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Die Kultivierte

Symbolgedicht zum Thema Isolation


von Trainee

Glashäuser
seien lichtdurchlässige Klöster
flüstert sie, Luxusasyle
kontrolliert und geschützt

Rosen, die dort wohnten
wüchsen eingewildert als
töricht-schmarotze Pracht
frei von Aromen und Dornen

Schlaf jetzt, sagt er
morgen fühlst du dich besser

 
 

Kommentare zu diesem Text


monalisa
Kommentar von monalisa (07.02.2019)
Morgen Trainee,
dein Symbolgedicht gefällt mir ausgezeichnet, Glashäuser als lichtdurchlässige Klöster, Luxusasyle finde ich treffend und aussagekräftig. Während man zunächst annimmt, es ginge 'bloß' um ein Leben im 'goldenen Käfig', overprotected, dem eigentlichen Leben entfremdet, 'denaturiert', wenn mam so will, bringt der letze Satz nocheinmal eine komplett neue Komponente hinein: missverständliche Kommunikation, aneinander vorbeireden, nicht zuhören und mit einer schnellen Antwort/Lösung aufwarten, damit endlich wieder Ruhe ist. Ohne dass es hier ausdrücklich steht, ordne ich den ersten Teil einer Frau, den 'versiegelnden Satz' am Ende automatisch ihrem Mann zu. Soviel zu Geschlechterklischees . Die Frau redet nicht Klartext, der Mann hört nicht zu und will nur seine Ruhe haben.
Mit 'Schlaf jetzt, morgen fühlst du dich besser!" wird es jedenfalls nicht getan sein, gar nichts wird besser, nur schlechter, solange die beiden ihre 'Muster' nicht durchbrechen . Besteht noch Hoffung? Die stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Liebe Grüße
mona
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Trainee meinte dazu am 07.02.2019:
Von der Rollenverteilung her siehst du die Sache ganz wie von mir geplant.
Solche "Aufführungen" werden vermutlich selten durchbrochen. - Der weibliche Teil leidet, gibt aber die Verletzliche, eine Haltung, die zwar kaum etwas ändert, aber den Beschützerinstinkt (falls vorhanden) des männlichen Parts herausfordert.

Vielen Dank für deinen klugen Kommentar.

Liebe Grüße
Trainee
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LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (07.02.2019)
Wie oft wird "er" Obiges noch sagen, bevor "sie" das Glas durchbricht? Wird sie es wagen? Wird sie weiter klagen?

Von außen betrachtet ist sie ja schon auf einem guten Weg. Einsicht ist der erste Schritt, ein anvisierter Stein.

Man wünscht es ihr, spürt aber ihre Unsicherheit, auch wenn sie sie nicht explizit ausspricht.

Wann kommt der Morgen, an dem sie nicht mehr auf ihn hört, sondern auf ihre eigene innere Stimme?

(Ich könnte mir auch ein Aquarium vorstellen ...)

Lotta
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Trainee antwortete darauf am 07.02.2019:
Ja, Lotta,
diese Frage stellt sich in der Tat.
Ich neige hier eher zu einer pessimistischen Haltung.

Denn man kann das Gedicht durchaus (auch) einlullend verstehen: "Schlaf jetzt, meine Schöne!" - Manche schlummern gern ...

