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Alles weg streicheln, oder die Regenbogenfamilien

Schundroman zum Thema Befreiung


von Nimbus†

Um ehrlich zu sein, ich kann es nicht mehr hören, weder im film, noch in einer Serie noch im echten Leben:" Familie ist alles." Ganz ehrlich, dann sollte ich mich schnell möglichst erschießen. Doch ständig hört man so einen Scheiß. Offenbar gibt es nur Regenbogenfamilien. Nur irgendwie nicht bei mir. Bin ich jetzt frustriert. *Hüstel, ganz ehrlich, da gibt es schon mal so Tage. Meistens wenn man die Tage dann noch hat, hach, und da macht man sich bei KV über Menstruationslyrik lustig. Als würde die es nicht wirklich geben. Morbider wäre das als Wechseljahreslyrik darzustellen.

Habe ich eben mal Beides, scheiß drauf. Während ich in sentimentale Gedanken, melancholische, um nicht depressive Gedanken komplett zu verfallen (scheiß TV) latscht mir meine junge Katze mal wieder hinterher. Versessen mir den Bildschirm zu blockieren und sich überrascht jedes Bild anzuschauen, was meine Startseite so abzuändern weiß. Egal, Hauptsache in meiner Nähe. Ich denke mir:" Meine Güte, jetzt bist eine von den verbitterten Frauen die Katzen ihre Familie nennen, trotzdem kam ich nicht umhin zu lachen, und zwar laut. Es hat etwas gedauert, aber sie hat just in diesem Moment ihr Interesse an dem Bildschirm verloren, dafür musste ich sie auch nur dreimal herunter setzen.

Wenigstens habe ich mit den Viechern nie Streit, nie wirklich, vermutlich macht die Kleine jetzt alles, was sie nicht soll, ich bekomme es ja nicht mit. eingelullt von Birdy höre ich nichts anderes als den Klang der Tastatur. Mir gerade egal. Der Konflikt zwischen meinem Bruder und mir geht auf den Sack, ach Mist, den habe ich ja nicht, also Eierstock. - Ich frage mich, wann es mal eine Phase in meinem Leben gab, an dem es keine Streitigkeiten innerhalb meiner Familie gab. Mit irgendwem habe ich meistens nie geredet. Ich weiß auch wirklich nicht, ob ich zu selbstverliebt bin, oder ob die es sind. Man glaubt ja immer, man wäre "Gutmensch", doch wer ist das wirklich? Kann man sich selber beurteilen? Sich selber verurteilen passiert am wenigstens, es ist ja auch leichter Andere zu verurteilen.

Also verurteile ich mal, wenn ich dann jedem die Birne abgerissen habe, ich mache es auch bei mir, versprochen. Mit meinem Vater redetet ich mehrfach nicht, weil er Mutter und Bruder geschlagen hatte, und noch so ein paar andere Dinge nicht, über die ich gar nicht reden will. (Das dieser Text fiktiv ist, ist klar, oder?)

Mit meiner Mutter redete ich nicht, weil, wie war das, ach, ja, ihr Freund hatte vergessen wer seine Freundin war, sie oder ich. -

Tja, das ging da so im Wechselrhythmus. Nicht wirklich alles ausdiskutiert, vieles fiel unter den Tisch, und ich habe immer wieder eingelenkt. Na, ja, mir paar Promille zu viel auch nicht wirklich immer die beste Idee.

Jetzt ist mein Bruder dran. Ich gehöre nicht in sein Klischee, so lud er mich zur Kommunion seiner Tochter aus und wieder ein. Blödes Arschloch, lebt da in seiner mittelmäßigen, luxuriösen Scheinwelt und hackt auf alles herum was nicht wenigstens so und so viel Kohle im Jahr macht. Das Beste an ihm, die Aufrechnung, die er immer wieder erzählt, was wie viel und kostet. Erzählt er offenbar mit Vorliebe mir, da ich ja so viel verdiene. Der war nicht immer so arrogant, hat ihn aber seine Frau zu gemacht. Blöde Polen, hach, scheiße, darf man hier ja nicht sagen, ist man ja direkt Nazi. Ich gehe auch noch weiter und sage:" Scheiß Schweizer". Da wurde er jetzt eingebürgert. Passt ja! Arrogant zu arrogant. Nun ja, ich habe im Laufe meines Lebens auch gelernt, :" Ganz gleich, wo man ist, es gibt überall Gutes und Schlechtes."
Ich kann ihm die Schwester nicht kündigen. Würde ich aber gerne, ebenso wie ich zwischenzeitig weder Tochter noch Tochter kündigen konnte.

