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Die ewige Suche

Erzählung zum Thema Zuneigung


von Sätzer

Was bisher geschah:    Mike

Am Samstag nahm Jochen aus der Männergruppe Mike mit zu einer Party bei einem befreundeten Paar. Er erzählte ihm vorweg ein paar Dinge über die Gastgeberin Hannelore, die in serieller Monogamie mit ihrem neuesten Freund lebte, diesen aber nicht heiraten wollte. Sie wechselte Ihre Partner in sehr unregelmäßigen Abständen. Einmal waren es sieben Jahre, dann nur ein halbes oder auch mal zwei. Beziehungen waren für sie die Freiheit zu lieben. Da ähnelte sie immer mehr Frauen ihrer Generation, die ein unabhängiges Leben wollten, so wie Mike es auch bisher geführt hatte. In Hamburg war inzwischen jede zweite Wohnung ein Singlehaushalt.
Ihm kam die Einladung sehr entgegen. Seit einiger Zeit hatte er im Kopf, endlich vom Pfad seiner wechselnden Beziehungen zu Frauen auf eine fest bepflasterte Gerade einzubiegen, im Reich der wahren Liebe anzukommen. Vielleicht bot sich eine Chance auf der Party. Dazu gehörte, die Zündflamme in seinen Lenden in Schach zu halten, wenn ihn eine Frau reizte, er aber das Gefühl hatte, dass es keine fürs Leben sei. Ihm schwebte vor, endlich eine Familie zu gründen und Kinder bekommen.

Da stand sie am Abend auf der Party. Angelehnt an die Verschalung der gegenüberliegenden Türöffnung schaute sie ihm beharrlich in die Augen. Er hatte sie schon mehrmals im Vorbeigehen unverhohlen angehimmelt, was ihr natürlich nicht verborgen geblieben war.
Ihm ging durch den Kopf, dass die Kommunikation von Menschen meistens von Details abhängt. Eine kleine Veränderung der Körperhaltung, der Mimik und Gestik kann den Gegenüber überzeugen oder misstrauisch machen. Misstrauisch wie zwei Kämpfer, die zu müde sind, den Kampf fortzusetzen, aber auch unfähig, sich zu ergeben. In diese Falle wollte er nicht tappen, denn er wusste intuitiv, dass er diese Frau von sich überzeugen könnte und dabei authentisch bleiben würde. Hinter seiner Stirn reiften Überlegungen heran, die er in der Folge strategisch einzusetzen gedachte. Jochen hatte ihm erzählt, dass sie Christine heißt und sich gerade von ihrem Freund getrennt hatte.
Er wusste sofort, dass sie keine Frau war, die man kampflos einem anderen überlässt, ohne den Schmerz zu empfinden, der eine ungefähre Vorstellung davon gibt, dass man am Leben ist. Sollte sich die Begegnung um eine zufällige Verschiebung im Universum handeln, wo Partikel aneinander stoßen? Was ist dieses seltsame Etwas, das uns allen fehlt und uns veranlasst, den Menschen zu suchen, der uns entweder wie eine Droge betäubt oder mit dem göttlichen Nektar des Lebens erfüllt? Diese Nacht würde er auf keinen Fall noch mit ihr ins Bett steigen, sondern sich auf andere Weise von seiner besten Seite zeigen. Durch den Stoff seines Seidenhemdes fühlte sich sein Körper fest und zugleich nachgiebig an, so als könnte er durchaus standhalten und trotzdem alles machen, was er gern mit ihr anstellen würde.
Er gab sich einen Ruck, ging zu ihr hinüber und fragte, ob er ihr etwas Wein einschenken dürfe, denn ihr Glas war leer. Sie straffte sich und antwortete:
„Ja gern, ich kann zu Fuß nachhause gehen und deshalb noch etwas Alkohol verkraften.“
Sie unterhielten sich angeregt über dies und das, doch plötzlich sagte sie:
„Ich bin jetzt müde vom vielen Wein und möchte nach Hause gehen, wohne nur ein paar hundert Meter weiter.“
Mike bot an, sie aus Sicherheitsgründen zu begleiten. Sie war einverstanden. Vor ihrem Haus wollte sie sich schnell verabschieden, doch Mike blieb etwas unschlüssig stehen. Sie lachte und sagte:
„Ich hasse Abenteuer für eine Nacht. Sex ist dann immer ein Fall der Irrungen und Wirrungen. Großer Gott, man muss entweder ziemlich betrunken, ziemlich unbefangen oder ganz einfach selbstsüchtig sein, um Spaß daran zu haben. Ich jedenfalls finde, dass Sex etwas überaus Intimes ist und es eine Weile dauern sollte, bis ich mit einem Mann wahrhaft wunderbaren Sex erleben kann.“
Mike erwiderte:
„Du hast ja völlig Recht. Das sehe ich genauso“, verabschiedete sich und ging zurück zur Party.

