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42 - NichtsInhaltsverzeichnis44 - Risiko

43 - Strafe

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der Vormarsch gestaltet sich zäh. Den ersten Schuss, den er abgibt, gilt einem eigenen Mann, um ihn von einem qualvollen Feuertod zu erlösen. In einem erbitterterten Kampf um ein Waldstück mit Truppen der Waffen-SS wehrt die Kompanie unter Verlusten die Gegenangriffe ab. Auch der Kampf um ein weiteres Dorf fordert Tote. Es folgt eine  kurze Erholungspause. Während der kommt es zu einem Angriff eines Zugführers auf den Captain, den dieser jedoch ungesühnt lässt.




Seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden streiten sich die Gelehrten und die weniger Gelehrten darüber, ob Strafen einen Sinn machen. Wenn ja, welche Strafe ist zur welcher Zeit welchem Vergehen angemessen? Ich habe dazu keine Meinung. Oder habe zumindest lange keine gehabt. Viele Offiziere glauben, dass es besser ist, einmal zu viel als einmal zu wenig zu strafen und wissen dabei in der Regel Priester und selbst ernannte Schulleiter auf ihrer Seite. Als Kompaniechef war es immer mein Interesse, genug Männer zu haben. Männer die bereit waren, für ihr Land zu kämpfen und, wenn es sein muss, sich für ihr Land töten zu lassen. Motivierte Männer. Strafen motivieren selten. Je drakonischer sie sind, desto mehr Angst verbreiten sie. Männer die Angst haben, kämpfen aber nicht gut. Außerdem gibt es auf dem Schlachtfeld ausreichend Angst für alle. Strafe muss nicht sein. Es ist schon Strafe genug, ein Soldat oder ein Mensch zu sein. Die wirklichen Gauner hat Strafe auch noch nie von ihren Untaten abgehalten, weil sie nie davon ausgehen würden, dass man sie erwischt. Jedoch musste ich lernen, dass man die, die Reue zeigen, bestrafen sollte. Denn sie bedauern nicht nur, sie wissen auch, was sie angerichtet haben. Dieses Wissen kann einen Menschen auffressen. Es frisst ihn auf, wenn er nichts dagegen tun kann. Doch wie macht man Geschehenes wieder ungeschehen? Das geht nicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand eine Untat oder nur einen kleinen Fehltritt begangen hat. Das Entscheidende ist, wie dieser Mensch sich fühlt. Auf lange Sicht kann Schuld die Seele aushöhlen. An einer Strafe hingegen könnte die Schuld sich reiben, bis sie aufgebraucht ist.

Hätte ich doch nur etwas gesagt.




- Fortsetzung folgt -

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (31.10.2018)
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Stelzie meinte dazu am 31.10.2018:
Allein dieser Satz war mir schon eine Empfehlung wert. Über Schuld, Schuldgefühle und Sinn oder Unsinn von Strafen wurde schon viel philosophiert.
Ob man den Text jetzt einzeln liest oder in Verbindung mit der ganzen Geschichte macht für mich keinen Unterschied. Der ist so oder so genial ;)
Liebe Grüße
Kerstin
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 01.11.2018:
Ich freue mich, dass dieser kleine Teil bei euch so angekommen ist. Er soll natürlich keine erschöpfende Beschäftigung mit dem Thema Strafe liefern. Theorie und Praxis. Kulturelle Errungenschaften gegenüber dem Notwendigkeiten (des Krieges). Was in Gedanken so einfach scheint... Man vergleiche nur den Videobeweis im Profifußball.

Nein, keine Armee ist ohne Strafen ausgekommen. Das ist aber auch nicht verwunderlich. Gibt es eine Gesellschaft oder nur einen teil der Gesellschaft, der ohne Sanktionsapparat auskommt? Wobei entgegen dem, was man oberflächlich so gerne (aufgrund von Mythen und Legenden) annehmen möchte, die deutsche Armee (und ihre Vorläufer) zumeist recht moderate Strafen verhängte.

