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40 - UnwirklichkeitInhaltsverzeichnis42 - Nichts

41 - Held

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der Vormarsch gestaltet sich zäh. Den ersten Schuss, den er abgibt, gilt einem eigenen Mann, um ihn von einem qualvollen Feuertod zu erlösen. In einem erbitterterten Kampf um ein Waldstück mit Truppen der Waffen-SS wehrt die Kompanie unter Verlusten die Gegenangriffe ab. Auch der Kampf um ein weiteres Dorf fordert Tote. Es folgt eine  kurze Erholungspause.




Es ist eine ganze Weile vergangen. Die Nacht hat bereits weite Teile des Himmels eingenommen. Da wird die Tür zu meinem Zimmer aufgerissen. Im Halbdunkel erkenne ich den Schemen eines Soldaten. In der einen Hand hält er eine Weinflasche, in der anderen ein Bajonett.
"Da ist er ja, unser Held!", lallt der Mann spöttisch. Es ist Sergeant Horatio Fitzmaurice. "Der Mann, von dem selbst Monty spricht."
Schwankend kommt er näher.
"Alle Achtung, mein Bester. Sie sind schon ein feiner Kerl. Zählen Sie gerade, wie vielen Deutschen sie den Hals durchgeschnitten haben?"
Er fuchtelt mit dem Bajonett herum. Es fehlt nicht viel und er hätte die Weinflasche unter dem Flaschenhals durchgesäbelt und seine Finger gleich mit. Langsam und ohne einen Laut baue ich die Tokarew1 wieder zusammen. Fitzmaurice kichert.

"Den SS-Schweinen sollten wir lieber die Schwänze abschneiden. Die können wir dann ihren Franzosenherzchen schenken. Damit sie sich die in ihre Fotzen schieben. Zur Erinnerung. Sozusagen. Diese prüden Weiber! Von uns lassen die keinen ran. Blöde Schlampen. Jawohl, Schlampen und Huren sag ich."
Dann nimmt er das Bajonett zwischen die Zähne und zischt: "Oder Eier abschneiden. Allen Fritzen die Eier abschneiden. Und für hundert Eier kriegen Sie dann einen Orden."
Das Bajonett wandert zurück in seine Hand. Ich habe die Tokarew zusammengebaut, führe das Magazin ein und spanne sie mit einem kaum vernehmlichen Klicken.
"Ja, mein Lieber, alle sind stolz auf Sie. Alle, nur Johnny Smith nicht. Wie auch. Ist tot und verrottet in diesem Scheißland. Ist auch nicht der einzige. Da draußen liegen lauter Johnnies und noch viel mehr Smiths. Sind Ihnen alle gefolgt. Jetzt alle tot. Wussten Sie eigentlich, dass Johnny Sie bewundert hat?"
Das habe ich nicht gewusst.
"'Bei dem sind wir in guten Händen'. Von wegen. Scheiß was drauf, du Held! Sieg Heil, du Held, Sieg Heil! Fick dich! Fick dich!"

Fitzmaurice ist mit jedem Wort lauter geworden. Schwankend kommen er und sein Bajonett immer näher. Ich sage mir immer wieder, dass ich ihn nicht erschossen hätte. Das ist eine Lüge. Ich hätte.

Plötzlich stehe ich da, mit der Pistole in der ausgestreckten Hand, als Mr Bush und Vic, angelockt und aufgeschreckt durch das Geschrei des Sergeants, in mein Zimmer stürzen. Der eine packt den Arm mit der Weinflasche, der andere den mit dem Bajonett und sie schlagen ihm beides aus der Hand. Der Alkohol gluckert auf den Holzfußboden. Die Waffe holpert in eine Ecke. Es ist ein Leichtes, den Angetrunkenen zu überwältigen. So schnell wie möglich schaffen Mr Bush und Vic ihn weg.
"Scheißheld! Du, Scheißheld!", ruft Fitzmaurice dabei. "Fick dich! Sieg Heil! Fick dich!"




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

Die Sprache der wörtlichen Rede ist Englisch. Kursiv gesetzte Worte in wörtlicher Rede sind deutsche Worte.

1 Tokarew - Eigentlich sowjetische  Selbstladepistole Tokarew TT-33.


 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (28.10.2018)
Wenn das Töten das Fassungsvermögen Einzelner überschreitet, wird der Begriff Held schon im Kriege selbst hohl und richtet sich als höhnische Kritik gegen die eigenen Leute.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 28.10.2018:
Töten kann eben auch frustrieren. Zumindest dann, wenn man die andere Seite mal gesehen hat und feststellen muss - wie es für einen Soldaten gilt -, dass es keinen Ausweg gibt ab solche, die sehr leicht einen selbst zerstören können. Was ist wichtiger? Das wir überleben? Oder das unsere Ansichten überleben?
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EkkehartMittelberg antwortete darauf am 28.10.2018:
Das ist eine gute Alternative. Wenn man es für wichtiger hält zu überleben, auch wenn die Ansichten sterben, wird es schwierig sein, einen Heldenmythos aufzubauen.
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Kommentar von Graeculus (69) (28.10.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 28.10.2018:
Wer weiß schon, was Alkohol so alles mit einem Hirn macht...

Ich habe das Sieg Heil! hier als Gegensatz zu dem gegen Ende des Krieges - schon vor dem Tod des "Führers" - bei alliierten Soldaten beleibtem Hitler kaput! - kommt auch noch - verwendet.

Antwort geändert am 28.10.2018 um 22:06 Uhr
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (02.11.2018)
Das ist glaubhaft, zum Helden kann man sogar gegen seinen Willen werden.
Zeiten ohne Helden sind die besseren Zeiten!
TT
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TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 02.11.2018:
Auf jeden Fall darf man nicht vergessen, dass Helden auch immer etwas bewirken, das jenseits der eigentlich Tat liegt. Und das bedarf der Interpretation.

Wenn selbst der aufrechteste Held nur Tod und Zerstörung erzeugt, ist es kein Verlust, wenn die Welt, die ihn zum Helden ernennt, untergeht.
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40 - UnwirklichkeitInhaltsverzeichnis42 - Nichts
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 28.10.2018, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 28.10.2018). Textlänge: 551 Wörter; dieser Text wurde bereits 104 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 04.12.2019.
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