Hosenrunter, Durchzug marsch, Herz mit Vieren

Erzählung zum Thema Allzu Menschliches

von  Borek

Hosen runter ! Durchmarsch, Herz mit Vieren, Null !!


Rauch, gemischt von Zigaretten und Pfeifen, das Klirren der Gläser.
Belehrungen: Warum ? -- und  -- du musst doch ziehen --und--
wie kann man nur so dämlich sein !
Irgendwie kann das spannendste Skatspiel zur Langweile gereichen,
wenn eben die Gedanken nicht mit Begeisterung dabei sind.

"Klaus, pass doch auf, warum stichst du nicht mit dem Alten?"

Wo war ich mit meinen Gedanken?
Mein Körper jedenfalls saß am Stammtisch unserer Donnerstags-Runde.
Mies ausgesprochen mies fand ich heute diesen Tag, es lief schon am
Morgen schief, die S-- Bahn weg, 20 Minuten zu spät im Büro, kein
Anlass zum Ärger, aber ich habe so meinen Trott -- und nun gleich zwanzig
Minuten aus meinem Trott.

Die Sendung an Marx&Co. war von einem Idioten falsch abgefertigt und der
machte mich schon  Morgens am Telefon  zur Minna.
"Herr Burger zum Chef!" Claudia die charmanteste Vorzimmerdame die ich kenne,
brachte die nächste Hiobsmeldung.

Der ganze Tag war ein einziger Katastrophentag, die Mahnungen die ich am Abend
in meinem Briefkasten fand, will ich hier gar nicht erst aufzählen.
Und nun habe ich auch noch falsch ausgespielt. Himmel noch mal, ich sollte
besser ins Bett gehen.
Ein Glück, du kannst wenigstens allein ins Bett gehen, da kann wenigstens
nicht noch etwas aus Über--oder Unterreizung schief gehen.

"Jungs, Männer der Skat-Nation, ich mag nicht mehr, verspielt euren Reichtum
bitte allein."

Ein Aufbegehren in der Herrenrunde. "Jetzt sei doch nicht kindisch, man wird dir doch noch sagen dürfen, dass du Nachhilfe im Skat brauchst !"
"Schluss meine Herren!"

Sie kannten mich zu gut, ich hatte meine Prinzipien.
Nein ist Nein und Ja ist Ja -- es gab kein Jein.






Ich rauche wenig, aber eine Zigarette nach diesem miesen Tag an der frischen
Luft sozusagen zum Abschluss, genehmigte ich mir.
Verdammt, nicht einmal diese schmeckte mir heute. Halb an-- oder abgeraucht warf ich sie weg und wollte gerade zu meinem Wagen, als mich eine Stimme fragte:
"Können sie mir ein Zweimarkstück in zwei einzelne wechseln?"
Ein schmales Gesicht mit dunklen Augen sah mich an.
Ich kramte in meinem Geldbeutel, "Ich habe nur 50-- Pfennigstücke, geht das auch?"
"Nein", sagte die Unbekannte, die ich jetzt mit allen Umrissen wahrnahm. "Nein, ich brauche es zum Telefonieren und da gehen keine 50-Pfennigstücke. Ich habe kein Zimmer, ich wusste nicht, dass im September schon das Münchner Oktoberfest beginnt
und alle Hotels, die ich bis jetzt anrief, sind belegt."

"Au weh", sagte ich, das wird ein großes Problem."
Sie stand hilflos vor mir.
"Was soll ich nur tun, ich habe morgen ein Vorstellungsgespräch, ich kann doch nicht
auf einer Parkbank schlafen, was mache ich da morgen für einen Eindruck?
Ich bin mit dem Zug gekommen und fliege übermorgen von München nach Ibiza in
den Urlaub, ich dachte doch nicht an das im September stattfindendes Oktoberfest."

Ich nahm Ursula mit in unser Edelstammtischdomizil.
Die "Ahs und Ohs" und "jetzt wissen wir warum du falsch gezogen hast",  brauche
ich nicht zu schildern, auch nicht die Namen aller dreißig Hotels, die ich vergeblich
anrief......
Ursula war mir in dieser kurzen Zeit unseres Hotelzimmerkampfes so schnell
vertraut und wir empfanden auch  so eine Art Frontstimmung, die zusammenschweißt und ganz plötzlich verbindet, obwohl man sich erst ein paar Minuten an der Lebensuhr  gemessen kennt.

Das Grinsen meiner Stammtischbrüder und die lässigen Randbemerkungen wurde
mir langsam zu viel.

"Ursula, wir gehen!"
"Wohin? Und wie heißen sie?"
"Ach entschuldigen sie, ich heiße Klaus. Lassen sie uns Luft schnappen und nachdenken.
Wir verließen gemeinsam das Stammtischlokal.

"Ich habe mein Gepäck noch am Bahnhof stehen."
Wir fuhren auf dem Weg zum Bahnhof an vielen Hotels vorbei - alles vergeblich.






"Ursula",  ich bin ein Mann von Prinzipien, dachte ich.
"Ursula, ich habe eine Couch, ich weiß nicht mehr, wie ich Ihnen sonst helfen
kann, darf ich sie Ihnen anbieten?"

