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Kapitel 4 - RückkehrInhaltsverzeichnisKapitel 6 - Zuflucht

Kapitel 5 - Aufprall

Roman zum Thema Abenteuer


von Broom87

„Lost but won“
Hans Zimmer

5

Aufprall

LKA, Berlin

Seit 4 Stunden saßen Sie hier nun und mittlerweile war klar, dass Julia nichts wusste. Außer dem Geburtstag und der Kleidergröße wusste sie von Nick so gut wie nichts. Robert fragte sich langsam, wie man so eine langjährige Beziehung führen konnte. Klar, sie kannte seine Macken und Eigenheiten, aber was er so in seiner Freizeit trieb, konnte sie ihnen nicht sagen. Keine Freunde, keine Hobbies, nicht mal eine Lieblingskneipe konnte sie nennen. Sie hatten beim Urschleim angefangen. Wann und wie hatten sie sich kennen gelernt? Was machte er beruflich? Wo war er in der besagten Woche und hatte er sich in Vegas mit jemandem getroffen? Heraus kam genau das, was Robert schon auf dem Flug und der Fahrt aufs Revier herausgefunden hatte. Im Auto hatte sich dieses kleine Biest als verkappte Autokennerin herausgestellt und sich in einer Tour über sein Auto lustig gemacht. Schrottlaube und Rostschleuder waren die Bezeichnungen, die hängen geblieben waren. Als Höhepunkt hatte sie noch gefragt, ob Bumblebee nicht ein anderes Auto hätte scannen können. Sehr witzig. Und dass sie diese Filme kannte, sagte alles.
„HiHi Haha Huhu. Und ich dachte, meine Witze wären schlecht“, imitierte er darauf hin den Joker. Ziemlich gut wie er fand, aber scheinbar wusste sie nichts damit anzufangen.
Alles was sie erreicht hatten, war, dass sie wieder mit dem Rauchen anfing. Laut eigener Aussage hatte sie vor 2 Jahren aufgehört. Kalle hatte ihr zuvor eine angeboten und eine Stunde später griff sie dann doch zu. Seitdem rauchte sie Kette und Roberts Büro verwandelte sich langsam in eine Räucherkammer. Nachdem sie nun alle Fragen zum 3. mal beantwortet hatte und allen Beteiligten klar wurde, dass sie nichts beizutragen hatte, bat Kalle Robert mit nach draußen zu kommen.
„Die Kleine hat nicht den blassesten Schimmer. Dieser Nick hält sich selbst vor seiner Freundin bedeckt. Wir sind kein Stück weiter. Wenn ich diesen Hurensohn in die Finger bekomme...“
Kalle war wieder auf seinem Zenit.
„Jetzt mach mal halblang. Wir haben sie. Und sein Gesicht wurde an alle Flughäfen weiter vermittelt. Sein Name auch. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir einen Anruf bekommen.“
„Du weißt genauso gut wie ich, dass dieser Penner garantiert 5 verschiedene Pässe hat. Und auf diese Flughafentrottel kannst du dich auch nicht verlassen. Die erkennen nicht mal Schwarzenegger, wenn er vor ihnen stehen würde. Deshalb hab ich Bohne und Erbse vor der Wohnung von Frau Mehring postiert. Falls er doch da aufkreuzen sollte.“
Bohne und Erbse waren 2 ältere Kollegen. Seit Jahren Partner und eigentlich nur dafür zuständig, irgendwo herumzustehen und auf jemanden zu warten. Der eine war klein und dick, der andere groß und dünn. Bohne und Erbse. Leider waren sie in der Regel auch so nützlich wie Tiefkühlgemüse.
„Was passiert jetzt mit ihr?“ Fragte Robert. „Schließlich kann es sein, dass er Kontakt zu ihr aufnehmen will.“
„Ich denke nicht, dass er das tun wird und wenn die Sache hier doch noch länger gehen sollte, kommt sie halt in Zeugenschutz. Wobei ich mich ernsthaft frage, was sie bezeugen soll. Diese jungen Leute. Nur Ficken und Feiern im Kopf. Der Mensch dahinter ist vollkommen egal geworden.“ Kalle schüttelte resigniert den Kopf und sah Robert ernst an. „Wie geht’s dir? Tut mir leid, was ich vor deinem Flug gesagt habe. Das war nicht cool von mir. Wie kommst du damit klar, das Jessica gegangen ist nachdem...“