Dir einen herzlichen Gruß
Trainee
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Irma
Kommentar von Irma (07.02.2019)
Auch mir gefällt dieses Gedicht sehr gut. Natürlich hat man hier sofort das Bild vom „Kleinen Prinzen“ vor Augen, der seine geliebte Rose (Saint-Exupérys Ehefrau Consuelo) unter eine Glashaube setzt. Das Glashaus, vermeintlich zum Schutz errichtet, schirmt ab vor äußeren Gefahren. Es ist einerseits Schutzwall, aber andererseits auch „lichtdurchlässiges“ Gefängnis, das eine freie Entfaltung verhindert. Glas ist zwar „lichtdurchlässig“, aber nicht luftdurchlässig. Die Rose scheint langsam zu ersticken, sie „flüstert“ nur noch leise, verkümmert und welkt dahin. Das Leben im Glashaus ist wie eines hinter dicken Klostermauern, wo keine Lebendigkeit herrscht, kein Lachen, keine Aufregung, keine Sexualität. So entwickelt sich der errichtete Schutzbunker allmählich zu einem Mausoleum, die Rose wird zur Trockenblume. Der Tod der Rose steht letztlich für den Tod aller Schönheit schlechthin.

Die Rose im Gewächshaus benötigt ihre Dornen nicht mehr, weil keine Fressfeinde ihr etwas anhaben können. Das Wegzüchten der Dornen geschieht aber auch nicht uneigennützig, denn die wehrlos gemachte Pflanze vermag somit auch ihrem Gärtner kein Leid mehr zuzufügen. Es geht also um Besitz und Kontrolle (V.3), um Zähmung und Bändigung, um Unterwerfung von wilder Schönheit (V.7). Kultivieren und Domestizieren (domus = lat. Haus) dienen dazu, Macht über anderes Leben ausüben zu können. Aber ist ein Tiger im Zoo nicht ein zahnloser Tiger, quasi ein halbes Haustier? Muss eine Zuchtrose nicht zwangsläufig ihren betörenden Wildrosenduft verlieren?

Das Einsperren der wilden Schönheit wird als ein dummer Raub an der Natur verurteilt („töricht-schmarotze Pracht“, V.7 - dir ist bei „schmarotzte“ ein t verloren gegangen!). Was man raubt, wird einem nie rechtens gehören. Der Versuch, besitzen zu wollen, ist somit von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Hier scheint es um Machtkontrolle über die Weiblichkeit durch einen Mann zu gehen. Insofern ist die Rose (weiblicher Artikel), die durch ihren Gärtner gepflegt wird, ein gutes Bild. Diese Rose hier muckt leise auf, bemängelt ihren Zustand. Ihr Gärtner scheint aber kein Auge und kein Ohr für ihr Leid zu haben. Er meint immer noch zu wissen, was gut für sie ist und wie er sie heilen kann: „Schlaf jetzt, sagt er / morgen fühlst du dich besser“, wobei dieser Schlaf eigentlich schon auf das finale Versterben hinweist. Das Unverständnis des Kultivierenden und Domestizierenden ließ mich auch noch an „My Fair Lady“ denken, wo Professor Higgins auch nicht verstehen kann, wie missachtet und erniedrigt sich Eliza am Ende fühlt.

Natürlich hat man bei „er“ und „sie“ zunächst einmal eine Paarbeziehung vor Augen. Er sperrt sie in einen der hochgeschossigen Luxus-Glaskästen („Luxusasyle“, V.3), wo sie zwischen anderen Leidensgenossinnen in aller Abgeschiedenheit ein trauriges Dasein fristet, und besiegelt das Ganze mit einem Ehering, der andere Männer fernhält. Es könnte aber auch um einen Vater gehen, der seine pubertierende Tochter nicht freigeben, nicht in die 'böse' Welt hinauslassen will, also um die Erziehung zu einem kultivierten, braven Mädchen ohne eigene Bedürfnisse. Oder um ein Landesoberhaupt, das sein Volk unterdrückt und seiner Freiheit beraubt, vermeintlich gutmeinend Schutzwälle errichtet. Gerade in dieser weiten Auslegbarkeit des Textes liegen für mich sein Reiz und seine Schönheit. LG Irma

