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38 - StraßeInhaltsverzeichnis40 - Unwirklichkeit

39 - Belohnung

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der Vormarsch gestaltet sich zäh. Den ersten Schuss, den er abgibt, gilt einem eigenen Mann, um ihn von einem qualvollen Feuertod zu erlösen. In einem erbitterterten Kampf um ein Waldstück mit Truppen der Waffen-SS wehrt die Kompanie unter Verlusten die Gegenangriffe ab. Auch der Kampf um ein weiteres Dorf fordert Tote. Es folgt eine  kurze Erholungspause.




Als ich den Hof von Madame Focard erreichte, hatten die meisten Männer sich bereits hingelegt. In allen Ecken und aus allen Richtungen hörte man es Schnarchen, mal laut mal leise. Auf jeden Fall war es verdient. Das Wummern der nahe bei uns in Stellung gegangenen Artillerie oder die ständig über uns kreisenden Flugzeuge störten niemand. Mr Bush und Vic saßen auf einer Bank vor dem lädierten Wohngebäude und erwarteten mich, grinsend und mit nackten Füßen.

"Da sind Sie ja wieder, Sir."
"Netten Spaziergang gemacht, Sir? Die frische Landluft tut gut, was? Ich hoff, Sir, Sie habn fein auf Minenfelder geachtet. Wie soll Ray mir denn sonst von den fünf Pfund nen Bier ausgebn.“
Ich schaute sie von oben an. "Besonders gefährlich seht ihr aber nicht aus." Ich schnüffelte bedächtig. "Obwohl der Geruch vieles wieder wett macht."
"So ist es. Krieg, Sir."
"Yep, da hat mein Norwegerkumpel mal wieder Recht. Der Krieg stinkt. Und wenn's nur Schweißmauken sind."
"Gibt es etwas Neues?"
"Das Bataillon hat sich gemeldet, Sir."

"Yep, das olle Feldtelefon hat gebimmelt. Der Earl war dran. Eigentlich wollt der Kommandeur selber und höchstpersönlich vorbeikommn. Ging aber nich, musste zu irgendeinem Nachbarregiment. Aber der Earl war richtig schick drauf. 'Richten Sie ihrem Captain aus, dass er das ganz hervorragend gemacht hat. Man kennt inzwischen die B-Kompanie des zweiten Bataillons. Selbst Monty1 hat sich nach uns erkundigt. Der Kommandeur ist mächtig stolz. Zu schade, dass er keine Zeit hat. Aber wie gesagt: Ganz hervorragend.' Seine Worte, ganz ehrlich."
Kritisch beäugte ich Mr Bush. Er hatte den hochtrabenden Tonfall des stellvertretenden Bataillonskommandeur allerdings so genau getroffen, dass ich annahm, es sei die Wahrheit. "Das war dann wohl ein Lob“, sagte ich immer noch ein wenig misstrauisch."
"Ganz bestimmt, Sir."
"Na, wenn er so zufrieden mit uns is, kann er uns ja in Urlaub schickn."
Die beide brüllten los, als hätten sie einen guten Witz gehört. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich wieder beruhigt hatten. Mr Bush wischte sich eine eine Lachträne aus dem Gesicht. Als Nächstes sagte er mit verstellter Stimme: "Wie gesagt: Ganz hervorragend."
"Sehr witzig."
"Wir machen doch nur Spaß, Sir."
"Yep, Spaß, Sir. Aber wir habn uns gedacht, ne Belohnung hat unser Captain dann schon verdient."

Mr Bush erhob sich ächzend, ging zu einer Tür und winkte mich zu sich. Ich folgte ihm mit Vic im Schlepptau. Im Haus war es dunkel. Wir kamen zu einer Treppe, die an der rechten Wand entlang in den ersten Stock führte. Große Teile des Dachs und die linke Hälfte des oberen Stockwerks waren fort. Wir stiegen die Treppe hinauf. Das Tappen der nackten Füßen auf den in Jahrzehnten blankgetreten Stufen hätte einen denken lassen können, dass hier Kinder nach einem nicht erlaubten oder zumindest nicht gern gesehenen Sommerausflug zu einem nahen Teich sich wieder auf ihre Zimmer schlichen. Wenn meine schweren Schritte nicht gewesen wären. Vor einer der wenigen verbliebenen Türen im ersten Stock blieben wir stehen. Vic grinste und Mr Bush öffnete sie feierlich. Der Raum dahinter war zwar nicht sehr groß, aber blitzblank. Das war erstaunlich, wenn man bedachte, dass die halbe Außenwand und das Dach fehlte. Zumindest Letzteres war zum Teil durch eine erbeutete Zeltbahn ersetzt worden, die nun Schatten spendete. Ein fein verzierter Sekretär stand an der linken Wand. Glücklicherweise hatte er all das, was dem Hof und seinen Bewohnern widerfahren war, schadlos überstanden. Über den Hocker, der vor im stand, konnte man das nicht sagen. Seine Einzelteile waren bis vor kurzem noch nicht einmal ein Hocker gewesen. Auf dem Sekretär lagen mehrere Bogen Papier und ein Füllfederhalter. Daneben stand ein Zinkbottich, in dem ein ganzer Mann Platz Platz fand. Doch am Unglaublichsten war das, worauf die Zeltbahn auf der anderen Seite des Raumes ihren Schatten warf. Dort stand ein Bett mit einem hohen Federkissen. Wie die Bettdecke war es in ein reines Laken gekleidet.
"Mein eigenes Zimmer", flüsterte ich.
Mr Bush ergänzte: "Wie in Kairo."

