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Volle Dröhnung? Zupfen am Trochäen-Psalter.

Gedichtgedicht


von Willibald




I

O herber Hoch-Tag, sei gegrüßt!
Damit Betagtheit sich versüßt,
gar sich verliert, so gib, Apoll,
Verse mir, fernab von Groll.

Send´sie dahin, wo Dichter scherzen,
wo sich Hirt' und Hirtin herzen,
wo man beim Tanz in Frühlingsluft
ekstatisch-dithyrambisch ruft:

II

Was die durst´ge Seele speiset
und den müden Leib ergetzt,
was der Lieder Klang uns weiset,
uns in sanftes Glück versetzt -
Ich, du, er und alle wir
sind um dessen willen hier.

Es geht hier keineswegs um's Saufen.
Das ist nur des Pöbels Brauch:
Will damit Kumpanei erkaufen.
Hirn außen vor und hoch der Bauch!
Ach, solche Kumpanei besteht,
bis der Suff vom Leibe geht.

Drum schlagt den Zapfen aus dem Fass,
Das von  Apoll mit  Geist gefüllet,
Denn solches Fass erquickt mit  Nass,
das aus der Musen Busen quillet.
Wer Rhythmus trinkt, der wird sich gut.
Ihn flieht der Unmut, blass vor Wut.


III

Den Gott des Weines nicht gerufen,
ein Versebild, wie´s Alte schufen .
Barock wie dieser Autor dichtet,
hat er wohl hundert Jahr geschichtet .

Andrerseits: Wär das ein Alter?
Zupfend am Trochäen-Psalter
werkelt Willi unter Strom:
Barockes Peter-Pan-Syndrom.

***

Anmerkung von Willibald:

Fremdwortverzeichnis

Als Kind der Haribo-Generation habe ich mir einiges anlesen müssen. Die wichtigsten Begriffe habe ich in einem eigenen Heftchen notiert: Hier die im aktuellen Text flottierenden Begriffe:

"Trochäus" (MOdern) und "Jambus" (moDERN): Betonungsmuster, lassen hier auf ein Spiel mit modernden und modernen Ausdrucksmitteln schließen.

Apollo ist unter anderem Gott der Dichtung und tritt eher gesittet auf, nicht dionysisch-ausgeflippt wie der Gott des Weines.

"Peter-Pan-Syndrom": psychische Eigenheit, unbedingt in jugendlichem, kindlichen Status zu beharren und das "Erwachsen-Werden" zu verweigern.

Den Schreiber hat der Dichter Arno Holz ("Kunst ist Natur minus x") fasziniert:
Holz - in Sache Naturalismus viel benannt - hat parodistisch, aber wohl nicht ganz parodistisch - (auch) in barocker Codierung geschrieben:
"Des berühmbten Schäffers Dafnis sälbst verfärtigte/ sämbtliche Freß= Sauf= & Venus=Lieder (1904)".


Er erwacht in den spähten Herbst-Morgen
Ode Jambica.

Der trühbe Morgen dunckelt/
der Dag bricht kaum schon für/
mein Lämpgen sprüht und funckelt/
ich fühls/ noch horcht wer vor der Dhür.
Noch ist er nicht verwichen/
ich schlieff/ er hat gewacht/
mit Augen lengst verblichen
stund er die gantze Nacht.
Sein Seiger saust/ die Stunden rinnen/
sey wer du seyst/ du mußt von hinnen!

Ich soff und hab gefrössen/
gehurt mit nichts alß Pakk/
mit Truddeln und mit Trössen
behing ich dihsen Maden-Sakk.
Wein/ Weibrichins und Karten/
nichts war mir ji zu bundt/
mein Hieber hieb sich Scharten
in manchen Lumpen-Hund.
Noch Keinen hat man so bedroffen/
allein - wie ist daß abgeloffen?
mein vor so froher Mund
ward for mir sälbst zum Grauen
ein zubedäkkter Abgrunds-Schlund.
Mein Rükken hängkt gebogen/
ich krige kaum mehr Lufft/
mein Mercks fäult außgesogen/
mein Fleisch räucht nach der Grufft.
Ich känne würcklich nicht mehr wihder
mein fürmahls stoltzes Pfau-Gefihder!

Aus der »Blechschmiede«
DRITTER GROSSSTADTLYRIKER, am gleichen Platz:

Der Himmel blinkt wie Blut so rot,
die Dirne tritt den Straßenkot.
Sie ist das abendlich gewohnt -
o Gott, wie seltsam hängt der Mond!

Die Seele siech, mit kranker Brust,
fast jedem gibt sie sich zur Lust,
von schnödem Sold kaum karg belohnt -
o Gott, wie seltsam hängt der Mond!

Er weiß, er weiß es, sie bereuts!
Ins Bett blickt ihr ein Christuskreuz!
Zu oft hat sie vor ihm gefront -
o Gott, wie seltsam hängt der Mond!


Willibald
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Veröffentlicht am 11.01.2019, 69 mal überarbeitet (letzte Änderung am 23.05.2019). Textlänge: 187 Wörter; dieser Text wurde bereits 227 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 23.07.2021.
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