Kommentar geändert am 07.02.2019 um 11:06 Uhr
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Agneta schrieb daraufhin am 07.02.2019:
Ein Gespräch von zweien, die sich nicht mehr viel zu sagen haben. Allein zu zweit. Man versteht sich nicht. Ist nicht mehr auf einer Ebene.
Das Glashaus , in dem man sitzt und nicht mit Steinen werfen soll und das Glashau als etwas Wertvolles und Zerbrechliches.
Hilflosigkeit spiegelt sich, Traurigkeit. Gefällt mir gut, liebe Trainee. LG von Agneta
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Augustus äußerte darauf am 07.02.2019:
Eine bedeutende Sache wird hier übersehen. Sollte der Mann der Geldbeschsffer sein, wodurch der Luxus aufrecht erhalten wird, so wird angenommen, dass ein Großteil seiner Kapazitäten eben nicht sich der Kultiviertheit widmen kann; diesen Luxus kann er sich in diesem Sinne selbst nicht ausbilden, er glaubt aber die Kultiviertheit einkaufen zu können im Sinne einer kultivierten Frau. Das ganze Leben des Mannes könnte wie eine Einkaufsliste aussehen. Er schafft sich Dinge an, die er nicht besitzt und alles wird dadurch Besitz. Seine Rolle als Sammler und Jäger wird dadurch erfüllt, er selbst muss kein Eigentümer der Kultiviertheit sein, ihm reicht bloß der Besitz des Eigentümers, der die Kultiviertheit verinnerlicht hat.
Letztlich wird die Frau durch so einen Mann dadurch zum Objekt degradiert und sie hat leider auch keinen höheren Wert als zB ein schicker Mercedes, denn es beruht ja eben alles auf dem Wesen der „Einkaufsliste“.
Auch mangelt es am Zustand der Pflege - möglicherweise geht die Annahme von Mann aus, dass sobald ein Objekt seinen Wünschen nicht mehr entspricht, dieses ausgetauscht wird.
Allerdings ist ein Austausch eines Autos einfacher als einer kultivierten Frau. Die Barrieren sind höher gelegt. Der Mangel der Pflege der Kultiviertheit versetzt die Frau in ein Hinterfragen, das der Mann mit lapiden Worten abschütteln will „schlaf jetzt“.
Dies kann auch so verstanden werden; dass dieses geistige Gut auch im Sinne des Mannes keinen Wert hat ihm eine längere Unterhaltung zu widmen; denn ihm reicht völlig aus, dass er durch dieses Gut, das von der Frau ausgeht, bei anderen in Gesellschaft gehoben wird; allein hier wäre ein Ansatz zur Pflege gegeben. Jedoch deutet das Gedicht auf ein Verwelken hin dieses geistigen Gutes. Dies könnte im veränderten Umfeld liegen, möglicherweise aber auch in anderen naheliegenden Gründen, die hier nicht genannt sind.

Ave
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Trainee ergänzte dazu am 07.02.2019:
Oh je,
drei "dicke" Kommentare in einem ... da fühle ich mich fast ein wenig überfordert.

Liebe Irma,

den Vergleich mit dem "kleinen Prinzen" finde ich sehr schmeichelhaft. Ich habe selbst nicht daran gedacht, aber die Assoziation ist durchaus zutreffend.
Auf der äußeren Ebene geht es ja um ein Gewächshaus (Treibhaus) und um eine Rose. Beide tragen hier aber ausschließlich Symbolcharakter, so dass wir den "pflanzlichen" Aspekt nicht weiter beleuchten müssen.
Die im Glashaus erstickende Rose als Metapher für eine unglückliche Frau natürlich schon.
Was sehr schön in deinem Kommentar herauskommt und später in dem von Augustus, ist die Warenbeziehung zwischen beiden Partnern, die sich im Begriff Luxusasyl wiederfindet (Luxus gegen "Asyl").
Der Preis dafür ist hoch.
Das Ursprüngliche der Weiblichkeit, das Ungezähmte, das zuweilen Wütende, mutiert zum Flüstern. Und der Geist verkümmert.
Die Rolle des Mannes ist hier nur anskizziert: Er sorgt für die "schmarotze Pracht" (das soll übrigens so ), interessiert sich aber nicht weiter für das Produkt seiner Maßnahmen.
Das Kultivierte seiner Gefährtin ist ihm Aushängeschild und Stolz, bedarf einer gewissen Pflege, aber nicht der Anteilnahme.