„Hör auf damit!“ Fuhr Robert ihm dazwischen. „Ich will davon nichts mehr hören. Ich kann arbeiten und dich geht das alles einen Scheiß an. Also erspare mir dieses Mitleidsgetue. Lass mich einfach meinen Job machen und gut ist!“ Robert war sauer.
Kalle kannte seinen wunden Punkt, konnte es sich aber trotzdem nicht verkneifen, ab und an nachzufragen wie es ihm ginge. Nachdem Robert ihn ein paar Sekunden finster angefunkelt hatte, gingen beide wieder ins Büro.
„Ich denke, wir sind hier durch Frau Mehring“, strahlte er sie mit seinem charmantesten Lächeln an. Bei Frauen gab es seine raue Art nicht. Da war er immer der nette, liebe Onkel von nebenan. „Ich danke ihnen vielmals für ihre Geduld. Sollten wir noch weitere Fragen haben, melden wir uns natürlich wieder bei ihnen. Sollte ihnen noch was einfallen, haben sie ja unsere Nummer. Der Kollege Deckert wird sie noch nach Hause fahren. Er muss ja eh in die Richtung. Stimmts?“ Kalle lächelte Robert gespielt liebenswürdig an. Das war ja wieder klar.
„Selbstverständlich, Herr Khalil.“ Robert grinste auf dieselbe Art zurück und öffnete die Tür.
„Wenn ich bitten darf Frau Mehring.“ Er gestikulierte Richtung Flur, während er weiter die Tür offen hielt. Als Julia hindurch war, wechselte sein Gesichtsausdruck in eiserne Kälte und bevor er hinter sich die Tür schloss, zeigte er seinem Vorgesetzten den längsten Finger, den er zu bieten hatte.
Unten angekommen stiegen sie in den Waagen. Er hoffte inständig, dass sie diesmal keine dummen Witze mehr reißen würde. Da fiel ihm etwas ein.
„Sie haben ja gar keinen Schlüssel. Wie kommen sie zu Hause rein?“
„Meine Mutter wohnt eine Querstraße weiter. Da kann ich mir einen Ersatzschlüssel abholen.“
Ok, das ging erschreckend einfach, dachte er sich. Die Frau hatte alles im Griff.
„Müssen sie morgen arbeiten?“ Fragte er sie und hoffte irgendwie ein normales Gespräch führen zu können. Auf weiteres Angeschweige oder dumme Witze hatte er gerade keine Lust.
„Da ich ja eigentlich noch in Vegas bin, werde ich meinen morgigen Tag wohl damit verbringen, meine ganzen Papiere neu zu beantragen. Das wird witzig.“ Julia rollte dabei ausgelassen mit den Augen. Sie war also nicht nur ein Witzbold, sondern auch von der sarkastischen Fraktion. Diese Art gefiel Robert jedoch um einiges besser.
„Stimmt. Ich hatte sie ja vorzeitig aus dem Wellnesstrip gerissen. Tut mir leid übrigens. Das alles. Muss schwer für sie sein.“ Robert versuchte so mitfühlend wie möglich zu klingen, wusste jedoch nicht, ob ihm das gelang. In seinem Job hatte er schon viel gesehen und das hier war nicht wirklich traurig. Eher skurril.
„Es muss ihnen nicht leidtun. Ich habe ihnen eher zu danken. Ohne sie würde ich wahrscheinlich immer noch am Terminal stehen und mich mit dieser Hexe herumstreiten.“ Sie sahen sich kurz lächelnd an. Damit war das Kriegsbeil wohl begraben. Besser spät als nie. Er würde sie also schnell zu ihrer Mutter fahren und dann in den wohlverdienten Feierabend rauschen.
Da sie wieder anfing aus dem Fenster zu stieren, machte er seine Playlist an. „Cornfield Chase – Piano-Cello-Version“. Nachdem das Piano anfing schneller zu spielen, drehte sich Julia zu ihm um.
„Das ist wunderschön. Hören sie nur sowas?“
„Nicht nur, aber es entspannt mich. Außerdem sind Worte oft überflüssig. Emotionen kann man schon mit ein paar Noten besser ausdrücken, als es jeder Text könnte. Schließlich bringt es mir nichts, wenn Leute viel reden und im Endeffekt nichts dahinter steckt. Ich denke, diese Musik ist... wie soll ich es ausdrücken? Ehrlicher.“
