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Passion

Sonett zum Thema Abschied


von Walther

Passion

Es ist ein langer Weg, der sich um Berge windet,
Durch Täler eilt und Feld- und Wiesenraine säumt.
An mancher Stelle steht ein alter Baum und träumt.
Darunter wiederum ein Mensch, der wartet, findet,

Was er nicht sucht, wie immer er sich quält und schindet.
Auf einer Lichtung, dort, wo eine Quelle schäumt,
Steht eine junge Ricke. Sie wirkt wie hingeräumt,
Damit man dieses Bild als Paradies empfindet:

Die Welt, an deren vielen Wegesrändern Kriege
Und Elend herrschen, Not und Tod und Qual und Scheitern.
Hinauf geht es zum letzten Gipfel, diese Stiege,

Den Horizont, das Blickfeld ewig zu erweitern:
Das Menschenleben ist nicht viel, voll müder Siege,
Voll harter Niederlagen; Sterben kann erheitern.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Habakuk
Kommentar von Habakuk (06.11.2018)
Hat doch einen Kommentar verdient, finde ich. „Sterben kann erheitern“. Sehe ich auch so.
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Walther meinte dazu am 07.11.2018:
Wer menschen auf dem letzten weg begleitet und begleitet hat, weiß das. zu leben kann manchmal die kraft eines menschen übersteigen. danke für kommi und empfehlung.
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Kommentar von Marjanna (68) (06.11.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Walther antwortete darauf am 07.11.2018:
in der tat, Marjanna. der lebensüberdruß kommt nicht so selten vor, wie man meint. wenn der körper nicht mehr will und die seele nicht mehr kann, wird der tod zum guten kameraden. danke fürs empfehlen und kommentieren. lg W.
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franky
Kommentar von franky (07.11.2018)
Hi lieber Walter,

Schönes Sonett mit durchgehend 6 Hebungen. Fein gewoben.
Vielleicht um 1 „Und“ zu viel. Darüber mag man anderer Ansicht sein, in deinem Sonett ist es aber nicht störend.

LG Franky
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Walther schrieb daraufhin am 07.11.2018:
Hi lb Franky, danke für deinen sehr freundlichen eintrag. sechshebige jamben passen zum sujet. der barocke ton des memento mori gibt einen perfekten kontrapunkt. das mit dem "und" ist eigentlich immer bewußtes stilmittel und nicht metrumsgeschuldet. lg W.
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (07.11.2018)
Was die Erheiterung für Sterbende betrifft, als auch sterbebegleitender Trauerredner folgender Rat:

Erst sterben, dann darüber philosophieren, wie lustig es war. Vorher eher unrealistisch.
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Walther äußerte darauf am 08.11.2018:
Lieber Dieter, bei allem respekt, aber dieses statement ist bullshit. warum? weil es nicht um die trauernden geht, sondern um den, der sterben will (und sirbt). ich spreche aus erfahrung, da ich nahe und liebe verwandte in der zeit vor dem tod begleitet habe, bis in den tod selbst. lg W.
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Dieter Wal ergänzte dazu am 08.11.2018:
Dass zu sterben eine besondere Erfahrung für Sterbende und Sterbebegleiter sein kann und Dimensionen umfassen mag, die man mit Freude umschreiben kann, dazu zB Kleists Abschiedsbriefe, bestreite ich nicht. Du schriebst ja auch nicht "Sterben ist geil" oder "Sterben ist zum Totlachen", sondern " Sterben kann erheitern." Das ist völlig ok.

Yeats schrieb über eine Hamlet-Inszenierung, er hätte darin Hamlet als Mann an einem sturmumtosten Abgrund wahrgenommen. Sein Sein-oder-Nichtsein, Leben oder Tod, ist eine existenzielle Frage, die den Menschen lebenslang lebendig erhält. Ist sie mit "Tod" beantwortet, wird losgelassen. Ich schreibe als Jemand, der die Frage noch nicht für sich eindeutig beantwortete.

Etwas mehr Respekt vor dem Tod, bitte. Ich finde, erst sterben, dann darüber philosophieren, wie lustig sterben war. Was bekanntermaßen absurde Intervention ist, da bisher niemand als Toter erkennbar philosophierte. Unter dem Strich gefällt mir dein Sonett mit jedem Lesedurchgang besser.
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Walther meinte dazu am 08.11.2018:
wer mein sonett liest, kann erkennen, daß es um respekt geht: um den beispielsweise, dass sterben für viele menschen ein segen sein kann. ich habe nicht zum sterben aufgefordert. vielmehr habe ich erläutert, warum manche dem tod gern entgegensehen - aber durchaus nicht nur.
den text auf den letzten halbvers zu verengen, wird dem sonett und seiner aussage nicht gerecht. ich liebe dieses leben zu sehr, als daß ich aufforderte, in freude in den tod zu gehen, am besten bitte gleich. wir haben nur dieses eine, dieses wissen unterscheidet uns von den menschen des barock beispielsweise, der zeit, aus der ich diese spezielle sonettform, den sechsheber, "ausgeliehen" und zudem über den titel "Passion" (s. auch Matthäus-Passion von Bach) auch mit ihr verknüpft habe.
das leben als leidender zu erfahren, ist durchaus ein häufiges schicksal. seien wir froh, wenn wir davon verschont bleiben. diese fundamentale erkenntnis, daß das jammertal-phänomen keine einbildung ist, vermag jedenfalls die augen dafür zu öffnen, wie unterschiedlich das leben erlebt wird. und wie unterschiedlich sterben und tod.

Antwort geändert am 08.11.2018 um 11:32 Uhr
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juttavon
Kommentar von juttavon (08.11.2018)
Wieder ein Sonett in die heutige Zeit geholt; so könnte es überleben.

Die Heiterkeit verstehe ich hier als Gelassenheit. Ein inneres Annehmen des Todes kann unser "Blickfeld ewig (...) erweitern". Dabei relativiert sich Vieles, auch Schwerstes.

Und: Unsere Endlichkeit hat auch etwas Erleichterndes (und das kommt m.E. nicht als suizidale Versuchung rüber in Deinem Text.)

HG Jutta
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Walther meinte dazu am 09.11.2018:
Hi Jutta,
danke für deine freundlichen worte. darum geht es auch: die sonettform modern interpretieren und ausfüllen. das geht, meine ich.
es geht im gedicht um zwei wichtige punkte: da sind lebenswege, die eine echte "Passion" sind, wie sie das christliche kirchenjahr versteht. und da ist, des weiteren, der aspekt, daß der tod endpunkt und ziel alles lebens ist - und damit ein integraler teil von ihm.
"wenn man geboren ist, beginnt das sterben." so ist es.
lg W.

Antwort geändert am 09.11.2018 um 13:58 Uhr
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