Am folgenden Samstag kaufte er sich eine neue Jeans in der Mönckebergstraße und bummelte über den Jungfernstieg an der Binnenalster. Plötzlich sah er Christine aus der Gegenrichtung auf sich zukommen. Sein Herz begann heftig auszuschlagen. Sie begrüßten sich freudestrahlend und Christine sprudelte gleich los:
„Ich nehme mir heute Zeit für etwas Schönes, das nur mir gehört. Es ist sozusagen ein Treffen mit mir selbst. Eben habe ich ein wunderschönes Frühstück im Café des Hotels Vierjahreszeiten genossen und will jetzt in die Kunsthalle, um die neue Ausstellung >Erotische Malerei des 20. Jahrhunderts< anzuschauen.“
Sie musste sich eingestehen, dass dieser sinnliche junge Mann ihr schon auf der Party ausnehmend gut gefiel, und war überrascht, dass ihr so etwas noch geschah.
Mike schaute ihr intensiv in die Augen. Ihre Wangen röteten sich. Er trat näher an sie heran, um ihr spontan einen Kuss zu geben. Doch ihr Gesichtsausdruck zeigte, dass sie nicht wusste, wie sie reagieren sollte. Vielleicht war es auch eher er, der plötzlich etwas Unsicherheit spürte, denn seine latente Schüchternheit setzte sich, vor allem bei sehr attraktiven Frauen, immer mal wieder durch. Christine überlegte, ob sie ihren Gefühlen vertrauen und ihnen freien Lauf lassen oder ihren Verstand benutzen sollte. Was ging da bloß vor in ihrem Kopf? Doch ihr Körper sendete deutliche Signale. Ja! Ja! Ja! Was soll die Ausstellung erotischer Kunst. Sie wollte den Moment leben, ihrem Körper gehorchen, ihrem Herzen folgen, wusste intuitiv, dass sie jetzt die Initiative ergreifen musste.
Sie strahlte und küsste Mike auf den Mund. Er zuckte zusammen. So viel Spontaneität und Ehrlichkeit hatte er bei einer Frau noch nicht erlebt, aber es gefiel ihm. Sie schlang ihre Arme um seine Taille und zog ihn fest an sich. Beide spürten sofort die feine Sinnlichkeit, die ihre Körper miteinander austauschten, und es bedurfte keiner Worte mehr. Christine verkörperte allein durch ihre Gegenwart in seinen Armen das, was er schon immer gesucht hatte. Es existierte nur noch ein Verstehen von lange aufeinander gewarteten Leibern, die nach Erfüllung dürsteten.
Christine drehte um und führte ihn sanft umarmt zurück zum Hotel Vierjahreszeiten. Da sie nicht zu sparen brauchte, orderte sie ein luxuriöses Doppelzimmer mit Alsterblick und schob Mike sanft in den Fahrstuhl. Ihr Druck auf die Taste 2.Stock war mit etwas Unsicherheit verbunden, aber freimütig genug, dass er darin mehr als den Keim normaler Begierde erraten konnte. Dieses wurde durch die Tatsache, dass es sich um eine ungewöhnliche Entscheidung handelte, nur noch gesteigert.
Er spürte sich immer schwächer werden und schien gefangen in einer Halluzination, die die Gestalt von Christine angenommen hatte. In einer außergewöhnlichen Fügung war er ihr begegnet, ohne selbst aktiv um sie werben zu müssen. Jetzt besann er sich seiner männlichen Fähigkeiten und öffnete ihr galant die Zimmertür, nachdem sie den Fahrstuhl schon etwas enger umschlungen verlassen hatten. Sie ging langsam vor ihm in das Zimmer.
Plötzlich blieb sie unentschlossen vor dem großen Bett stehen, vollkommen durcheinander. Er legte seine Arme von hinten sanft um sie, zog ihr behutsam die türkisfarbene Jacke von den Schultern und küsste sie zärtlich auf den Hals. Diesen Berührungen konnte sie nicht lange standhalten. Die wenigen dunklen Stellen seines Wesens wurden von Licht erfasst. Sie hätten verborgen bleiben können, doch in der Berührung mit ihr veränderte sich alles. Ihre Gegenwart erfüllte den Raum mit solch einer körperlichen Präsenz, dass sie sich getröstet, geborgen und allmächtig fühlten.
Sie hatten im Zimmer noch kein Wort miteinander gesprochen. Er stand immer noch hinter ihr und hielt sie im Arm. Mit seinem Zeigefinger der freien linken Hand berührte er ihren Mund. Begierig begann sie den Finger zu belutschen, bis dieser sich in ihrer Mundhöhle verlor und er ihre Zahnhälse sanft massierte. Dieses tat er mit einer solchen Inbrunst, dass Christine ein wenig zu zittern begann. Sie versuchte mit ihrem Verstand dagegen anzukämpfen, dass sich ihr Körper so schnell hingeben wollte. Der Sinnestaumel stand jedoch kurz bevor. Bald würde sie jeglichen Widerstand aufgeben. Seine Zartheit und körperliche Offenheit waren dabei, sie zu überwältigen.
Nach dem Aufwachen am Nachmittag verschlangen ihre Körper wiederholt einander. Er flüsterte:
„Ich möchte jetzt keinen Sex mehr, nur kuscheln.“
Zartes massageähnliches Streicheln über Hüften, Po und Schenkel führten jedoch dazu, dass Christine ihn plötzlich auf den Rücken warf, auf ihn sprang und ritt, so als wenn es ein Galopprennen zu gewinnen gäbe. Das solide Bett ächzte und vibrierte. In inniger Verbindung gestöpselt komponierten sie Lustduos mit ihren sinnlichen Mündern und einem Tutti ins Finale. Aufschreie verbanden sich in einem wirren Takt.
„Das war Sieben statt Sex“, stöhne Mike ganz entspannt im Hier und Jetzt.
Christine sagte nichts dazu. Sie war überwältigt. Seine Gegenwart war in alle ihre Fasern gedrungen. Er spürte sie über sich, schwitzend, zitternd, zerbrechlich, ängstlich, außer sich vor Glück und Furcht.
Beide verabschiedeten sich mit einem langen innigen Kuss vor dem Eingangsportal des renommierten Hotels. Sie steckte ihm noch ihre Visitenkarte zu und sagte:
„Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns bald wiedersehen könnten.“