Vermutlich bin ich das egozentrischste, rücksichtloseste, narzisstische Miststück was auf der Erde herum läuft. Ich konfrontiere Menschen mit Taten, auch aus ihrer Vergangenheit, ich sage, was ich denke. Kohle und Geltungsbedürfnis passen sehr wenig in mein denken, aber auch schon, jedenfalls Letzteres, es nervt immer nur das schwarze Schaf zu sein, ganz gleich, was man erreicht oder nicht erreicht. Regt sich meine Mutter immer darüber auf, dass es dieses Schichtdenken gibt, sie keinen Deut besser. Fragt sie mich doch immer nur, wie es dem oder dem Doktor geht, nicht wie es meiner geschiedenen Freundin in ihrem Einzimmerapartment geht.

Lerne ich jemanden kennen, so männlich, wird immer gefragt:" Was macht der denn?" Statt mal nachzufragen:" Wie ist er denn, wer ist er denn?" Vermutlich würde man sich noch heraus reden und dann sagen, Man fragt halt was, statt wer, weil alles andere zu persönlich wäre. Heute interessiert sich keiner mehr für den Menschen, für den Charakter, nein, nur, was er ist, und wehe der Geldbeutel stimmt nicht. Bei soviel Feingefühlt, bei soviel Bedacht wundert sich noch irgendwer, dass alles den Bach herunter geht. Klappt doch nichts mehr in Deutschland, hach, auf der ganzen Welt. Angehimmelt wird die Macht, die das Fußvolk selten erreicht. Angehimmelt werden Regenbogenfamilien wie mein Bruder sie führt, nach außen. Als er seine Frau heiratete entschuldigte er sich erst mal bei jedem, wie sie aussieht. War wohl echt die große Liebe, wie.

Wahrheiten hört keiner gerne, und ich kann nie meine Schnauze halten, jetzt wissen wir also warum ich so ungern bei Familienfesten gesehen werde. Vielleicht aber auch weil ich nur unter Profilierungssucht leide. Schreib ich doch meiner Nichte zu ihrer Taufe ein Buch, malte ich doch ein Bild zur Hochzeit meines Bruders, ein Bild zur Geburt meiner Nichte... über andere Sachen will ich gar nicht schreiben. Doch noch über den selbstgestrickten Hund, der verschollen ist, wie meine Bilder. Das ärgert mich. Sowie, hach, das war ja mal hier die Puppenhausaffäire, wo inzwischen sogar mein Vater sagt, wenn ich mein alten Puppenhaus zurück bekäme, sollte ich alles dran setzen. Verdammt noch mal, er hat mir das ohne mich zu fragen geklaut, restauriert, und meiner verwöhnten Nichten geschenkt. Gab es hier mal einen rieseigen Skandal. Soll er mir den Kram doch wieder beschaffen!

Ich vergesse mal, dass mein Bruder mich mal aus der Wohnung meiner Wohnung schmiss, weil seine tolle Frau allergisch auf irgendein Katzenhaar reagierte, welches in meinen Klamotten gefangen war.

Ich habe mich gerade an so Festen Volllaufen lassen, war keine Seltenheit. Also Okay, bin ich eben noch Alki, und ich war eh schon alles.

Tja, da bleibt mir nur noch eines, auf die Knie zu fallen, und darum zu bitten, dass mir meine Familie mir verzeiht.

Ich lasse es bleiben, streichle meine Katzen und stricke denen lieber eine Nikolausmütze. Ja, oder?

Gibt es denn echt eine Regenbogenfamilie? Ich grinse, und es wird immer breiter, als miauend so ein blödes Vieh auf der Tastatur mitschreiben will. Vermutlich die beste Familie überhaupt.

