Arschloch

Prosagedicht zum Thema Allzu Menschliches

von  Artname

Es reicht, dass wer was sagt:
Wir nicken beiläufig,
schütteln den Kopf,
lächeln freundlich oder
reden schweigend weiter.
Wir kennen uns eben
und mach daraus kein Drama.
Tauschen ein Ei  gegen ein anderes -
Feuer gegen Wasser,
sprechen perfektes Egoistisch.
"Warum nennst du das ein Gedicht?"
lächelst du in meinem Schoß.
"Arschloch", denk ich und
kraul dir weiter das Haar.

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Kommentare zu diesem Text

9miles (53)
(09.11.18)
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 Artname meinte dazu am 09.11.18:
@9miles, Danke für dein feedback. Soweit ich im Egoistischen bewandert bin, verstehe ich dich und geb dir auch Recht.

 princess (09.11.18)
In akzentfreiem Egoistisch kann mancher Gedanke liebevoll sein, der in klarem Hochdeutsch beleidigend klänge. Hab ich jedenfalls auf der Sprachenschule gelernt.

Liebe Grüße
princess

 Artname antwortete darauf am 09.11.18:
Ist im Egoistischen Akzent nicht erklärte Pflicht, um nicht im Hochdeutschen zu landen, oder gar zu stranden?

Aber ja, Beleidigungen können sehr liebevoll klingen!

 princess schrieb daraufhin am 10.11.18:
Ich habe das Egoistische nicht als Variation des Deutschen aufgefasst, sondern als eigene Sprache im internationalen Kontext. Akzentfreiheit reduziert Kommunikationsprobleme, die ja gerade im Egoistischen quasi intrinsisch angelegt sind. Oder so.
Iphigenie (38)
(09.11.18)
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 Artname äußerte darauf am 09.11.18:
Hochinteressant, liebe Iphigenie. Leider habe ich laut Stammbaum nur selbstsüchtige Ahnen. Man sagt uns Selbstsüchtigen ja nach, dass wir allein unseren Vorteil im Auge haben. Allein sind wir aber nicht. Wir benötigen leider Mitmenschen, auf einem gleichen... hm... naja... sagen wir ähnlichen Niveau.

Über die Egozentrischen sagt man ja, sie sähen sich allein im Mittelpunkt. verstehst du: a l l e i n! O Gott, wozu dann noch Neid? Wozu noch Lüge? Wozu dann noch Sprache?

Nein, ich denke das Egozentrische ist eine billige Abflachung des Egoistischen. So, wie der Rap vergeblich die emotionale Tiefe alter Operetten übertreffen möchte. Davon bleibt am Ende nichts!

Höchstens der Klagitiv. Der allerdings ... mal schauen, was mir das bringt.

Mit allerliebsten Grüßen
Aha (53) ergänzte dazu am 30.07.19:
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Piroschka (55)
(28.11.18)
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 Artname meinte dazu am 28.11.18:
Herzlichen Dank für deine anerkennenden Worte. Ich bin Songschreiber und als solcher fast ausschließlich an den Reim gebunden. Ich liebe den riskanten Umgang mit Reimen. Aber ich kenne natürlich auch die großen Gefahren. und dann sehne ich mich nach freien Versen.

Aber ich sage mir: Wenn schon freie Verse, dann nicht aus Bequemlichkeit, sondern mit einem Plan, zu dem es keine gereimten Alternativen gibt.

Und in unserem Falle nahm ich mir formal vor, zu jedem Gedanken, drei oder vier treffende Betrachtungsweisen zu wählen.
Die Betonung lag auf optimal "treffend"!

Also schrieb ich los und prüfte immer, ob ich alternativ auch dazu treffende Reimen finden würde. Falls ja, verwarf ich die DIESE Formulierung. Bis plötzlich dieses Prosagedicht vor mir lag.

Ich freue mich sehr, dass dieses kompromisslose Experiment vermutlich bei dir Widerhall fand!

 FrankReich (28.07.19)
Hi Artname,

ein guter Text mit einer netten Pointe. :D

Ciao, Frank
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