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Nach Vorschrift

Prosagedicht zum Thema Feigheit


von LottaManguetti

Die Welt ist vermessen, karthographiert.
Uran wird gespalten, Marsmission folgt.
Die Psyche der Bäume, Intelligenz
in Schwärmen von Tieren - endlos durchforscht.

Das Rad wird tagtäglich wiederentdeckt,
Geschriebenes um- und ausformuliert.
Wir plappern und wenden Worte von links
nach rechts, zum Teil kreuzweis, spiegelverkehrt.

Den Steiß im Bürostuhl ermüdet der Blick:
Tabellen und Zahlen, Listen … ach, guck!
Vorm Fenster blühn Birken, Rosen und Gras.
Ich trink einen Schluck aus dem Whiskeyglas
und wünsch mir das einfache Kindsein zurück.

 
 

Kommentare zu diesem Text


TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (25.01.2019)
Um neue Wege zu beschreiten, braucht man heute in der Tat schon sehr viel Spezialwissen. Einfach vor die Tür gehen und der Nase nach reicht da nicht mehr. Auf der anderen Seite: Das wir die Hygiene und medizinische Versorgung aus Kolumbus' Zeiten hinter uns gelassen haben, wiegt schon auf, dass die meisten von uns keine Entdecker mehr sein können. (Waren damals auch nur wenige... die meisten haben einfach nur geplackert.)

Ein Ausweg wäre, für sich seine Nische zu finden. Aber auch das ist, als stände man vor dem Kühlregal mit dem Joghurt im Supermarkt*: Joguhrt ohne Ende! Wie Watler Giller einst meine: "Es bleibt schwierig..."



* = Mal bewusst machen. Kann ich nur empfehlen. Ist schon ein wenig... erstaunlich...
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LottaManguetti meinte dazu am 25.01.2019:
Um neue Wege zu beschreiten, braucht man heute in der Tat schon sehr viel Spezialwissen.


Stimmt. Aber ein Kind sieht die Welt aus einer anderen Perspektive. Da stellt sich mir oft die Frage, WAS wir eigentlich wissen müssen, um unsere Existenz zu bestreiten. Irgendwann wird der Mensch Grenzen überschreiten, die alles Vorherige zerstören. Wir sind ja schon mittendrin in diesem Prozess. Unaufhaltbar: weiter, höher, schneller ... Krachbumm, wer nicht mithalten kann, wird aussortiert.
Und dann dieses Leben nach Vorschrift(en)! Kaum jemand hinterfragt diese. An der Ampel bleibt man bei Rot stehen, selbst wenn kein Auto weit und breit zu sehen ist (Beispiel).
Manchmal denke ich, wir brauchen wirklich schleunigst künstliche Intelligenzen. Die natürlichen nehmen stetig ab, weil sie ihren Lenkern widerspruchslos gehorchen. Der Mensch an sich scheint nicht mal mehr ne Nummer im System zu sein.

Lieben Gruß
Lotta
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Kommentar von MichaelBerger (44) (25.01.2019)
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LottaManguetti antwortete darauf am 25.01.2019:
Ui, da freue ich mich mal mit.
Danke.
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aliceandthebutterfly
Kommentar von aliceandthebutterfly (25.01.2019)
Das Weltall, die Meere, die Psyche...es gibt noch so viel, wo die Forscher vor einem Rätsel stehen. Aber auch ich wünsche mir manchmal das kindliche Staunen zurück

LG, Stefanie
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LottaManguetti schrieb daraufhin am 28.01.2019:
Eine Entwirrung des Vorschriftendschungels wäre ein Anfang.
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managarm
Kommentar von managarm (25.01.2019)
Wissenschaften sind ein Schema, diese Welt zu erkunden, Zusammenhänge zu erkennen und Modelle zu erstellen, um Handlungen auf zukünftige Auswirkungen zu überprüfen. Leider eben auch nur ein Schema.

Gerade im Moment habe ich das Gefühl, dass viele Entscheidungen schnell getroffen werden, ohne die zukünftigen Wege zumindest halbwegs weit zu bedenken.

Ein Schema ist immer auch ein Gefängnis. Was nicht hineinpasst, wird passend gemacht oder bleibt draussen. Etwas Besseres haben wir aber wohl nicht.

Kinder sehen anders. Sie sehen intensiver. Sie sehen schöner.