„Das klingt einleuchtend und traurig zugleich. Sie haben scheinbar das Vertrauen an die Menschheit verloren durch ihren Beruf.“
„Mag sein. Aber so ist das Leben.“ Mit diesem Satz war das Gespräch auch wieder beendet und sie flogen mit einem Piano und einem Cello begleitet durch die Nacht.
Nach ca 10 Minuten waren sie bei ihrer Mutter. Er parkte den Wagen am Bordstein und reichte ihr seine Hand.
„Viel Glück morgen. Und bewahren sie sich ihre positive Art“.
Sie nahm seine Hand und sagte: „Sie kennen meine Art scheinbar noch nicht“. Dann lächelte sie ihn frech an und stieg aus.
Er blickte ihr noch kurz nach und fuhr los. Langsam bog er um die Ecke und fand auch sofort Ihre Haustür. Da fiel ihm ein, dass Bohne und Erbse hier irgendwo stehen müssten. Nach links und rechts blickend fuhr er die Straße entlang, konnte jedoch keinen der beiden sehen. Er wendete und fuhr die Straße zurück. Noch immer keine Spur von den beiden. Da entdeckte er Julia, die gerade um die Ecke bog. Man ist die schnell, dachte er sich und hupte. Sie winkte ihm nur zu und lief weiter. „Scheiße“, fluchte er vor sich hin, blieb stehen und kurbelte sein Fenster runter. „Warten Sie! Ich komme mit. Gehen Sie nicht da hoch!“ Sie hörte ihn jedoch nicht. Sie schloss die Tür auf und betrat den Hausflur. Er überlegte kurz und stieg aus. Als er gerade dabei war über die Straße zu der Haustür zu rennen, fiel ihm ein roter Combi auf. Den kannte er doch. Er guckte in den Wagen und sah 2 zusammengesackte Männer auf den Vordersitzen. Schnell riss er die Tür auf und fühlte den Puls von Erbse, welcher am Steuer saß. Alles ok. Scheint zu schlafen. Er gab ihm eine Backpfeife und fing an ihn anzuschreien.
„Hey du Pappnase. Werd mal wach. Seid ihr beide denn völlig bescheuert?“
Langsam kam Erbse zu sich.
„Mist, sind wir eingeschlafen?“ Er guckte kurz auf die Uhr. „Vor 5 Minuten war alles ok. Ich schwörs!“
„Ach halt die Klappe!“ Robert schlug die Tür zu und lief zum Hauseingang. Eine ältere Frau kam ihm gerade aus der Tür entgegen, sodass er nicht extra unten klingeln musste.
„Wohnen Sie hier?“ Fragte ihn die alte Frau, als er gerade dabei war in den Flur zu gehen.
Eine neugierig wie die andere. „Nein, ich will nur zu einer Freundin“.
Die alte Dame murmelte ihm noch irgendwas hinterher. Er war jedoch bereits dabei die Treppen hoch zu rennen. Er betrachtete die Klingelschilder und lief weiter, als er ein Stockwerk höher eine männliche Stimme hörte.
„Sag mir wo das Schließfach ist!“
Sofort zückte Robert seine Waffe und rannte nach oben. Er blickte sich kurz um und sah ihren Namen an der rechten Tür. Er sah sich den Türrahmen an und beschloss, dass er sie packen könnte. Keine Altbautür. Sie war also nicht so massiv. Abgeschlossen hatte sie garantiert auch nicht. Er griff in seine Hosentasche und stellte fest, dass er sein Handy im Auto gelassen hatte. Verdammtes Spotify!
Er nahm also Anlauf und trat mit allem, was er hatte unter dem Schloss gegen die Tür. Diese flog mit einem Krachen auf und knallte auf der anderen Seite gegen die Flurwand. In einem Sekundenbruchteil hatte er die Wohnung erfasst. Der Flur ging nach rechts ab. Schräg vor ihm war das Badezimmer. Gleich daneben die Küche. Er blickte nach rechts, die Waffe im Anschlag und sah einen Typen in Jeans und Hoodie. Er drückte Julia an die rechte Flurwand und hielt ihr mit der rechten Hand ein Messer an die Kehle. Beide guckten ihn an. Julia hatte Tränen in den Augen und hatte einen flehenden Blick, wie ihn Robert selten zuvor gesehen hatte. Der Typ starrte ihn nur versteinert an.