Das meint z.B. das bekannte "so schnell schießen die Preußen nicht". Im Gegensatz zu den Armeen andere Länder, war die Strafen im der preußischen Armee also selbst für die Zeitgenossen erstaunlich milde. Natürlich gab es so etwas wie den Spießrutenlauf. Doch gegen das "Durch die Flotte Auspeitschen" der Royal Navy war das noch harmlos. Der Spießrutenlauf war kein automatisches Todesurteil, das "Durch die Flotte Auspeitschen" schon.

Im Ersten Weltkrieg wurden auf deutscher Seite ca. 150 Todesurteile gefällt, von denen 48 vollstreckt wurden. Allein auf britischer Seite waren es 600-700. Und bei den französischen Kolonialverbänden soll sogar das "Dezimieren" noch zum Einsatz gekommen sein.

Von der Wehrmachtsjustiz wurde hingegen ca. 30.000 Todesurteile ausgesprochen, von denen ungefähr 23.000 vollstreckt wurden. Was den CDU-Politiker und Verteidigungsminister (1988-1989) Rupert Scholz nicht daran hinderte, zu behaupten, die Wehrmachtsjustiz habe in den meisten Fällen rechtsstaatlich(sic!) Urteile gefällt. Zumeist geschah die als vorauseilender Gehorsam oder aus Überzeugung. Aber vielleicht war die Wehrmacht ja gegenüber der kaiserlichen Armee von 1914/18 ja auch einfach nur ein undisziplinierter Scheißhaufen...

Man mag mich Aussagen vorlegen, die anderes beweisen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass aus dem Justitwesen nach 1945 bis heute eine angemessene Entschuldigung gekommen ist, man statt dessen immer so tut, als habe es sich um die berühmten "Einzelfälle" gehandelt.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (31.10.2018)
Ein Innerer Monolog muss als Bewusstseinsspiegel nicht stimmen. Dieser ist höxhst plausibel. Der Leser ist jetzt besonders gespannt, wie sich der nicht bestrafte Zugführer gegenüber dem Captain verhalten wird.
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 01.11.2018:
Die Frage bleibt, ob der Protagonist in dieser Situation irgendwie richtig handeln konnte. Das er sich nach den Gesetzen falsch verhalten hat, ist klar. Angriff auf einen Offizier! Das steht fast auf gleicher Stufe mit Desertation. Aber es ist halt Krieg. Da gelten nicht immer die Regeln, die niedergeschrieben stehen. Zumindest, wenn man überleben will. Horatio Fitzmaurice hingegen gerät immer mehr in den Sog des Krieges...
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (06.11.2018)
Ein passender Einschub um sich über "Strafe" im Speziellen, wie hier oder Allgemeinen, Gedanken zu machen.
Bei Allgemeinen denke ich an Strafe mit der im verlorenen Krieg ein ganzes Volk pauschal belegt wird.
TT
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TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 06.11.2018:
Ich denke einfach, dass ein Disziplinarvorgesetzter - und das ist ein Kompaniechef ja - sich durchaus Gedanken über Bestrafungen machen sollten. Was mein Protagonist da von sich gibt, dem würde auch noch nicht einmal er selbst als vollständig erachten.

Nach meiner Beobachtung hängt de Ansicht, ob ein Volk für einen verlorenen Krieg (wie auch immer) pauschal bestraft werden sollte, von der Position ab. Gehöre ich zu den Verlierern, bin ich dagegen. Zähle ich mich zu den Gewinnern, bin ich dafür. Da spielt es auch keine Rolle, ob man Konservativer oder Kommunist ist.
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42 - NichtsInhaltsverzeichnis44 - Risiko
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Am Rande des Verstands.
Veröffentlicht am 31.10.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 31.10.2018). Textlänge: 413 Wörter; dieser Text wurde bereits 123 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.12.2019.
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