Gefällt mir gut.
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LottaManguetti äußerte darauf am 28.01.2019:
Die Wissenschaften verlieren zunehmend an Fantasie, basieren immer mehr auf Staistik und dgl. Das finde ich schade. Einstein bestimmt auch.
))

Lotta
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (25.01.2019)
Hallo Lotta, die Frage ist immer: wem nützt es? Es nützt denen, die es für ihre Zwecke verwenden, sich daran bereichern, denen, die nichts davon verstehen, etwas wegnehmen zu können, immer denen, die es eigentlich nicht brauchen. Kinder sind fast wunschlos. Sie kämen, wenn sie nicht Smartphones, Tablets usw. hätten, auch wie zu Fröbels Zeiten mit Kugeln, Würfeln und Zylindern aus. Und die Forscher, deren Spieldrang anhält, geben auch dann nicht auf, wenn sie das Neutrino Nr.4 entdeckt und die Dunkle Materie sowie die Dunkle Energie endlich nachgewiesen haben. Die Kinder können weiter verhungern. Kriege werden weitergeführt und das Elend schreitet voran. Ein schwedisches Mädchen muss die Welt darauf aufmerksam machen, dass nur noch Panik hilft. Hoffentlich hält sie durch und viele werden ihr folgen. Deine Zeilen könnten helfen. LG von Gil.
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LottaManguetti ergänzte dazu am 28.01.2019:
Da liegt der Hund begraben!
Wissenschaft für die Wirtschaft in all ihren Facetten ...
Ausnahmen gibt es für mein Empfinden zu selten.
Während des Studiums begegnete mir zu oft das Nachplappern längst Gedachtes und zu wenig eigene Perspektive. Forschen, wie ich es erlebte, basierte nur auf dem Durchforsten vorhandener Literatur. Laaaangweilig!
Grundwissen ist wichtig, aber nicht alles. Man stumpft so schön ab dabei ... und funktioniert.

Es grüßt
Lotta
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (25.01.2019)
Ach Lottchen,
man kann sich das Leben schwer machen, muss man aber nicht!
Na gut, da kannst jetzt sagen, so dolle ist deine Karriere auch nicht! Antwort, stimmt, aber meist lustig
Dein TT
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LottaManguetti meinte dazu am 28.01.2019:
So eine wie ich braucht auch keine Karriere im engeren Sinne.
;)
Wir beide sehen die Welt ohnehin durch die gelbe Brille.


Hurra, Montag! Die Woche beginnt endlich wieder ... "motivier*

Dein Lottchen
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Kommentar von Trainee (71) (26.01.2019)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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LottaManguetti meinte dazu am 28.01.2019:
Ich weiß ja, liebe Heidrun, dass ich ne Alternative anbieten müsste, wenn ich schon rumknurre. Doch die Alternative, die mir dazu einfiele, wäre kaum durchsetzbar. Somit bleibt mir die Beobachtung der gesellschaftlichen Entwicklung, das Kopfschütteln und Knurren. Anders kann ichs nur in meinem unmittelbar heimischen Umfeld gestalten. Und selbst da klappt es nicht immer, aber immer besser.
Ergo: Gut gebrüllt, Löwe.

Lotta
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (03.02.2019)
"Ich trink einen Schluck aus dem Whiskeyglas
und wünsch mir das einfache Kindsein zurück."

Klage zu Whiskey mit Niveau. Walther formulierte :

Owê war sint verswunden alliu mîniu jâr!
ist mir mîn leben getroumet, oder ist ez wâr?
daz ich je wânde ez wære, was daz allez iht?
dar nâch hân ich geslâfen und enweiz es niht.
nû bin ich erwachet, und ist mir unbekant
daz mir hie vor was kündic als mîn ander hant.
liut unde lant, dârinne ich von kinde bin erzogen,
die sint mir worden frömde reht als ez sî gelogen.
die mîne gespilen wâren, die sint træge unt alt.
vereitet is daz velt, verhouwen ist der walt:
wan daz daz wazzer fliuzet als ez wîlent flôz,
für wâr mîn ungelücke wande ich wurde grôz.
mich grüezet maneger trâge, der mich bekande ê wol.
diu welt ist allenthalben ungenâden vol.
als ich gedenke an manegen wünneclîchen tac,
die mir sint enpfallen als in daz mer ein slac,
iemer mêre ouwê.

Owê wie jæmerlîche junge liute tuont,
den ê vil hovelîchen ir gemüete stuont!
die kunnen niuwan sorgen: wê wie tuont si sô?
swar ich zer werlte kêre, dâ ist nieman vrô:
der jugende tanzen, singen zergât mit sorgen gar:
nie kein kristenman gesach sô jæmerliche schar.
nû merkent wie den vrouwen ir gebende stât:
die stolzen ritter tragent an dörpellîche wât.
uns sint unsenfte brieve her von Rôme komen,
uns ist erloubet trûren und vreude gar benomen.
daz müet mich inneclîchen (wir lebeten ie vil wol)
daz ich nû für mîn lachen weinen kiesen sol.
die vogele in der wilde betrüebet unser klage:
waz wunders ist ob ich dâ von an vreuden gar verzage?
ôwê waz spriche ich tumber man durch mînen bœsen zorn?
swer dirre wünne volget, hât jene dort verlorn,
iemer mêre ouwê.