Das hat du alles bewundernswürdig herausgearbeitet. Auch die weitern Deutungen, die du nennst sind folgerichtig und deshalb möglich.

Vielen herzlichen Dank für diesen tollen Kommentar!
Trainee
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Trainee meinte dazu am 07.02.2019:
Hallo Agneta,

mitzuteilen hat sich das Paar sicherlich nicht viel. Und wenn doch, dann auf der Ebene: "Sie redet, er schweigt", ein Klischee, das der User Sätzer neulich gut angerissen hat.
Mit Steinen sollte hier zunächst keiner werfen, denn dann bräche das ganze System zusammen.

Aber: Wäre das so schlimm?

Zwinkergrüße
Trainee
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Trainee meinte dazu am 07.02.2019:
Hallo Augustus,
scheinst ein echter Feminist zu sein! *freu. - Es gibt nicht viele.

Den Charakter der Warenbeziehung hast du nicht nur erkannt, sondern vortrefflich herausgearbeitet.
Die Vorstellung der Frau als Eigentum des Mannes ist noch längst nicht überholt. Die Frauenhäuser sind überfüllt wie nie, die Psychiatrien ebenfalls. Und zwar quer durch alle Schichten der Bevölkerung.

Im Grunde erfüllt der männliche Part des Gedicht die ihm zugedachte Rolle; seine "Pflege" hat lediglich auffordernden und abwartenden Charakter.
"Morgen fühlst du dich besser".
Und wehe nicht.

Lieben Dank für die Extraklasse deines Kommentars.
Trainee
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Augustus meinte dazu am 07.02.2019:
Die Untersuchung einer Partnerschaft durch subjektive Auslegung macht aus mir keinen Feministen, liebe Trainee.
Es gilt wie in dem vorliegenden Fall den Zusammenhang des Nutzens jeweilier Beteiligter zu identifizieren und daraus die Folgen, sowohl die Vor- als auch die Nachteile so gut wie möglich zu beurteilen.
Ich fordere ja nichts, wie Feministen es tun, ich untersuche bloss die Auswirkung in einer solchen Partnerschaft, wenn sie so gestaltet ist, wie Du sie im Gedicht auslegungsbedürftig darstellst.

