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Tage gibt es ...

Innerer Monolog zum Thema Heimweg/ Heimkehr


von Trainee

tage gibt es

an denen die  fachwerkgegend
in der du lebst gewohnt und gleichzeitig fremd
mit einem seufzen erwacht fast so als ob
du dich im spiegel anschaust und  fragst: wer ist die bloß

dir fehlt des daseins jähe farbe – auf dauer nicht mehr
für solchen disput geschaffen wünschst du nur heimkehr

und stillstand

 
 

Kommentare zu diesem Text


Sätzer
Kommentar von Sätzer (09.02.2019)
Tja im Fachwerkstatus ist gar schwer zu leben. Gehört in eine andere Zeit. Aber Stillstand als Resümé?
LG Uwe
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Trainee meinte dazu am 09.02.2019:
Lieber Uwe,

die äußere Ebene drückt mein (klammheimliches) Heimweh nach Berlin aus, obwohl ich nicht sicher bin, ob ich es dort überhaupt noch aushielte ..(als ob ...)
Während des Schreibprozesses bin ich aber weiterführend ins Grübeln geraten ....
Herzliche Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar.

Heidrun
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princess
Kommentar von princess (09.02.2019)
Ein Text, der mich auf eigene Gedankenwege schickt, liebe Heidrun. Er bewegt mich zunächst zurück in eine Zeit, da ich in einer solchen
fachwerkgegend
lebte.

Und dann lese ich hier von einem LyrI, das gefangen scheint in einer Umgebung, wahrscheinlich eher auch in einer Beziehung, die von Kontroversen und Auseinandersetzung geprägt ist.
dir fehlt des daseins jähe farbe – auf dauer nicht mehr
für solchen disput geschaffen wünschst du nur heimkehr

und stillstand

LyrI ist der Streitereien müde, wünscht sich deren Stillstand, sehnt sich (zurück) nach Lebendigkeit auf der einen und Heimkehr in Vertrautheit auf der anderen Seite.

Ja, so lese ich das. Ein innerer Monolog, der mir durchaus nahe geht.

Liebe Grüße
Ira

Kommentar geändert am 09.02.2019 um 08:33 Uhr
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Trainee antwortete darauf am 09.02.2019:
Liebe Ira,

das ist eine interessante Deutung, die schlüssig bei mir ankommt.
Denn auch die Beziehung zum Wohnumfeld ist ja eine sehr persönliche, von liebevoller Betrachtung getragen, von Abneigung oder von beidem zusammen.
Heimkehr und danach Stillstand. Schluss mit jedwedem Nomadentum wäre denkbar.
Der Vorteil durchgängiger Kleinschreibung liegt gerade darin, dass sie so viele Kombinationsmöglichkeiten bietet, je nachdem wie sie "sortiert" wird.
Dafür bist du mir ein schönes und wertvolles Beispiel.

Herzliche Grüße
Heidrun
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Jo-W.
Kommentar von Jo-W. (09.02.2019)
ich kenne dieses Bedürfnis nach Lebendigkeit und doch immer wieder auch nach Zurücklehnen ,sich nur noch geborgen fühlen -dafür ist das Fachwerkhaus sehr gelungene Metapher- einen Morgengruß-Jo
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Trainee schrieb daraufhin am 09.02.2019:
Danke schön, Jo, :

du hast es voll erfasst! Manchmal wäre es mir allerdings lieber,
das Fachwerk böte sich ausschließlich als Metapher an. Und nicht als Puppenstube für Nostalgiker.
Zuweilen schmiegt sich jedoch alles.
Denn: Ruhig iises schoo ...

Zwinkergrüße
Heidrun
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (09.02.2019)
Liebe Heidrun,
man darf sich solchen Tagen hingeben, an denen man befremdet in den Spiegel schaut ("Wer ist die bloß?"). und sich nach Heimkehr und Stillstand sehnt. Immer nur Disput hält keiner aus. Die Irritationen kommen und gehen.
Liebe Grüße
Ekki
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Trainee äußerte darauf am 09.02.2019:
Da hast du Recht, lieber Ekki.

Ein Vorzug des Älterwerdens ist, dass man sich ohne jegliches Schuldgefühl der Faulheit hingeben, sich erholen und eine Gesichtsmaske auflegen "darf."
Und da meine ich jetzt nicht nur die auf der Epidermis.

Lächelnde Grüße
Trainee
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Kommentar von niemand (09.02.2019)
Ob ich richtig lese weiß ich nicht, aber ich lese die "Klage" eines jemanden der sich in einer Gesellschaft von Fachleuten [Kunstkennern] bewegt, die ständig etwas auseinander nehmen, bewerten, bequaken, beurteilen. Gefangen in dieser und bereits von ihr abgefärbt, sehnt sich der Betreffende nach mehr Ursprünglichkeit, welche neben dem Fachgebiet durchaus nicht der schwächste Trieb für Kreativität ist. Kurz gesagt, jemand der akademisch voll ausgebildet ist [hier nehme ich den Maler als Beispiel] wird kaum noch, oder selten naiv malen können, weil ihn das ausgebildete Wissen daran hindert. Einfach schaffen/schöpfen können in Ruhe und Freude am Schöpfungsakt, ohne gleich in Schubladen gepresst zu werden und ohne des Hintergedankens, dass man anderen in erster Linie gefallen muss. LG Irene
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Sätzer ergänzte dazu am 09.02.2019:
"... jemand der akademisch voll ausgebildet ist [hier nehme ich den Maler als Beispiel] wird kaum noch, oder selten naiv malen können, weil ihn das ausgebildete Wissen daran hindert. Einfach schaffen/schöpfen können in Ruhe und Freude am Schöpfungsakt, ohne gleich in Schubladen gepresst zu werden..."
Das ist ein interessanter Gedankengang, der auch auf die Dichtkunst der Germanisten hier übertragbar ist. Ein komplexes Sonett, auch wenn das Genre aus der Zeit gefallen zu sein scheint, ist sicher schwer zu schreiben. aber im Rahmen solch einer festen Struktur bleiben kreative (neue) Gedanken oft hintan.
Stellt sich dann die Frage: Was ist Kunst? oder die "bessere" Kunst?
Ekki hat mal in einem Kommentar behauptet, dass meine Minimalismen keine Kunst seien. Das sei mal dahingestellt.

