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Gesetz
Für alle Angehörigen eines Gemeinwesens geltende Norm, die Gebote und Verbote aufstellt, um das Zusammenleben zu regeln.
... und was wir daraus machen:

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Recht lang:  Parteiengesetz von Aipotu, 1. Abschnitt von Dart (483 Worte)
Wenig kommentiert:  2. Gesetzeserlass von Aipotu von Dart (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Das Gesetz der Zahl von eiskimo (nur 89 Aufrufe)
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5. Teil: Hurra, ich (k)lebeInhaltsverzeichnis7. Teil: Der Weg

6. Teil: Fragen über Fragen

Text zum Thema Fragen


von Lena

Ich wühle noch ein wenig weiter und tiefer in dem Karton herum. Hier liegen viele Dinge, die einen guten Einblick in das Leben der Dichterin geben. Vielleicht finde ich hier auch den Schlüssel zur rätselhaften Schublade. Das Rätsel um das ‚Leben 2‘ habe ich bereits gelöst – es gibt noch einen anderen Karton mit der Aufschrift „Das Leben 1“. „Hej, bist du okay?“ „Was macht sie denn da jetzt?“ „Haaallooo, kommst du wieder runter?“ Alles klingt von weiter Ferne und ziemlich durcheinander an mein Ohr. Mir wird auf einmal klar, dass ich in diesem Karton ziemlich allein bin, allein und hilflos, und ich weiß gerade nicht, wie ich hier wieder herauskommen soll… „ja, hallooo,  ich bin jetzt hier in dem Karton… hier liegen ganz viele Karten von Ereignissen, bei denen die Dichterin dabei war. Auch Karten von Reisen…sagt mal, kam es öfter vor, dass sie für eine Zeit lang verschwunden ist?“ Ich höre sie nun alle außerhalb des Kartons aufgeregt durcheinander brabbeln: „Ab und zu war sie schon mal für länger fort, aber eigentlich nahm sie uns dann meistens mit“, meint der abgebrochene Bleistift.“ „Ich war immer dabei“, erinnert sich der Füllfederhalter, „mit mir hat sie am liebsten geschrieben.“ „So ein Quatsch“, fällt ihm der Kugelschreiber ins Wort, während er heftig klappernd auf seinem Druckknopf hin und her springt. „Ich war ihr Lieblingsstift, mich hatte sie immer und überall dabei!“ „Mich aber auch“, sinniert das Papier leise, „ohne mich läuft gar nichts!“ Der Ton wird immer härter und lauter, alle Schubladenbewohner wollen immer dabei gewesen sein. „Jetzt hört doch auf zu streiten, das bringt uns doch nicht weiter“, bittet der Anspitzer mit seiner ruhigen sonoren Stimme. „Wir müssen überlegen, was wir tun können, bevor wir hier drinnen versauern! Schau doch noch einmal nach, ob du einen Hinweis findest“, ruft er fast flehend zu mir hinauf, „vielleicht musst du noch tiefer in der Kiste graben?“ – Das gestaltet sich aber leider nicht so einfach, denn Papier wiegt schwer. Und hier war alles voller Papier… dann entdecke ich plötzlich einen Plan – „Lauwersoog“, rufe ich nach unten, „hat sie mal Lauwersoog erwähnt?“ Wieder höre ich großes Gemurmel: „Lauwersoog?“ „Das ist Holland, ganz oben im Norden von Holland.“ „Da ist sie gern hingefahren, an die Nordsee…“ – „Sagt euch das jetzt was?“, rufe ich ungeduldig. Da erhebt sich in der Nähe vom Bleistift auf einmal ein rotes Notizbuch mit einem Leuchtturmmotiv darauf: „Ik, ik ben van Lauwersoog“, flüstert es kaum hörbar und dazu nicht für jeden verständlich. „Ze bracht me hier vanaf daar.“ „Was sagt es da?“, fragt das Radiergummi. „Das Notizbuch kommt aus Lauwersoog, und die Dichterin hat es von dort mit hierher gebracht…“ – alle starren den Anspitzer an. Das er schon immer ein wenig anders war, etwas nobler, wichtiger, das haben sie alle mitbekommen. Aber "seit wann kannst du niederländisch verstehen?“, fragt der Kugelschreiber völlig verdattert und hört auf, herum zu hopsen. „Schon immer“, antwortet der Anspitzer lässig und stolz, die anderen überrascht zu haben (so etwas liebte er). „Ich kann es sogar sprechen“, setzt er nach und droht dabei fast zu platzen. Es gab nicht allzu viel in seinem Leben, was der Anspitzer geschafft hatte, oft hatte er sich so durchgemogelt, das konnte er gut. Im Kaufhausregal hat er andere stets nach vorne geschoben, damit er nicht von irgendjemandem mitgenommen wurde. Bis sie kam – die Dichterin… sie suchte nach den Besonderheiten in den Schreibutensilien, griff nach dem herzförmigen Radiergummi, dem lustig ausschauenden Bleistift, dem Füllfederhalter mit seiner gradlinigen Form, und auch bei den Notizbüchern hatte sie einen eigensinnigen Geschmack, sie waren aus handgeschöpften Papier, aus herzförmigen Blättchen, mit besonderen Umschlägen und vielem mehr. Da rutschte er nach ganz vorne im Regal, in der Hoffnung, sie würde auf ihn aufmerksam…und er hatte ihr Herz erobert, allein schon dadurch, wie er gekleidet war für einen Anspitzer: „Na, hier hatte aber einer eine ganz besondere Idee, etwas Schönes aus einem Anspitzer zu machen“, hat sie gesagt und ihn mitgenommen. Der Herr Anspitzer freute sich sehr, und war gespannt, auf wen er nun noch alles treffen würde, wo er landen würde… Die anderen Mitbewohner seiner Schublade fand er nur solange interessant, bis er alles von ihnen wusste. Danach wurden sie ihm meistens langweilig. Die meiste Aufmerksamkeit seinerseits genoss noch das Handy, auf ihm passierte ab und zu etwas, so wurde es nicht langweilig. Langeweile war für den Anspitzer sowieso das Schlimmste, was ihm passieren konnte. Er hasste Langeweile, sie warf ihn in eigene Gedanken über sich, das wollte er nicht…“Hallo? Jemand zuhause?“ Das Radiergummi winkt vor seinem Gesicht herum. „Jetzt bloß nicht sentimental werden“, denkt sich der Anspitzer und sagt gelassen: „Ja, natürlich, kann ich noch irgendetwas tun?“ Nein, das konnte er nicht, alle standen da  und überlegten, ob das Notizbuch nun ein gutes oder schlechtes, ob es überhaupt ein Zeichen war. Ich übrigens auch. Im Karton liegt einiges zum Reiseziel Lauwersoog / Lauwersooger Meer. Sie scheint häufiger dort zu sein, hat ein Häuschen, in das sie dort immer fährt und das direkt am Meer liegt. Aber auch unzählige Prospekte von Norden/Norddeich, Flyer vom Schlossparkcafe Lütetsburg, der Kunsthalle in Emden, ein Schiffahrtsplan, dem Waloseum, dem Kunstverein Norden, einer Bar, und, und, und…  - Das Hermann Hesse  Museum finde ich auf einem anderen Flyer, und ich habe das Gefühl, dass wir bei diesem Wust an Papier von Nord nach Süd nicht viel weiter kommen.

5. Teil: Hurra, ich (k)lebeInhaltsverzeichnis7. Teil: Der Weg
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