Antwort geändert am 07.02.2019 um 22:12 Uhr
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Kommentar von niemand (07.02.2019)
Von der exzellenten Machart mal abgesehen, frage ich mich persönlich, was mir der Inhalt, bzw. diese Geschichte zweier hier Begüterten gibt. Bei Agneta lese ich "Hilflosigkeit" und "Trauer"
und ich frage mich warum? Zur Armut wird der Mensch gezwungen, zum Reichtum/Begütertsein nicht. Diese weibliche Person sollte man vielleicht zum "Abstieg" verdonnern, sage ich mal ganz lax. Einfach mal hinter die Kasse eines Supermarktes setzen, oder ans Fließband, oder in ein Flüchtlingslager schicken, dann gäbe es vielleicht zwei Möglichkeiten wie sie reagieren würde. Die erste wäre, sie würde in sich etwas wie Selbstverantwortung in einer misslichen Lage entdecken und vielleicht [?] ihr Leben ändern bezüglich anderer Werte, oder was ich eher vermute ist, sie würde im Sauseschritt wieder in ihre Luxusbehausung laufen und Gott für ihr materiell sorgenloses Leben danken. Ihr Gatte könnte übrigens, sofern ihm sein Luxusleben nicht behagen sollte, auch einige Abstriche tätigen, wenn er von seinem Leben nicht ausgefüllt sein sollte,
allerdings glaube ich auch daran nicht, weil eine Beschränkung immer schwerer zu verkraften ist, als eine Erweiterung der Schranken, besonders der materiellen. Also sowas wie Mitleid mit den Personen will sich trotz aller Mühe bei mir nicht einstellen. Luxusprobleme einer immer luxuriöser werdenden Gesellschaft, oder besser gesagt einem Teil dieser Gesellschaft, weil der andere Teil von schwer wiegenderen Problemen geplagt wird. Mit lieben Grüßen, Irene
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Agneta meinte dazu am 07.02.2019:
ich denke eher, liebe Irene, da es auch unter Symbolgedicht steht, dass es hier eine zweite Ebene gibt, die das angebliche Kultiviertsein als Barriere nimmt. Äußerlichkeiten also, die zum Auslaufen der Beziehung führen. Hilflosigkeit deshalb, weil die beiden es wahrscheinlich nicht ändern können.
Armut-Reichtum sehe ich hier eigentlich gar nicht, denn Kultiviert sein ist keine Frage des Geldes. Jedenfalls nicht im tieferen Sinne- äußerlich vielleicht schon... Da kommen wir also wieder auf meine Aussage am zurück...
LG von Monika
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niemand meinte dazu am 07.02.2019:
@ Agneta
überlas ich da vielleicht im Gedicht "Luxusasyle"?
Und sag mir bitte nicht ernsthaft, dass man dem kleinen Kacker
die gleichen Möglichkeiten bietet wie anderen. Das redet man sich doch allzugerne schön in besagten Kreisen. Aber nein, Reichtum sehe ich hier auch nicht, die Ärmste lebt ganz sicher in einer gläsernen und luftigen Sozialwohnung [Vorsicht: Ironie!].
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Trainee meinte dazu am 07.02.2019:
Liebe Irene,
sei versichert, auch "bourgeoise Weiber" leiden.
Ansonsten sind wir weniger weit voneinander entfernt als du glaubst.
Selbstverständlich gehören zu einer Beziehung (auch zur Warenbeziehung) immer mindestens zwei. Jemand der kauft und jemand, der sich kaufen lässt (Luxus ./. gegen Asyl).
Trotzdem kann es besondere Umstände geben, die zu einer solchen abhängigen Beziehung führen.
Die werden hier nicht näher benannt..
Die Frau "erstickt", der Mann nimmt es zur Kenntnis.

Abhängigkeit ist ebenso unter anderen Einkommensverhältnissen denkbar, Und passiert jeden Tag. - Allerdings weniger "schön", da geb ich dir vollkommen Recht.

Ich bin erst einmal auf der Seite der Frauen. Aller Frauen.
Da kann ich gar nicht gegen an ...

Trainee
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Kommentar von harzgebirgler (07.02.2019)
das kultivierte wird gern überschätzt
weil sich die wildheit ihm meist widersetzt.
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Trainee meinte dazu am 07.02.2019:
Stimmt und auch wieder nicht.

Eine Rose "kultivieren" heißt ja etwas anderes als einen Menschen zu kultivieren oder ihn als kultiviert zu betrachten.

Liebe Grüße
Trainee
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wa Bash
Kommentar von wa Bash (07.02.2019)
schöner Sprachfluss, gefällt mir, liegt zwischen Traum und Realität, Glauben und Irrglauben...
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Trainee meinte dazu am 07.02.2019:
Danke schön, wa Bash!

Ich freue mich über deine anerkennenden Worte. Das ist ein Gedicht, an dem ich ziemlich lange gearbeitet habe.
Nun sehe ich, dass dies nicht umsonst war ...

