Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
NiceGuySan (22.02.), Nadel (20.02.), arabrab (16.02.), Polarheld (15.02.), milena (15.02.), Charra (15.02.), Théophé (14.02.), MfG (11.02.), SinOnAir (11.02.), Schiriki (10.02.), mystika (10.02.), PollyKranich (08.02.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 742 Autoren und 118 Lesern. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.
Genre des Tages, 22.02.2019:
Sestine
Die Sestine besteht aus sechs Strophen mit je sechs jambischen Verszeilen. Die Besonderheiten sind die... weiterlesen
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Nacht von LottaManguetti (21.02.19)
Recht lang:  Aufstieg und Fall von Didi.Costaire (290 Worte)
Wenig kommentiert:  Du von sundown (1 Kommentar)
Selten gelesen:  Spring von LottaManguetti (nur 98 Aufrufe)
alle Sestinen
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

Ein gedruckter Sonettenkranz
von Didi.Costaire
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil ich die Plattform nicht mit prosaischem "arse-dribble" (Stephen Fry) zumülle" (Hecatus)

Ereignishorizont

Sonett zum Thema Annäherung


von Isaban

Am Birnbaum baumeln weder Blätter
noch Birnen. Dort sitzt, blau und leise,
wie aus Gewohnheit eine Meise
und schweigt ihr Lied bei klirrem Wetter.

Das Bild im Spiegel ist verzogen.
Es wintert. Ich schau nicht mehr hin,
erkenne die kaum, die ich bin;
hab zu viel Zeitraum eingesogen.

Der Frühling hat so süß gelogen,
versprach uns Sommerwind und Früchte,
verschwieg den Herbst und ach, ich fürchte:
Das Wetter war uns nie gewogen.

Am Birnbaum baumeln keine Blätter.
Die Meise schweigt ihr Winterlied.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Nimbus
Kommentar von Nimbus (29.11.2018)
Liebe Sabine,
Die "gewohnte" blaue Meise bleibt Bestand in Deinem Sonette. Sie scheint für mich das zu verinnerlichen was der Text auszudrücken vermag. Ich sehe eine Assoziation zwischen den Jahreszeiten und dem älter werden. Zeitweise erkenne ich eine Melancholie. Das was das Leben versprochen hat, im Frühjahr, hat sich nicht durchgezogen. Das Spiegelbild verändert sich so wie die Jahreszeiten.
Die Meise macht mir etwas zu schaffen. Das könnte man doppeldeutig interpretieren.
Doch vielleicht ist es ihre Stille die die Annäherung bringt. Leise auf den Winter, der der eigene an Leben des Protagonisten vermittelt.
Das man Sonette auch in drei Quartette und ein Duette aufteilen kann...ich lerne nie aus. Hoffe Deine Intention im Ansatz getroffen zu haben. Ich lasse mich aber gerne auch eines besseren belehren.

Liebe Grüße
Heike
diesen Kommentar melden
Isaban meinte dazu am 03.12.2018:
Hallo Heike,

doch ja, die Engländer machen ja immer alles ein kleines bisschen anders. ;) beim sogenannten Englischen Sonett (Shakespeare-Sonett) wird meist mit drei Quartetten und einem abschließenden Verspaar, der sogenannten Conclusio gearbeitet.

Vielen Dank für deine Beschäftigung mit dem Text. Eine interessante Interpretation hast du gefunden - auch dafür natürlich herzlichen Dank. Und du weißt ja, es gibt keine falschen Interpretationen, jeder Leser darf seine ganz eigene finden.

Liebe Grüße

Sabine
diese Antwort melden
Kommentar von fdöobsah (54) (29.11.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diesen Kommentar melden
Isaban antwortete darauf am 03.12.2018:
Hach! Im besten Sinne: Hach!

Du siehst mich in höchstem Maße begeistert. Mit diesem Rekomm hier habe ich lange gewartet, was kann man, ohne redundant zu werden schreiben, wenn jemand sich immer wieder selbst übertrifft und so viel aus einem Text herausholt, dass man Gedankenübertragung befürchten muss? Ich lüpfe hochachtungsvoll den Hut.

Sogar mit der 3. Strophe hast du Recht und selbst mit dem Meisenpaar, das sich 10 Verse weit auseinander schweigt und mit der kleinen Reimverschiebung (ja verdorri, wie leicht muss ich zu durchschauen sein!) - was soll ich dazu noch sagen?

Der Ereignishorizont bot sich mir an, nicht nur Altern und Übergang zum Jenseits, sondern auch das unwiderrufliche Abseits zu bebildern und den unaufhaltsamen Sog, der die Umkehr früher oder später unmöglich macht.

Tausend Dank für den Vertrauensvorschuss, die Betrachtung der Stilmittel, die herrliche Interpretation. Deine Rückmeldung war mir eine riesengroße Freude.

Immer noch überwältigte Grüße

Sabine
diese Antwort melden
Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (29.11.2018)
Die Doppelung von "schweigt" stört, die Reimverweigerung des Schluss-Couplets nervt und der "Reim" von Früchte/fürchte ist gruselig. Sonst wirklich sehr schön. Die übrigen Reime sind so lala, doch sie stechen nicht buchstäblich ins Auge. Nimmt man Wohlklang und Natürlichkeit für Reime und metrische Verse als Maßstab, dann sind sie gelungen. Nochmal: Ich halte dein Sonett über weite Strecken für gelungen, die bewusst eingesetzte Dissonanz für misslungen.
diesen Kommentar melden
Isaban schrieb daraufhin am 03.12.2018:
Hallo Dieter,

tja, dann muss ich wohl was falsch gemacht haben, denn genau die stilistischen Mittel der von dir bemängelten Stellen sollten - so war es zumindest von mir angedacht - das Sonett zusätzlich bebildern, spürbar machen und tragen.

Eine Lösung, die dich zufriedenstellen könnte, hab ich jetzt nicht parat.

Liebe Grüße

Sabine

Antwort geändert am 03.12.2018 um 19:22 Uhr
diese Antwort melden
Kommentar von Piroschka (55) (29.11.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diesen Kommentar melden
Isaban äußerte darauf am 03.12.2018:
Hallo Piroschka,

schön, dass dich das Lied erreicht und dass du die Melodie als zart und klingend empfindest. Jeder Text wächst an seiner Interpretationsbreite. Vielen Dank für deine Rückmeldung.

Liebe Grüße

Sabine
diese Antwort melden
Kommentar von Echo (34) (29.11.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diesen Kommentar melden
Isaban ergänzte dazu am 03.12.2018:
Auch eine spannende Interpretation, herzlichen Dank!

Liebe Grüße

Sabine
diese Antwort melden
Lluviagata
Kommentar von Lluviagata (29.11.2018)
Hallo Sabine,

zu diesem Deinen Gedicht wurde schon so viel gesagt, insofern habe ich dem nur hinzuzufügen, als dass ich Lust bekomme, wieder mal etwas zu schreiben. Ja, Dein Gedicht mach Lust auf winterliche, schöpferische Melancholie.

Liebe Grüße
Llu ♥
diesen Kommentar melden
Isaban meinte dazu am 03.12.2018:
Es freut mich rieseig, dass du wieder schreibst, liebe Llu.
Lass die Melancholie nur nicht Überhand nehmen.

Liebe Grüße

Sabine
diese Antwort melden

© 2002-2019 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2019 keinVerlag.de