Owê wie uns mit süezen dingen ist vergeben!
ich sihe die bittern gallen in dem honege sweben:
diu werlt ist ûzen schœne, wîz grüene unde rôt,
und innân swarzer varwe, vinster sam der tôt.
swen si nû habe verleitet, der schouwe sînen trôst:
er wirt mit swacher buoze grôzer sünde erlôst.
dar an gedenkent, ritter: ez ist iuwer dinc,
ir traget die liehten helme und manegen herten rinc,
dar zuo die vesten schilte und diu gewîhten swert.
wolte got, wan wære ich der segenunge wert!
sô wolde ich nôtic armman verdienen rîchen solt.
joch meine ich niht die huoben noch der hêrren golt:
ich wolte sælden krône êweclîchen tragen:
die mohte ein soldenære mit sîme sper bejagen.
möht ich die lieben reise gevarn über sê,
sô wolte ich denne singen "wol" und niemêr mêre "ouwê",
niemer mêre ouwê.

Selbst an seinem Grab findet sich noch etwas von dem Geheimnis, das in seinen Gedichten spürbar ist.

Ich wünsche mir auch manchmal die Kindheit zurück.
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LottaManguetti meinte dazu am 13.02.2019:
Dieter, du überforderst mich.

Antwort geändert am 13.02.2019 um 21:51 Uhr
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Kommentar von PollyKranich (09.02.2019)
Klasse Melasse! "Wir plappern... " Die zwei Zeilen sind großartig. Auch der Rest ist toll.
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LottaManguetti meinte dazu am 13.02.2019:
Ohne viel zu plappern: Danke, Polly.
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tigujo
Kommentar von tigujo (13.02.2019)
Kindheit - in Citizen Cane hat sich dieser am Sterbebett noch danach zurückgesehnt - Rosebud.

Was ich mir denke: Als wir unsere Kindheit hatten, war die unserer Eltern auch schon vorbei, deren heile Welt auch bereits unweigerlich perdu, und was musste ich mir als Neudazugekommener anhören ringsum: Dritter Weltkrieg, alles viel zu schnell und unpersönlich, Technik regiert, Bürokratie und Ökonomie statt Menschlichkeit, wo soll das bloß enden, und all die anderen Sachen, die ich in sentimentalen Momenten heute leider auch nur zu gern zu beklagen weiß.

Ich vermute, Alterswehmut steckt dahinter. Das Gefühl, nicht mehr ganz dazuzugehören, am Parkplatz der Geschichte zurückgelassen zu werden. Die Koffer mit gerade lustvoll erlebten und prägenden Erinnerungen wird man nicht leicht los, die Lust, sich ohne Vorbehalte dem Neuen zu öffnen, wird schlicht geringer, das grenzt aus.

Geht mir genauso, halte mich bloß noch daran fest, dass ich schon lange jung bin - in der Tat derart lange, dass man es mir schon ansieht - und daher gefälligst die jugendliche Begeisterung pflegen sollte, um das Abschiednehmen von Gewohntem verschmerzbarer zu machen.

Dein Text bringt diesen Zwiespalt gut rüber, und die Kommentare bisher zeigen, du hast da einen Nerv getroffen.

Und sprachlich ihn hinaufgehoben, dadurch wohl ein wenig gebalsamt oder so ;)

Toll!

lg Gerhard
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LottaManguetti meinte dazu am 13.02.2019:
Lieber tigujo, mir geht's glücklicherweise noch (?) nicht so. Struktur beherrsche ich nur dort, wo sie mich nicht unmittelbar betrifft. Im privaten Leben bewahre ich mir die Freiheit, nicht nach der Uhr zu putzen, kochen, Gedichte zu verfassen etc.
Allerdings beobachte ich oft, wie Mitbürger an ihrer erlernten Ordnung im Tagesablauf festhalten, brav funktionieren. Letzteres ist das, was mir Kopfzerbrechen bereitet. Warum tun die das? Warum sehnen sie sich gleichzeitig nach einem Stück Unbedarftheit? Schaut man sich den Aufbau des Gedichts an, fällt auf (oder auch nicht), dass gerade beim Wunsch Reime entstehen. Was vorher reimlos und eintönig, beinahe abhakend daherkam, bekommt beim Wünschen eine wohlige Melodie ... usw.
Schön, dich hier zu lesen!

Lotta
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tigujo meinte dazu am 14.02.2019:
Viel Dichtes, weiß grad nicht, wie kurz antworten. Hab Lust, nach Berlin zu kommen, und wir tun uns samt den anderen Berlinern und Berlinerinnen von kv uns zusammensetzen und einfach durcheinanderquatschen, was uns drängt und dräut und fleucht und flucht
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LottaManguetti
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Veröffentlicht am 25.01.2019, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 28.01.2019). Textlänge: 77 Wörter; dieser Text wurde bereits 217 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 07.12.2019.
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