Liebe Grüße
Trainee
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (07.02.2019)
Heidrun, was hältst du von dem Gedanken, dass dein Gedicht nicht nur symbolisch für Isolation der Frau in einer Zweierbeziehung, sondern für ihre Isolation in bürgerlichen Beziehungen überhaupt stehen kann?
Liebe Grüße
Ekki
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Trainee meinte dazu am 08.02.2019:
Lieber Ekki,
ich weiß nicht, ob man das grundsätzlich so sagen kann.
Ist die Frau in einer bürgerlichen Beziehung nicht erwerbstätig, kann das natürlich zu ihrer Isolation beitragen. und zementiert gleichzeitig die ökonomische Abhängigkeit als Wurzel des internen Machtgefälles..
Ihre (Stellvertreterinnen-)Rolle als "Kultivierte" ist wohl abend- aber nicht tagfüllend. Evtl. mit ein Grund, warum sich einige von ihnen karitativ. betätigen.
Grübe man noch tiefer, müsste die Funktion der Kultur in unserer Gesellschaft besprochen werden. Einer Kultur, von der ein Großteil der Bevölkerung ausgeschlossen ist. - In diesem Punkt stimme ich Irene vollkommen zu.

Insgesamt, nicht zuletzt aufgrund der Digitalisierung unseres Alltags, nimmt die Isolation des Individuums zu. Zumindest kommt es mir so vor.

Herzlichen Dank für deinen Kommentar
Heidrun
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (12.02.2019)
Weißt du, Heidrun, vor etwa sechs Jahren hatte ich mich einmal unter dem Namen „Albuin“, also dem des unglücklichen Kunertschen Ofensetzers in der LL angemeldet. Im Glauben, dass ich, damals noch naiver als heute, mein unvollkommenes Verständnis vom Schreiben vorzeigen zu können bzw. in der Lage zu sein, ein wenig mitzuhalten. So komme ich mir jetzt nach dem Lesen des eigentlich verständlichen Textes und der Kommentare vor. Die Deckplatte ist gesetzt und die Flammen züngeln. Was hast du damit zu tun bzw. welches ist dein Anteil? Die Frage stelle ich mir immer wieder. Nichts, weil du ja weißt, wovon du schreibst, und ich es nur versuche zu ahnen. Ein „schönes“ Gefühl. Liebe Grüße von Gil.
diesen Kommentar melden
Trainee meinte dazu am 13.02.2019:
Hallo Gil,
an einen "Albuin" kann ich mich nicht mehr erinnern, was daran liegen kann, dass ich nicht durchgängig in der LL anwesend war. Nicht ohne Grund.
Deinen Kommentar versehe ich nicht ganz, interpretiere ihn als Verwunderung über die Effekte des Gedichts.
Meine Meinung dazu: Ein Gedicht sollte in der Regel (!) nicht zu hermetisch sein, aber sein Geheimnis bewahren. Verständlichkeit und Geheimnis sollten einander koinzident sein ... dann wird es bei seinen Lesern etwas auslösen und sein Ziel ist erreicht.
Freut mich, dass es auch dich bewegt und einen Kommentar verursacht hat.

Liebe Grüße
Heidrun
diese Antwort melden
Hilde
Kommentar von Hilde (15.03.2019)
Zunächst einmal möchte ich mich dem Kommentar von Autor waBash anschließen, Trainee
*
Letztendlich wünschte ich, dieses Gedicht hätte geheimnisvoller bleiben dürfen.
Nachdem ich Gedicht, und dann Gedicht nebst Kommentaren las, fällt mir dieses rundherum ein:
Ein Glashaus ist noch einmal um ein Vielfaches stärker als ein 'Goldener Käfig' es ist. Und oftmals steht hinter der Errichtung eines Glashauses 'mine Fru, die Ilsebill ...'
Es bleibt mir zu vermuten, dass die Protagonistin (Frau mit Augen, Ohren, Hirn, und vor allem: mit Mund?) mit an den Glaswänden gebaut hat -? Weshalb dann dieses Jammern?
Benefizveranstaltungen fallen mir da ein, machen sich gut in solchem, die Rosen könnten durch herausgenommen werden, es könnten Obstbäume für die Armen gepflanzt werden, Wiese für Kinder ...
Soll sie doch ihre gelebte Dekadenz (derer sie überdrüssig scheint) UND Herz für andere miteinander vereinen.

