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Widerschein.

Gedicht


von Vaga

In einer Fensterscheibe seh ich mich
und mein Gesicht
das ich
weil immernackt vor mir
niemals verbergen kann

es spiegelt sich darin
die Frische
des noch jungen Jahres

und meine Blöße zögert kurz
als schöbe sich
im nächsten Augenblick
ein Abschied in mein offenes Gesicht.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Stimulus
Kommentar von Stimulus (10.01.2019)
Auch das klingt und singt mir in den Ohren. Warum? Nun ja, es klingt halt. Gebundene Sprache in ganz normaler Schreibe:

In einer Fensterscheibe seh ich mich und mein Gesicht, das ich, weil immer nackt, niemals vor mir verbergen kann. Es spiegelt sich darin die Frische des noch jungen Jahres und meine Blöße zögert kurz, als schöbe sich im nächsten Augenblick ein Abschied in mein offenes Gesicht.


Genau, ich habe lediglich in Vers 5 die Satzstellung normalisiert, was ich auch als einzige grammatikalische Empfehlung hätte, denn es klänge noch eine Winzigkeit besser. Ansonsten ist das Schriftdeutsch, aber eben doch in jambischen Versen und mit gelungenen Bildern in allen drei Strophen, die nachfühlbar beschreiben, wie künftige Mühsal aus noch so frischem Aufbruch widerscheint.

Mich beeindruckt das, weil es mit sehr einfachen Mitteln arbeitet, die aber in der Komposition sowohl ein klares, als auch ein ganz offenes Bild malen, denn was in diesem "nächsten" Augenblick widerscheint, bleibt der Fantasie der Lesenden überlassen. Es ist, als wenn diese Fensterscheibe ein Buch ist, in dem ich als Leser dieses Gedicht und darin mich erblicke, weil quasi sowohl das Gedicht (hier: Gesicht), als auch mein Gesicht "immernackt" sind. Wenn es mir gelingt, offen zu sein und das Gedicht, ohne beliebig zu sein, offen für meine Interpretation ist, dann ist die Fensterscheibe gleichzeitig durchsichtig und ein Spiegel: Sowohl die Autorin, als auch ich selbst sind entblößt und für alle Eindrücke offen, wie die 2. Strophe berichtet.

Und doch muss ich von dieser intensiven Begegnung Abschied nehmen, aber muss ich tatsächlich? Die dritte Strophe lässt das im Grunde offen, spielt mit dieser Möglichkeit. Jedoch ist der Grundton des Gedichtes eher ein wenig melancholisch und mahnt fast zum Abschied. Insofern ist das für meine Begriffe auch ein "Memento mori"-Motiv im Widerschein des Gedichtes, sozusagen.

Kurzes Gedicht, nachhaltige Wirkung. Mir gefällt es sehr, mein Kurzgedicht des Tages allemal.

Kommentar geändert am 10.01.2019 um 17:32 Uhr
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Irma meinte dazu am 10.01.2019:
Das ist wieder einer der Kommentare, wo ich gerne einen Empfehlungsbutton drücken würde!

So kann ich es nur für den Text tun!

Dein Avatar rechts oben passt klasse!

LG Irma
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Stimulus antwortete darauf am 10.01.2019:
Mein Avatar ist doch links...?
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Irma schrieb daraufhin am 10.01.2019:
... passt klasse, Vaga!
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Vaga äußerte darauf am 12.01.2019:
@Stimulus:
Ich danke dir sehr für deine Rückmeldung, in der du auch die tiefere Ebene dieses Gesichtgedichts durchleuchtest.

Deine Empfehlung, die Satzstellung in Vers 5 betreffend
vor mir niemals verbergen kann
die ich ohnehin als 'wunden Punkt' in der ersten Strophe empfand, möchte ich als Anregung aufgreifen, um meinerseits eine Korrekturvariante vorzunehmen. Ursprünglich hatte ich nämlich die beiden Worte 'vor mir' als Ergänzung der Zeile in Vers 4 angefügt, was mir jetzt - nach deinem Hinweis auf die etwas 'verquer' klingende Zeile (in Vers 5) - wiederum schlüssiger erscheint.

Die konkretere Positionierung des Gesichts (in Vers 4) vermittelt m. E. jetzt klarer, dass das Verbergen desselben, sowohl vor dem eigenen (inneren) Blick, als auch vor dem fremden (äußeren), vom LyrIch als unmöglich erkannt wird.

Antwort geändert am 12.01.2019 um 19:04 Uhr
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AZU20
Kommentar von AZU20 (10.01.2019)
Gut beobachtet und flott geschrieben. Prima. LG
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Vaga ergänzte dazu am 12.01.2019:
Naja - von flott konnte - zumindest während des Schreibens - keine Rede sein ;). LG und Dank.
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wa Bash
Kommentar von wa Bash (10.01.2019)
gefällt mir sehr gut der Text, vor allem die erste Strophe. auffallend sind die oft verwendeten Binnenreime mit der Silbe "ich" was in meinen Augen in den ersten Strophen und sogar bis zum "sich" in der dritten Strophe meines erachtens sehr gut funktionierte. der Text ist zwar sehr prosaisch, wirkt aber auch sehr lyrisch bzw. rhythmisch, obwohl ohne festes Metrum, das funktioniert sehr gut, gefällt... gerne mit beschäftigt LG

Kommentar geändert am 10.01.2019 um 21:16 Uhr
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Vaga meinte dazu am 12.01.2019:
Herzlichen Dank, wa Bash, für deine Rückmeldung, speziell auch zur Rhythmik, an der ich einige Zeit feilte, um sie les- und 'hörbar' zu gestalten. LG
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Vaga
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Veröffentlicht am 10.01.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 12.01.2019). Textlänge: 35 Wörter; dieser Text wurde bereits 161 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.03.2019..
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