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58 - EngländerInhaltsverzeichnis60 - Aufbruch

59 - Beurteilung

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah ...
Ein britischer Offizier kehrt im Frühjahr 1944 nach England zurück. Nach unerfreulichen Besuchen bei seinen Eltern und einem Kameraden während des Urlaubs lernt er in einem Landgasthaus eine junge Frau kennen. Danach begibt er sich zur neuaufgestellten 129th Rifle Brigade in Cornwall, in der er eine  Kompanie als Chef übernimmt. Mitte Juni 1944 wird die Brigade in die Normandie verlegt. Der Vormarsch gestaltet sich zäh. Den ersten Schuss, den er abgibt, gilt einem eigenen Mann, um ihn von einem qualvollen Feuertod zu erlösen. In einem erbitterten Kampf um ein Waldstück mit Truppen der Waffen-SS wehrt die Kompanie unter Verlusten die Gegenangriffe ab. Auch der Kampf um ein weiteres Dorf fordert Tote. Es folgt eine  kurze Erholungspause. Während der kommt es zu einem Angriff eines Zugführers auf den Captain, den dieser jedoch ungesühnt lässt. Schließlich wird die Kompanie wieder an die Front gebracht. Zwei dem Offizier nahestehende Zugführer werden bei den folgenden Kämpfen getötet. Schließlich wird er selbst schwer verwundet, was auch psychische Folgen hat. Zur Genesung wird er in ein Sanatorium in Schottland verlegt. Seine Genesung dauert fast zwei Jahre.




Ich schob die Zeitung beiseite, nahm den Brief vom gusseisernen Tisch und reichte ihn Gerald. Langsam drehte er ihn in seinen Händen um. Als er den Absender entdeckte, hielt er inne.
"Anna Maria Nordveit", las er, "Bergen, Norwegen." Eine lange Pause folgte. "Seine Frau?"
"Nein, seine jüngere Schwester. Es ist auch nicht ihr erster Brief. Ich weiß nicht, wie sie mich gefunden hat, aber sie schreibt mir schon seit fast neun Monaten regelmäßig."
"Wieso denn das?"
"Man hat ihrer Familie mitgeteilt, dass ihr Bruder umgekommen ist. Kopfschuss hieß es. Dann ist ihr aufgefallen, dass bei vielen Männern, die auf unsere Seite gekämpft haben und nicht wiedergekommen sind, Kopfschuss die Todesursache war. Kopfschuss oder Herzschuss. Ich weiß nicht, warum die das machen. Wahrscheinlich damit die Hinterbliebenen glauben, er habe nicht gelitten. Also hat sie mich ausfindig gemacht und wollte von mir die Wahrheit wissen."
"Hast Du ihr die Wahrheit…?"
"Weißt Du, diese Briefe - ich habe ihr regelmäßig zurückgeschrieben - also diese Briefen waren wie eine lange, langsame Unterhaltung. Ich habe sie kennengelernt und mit ein wenig Glück hat auch sie mich kennengelernt. Mit der Zeit kamen mir Zweifel. Schließlich meinte auch Renee, sie habe die Wahrheit über ihren Bruder verdient."

Ich blickte in Geralds Gesicht und sah die Vergangenheit. Seiner Miene nach ging es ihm nicht anders.
"Du hast es ihr geschrieben."
"Ja. Alles. Wie Vic zu uns kam, immer wichtiger wurde, was er uns bedeutete, wie er starb. Und ich habe ihr von Adamson geschrieben."
"Ganz ehrlich Josh, ich dachte damals, er will die beiden Deutschen selber umlegen." Pause. "Das Erschreckende daran is, dass es mir nix ausgemacht hätte."
Ich lächelte matt.
"Wie gesagt, ich habe ihr geschrieben, was er uns bedeutet hat. Dies ist ihr letzter Brief. Darin dankt sie mir. Sie dankt mir dafür, dass ich ihr die verdammte Wahrheit erzählt habe. Sie sagt, nun könne sie trauern"
"Vielleicht haben wir zu viel gesehn um noch beurteiln zu könn, dass Tod nich gleich Tod is."
"Ja, vielleicht."




- Fortsetzung folgt -

 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (22.11.2018)
Es ist richtig, dass du die sich überschlagende Handlung der Schlachten in einer Reflexionsphase ausklingen lässt, die früher eingeführt nicht glaubwürdig gewirkt hätte.

Es ist verständlich, dass man in den Todesnachrichten eine euphemistische Sprache gefunden hat. Vielleicht wären die Weltkriege aber kürzer gewesen, wenn man das Grauen beim Namen genannt hätte.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 22.11.2018:
Erzählfäden ausfransen zu lassen ist in meinen Augen eine Kennzeichen von schlechter Literatur. Außerdem bieten jene - die Erzählfäden - eben die Chance der Reflexion.
...ok, ich sage also dasselbe wie du...
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (30.11.2018)
Es ist die oft gestellte Frage, ob und wann man die Wahrheit sagen kann. Es gibt auch Wahrheiten, die nicht zumutbar sind.
Man sollte, wie hier, langsam erkunden, was hilft dem Frager in dieser Situation.
TT
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 30.11.2018:
Wohl eher unbewusst, hat der Protagonist das hier berücksichtigt. Aber er weiß eben auch, was die Erinnerung an das Erlebte mit ihm angestellt hat.

Ich könnte jetzt schreiben, dass das - mal wieder - ein Beweis dafür ist, dass der Weg (das Wie) sehr viel entscheidender ist, als das Ziel (das Was), oder zumindest, dass das Ziel ohne den Weg nicht bewertet werden kann. Aber dann beschwert sich die CDU oder der Arbeitgeberverband.
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