Warum ich keine Kinder habe? Fragt mal meine Eileiterschwangerschaft. Habe ich mich jetzt genug in Selbstmitleid gesuhlt, ich vermute schon. Pardon dafür.

Dann denke ich an ihn, und alles was in meinem Körper angespannt ist wird entspannt. Ich sehe ihn an, mit großen Augen, lehne mich an ihn an, sage nichts, und er streichelt über mein Haar. "Kannst du alles weg streichelne?" Ist meine große Frage... und denke mir:" Herr je, sei doch nicht immer so ein Egoist". Bis ich in seinen Armen tief einschlafe, und ich weiß, er kann. -

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Piroschka (55) (11.12.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Nimbus† meinte dazu am 20.12.2018:
Liebe Petra,

danke, für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich gebe dir grundsätzlich Recht, ich hätte besser überarbeiten sollen, aber das ist ein leittragendes Thema. Ich schreibe einen Text und bin dann erst mal zu blind meine eigenen Fehler zu sehen. Teilweise auch zu dumm. Oder ungebildet. Ich mache das nicht um jemanden zu ärgern oder weil ich keinen Respekt vor den Lesern hätte. Dann gibt es den logischen Einwand, ich solle den Text doch dann ein paar Tage ruhen lassen. Könnte ich tun, wäre besser, doch dann verfault der bei mir in der Datenbank. Also muss ich mich immer entscheiden, nehme ich Fehler in Kauf und der Text kommt niemals heraus.

Tja, die Sache mit der Wahrheit ist immer kompliziert, weil sie letztendlich subjektiv ist. Und zwar immer. Auch der Leser ist subjektiv. Wahrheiten gibt es wohl nur in der Wissenschaft und genau genommen sind die auch zwiespältig.

Danke, dass du den Text trotz der Fehler für gelungen hältst.

LG Heike
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GastIltis antwortete darauf am 16.01.2019:
Ach Heike, leiDtragendes Wesen! Nein, nimm es nicht krumm, wer wie ich heute schon eine gute Tat vollbracht hat, darf wenigstens einen Fehler korrigieren! Wieso gute Tat? Wahrscheinlich habe ich dem Hund meines Nachbarn das Leben gerettet. Als bei ihm der Rauchmelder zu piepen begann, habe ich geklingelt. Der Hund hat kurz angeschlagen. Es stank schon durch die Tür. Der Fernseher lief. Geklopft, geklingelt. Nichts. Dann den Verwalter angerufen. Der Hausmeister kam. Zum Glück konnte er über die Verwaltung die Handy-Nr. ermitten. Mir hätten sie die nicht gegeben, Datenschutz. Er käme gleich, mit Frau, verheiratet seit Mitte Dezember. Als er kam, war die Bude voller Rauch. Den Hund hat er sofort auf den Balkon verfrachtet. Wäre wahrscheinlich mit einer Rauchvergiftung auf der Strecke geblieben. Bin gespannt, was er heute Abend zu sagen hat. Der Nachbar. Armer Hund, der Hund.
Sonst? Deine Geschichte: hat mich fasziniert, nicht nur wegen der Katzen. Obwohl: sind auch Lebewesen. LG von Gil.
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Nimbus† schrieb daraufhin am 16.01.2019:
Meine eine Katze hat mir das Leben gerettet als meine Wohnung abbrannte. Ohne die wäre ich heute nicht mehr hier.

Hast Du gut gemacht.

Liebe Grüße
Heike
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AZU20
Kommentar von AZU20 (11.12.2018)
Alles wegstreicheln sollte man nicht. LG
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Nimbus† äußerte darauf am 20.12.2018:
Stimmt, aber schlechtes gedacht ab und an schon mal . Zur Weihnachtszeit darf man ja auch mal kitschig

Danke Dir!

Lg Heike
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Stelzie
Kommentar von Stelzie (11.12.2018)
Um Familie zu ertragen braucht man ziemlich gute Freunde ;)
...oder eben Katzen ...

Liebe Grüße
Kerstin
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Nimbus† ergänzte dazu am 20.12.2018:
Da sagste was. Katzen sind schon ganz gut, Freunde sind besser, wie gut, dass ich beides habe

Danke Dir!

Lg Heike
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