs für jeden Satz eine neue Zeile und erst weiter unten deutlich abgesetzte Abschnitte............

"Kennedy kam in die Stadt.

Ja, der Kennedy, John F., Präsident der USA.
Alle hatten nach der ersten Stunde unterrichtsfrei.
Alle bekamen Fähnchen in die Hand gedrückt. Amerikanische, versteht sich.
Amerika, das Gelobte Land.
Ich war um die elf oder dreizehn - ich erinnere mich nicht mehr so genau.
Mein Klassenlehrer war außer sich. Ich erkannte ihn nicht wieder. Der zurückhaltende, manchmal mürrisch wirkende Mann legte einen kleinen Teil seines Phlegmas ab und lächelte sogar.
Es gab keine langwierigen Vorbereitungen oder Verhaltensmaßregeln. Wir fahren jetzt zum Kennedy, hieß es nur. Natürlich fuhren wir nicht, sondern gingen. War auch nur ein paar Straßen enfernt.

Ich winkte heftig mit meinem papiernen Sternenbanner, als die schwarze Limousine vorbeifuhr. Selbstverständlich war kein Gesicht hinter den abgedunkelten Scheiben zu erkennen. Ein Präsident schon gar nicht. Es ging alles viel zu schnell.

Später, zurück im Klassenraum, verkündete die Lautsprecherstimme den Schulschluss. Pro forma. Es war eh dreizehn Uhr.

Ich stieg auf mein Fahrrad und befestigte die Flagge am Schutzblech. Vorne, immer im Blickfeld."

Vielsagend, wie die Tristess des (Schul-)Alltags zum Ausdruck kommt ( ganz besonders durch die Bemerkungen über den Lehrer ! ) und wie sie die Show und Schaumschlägerei des Ereignisses konterkarriert.....
Alles gipfelnd im allerletzten Abschnitt
quasi betreffs :
Was bleibt ?
Was hat kind/man/frau davon ?
Man tät sich gern überlegen fühlen über das Kind, das sich mit seinem Fähnchen zufrieden gibt, aber ehrlich : wie windig sind eigentlich die vielerlei "Fähnchen" in meinem Blickfeld ?
idi

Antwort geändert am 23.10.2018 um 23:34 Uhr


Antwort geändert am 23.10.2018 um 23:35 Uhr
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bbx antwortete darauf am 24.10.2018:
Vielen Dank für die Beschäftigung mit meiner kleinen Geschichte.

Die chronologische Anordnung würde dem Text einen anderen Charakter verleihen. Doch ich mag gelegentliche Zeitsprünge und Rückblicke.
Und - ja, was bleibt von der Show?
Und wer macht den Wind, in den man sein Fähnchen hängt?

ide
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idioma schrieb daraufhin am 24.10.2018:
DANKE für Deine Antwort !
JA ! Du hast wirklich vollkommen Recht :
Die stimmige Zeitabfolge macht den Text viel
kontrollierter und "absichtlicher".
Deine Originalfassung hat genau diesen diffusen unkontrollierten lebendigen Charakter, wie Erinnerungen ganz spontan z.B. durch ein Photo oder ein Stichwort wie hier z.B. "Kennedy" ganz unforciert aus dem Gedächtnis auftauchen, splitterhaft und eben NICHT sauber chronologisch.......
Tatsächlich geben diese Nuancen zusammen mit der kargen kindlich-kunstlosen Sprache den starken Ausdruck.
Danke auch für Deine Bestätigung der ganz versteckten existenziellen Hintergründigkeit des allerletzten Abschnitts........
Echt erstaunlich, wie Deine "kleine Geschichte" hängen bleibt.............
idi
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Kommentar von Graeculus (69) (23.10.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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ManMan
Kommentar von ManMan (23.10.2018)
Auch ich bin der Meinung, dass der Text durch seine Prägnanz gewinnt.
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Dieter_Rotmund äußerte darauf am 23.10.2018:
Nun ja, man könnte kompromißbereit auch sagen: Mehr Texte von dieser Art, bitte.
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bbx
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Veröffentlicht am 23.10.2018, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 23.10.2018). Textlänge: 166 Wörter; dieser Text wurde bereits 122 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 22.05.2019.
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