„Legen Sie das Messer weg!“ Robert hörte sich selbst wie einen Außenstehenden.
Mit einer kurzen, schnellen Bewegung aus dem Unterarm warf der Typ ihm darauf hin das Messer entgegen. Robert zog seinen Kopf reflexartig nach links und das Messer rauschte haarscharf an Ihm vorbei und schlug in die Tür ein. Er konnte hinter sich den Einschlag hören und spürte wie das Messer nachschwing.
Robert schoss, aber der Kerl sprang schon hinter sich in das nächste Zimmer. Robert lief ihm vorsichtig hinterher.
„Rufen Sie die Polizei!“, befahl er Julia, die nun auf dem Boden hockte und bitterlich weinte.
„Wie denn? Ich habe nicht mal ein Handy“ Fuhr sie ihn an.
Langsam lief er weiter. Am Türrahmen des Zimmers blieb er stehen und guckte vorsichtig in den Raum. Das Wohnzimmer. Da entdeckte er Nick. Er lag in der hinteren Ecke nackt auf einem Esstisch. Die Arme und Beine jeweils an ein Tischbein fixiert. Er blutete aus so vielen Wunden, dass Robert nicht verstehen konnte, dass dieser noch die Augen öffnen konnte. Er hatte Klebeband um den Mund gewickelt. Schien aber noch halbwegs bei Bewusstsein. Langsam betrat Robert das Zimmer, konnte aber niemanden außer Nick sehen.
Diesen hatte er dann jedoch einen Moment zu lange betrachtet, denn auf einmal flog ihm ein Fernseher entgegen. Der Typ hatte sich links hinter der Couch versteckt, welche vor der Schrankwand stand und schmiss ihm den 50-Zoller mit aller Wucht entgegen. Der Fernseher traf ihn seitlich am Oberkörper und schleuderte ihm die Waffe aus der Hand. Er strauchelte nach hinten und knallte gegen die nächste Wand hinter sich. Sein Angreifer nahm die Couch als Podest und sprang ihm entgegen. Die Faust traf ihn wie ein Donnerschlag und sein Gesicht flog erst nach links und traf dann auf den Türrahmen neben sich. Über seinem linken Auge platzte die Haut auf und Blut strömte über seine Gesichtshälfte. Durch die Wucht und seine Benommenheit ging er auf ein Knie und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen. Alles drehte sich. Auf einmal wurde er hochgerissen und blickte in die ausdruckslosen Augen von einem Typen, der keine Emotionen zu haben schien. Er starrte ihn einfach nur an. Robert erkannte ein Limp Bizkit Cappie und einen schlichten grauen Kapuzenpullie. Der Typ hatte Pranken wie ein Bär und diese packten nun seinen Oberkörper und schmissen ihn über die Couch direkt in die weiße Anbauwand. Glas splitterte und Holz brach unter der Wucht des Aufschlags. Er war direkt in die Vitrine auf der linken Seite geflogen und spürte etliche kleine Schnitte an seinen Händen und seinem Gesicht. Er drohte ohnmächtig zu werden, riss sich jedoch mit aller Macht zusammen, als er sah, dass der Kerl Anstalten machte, zurück in den Flur zu gehen.
„Julia! Verschwinde von hier!Los!“ Er versuchte zu brüllen, bekam aber nur ein klägliches Krächzen hervor. Langsam rappelte er sich auf. Erst ein Bein, dann das andere. Er suchte den Boden nach seiner Waffe ab, konnte sie jedoch nirgends finden. Er nahm sich einfach ein langes Brett von der zerstörten Kommode und wankte in Richtung Flur. Gerade als er diesen betrat, sah er, wie der Kerl langsam auf Julia zuging, die immer noch auf dem Boden kauerte. Robert nahm seine letzte Kraft zusammen und holte aus. Das Brett traf den Kerl volle Breitseite am Kopf. Das Teil zerbrach sofort, der Typ wankte kurz. Diesen Moment nutzte Robert und sprang ihm auf den Rücken. Den rechten Arm um seinen Hals gelegt, die linke Hand am Ellenbogen und drückte zu. Der Fremde fing sofort an zu keuchen und lief rückwärts