Ich musste ihm davon erzählt haben. Er ging zur Treppe und rief laut "Madame", während ich mich überwältigt von Vic auf den Hocker setzten ließ. Das Papier war so weiß, dass ich glaubte, die Augen zukneifen zu müssen, um nicht geblendet zu werden. Madame Focard, eine rüstig scheinende Frau in den Fünfzigern, erschien in der Tür mit einem Porzellanteller in der einen und einem Silberlöffel in der anderen Hand. Beides legte sie vor mich hin. Ich weiß nicht mehr, was auf dem Teller war und will die Erinnerung an diese herrliche Gericht auch nicht dadurch verunreinigen, dass ich meine unzuverlässige Erinnerung durchforste, nur um einen belanglosen Namen zu finden. Es schmeckte so gut und roch so herrlich. Nicht nach Dose, nicht nach Kordit, Benzin oder Schweiß. Meine Wohltäter wollten sich still und heimlich davon machen, doch eines wollte ich noch wissen.




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

1 Monty - Field Marshal Bernard Law Montgomery. Bis heute britischer Nationalheld. Hauptsächlich wegen des von Truppen unter seinem Kommando errungenen Sieges in der ägyptischen Wüste in der Zweiten Schlacht von El Alamein.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (26.10.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 26.10.2018:
Es wirkt unangemessen. Aber ich schmunzle über deinen Kommentar. Also den zweiten Teil.
Warum? Siehe Teil40!

Den ersten Teil solltest du im Hinterkopf behalten...
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (01.11.2018)
Frage, wenn man die Wahl hätte, ein gutes Essen oder ein Orden?
Ich nehme an die Auszeichnungen gibt es später!
TT
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 01.11.2018:
Orden kann man nicht essen. Und wenn man sie bekommt, findet sich der Verleihende oft mindestens ebenso wichtig wie der Bedachte.

Es gibt auch Orden, die man vielleicht nicht haben will. Bei den Briten ist das die höchsten militärische Auszeichnung, das "Victoria-Cross". Ein Viertel der Verleihungen erfolgt posthum.

Die letzten vier Träger des "Victoria-Cross" sind:

-) Joshua Leakey (2015)
-) James Ashworth (2012, pothum)
-) Bryan Budd (2006, posthum)
-) Johnson Beharry (2004)

Über Beharry gibt es einen Eintrag in der deutschen Wikipedia. Dort steht u.a. zu lesen:
Am 11. Juni 2004 geriet er, wieder als Fahrer des Führungsfahrzeuges, erneut in einen Hinterhalt in Al-Amarah, bei dem sein Fahrzeug beschädigt und er selbst verletzt wurde. Trotz dieser Verletzungen und einer verminderten Sehfähigkeit gelang es ihm, den Konvoi wie geplant zum Entsatz einer weiteren Patrouille zu fahren. Insgesamt sollen Beharrys Handlungen fast 30 Soldaten das Leben gerettet haben.Beharry leidet bis heute an den Folgen der Explosion einer Antipanzergranate, die bei dem Einsatz knapp 15 Zentimeter von seinem Kopf entfernt detonierte.

Im September 2006 beförderte das Verteidigungsministerium Beharry vom Private zum Lance Corporal. Offiziell untersteht er noch seinem Dienstverhältnis. Seine angeschlagene körperliche und seelische Verfassung macht eine tatsächliche Rückkehr in den aktiven Dienst allerdings unwahrscheinlich.

Quelle:  Wikipedia "Johnson Beharry"
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 26.10.2018, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 26.10.2018). Textlänge: 914 Wörter; dieser Text wurde bereits 105 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.12.2019.
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