Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
guyIncognito (12.11.), stinknormal (12.11.), PrismaMensch (11.11.), duisburger76 (09.11.), Algolagnie (09.11.), domenica (08.11.), pewa (05.11.), Benno16 (01.11.), anonwirter (01.11.), Blizzar (31.10.), Herbstzeitlose (27.10.), Doris (22.10.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 773 Autoren und 121 Lesern. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.
Genre des Tages, 14.11.2018:
Feststellung
Ziemlich neu:  Ja, die Rita von eiskimo (14.11.18)
Recht lang:  Freund oder Arschkriecher? von Mondsichel (300 Worte)
Wenig kommentiert:  Energie von Andreas (1 Kommentar)
Selten gelesen:  Buchhalter-Dilemma von eiskimo (nur 97 Aufrufe)
alle Feststellungen
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:
Eine kurze Geschichte der Sprachwissenschaft
von kaltric
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil siehe Frage vorher....zwinker..." (Gothica)

Äquator

Gedicht


von Dienstag

so mild und sanft und traurig:
das abendlicht über dem küchentisch bei meiner mama;
und zwischen uns wie ein äquator
die bedienungsanleitung der neuen telefonanlage
der limes zwschen den generationen
ich will das nicht mit dem anrufbeantworter
und dann diese lange nummer
und was kann ich alles falsch machen
nichts mama das ist ganz einfach
aber ich will das nicht
ich bin mit dem ganzen computerzeug nicht groß geworden
und hilflos waren diese lieben augen
einundachtzig  jahre blickten mich aus übersee an
dem sohn der von ihr das leben bekam
und ich nahm ihr den schrecken der neuen alltäglichkeit
wir erzählten noch ein wenig von einst
von der heuernte und tante hedwig und opa
als er noch lebte und dem selbst gemachten rharbarbersaft
und wir schlenderten über den äquator
eine endlose stunde am abend

 
 

Kommentare zu diesem Text


Easy
Kommentar von Easy (08.11.2018)
Der Hilflosigkeit im Alter kann man nur mit der Liebe begegnen, die man als hilfloses Kind erhalten hat. Das wird in deinem Gedicht deutlich.
Easy
diesen Kommentar melden
Dienstag meinte dazu am 11.11.2018:
Vielen Dank für diesen lieben Kommentar. Stimmt!
diese Antwort melden
TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (08.11.2018)
Fast zu viel heile Familie.
Aber es gibt sie noch, und darum ist es nötig darüber zu schreiben.
Vor allem, wenn man wie hier, die richtigen Worte findet!
LG TT

Kommentar geändert am 08.11.2018 um 09:49 Uhr
diesen Kommentar melden
Echo antwortete darauf am 08.11.2018:
Mir gefällt es auch. Den Eindruck von heiler Familie habe ich nicht, die Mama kommt ja überhaupt nicht klar mit der Technik. Es ist eher die Verbundenheit innerhalb der Familie, gemeinsame Erinnerungen, welche behutsam in Worte gefasst sind.
diese Antwort melden
Dienstag schrieb daraufhin am 11.11.2018:
Danke euch zweien, ganz unrecht , Tasso, hattest du nicht, etwas weniger wäre angemessen gewesen.
Danke
diese Antwort melden
bbx
Kommentar von bbx (08.11.2018)
Früher oder später wechselt wohl jeder auf die andere Seite des Äquators.
diesen Kommentar melden
Dienstag äußerte darauf am 11.11.2018:
...und es ist gut so wie es ist...dankeschön
diese Antwort melden
Irma
Kommentar von Irma (08.11.2018)
Bei "tante hedwig" musste ich schmunzeln, lieber Dienstag. Diese scheint dich, wenn ich recht zurückdenke, namentlich zu mehr inspiriert zu haben. ;-)

Der Äquator ist ja nur eine gedachte Trennlinie, Der Limes ist ein massiver Grenzwall, den man, soweit ich weiß, sogar beim Blick auf die Erde aus dem All sehen kann. Grenzen zwischen Menschen gibt es viele, und wir sollten uns bemühen, diese zu überwinden. Brücken zu bauen (nach "übersee"). Mit viel Einfühlungsvermögen kann man sich näher kommen und Verbindungen schaffen. Und dein Gedicht ist mit sehr viel Einfühlungsvermögen geschrieben. Als Kind verstehen wir vieles noch nicht, im Alter nicht mehr. Wir brauchen eine liebe Hand, die uns leitet.

Das "abendlicht über dem küchentisch bei meiner mama" deutet auf den Lebensabend hin. Das "so mild und sanft und traurig", das sich im ersten Moment auf dieses Licht zu beziehen scheint, fließt viel weiter unten in das "und hilflos waren diese lieben augen". Die technische Entwicklung läuft viel zu schnell ab und überfordert. Aber der Sohn vermag der Mutter "den schrecken der neuen alltäglichkeit" zu nehmen. Behutsames Näherbringen und Anknüpfen an Vertrautes aus der Vergangenheit lässt die Zeit relativ werden und zu einer "endlosen stunde am abend", wo alle Grenzen schwinden.

Zwei Kleinigkeiten habe ich zum Korrigieren gefunden:
"der limes zwschen den generationen" - hier fehlt ein i bei zwischen. Und bei "einundachtzig jahre blickten mich aus übersee an / dem sohn der von ihr das leben bekam" müsste es "den sohn" heißen.

Gefällt mir sehr! LG Irma

P. S. Übrigens: Nicht nur über Achzigjährige können sich mit der "bedienungsanleitung der neuen telefonanlage" überfordert fühlen. ;-))
diesen Kommentar melden
Dienstag ergänzte dazu am 11.11.2018:
Vielen Dank, Irma, du schreibst so vieles in deinem Kommentar, das ich aussnahmslos unterschreibe.
Es ist sehr schön, so eine Rückmeldung zu bekommen.
diese Antwort melden
EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (08.11.2018)
Die Grenzen zwischen Lyrik und Prosa sind fließend. Aber keiner hat bisher in Frage gestellt, dass dies Lyrik ist. (Ich stelle es auch nicht in Frage) Woran liegt das?
diesen Kommentar melden
Dienstag meinte dazu am 11.11.2018:
Danke Ekkehard, ich nehme das gerne als Kompliment.
diese Antwort melden

Dienstag
Zur Autorenseite
Zum Steckbrief
Zum Aktivitäts-Index
Veröffentlicht am 08.11.2018. Dieser Text wurde bereits 123 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 14.11.2018.
Empfohlen von:
unangepasste, Easy, michaelkoehn, franky, TassoTuwas, Moja, bbx, Echo, Stelzie, Irma, wa Bash, niemand, EkkehartMittelberg, juttavon.
Lieblingstext von:
Irma, niemand.
Leserwertung
· berührend (1)
· gefühlvoll (1)
· nachdenklich (1)
· wehmütig (1)
Was meinst Du?
Diesen Text kommentieren
Mehr über Dienstag
Mehr von Dienstag
Mail an Dienstag
Blättern:
voriger Text
zufällig...
Weitere 10 neue Gedichte von Dienstag:
Kühe Diagnose abendszene eins Postkarte Sommerschatten Frösche der alten Tage Der Kleine Amokläufer Löwenzahn Im Märzlicht Also
Dieser Text ist höchstwahrscheinlich urheberrechtlich geschützt. mehr Infos dazu
diesen Text melden
© 2002-2018 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2018 keinVerlag.de