Der Portier schaute ihnen wohlwollend hinterher. Nach sechs Wochen beichtete Christine ihm, dass sie schwanger sei. Er jubelte.

Fortsetzung folgt !

 
 

Kommentare zu diesem Text


Augustus
Kommentar von Augustus (12.01.2019)
Vielleicht bot sich eine Chance auf der Party

und
In diese Falle wollte er nicht tappen...

der Autor zeichnet wirres Zeugs. Das kommt dabei heraus, wenn ein ganzes Leben zur Hälfte nicht verstanden wird, so dass der Rest aus der Nase oder Fingernägeln herbeigezogen werden muss, wie denn hier im Text versucht wird dem Charakter eine wahre und tiefe Ebene zu verleihen, die das Leben einatmen soll, jedoch völlig dabei die Kunst versagt, diese Eben zu greifen und durch Worte zu transportieren.
Wir Leser bekommen wieder mal Puppen vorgesetzt, die das Leben beim Vorübergehen streifen. Wer Einschlaflektüre mag sollte den blutleeren Text hier unbedingt lesen.

Ave

Kommentar geändert am 12.01.2019 um 20:10 Uhr
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Sätzer meinte dazu am 12.01.2019:
Na, dann wünsch ich dir eine gute Nacht
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Sätzer
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Veröffentlicht am 12.01.2019, 7 mal überarbeitet (letzte Änderung am 15.01.2019). Dieser Text wurde bereits 185 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 23.01.2019.
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