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DER RUF DER TAUBE

Rezension zum Thema Kritik/ Kritiker


von Heor

„DER RUF DER TAUBE“,

so betitelt der Rezensent Harry Popow dieses Buchpaket mit 548 Seiten auf der Suche nach jenen Zusammenhängen in Politik und Wirtschaft, die – wenn es um die Ursachen von antagonistischen Widersprüchen und deren Überwindung geht – besonders von den Politikern als auch von den Printmedien bewusst unerwähnt, ja totgeschwiegen werden. (Unterzeile: „Blüten“ im Kreuzfeuer)

Es trägt mit Analysen, Meinungen, Kommentaren sowie autobiografischen Notizen zum Alltag und zu politischen und persönlichen Problemen des gesellschaftlichen Lebens Symbolcharakter für gesellschaftskritische Literatur - im Interesse der notwendigen Veränderungen im System der kapitalistischen Herrschaft in der BRD, im Interesse von Abrüstung statt Aufrüstung. Es ist ein bemerkenswerte konzentriertes Angebot an philosophischen, geschichtlichen und besonders aktuellen Erkenntnissen sowie deren Lösungsansätzen.

Zu danken sind den um Wahrheit kämpfenden Autoren wie Lucas Zeise, Daniela Dahn,  Jürgen Grässlin, Hans-Dieter Mäde, Jürgen Roth, Matthias Eik & Marc Friedrich, Heiko Schrang, Christiane Florin, Herman L. Gremliza (Hg.), Brigitte Queck, Wolfgang Bittner, Werner Rügemer oder Arn Strohmeyer, um nur einige zu erwähnen.

Wir brauchen in Deutschland nicht den politischen Stillstand, sondern den Aufbruch, die Veränderung, die auch im Buch „Staatsfeind bis heute“ von Gunter Pirntke, die 11. Feuerbachthese betreffend, dringend angemahnt wird.

Die nach vorne drängenden politischen Sachbücher – sie sind nur wenige Sandkörner auf dem Damm der Vernunft gegen verheerende entpolitisierende Überflutung und Krieg. Sie sind kenntlich gemachte Bruchstellen im Gefüge zwischen Mensch und kapitalistischer Profitgier.


Harry Popow: DER RUF DER TAUBE. „BLÜTEN“ IM KREUZFEUER.  © Copyright by Harry Popow, Verlag: epubli, Druck: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin, Erscheinungsdatum 19.11.2018, ISBN: 9783746782256/80635, Seiten: 548, Preis: 33,99 Euro

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Der Rezensent

Geboren 1936 in Berlin Tegel, erlebte Harry Popow (alias Henry Orlow in seinem Buch „In die Stille gerettet“) noch die letzten Kriegsjahre und Tage. Ab 1953 war er Berglehrling im Zwickauer Steinkohlenrevier. Eigentlich wollte er Geologe werden, und so begann Harry Popow ab September 1954 eine Arbeit als Kollektor in der Außenstelle der Staatlichen Geologischen Kommission der DDR in Schwerin. Unter dem Versprechen, Militärgeologie studieren zu können, warb man ihn für eine Offizierslaufbahn in der KVP/NVA. Doch mit Geologie hatte das alles nur bedingt zu tun…  In den bewaffneten Kräften diente er zunächst als Ausbilder und danach 22 Jahre als Reporter und Redakteur in der Wochenzeitung „Volksarmee“. Das Zeugnis Diplomjournalist erwarb der junge Offizier im fünfjährigen Fernstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Nach Beendigung der fast 32-jährigen Dienstzeit arbeitete er bis Ende 1991 als Journalist und Berater im Fernsehen der DDR. Von 1996 bis 2005 lebte der Autor mit seiner Frau in Schweden. Beide kehrten 2005 nach Deutschland zurück. Sie sind seit über 55 Jahren sehr glücklich verheiratet und haben drei Kinder, zwei Enkel und eine Enkelin.

Woran ich mich gerne erinnere...

Wir haben in der DDR Großes vorgehabt. Auch ich sah viel Sinn in meiner Tätigkeit als Journalist. Und es war viel Freude dabei. Und Ärgerlichkeiten. Die es übrigens immer geben wird. Und Bewahrenswertes. Was heute abläuft ist genau das Gegenteil von dem, was eine humane Gesellschaft zu leisten hat. Wir durchliefen also nach der sogenannten Wende eine Umbruchzeit hin zu neuen Unwägbarkeiten. Wie habe ich die Zeit erlebt – mit meiner tollen Gattin? Geschichte schreiben nicht nur die Historiker – auch die Menschen mit ihren Erlebnissen, Erfahrungen und ganz persönlichen Motiven. Wer will denn heute schon sagen, dass die Erfahrungen der einstigen DDR-Bürger nicht doch eines Tages gefragt sind – um etwas Neues zu wagen, auch im Interesse einer friedlichen Zukunft? Ich wäre nicht in der Lage und willens gewesen, einen schreierischen sogenannten Bestseller aus dem Hut zu zaubern. Ich stehe voll und ganz zu dem, was wir vollbracht haben und auch zu den Widersprüchen, die unseren Alltag geprägt hatten. Ohne jedoch in Ostalgie zu verfallen. Wir hatten ein sinnvolles Leben gelebt – und wer sich heute noch rührt und nicht philisterhaft abknickt, den Kopf also oben behält, der ist sicherlich kein Narr. Zugleich macht mir das Schreiben auch heute noch Spaß. Zum Beispiel, wenn es darum geht, politische Sachbücher im linken Spektrum zu auszumachen und als guten Tipp weiterzuempfehlen. Und mit anderen Gleichgesinnten im Bunde auch deren Standpunkte ins Spiel zu setzen, mit deren Einverständnis selbstverständlich.

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