gegen die Wand. Immer und immer wieder. Robert ließ sich jedoch nicht abschütteln und drückte fester zu. Durch die Aufschläge wurde auch seine Luft immer dünner. Ihm war jedoch klar, dass wenn er jetzt losließe, hätte er den Kampf verloren. Er war ihm körperlich haushoch unterlegen. Auf einmal änderte der Typ seine Taktik und drehte sich im Flur. Plötzlich blieb er stehen und sprang einfach mit dem Rücken voran senkrecht auf den Boden. Bei dem Aufschlag wackelte die ganze Wohnung und 2 Vasen fielen von der Flurgarderobe und zerschellten am Boden. Die gesamte Lauft entwich aus Roberts Lungen und er bemerkte wie sein Rücken gefährlich knackte. Er hatte seinen rechten Arm noch um den Hals des anderen geschlungen und versuchte nun mit den Beinen seinen Gegner weiter zu fixieren. Da ihm jedoch die Kraft ausging, lockerte sich auch sein Griff. Der Angreifer fing an ihm mit seinem Ellenbogen in die Rippen zu schlagen. Voller Panik tastete Robert mit der linken Hand nach etwas, was ihm helfen könnte. Er fand jedoch nichts und sein Angreifer konnte sich befreien. Er rollte sich von Robert runter und rappelte sich keuchend auf. Als Robert den Kopf hob, bemerkte er, wie Julia auf etwas zu krabbelte. Sein Blick war vom Kampf noch etwas getrübt, dann erkannte er es. Es war seine Waffe. Julia nahm sie und schob sie ihm über den halben Flur hin zu. Als er sie endlich in der Hand hatte, nahm er sie einfach und schoss in die Luft. Er hatte keine Kraft um groß zu zielen oder seinen Arm in die Richtung des Angreifers zu richten.
Der Knall klang ohrenbetäubend in dem engen Flur und schien eine Ewigkeit von einer Wand zur anderen zu hallen.
Der Angreifer duckte sich kurz, riss die Hände über den Kopf und rannte wieder in Richtung Wohnzimmer. Auch Robert rappelte sich nun langsam auf und versuchte auf den Typen zu zielen. Seine Hand wackelte jedoch so stark, sodass er nur den Türrahmen traf. Er nahm wieder die Verfolgung auf und als er in das Wohnzimmer einbog, konnte er nur noch „Fuck“ sagen.
Er sah wie der Kerl mit dem Tisch, auf dem Nick immer noch lag, als Schutzschild vor sich auf das nächste Fenster zu rannte. Er drehte ihn ein wenig, damit dieser durch den Rahmen passte und wuchtete das Teil durch die Scheibe. Die Füße brachen ab und Nick samt Tisch flogen aus dem 2. Stock. Der Kerl sprang einen Sekundenbruchteil danach hinterher. Robert rannte zum Fenster und sah wie dieser Geisteskranke sich unten auf einer Wiese, inmitten von Holzteilen und einem leblosen Körper, aufrappelte und um die Ecke bog. Robert atmete einmal tief durch und ging zurück in den Flur. Julia saß immer noch auf dem Boden, weinte jedoch nicht mehr.
„Ist er tot?“ Fragte sie ihn und sah ihn mit rot unterlaufenen Augen an.
„Nein, aber weg.“ Antwortete Robert und hatte weiterhin damit zu kämpfen, ausreichend Luft zu bekommen. „Du hast uns den Arsch gerettet. Das war echt mutig von dir.“
„Ich habe die meiste Zeit hier gesessen und geheult. Oh Gott wie du aussiehst!“
„Ja, ich hätte gern mit dir getauscht.“ Antwortete Robert und beide mussten kurz lachen. „Und jetzt steh auf. Die Kavallerie ist bestimmt gleich da und du willst doch nicht, dass alle dich so sehen.“ Er zwinkerte ihr zu und reichte ihr die rechte Hand. Sie stand auf und schlang ihre Arme um ihn.
„Ich hatte solche Angst. Danke, dass du zurückgekommen bist.“
„Das ist mein Job, ich lebe davon“, antwortete Robert trocken und hoffte, dass dieser Tag bald ein Ende nehmen würde.

Kapitel 4 - RückkehrInhaltsverzeichnisKapitel 6 - Zuflucht
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