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Ein Zimtstern fällt

Gedicht zum Thema Abendstimmung


von Irma

vom Weinnachthimmel. Mandelaugen
leuchten hell. Wangenglut auf Marzi-
panhaut. Honigmund und dazu Speku-
latiusküsse schmecken gut.

Die drei Printen lecken Zucker-
guss. Sie knien, hocken
nieder, liegen beim Rosinen-
stuten. Dunkelbraune Haselnuss-
locken, süße Äpfel schmiegen
sich ins Bett aus Stroh, und so

sinkt die Scheu. Im Heu
muht die Kuh ganz leise. Schafe
schlafen, und allein der Schimmel
schaut von oben zu wie du,

kleines Lebku-
chenherz, zer-
brichst.

 
 

Kommentare zu diesem Text


LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (01.02.2019)
Ein trauriges Schicksal, wenngleich alles drumherum süß und lecker zu sein scheint. Im großen Bild geht das kleine Herzchen unter, zerbricht.
Die Zeilenumbrüche bringen Schwung, lecken und naschen wie ein Mund, eine Zunge am Süßkram, am Ende zerbricht das Herz.

Ein schönes Gedicht!

Mit süßem Gruß, zuckerfrei

Lotta
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Irma meinte dazu am 09.02.2019:
Ja, es ist ein "trauriges Schicksal", das ich hier in eine zuckersüße Geschichte verpackt habe, zwischen Lebkuh und Rosinenstuten. Nach der Nascherei der drei Printen bleibt letztlich wohl nur ein zerbrochenes -Kuchenherz übrig, ohne Leb-(en).

Deine Deutung der am Süßkram züngelnden Zeilenbrüche gefällt mir außerordentlich gut. Ich danke dir für Kommentar und Doppelsternchen. Süße Grüße, Irma
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AZU20
Kommentar von AZU20 (01.02.2019)
Gefällt mir gut. LG
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Irma antwortete darauf am 09.02.2019:
Das freut mich, Armin. Dankeschön! LG Irma
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Kommentar von niemand (01.02.2019)
Mir fallen in dieser Zucker/Lecker/Welt zwei Stellen auf, welche mich in die Richtung einer armen/armseligen Behausung lenken.
Das sind das "Bett aus Stroh"=notdürftige Schlafstelle und der "Schimmel von oben"=feuchtes Loch/Behausung, Fazit: Armut, oder Flüchtlingsunterkunft. Mehr möchte ich eigentlich nicht herumfummeln LG Irene
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Irma schrieb daraufhin am 09.02.2019:
Mit deiner Deutung des "Schimmels" hast du mich überrascht, Irene, darauf wäre ich nicht gekommen. Aber deine Deutung ist stimmig und schiebt die Interpretation in eine ganz andere Richtung, was mich sehr freut.

Ich hatte beim Schreiben das Kinderbuch "Weihnachten im Stall" von Astrid Lindgren vor Augen, wo die ferne Weihnachtsgeschehen auf den heimatlichen Bauernhof verlegt wird, in den dem Kind vertrauten Stall mit Pferd und Kuh.

Beim "Schafe / schlafen, und allein der Schimmel / schaut von oben zu wie du," wollte ich das Wegschauen (der Leute) bei dem, was da mit dem Kind passiert, herauskehren. Mit dem "Schimmel" klingt auch nochmal der "Himmel" aus V.1 an. Selbst Gott greift nicht ein, sondern "schaut von oben zu wie du" als Leser indirekt auch.

Ich danke dir ganz herzlich für deinen Kommentar und das Sternchen und grüße dich, Irma
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Kommentar von Trainee (71) (01.02.2019)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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monalisa äußerte darauf am 01.02.2019:
Hab mich ertan, sollte ein eigener Kommentar werden

Antwort geändert am 01.02.2019 um 17:17 Uhr
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Irma ergänzte dazu am 09.02.2019:
Liebe Trainee, warum sollte meine Lyrikerinnenseele Schaden nehmen? Was hier Schaden nimmt, ist einzig das kleine Herzchen. Aber ich habe die (kalorien-)schwere Kost ganz bewusst in einer süßen Pralinenschachtel verpackt.