Die Kultivierte könnte sich auch von ihrer Kultiviertheit lösen, eine Glaswand eintreten und ganz einfach gehen ...oder wurde sie schon so weit nur getragen bzw. hat sie es zugelassen, dass sie schon so weit getragen wurde, dass sie ihre eigenen Beine nicht mehr fühlt. Das gibt es auch. Jedoch, wir haben das Jahr 2019 ...

Ich habe noch eine andere, ganz eigene Lesweise dieses Gedichtes, ich sage sie später (Blick zur Uhr!)
LG
Hilde-Marie
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Trainee meinte dazu am 15.03.2019:
Hallo Hilde,
das Gedicht schildert (wertfrei) die Szene einer Ehe.
Das Spannende am sog. Kultivierten ist ja gerade, dass es einerseits eine Bereicherung und Erhöhung bedeutet, andererseits auch einen Einschnitt in die persönliche Freiheit.
Hier trägt das Bild der Gewächshauspflanze gut:. In deren Kultivierung geht es um Straffung (Veränderung) bzw. Aufrechterhaltung ihrer Bedingungen. Das ist in sich doppeldeutig und zeigt die Ambivalenz der geschilderten Szene.
Ich persönlich bevorzuge Wildblumen und lebe nicht in solchen "privilegierten" Verhältnissen - du vermutlich auch nicht.
Das ist hier aber überhaupt nicht die Frage.
Es gibt sie und das genügt. ;)
Sich deshalb über den vermeintlichen Charakter der Beschriebenen zu echauffieren macht wenig Sinn.
Wir wissen nicht, was die Kultivierte zu tun gedenkt.
Wir wissen nicht, was ihr Gefährte plant.

Diese Spekulationen bleibt den Lesern überlassen und natürlich auch dir. Als Teil einer Interpretation sind jene nur bedingt geeignet.

Liebe Grüße und vielen Dank für deine Gedanken zum Text
Trainee
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Hilde meinte dazu am 15.03.2019:
Hallo Trainee,

"Zunächst einmal möchte ich mich dem Kommentar von Autor waBash anschließen, Trainee
*"

Dieses war meine Ansicht zum Gedicht.

Mein weiterer Kommentar bezog sich auf die Geheinmisenthebung (die ich in diesem Fall bedauere) eben dieses Gedichtes durch die spekulierenden Kommentare (die natürlich unter Gedichten immer willkommen sind). Ich spekulierte dann sozusagen antwortend einfach mal mit

LG
Hilde
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Trainee meinte dazu am 15.03.2019:
Ach so, Hilde,
nun verstehe ich dich besser. Danke.
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princess
Kommentar von princess (15.03.2019)
Glasklar, diese Bilder. Bezeichnend ihr Flüstern und seine Replik. Das ist ein Gedicht, mit dem du mich triffst, Heidrun. Richtig tief mitten rein.

Herzlich
Ira
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Trainee meinte dazu am 15.03.2019:
Danke schön, Ira.

Auch wenn es von manchen Usern nicht so gern gelesen wird: Es gibt solche Szenen.
Vielleicht weniger "poetisch" besetzt, aber im Kern gerade so. Und es greift zu kurz, solche Frauen einfach überhören zu wollen, denn deren Daseinsbedingungen sind durchaus auf andere Lebensbereiche übertragbar.

Das Flüstern ist eher weiblich als neutral.

Liebe Grüße
Heidrun

Antwort geändert am 15.03.2019 um 11:48 Uhr
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Trainee
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Veröffentlicht am 07.02.2019. Textlänge: 34 Wörter; dieser Text wurde bereits 200 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 21.03.2019..
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