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41 - HeldInhaltsverzeichnis43 - Strafe

42 - Nichts

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der Vormarsch gestaltet sich zäh. Den ersten Schuss, den er abgibt, gilt einem eigenen Mann, um ihn von einem qualvollen Feuertod zu erlösen. In einem erbitterterten Kampf um ein Waldstück mit Truppen der Waffen-SS wehrt die Kompanie unter Verlusten die Gegenangriffe ab. Auch der Kampf um ein weiteres Dorf fordert Tote. Es folgt eine  kurze Erholungspause.




Der nächste Tag grüßte mit strahlendem Sonnenschein. Es war Fliegerwetter. Ständig drehten Jagdbomber ihre Warteschleifen über unseren Köpfen. Ein angenehmer Südwind trug den Lärm der Front zu uns herüber und die Artillerie feierte den Sommer auf ihre Art. Die Männer meiner Kompanie waren darauf bedacht, die Spuren der vergangenen Nacht zu beseitigen. Selbst diejenigen, deren Kopf noch dröhnte wie eine Piper Cub1. Besonders wenn Madame Focard auftauchte, waren sie bemüht und beschämt. Ich ließ mich überall blicken, sprach freundlich mit allen, blieb aber stets ein wenig zu lange, damit klar war, was ich dachte. Mr Bush tat es mir gleich, fluchte aber ungleich mehr dabei. Zumindest der erste Zug brauchte sich jedoch nicht zu fürchten, denn hier herrschte Staff Sergeant Shaws Gelächter. Den Abend verbrachten die Männer still oder in kleinen Gruppen. Sie ahnten etwas, oder es hatte sich bereits herumgesprochen. Obwohl ich angeordnet hatte, erst kurz vor dem Schlafengehen die Befehle auszugeben. Am Nachmittag hatte sich das Bataillon gemeldet. Es ging wieder los.

Vor dem Dunkelwerden drehte ich noch eine letzte Runde. Ich hatte gerade mit dem Soldaten Carrick gesprochen, der sich von mir gern bei seiner Bibellektüre unterbrechen ließ. Da erblickte ich Madame Focard. Sie versuchte, einen Hühnerstall zu reparieren. Die Bretter waren lang und der Hammer war schwer. Etwas trieb mich zu ihr herüber und ließ mich ihn ihr aus der Hand nehmen. Französisch konnte ich nicht und sie sprach kein Wort Englisch. So arbeiteten wir schweigend. Gemeinsam nahmen wir die Bretter, brachten sie in die richtige Position und mit wuchtigen Schlägen trieb ich die Nägel ins Holz. Einige Männer beobachteten uns. Ich drehte mich nicht um. Für einen Captain der Infanterie war das eine durch und durch unangemessene Beschäftigung. Zumindest im Angesicht seiner Untergebenen. Das ich die Arbeit jedoch genoss, versuchte ich erst gar nicht zu verheimlichen. Denn ganz gleich wie marode, angebrannt oder feucht diese Bretter waren, ich baute einen Stall. Schließlich bedeutete mir Madame Focard, dass wir fertig waren. Was wir da gebaut hatten war mehr ein Verschlag, denn ein Stall. Oder ein Schuppen. Doch sie schien zufrieden, nickte, nahm mir den schweren Hammer aus der Hand und verschwand. Während den ganzen zweieinhalb Tagen, die wir auf ihrem Hof verbrachten, hatte ich nicht ein Huhn gesehen oder gehört.



Die Befehlsausgabe am nächsten Morgen war eine kurze Angelegenheit. Wir sollten zu einer nahen Kreuzung marschieren. Dort würden Lastwagen warten und uns in die Nähe der Front schaffen. Die Zugführer waren dafür verantwortlich, dass nichts und niemand zurückgelassen wurde. Als alle gegangen waren und nur noch Mr Bush und Vic bei mir waren, kam Sergeant Horatio Fitzmaurice noch einmal zurück.
"Sir?"
Ich blickte ihn an, sagte aber nichts.
"Sir, ich wollte mich nur für das entschuldigen, was ich gestern Nacht getan habe, Sir. Es war unentschuldbar, Sir", sagte er

"Unentschuldbar? Es war so ziemlich die größte Dummheit und Frechheit, die man sich erlauben kann. Sie haben einen Kameraden beschimpft und bedroht. Dafür gehören Sie vor ein Kriegsgericht und die machen aus dem Kameraden dann einen Offizier. Ist Ihnen klar, was das bedeutet? Man, Sie sind Zugführer und sollen ihren Soldaten ein Vorbild sein. Aber nicht genug damit, dass Sie sich besaufen wie ein Ire und alle Männer das mitbekommen. Sie müssen ihrem Captain auch noch bajonettschwingend einen kleinen Besuch abstatten. Ist ihnen eigentlich bewusst, dass ich meine Pistole geladen und gespannt auf Sie gerichtet hatte? Ich war kurz davor, Sie über den Haufen zu schießen! Und eines können Sie mir glauben: Dafür hätte mich niemand belangt. Gelobt hätte man mich, weil man so die Disziplin aufrecht erhält. Und mir hätte es auch nichts ausgemacht. Verdammt, verdammt! Und nun kommen Sie zu mir, Sie Heini, und wollen sich entschuldigen? Wissen Sie denn dies Mal, was sie tun? Wissen Sie es? Wie soll ich Sie noch gebrauchen? Was nützen Sie mir noch? Haben sie eine Idee? Auch nur eine?“

All dies hätte ich sagen können.
Doch ich sagte nichts.
Ich schaute Fitzmaurice nur so lange an, bis er salutierte und verschwand.




-Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

1 Piper Cub - Weitverbreitetes alliiertes  leichtes Beobachtungs- und Verbindungsflugzeug.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (30.10.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 30.10.2018:
Kein Gegacker, so oder so.

Ja, die beiden Flugzeuge sind vergleichbar. Wobei Eisenhower einen erbeuteten "Storch" benutze.
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 30.10.2018:
Jetzt mit aus Wikipedia verlinktem Bild.

Der alliierte "Storch"...
nicht die französischen Hühner...
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Graeculus (69) schrieb daraufhin am 30.10.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Graeculus (69) äußerte darauf am 30.10.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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TrekanBelluvitsh ergänzte dazu am 30.10.2018:
Die Verlinkung ist bei den Anmerkungen.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 30.10.2018:
Ich denke, das Eicke, hätte er überlebt, Polizeichef von Buenos Aires oder Santiago de Chile geworden wäre.
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Graeculus (69) meinte dazu am 30.10.2018:
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (30.10.2018)
Weshalb baut der Erzähler den Hühnerstall? Es ist eine Sinninsel inmitten eines Ozeans von Vernichtung. Mindestens lenkt es von dem Geschäft des Tötens ab.
Vielleicht war das lange Anschauen klüger als das Unentschuldbare verbal zu entschuldigen.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 30.10.2018:
Ja, für Symbole haben wir Menschen etwas übrig. Bleibt abzuwarten, was sie nutzen...
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (02.11.2018)
Wahrscheinlich erinnert man sich viele Jahre später noch an den Stall, während anderes immer unwirklicher wird.
Etwas aufbauen in einer kaputten Welt, ist symbnolisch.
TT
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 02.11.2018:
In der Situation "nur" ein geistiger Rettungsanker, der sagen soll: "Ich kann auch anders. Das andere bin ich nicht."
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41 - HeldInhaltsverzeichnis43 - Strafe
TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 30.10.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 30.10.2018). Textlänge: 785 Wörter; dieser Text wurde bereits 110 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.12.2019.
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