"Klaus, sie haben mir schon sehr viel geholfen, wie kann ich Ihnen noch
zur Last fallen und was soll Ihre Frau sagen, wenn sie mich jetzt mitten
in der Nacht mit zu Ihnen bringen?"

"Keine Sorge, Ursula,
Erstens: wenn ich helfe, helfe ich gern.
Zweitens: wartet keine Frau Klaus auf mich, wenn ich nach Hause komme"
Ein undefinierter Blick traf mich, der in mir noch heute ein Gefühl der Gefühle
auslöst. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber wie es das Gruseln gibt,
existiert auch ein Blick, der das ganze Gegenteil davon sagt, aber nicht in Worte
zu fassen ist.

Es war eine unfaire Situation: sie war mir in einem gewissen Maße mit ihrer hotelmäßig bedingten Hilflosigkeit ausgeliefert und manch anderer Zeitgenosse
hätte dies sicherlich zu seinem Vorteil zu nutzen gewusst und nicht so lange
verzweifelt gesucht.
Ich glaube, nein ich weiß, sie wusste, sie war bei mir absolut sicher.
Wer hätte sich sonst so viele Mühe gegeben, wenn er ein Abenteuer erahnt
oder erleben wollte.

Eine kleine Diskussion hatten wir noch: wer im Schlafzimmer und wer auf
der Couch schläft. Ich gab nach, und hüllte mich in meine dunkelblaue Seidenwäsche im goldenen Messingbett.
Was für ein Tag: auch heute Abend kein Erfolg, kein Hotelzimmer. Zwar eine
bezaubernde Frau im Wohnzimmer nebenan, aber ich habe ja Prinzipien und
die Notsituation eines Menschen nützt man ja nicht aus.

Das Schönste von diesem miesen verpfuschten Tag war mein Traum:
Ursula kam zu mir, ihre Hände streichelten über mein Gesicht, sie saß an meinen
Bettrand. "So etwas Klaus, wie dich, ist mir noch nicht begegnet, ich danke dir,
ich danke dir. Ihre Küsse streiften meine Stirn, meine Wange, meinem Hals.
"Ursula", sagte ich im Traum schlaftrunken," es war so ein mieser Tag, die
Erleuchtung bist du und du gefällst mir, ich mag dich wirklich. Wenn ich dir
helfen kann, tue ich es gern."
Unsere Lippen trafen sich, sie streichelte und küsste mich, sie war in meinen
Träumen die perfekte Geliebte.
Wir bäumten uns auf und verfielen in einen Rausch der Gemeinsamkeit von einer
Wolke auf die andere steigend. Die Zeit wurde zur Ewigkeit, die Gefühle waren
uns wie Flügel gewachsen mit denen wir uns über alles erheben konnten.






Der Wasserkessel sang seine schrillen Töne in der Küche.
"Verdammt, was war los?"
Ach ja, ein schöner Traum und Ursula mein Gast im Wohnzimmer. Die Tür öffnete


sich und Ursula brachte mir den Kaffee in meinem Bademantel. Der Blick von meinem Bett ging ins Wohnzimmer auf die Couch: sie war unberührt, es lag
noch so wie gestern Abend hergerichtet.
Und ein unendliches Glücksgefühl floss durch meinen Körper:
Es war kein Traum gewesen!

Ursula bekam die Stelle in München und alle Hände hatte ich voll zu tun um
meinen Urlaub kurzfristig in der Firma durchzusetzen. Eine Woche später flog
ich mit einer Linienmaschine nach Ibiza und ich war unendlich glücklich am
Flughafen in die Arme genommen zu werden.

Ja Fazit dieser Geschichte: Man soll den Stammtisch solange gebrauchen,
bis er überflüssig ist.

Wie sind nun schon zehn Jahre verheiratet und viele meiner Freunde fordern
mich auf: " komm doch, wir haben viel Spaß"
Aber diese Stunden würden uns schon gemeinsam fehlen!

Ein mieser Tag damals. Ganz sicher der wichtigste Tag in meinem Leben.
Jede Niederlage kann auch zu einem Sieg werden -- es muss ja nicht immer
ein so entscheidender sein

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Kommentare zu diesem Text


 Dieter_Rotmund (27.12.18)
Scheint vielleicht eine charmante Erzählung zu sein. Aber genau kann man das nicht sagen, denn der Text enthält so extrem viele Schlampigkeitsfehler, von Rechtschreibung über Zeichensetzung bis zu diesem sehr chaotischen Zeilenumbruch, dass man nichts erkennen, geschweige denn halbwegs flüssig lesen kann!
Borek, bitte gehe über den Text rüber und korrigiere wenigstens die allerschlimmsten Brecher. Bis dahin ist "Hosenrunter, Durchzug marsch, Herz mit Vieren" unlesbar. Wer etwas anderes behauptet, lügt.
Danke!
Sätzer (77) meinte dazu am 27.12.18:
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 Borek antwortete darauf am 27.12.18:
Ja, so ist es wenn man alte Geschichten aus dem Jahr 2008
wieder findet und die roten Warnsignale nicht aufleuchten
und wenn die kleinsten Buchstaben, kaum noch lesbar sind,
Eine gewisse Erhabenheit schleicht sich ein
Ich bitte mich dafür zu entschuldigen aber gern würde ich
einmal wieder Skat spielen und so war es eine Erinnerung an alte
schöne Zeiten LG Borek
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