Die "wohlklingenden Binnenreime", die du erfreulicherweise herausgehoben hast, sollen sich als dicke Zuckerschicht über das wahre Geschehen legen. Am Ende, wenn der Leser alle Süße weggeleckt hat, bleibt nur noch bloßes Backwerk übrig, ein lebloses Kuchenherz.

Lieben Dank für Kommentar und Doppelsternchen! LG Irma
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monalisa
Kommentar von monalisa (01.02.2019)
Liebe Irma,
gefällt mir sehr gut, deine vielschichtige Weihnachtbäckerei, die bei all ihrer Süße auch schwer(verdaulich) ist. Der Bruch des Herzens am Ende wird gut vorbereitet und ist nur die unterste Schicht in Keksdose (oder Spitze des Eisbergs?), da ist schon vorher allerhand brüchig und nur duch Zuckerguss (im Übermaß) zusammengehalten. So lese ich dein Gedicht nicht nur (aber schon auch) als Beziehungsspiegel sondern ebenso als kritische Weihnachtsnachlese, die die Brüche zwischen Konsum und (ich sag jetzt mal so, weil mir nichts Besseres einfällt) innerer Einkehr und zwischenmenschlichen Begegnungen, die Brüche zwischen denen, die im Überfluss haben, und jenen, die nichts haben und die keiner haben will ... usw. anspricht, auf durchaus vergnügliche Art, darf man sich doch durch all die Leckereien durchkosten. Nachhaltig erscheinen mir deine Zeilen auch, man kann sie immer wieder zu Weihnachten (auch zwischendurch) hervorkramen und bedenken oder einfach dran schlecken.

Liebe Grüße
mona
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Irma meinte dazu am 09.02.2019:
Liebe Mona, dein Bild von der"'Schichtung in einer Keksdose" gefällt mir sehr gut. Und ja, der Zuckerguss im Übermass verdeckt das darunterliegende Elend, die traurigen Krümel am Boden.

Unsere Weihnachtskrippe (der karge Stall) steht immer inmitten der süßen Backwaren. Insofern lenkt das die Gedanken auf übermäßigen Reichtum bei gleichzeitig vorhandenem Elend und großer Armut. Und ein Weihnachtstext im Februar ist dann tatsächlich so etwas wie ein Nachbesinnen, eine "kritische Weihnachtsnachlese", wie du so schön sagst.

Tatsächlich geht es mir hier um Oberflächlichkeit und tieferliegende menschliche Tragödien. Ich danke dir für deinen gehaltvollen Kommentar und das Sternchen.

Grüße dich lieb, Irma.
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plotzn
Kommentar von plotzn (03.02.2019)
kann sein, dass ich völlig daneben liege, liebe Irma, aber ich lese zwischen all dem Zuckerguss und der Weihnachtsgeschichte ziemliches Elend - irgendwo zwischen Pornofilm und Zwangsprostitution (lecken, knien, hocken nieder, sinkt die Scheu,...).
Krasser Kontrast und sehr geschickt aufgebaut.

Liebe Grüße,
Stefan
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Irma meinte dazu am 09.02.2019:
Nein, ganz und gar nicht, lieber Stefan. Du liegst mit deiner Interpretation sogar am dichtesten bei meiner eigenen.

Es ging mir darum, mal eine ganz andere Weihnachtsgeschichte zu erzählen: Die von einem naiven Mädchen, das nach ausgiebigem Glühweingenuss und viel zuckersüßer Tändelei ("Spekulatiusküsse") mit ihren drei Prinzen von deren Übergriffigkeit überrascht wird. Sozusagen eine Massenvergewaltigung im Stall, bei der alle ringsherum nur stillschweigend zuschauen (Gott und der Leser inbegriffen).

Herzlichen Dank dir, und ganz liebe Grüße. Irma
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plotzn
Kommentar von plotzn (03.02.2019)
kann sein, dass ich völlig daneben liege, liebe Irma, aber ich lese zwischen all dem Zuckerguss und der Weihnachtsgeschichte ziemliches Elend - irgendwo zwischen Pornofilm und Zwangsprostitution (lecken, knien, hocken nieder, sinkt die Scheu,...).
Krasser Kontrast und sehr geschickt aufgebaut.

Liebe Grüße,
Stefan
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Irma meinte dazu am 09.02.2019:


Antwort geändert am 09.02.2019 um 15:40 Uhr
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plotzn meinte dazu am 09.02.2019:
Doppelt hält besser
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