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55 - ArdnamurchanInhaltsverzeichnis57 - Uhr

56 - 1948

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der Vormarsch gestaltet sich zäh. Den ersten Schuss, den er abgibt, gilt einem eigenen Mann, um ihn von einem qualvollen Feuertod zu erlösen. In einem erbitterten Kampf um ein Waldstück mit Truppen der Waffen-SS wehrt die Kompanie unter Verlusten die Gegenangriffe ab. Auch der Kampf um ein weiteres Dorf fordert Tote. Es folgt eine  kurze Erholungspause. Während der kommt es zu einem Angriff eines Zugführers auf den Captain, den dieser jedoch ungesühnt lässt. Schließlich wird die Kompanie wieder an die Front gebracht. Zwei dem Offizier nahestehende Zugführer werden bei den folgenden Kämpfen getötet. Schließlich wird er selbst schwer verwundet, was auch psychische Folgen hat..




Ich saß auf der Terrasse hinter dem kleinen Reihenhaus und blickte in den Garten. Die schmale Grasfläche war frisch gemäht und die Blumen, deren Name ich mir nie merken konnte, blühten. Eine leichte Frühsommerbrise trieb ihren Duft und den Geruch von Lehm herbei. Den Teil des Gartens, in dem das Gemüse wuchs, konnte ich nicht sehen. Die sauber gestutzte Hecke versperrte mir die Sicht. Der geflochtene Stuhl unter mir knarzte bei jeder kleinen Bewegung, doch das konnte auch mein Knie sein. Auf dem gusseisernen Tisch neben mir, der den Krieg auf wundersame Weise überlebt hatte1, lag die Zeitung von heute und darunter ihr letzter Brief. In ihm dankte sie mir für alles. An einigen Stellen war das Papier wellig. Sicherlich hatte sie geweint und ich schämte mich ein wenig dafür. Ist die Wahrheit immer die beste Medizin?

Ich griff nach der Tasse auf meinem Schoß. Nur ein schwaches Aroma von Earl Grey wehte mir entgegen. Langsam nahm ich einen Schluck. Der Tee war eiskalt. Ein Amselhahn flattertet in übermütiger Stimmung durch die Luft und landete auf der Hecke, verjagte dort einen ganzen Schwarm Spatzen, die laut protestierend aufflogen. Dann entdeckte und beäugte er mich kritisch. Er schien mich für ungefährlich zu halten, denn er blieb wo er war. Erst das Läuten der Türglocke vorne im Haus erschreckte ihn und er verschwand hinter der Hecke zu den Nachbarn. Meiner Meinung nach war sie eindeutig zu laut und auch gegen Hecken jeglicher Art hatte ich mich ausgesprochen, aber nicht durchsetzen können. Es läutete ein zweites Mal. Ich blieb sitzen, denn ich sollte nicht zur Tür humpeln. Gemächlich holte ich die Taschenuhr hervor, die mir mein Vater bei meinen letzten Besuch geschenkt hatte, und warf einen Blick auf die verschnörkelten Zahlen des Zifferblatts. Es war kurz vor zehn. In einer halben Stunde würden wir aufbrechen müssen. Eine Stimme dröhnte zur Begrüßung, dann kamen schwere Schritte durch die enge Diele auf mich zu. Vor dem Kopf erschien sein Bauch in der Tür. In den letzten Jahren hatte er mindestens zwanzig Kilo zugenommen.

"Morgen, Sir."
"Morgen, Gerald."
"Ach komm schon, Du weiß wie gern ich es hör, wenn Du das sagst."
Ich seufzte gespielt. "Schon gut, schon gut. Morgen, Mr Bush."
"Siehste, geht doch."
Das war unser Ritual. Es erinnerte uns daran, was wir beide spöttisch 'die gute alte Zeit' nannten. Es machte uns klar, dass wir den Krieg nie würden vergessen können. Gerald nahm einen Stuhl und setzte sich neben neben mich.
"Na, gepackt und bereit?" Er grinste.
"Gepackt darfst Du mich nicht fragen. Und bereit? Nein, aber das werde ich nie sein. Also spielt es keine Rolle."
Ein schöner dunkelhaariger Kopf erschien in der Tür zur Terrasse.
"Eine Tasse Tee, Gerald?"
"Gern, Renee."




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

1 Auf dem gusseisernen Tisch neben mir, der den Krieg auf wundersame Weise überlebt hatte (...) - Während des Zweiten Weltkrieges gab es in Großbritannien wiederholt Aufrufe, Dinge aus Metallen aller Art für die Kriegsproduktion zu spenden. Der Krieg war eine große Belastung für die Staatsfinanzen und die Wirtschaft des Landes. Nach dem Mai 1945 war die Knappheit vieler Produkte in Großbritannien größer als während des Krieges.


 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (18.11.2018)
Nach all den Aufregungen tut diese Idylle dem Leser gut. Jetzt stellt sich die Frage, happy end oder nicht oder ein Schluss, der zwischen happy und Traurigkeit liegt. Ich bin gespannt.
diesen Kommentar melden
TrekanBelluvitsh meinte dazu am 18.11.2018:
Ich wollte die Geschichte eben nicht mit dem Brief beenden. Außerdem gibt es ja noch ein paar Sachen aufzuklären.
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (25.11.2018)
Ist die letzte Zeile eine Überraschung?
Nicht wirklich ))
TT
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 26.11.2018:
Ich hab es wenigstens versucht.
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