Andy Warhols Werke und die anderer moderner Künstler wurden anfangs nicht gerade als Kunst angesehen. Immer hat es Umbrüche im Kunstgeschehen gegeben. Ich geb zu, dass ich mit manch moderner Malerei auch so meine Probleme habe. Es ist immer ein Prozess von Entwicklungen. Kaum noch ein Mensch malt heute wie ein Alter Meister und doch war das eine hohe Kunst, die durch die Erfindung der Fotografie relativiert wurde.
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niemand meinte dazu am 09.02.2019:
@ Sätzer
Ich kann mich noch an ein Forum erinnern, lieber Uwe, in welchem es zwei Gruppen gab. Die eine hatte die Schublade vor sich: Nur Gereimtes mit allem Schnick & Schnack ist richtig/wichtig/und unübertrefflich und nur Regel seien anbetungswürdig, sonst ist man ja kein "Könner", die andere Gruppe spuckte über die Reimer ihren Hohn aus, belächelte sie als rückständige, klapperkistrige Onkels & Tanten und war nur auf Ungereimtes, stark Konzentriertes und so weit wie möglich minimalistisch Verdichtetes aus. Die Reim-Liga hat sich übrigens auch untereinander quasi belächelt, die Regelfanatiker waren nicht so gut auf die nicht so Verregelten/Verstockten zu sprechen. Wie im Kaninchenzuchtverein
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Trainee meinte dazu am 09.02.2019:
Wahnsinn, Irene,

daran habe ich selber gar nicht gedacht, was für wieder ein untrügliches Beispiel dafür ist, dass sich Gedichte, wenn man erstmal die ersten ein, zwei Verse geschrieben hat, zu verselbständigen beginnen. Ganz besonders natürlich,wenn auf Großschreibung und Zeichensetzung verzichtet wird.
Es verblüfft mich trotzdem, wie du das "Fachwerk" belegt und wie richtig du in der stillen (romantizistischen) Sehnsucht nach dem anderen liegst.
Ein Zurück ist wohl nicht möglich, muss es auch nicht. - Privat "tobe" ich mich in heiteren bis witzigen Reimgedichten aus, die mir Lebenselixier und spöttelnd-boshafte Freude sind.
Wahr ist, dass sich beides nicht von allein schreibt. Und wahr ist auch, dass es unter Dichtern und Schriftstellern eine unverhältnismäßig hohe Zahl an Akademikern gibt; trotzdem finden sich immer und immer wieder begabte Autodidakten in der Szene ein. Egal, ob in der Bildenden Kunst oder bei unseren Versuchen. - Mir fällt dazu die sofort Mascha Kaléko ein:


...
Im Kreis der "Aufgeklärten"
Bin ich darob verfemt.
- Verzeiht, ihr Herrn Gelehrte,
Wenn mich das nicht mehr grämt.

Die Bücherweisheit ist bankrott,
Der Blinde führt den Blinden.
- Und wahrlich, gäb es keinen Gott,
Man müsste ihn erfinden.


Aus: "Mein Lied geht weiter", dtv, München 2013.

In diesem Sinne
liebe Grüße

Heidrun

Antwort geändert am 09.02.2019 um 17:16 Uhr
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eiskimo
Kommentar von eiskimo (09.02.2019)
Ja, Ackerbauer oder Nomade... Beides liegt in unseren Genen (Gähnen oder Gehen?).
Des Daseins jähe Farbe hole ich mir bei kleinen Fluchten, meist per Fahrrad und mit Camping-Ausstattung. Dabei wird es besonders jäh und besonders farbig. Und danach wieder in einem richtigen Fachwerk-Bett zu schlafen, das hat auch was.
Wie schön, dass wir in einem freien Land leben!
lG
Eiskimo
PS: Du hast ja Deine Rollschuhe als Fluchthelfer
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Trainee meinte dazu am 09.02.2019:
Was für ein süüüßer Kommentar, Eiskimo!
"Gähnen oder Gehen" böte schon mal die Grundlage für ein eigenes Gedicht - oder du schenkst die beiden Wörter dem Sätzer, der macht sofort was draus.

Und dann noch die Sache mit dern Fluchthelfern!



1000 Knutschibussi (keine Angst: nur vituell!)
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eiskimo meinte dazu am 09.02.2019:
Danke für Deine erfrischende Antwort. Ich wehre mich nicht gegen Zärtlichkeiten, mein Pseudo´täuscht das nur vor
lG
eiskimo
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Sätzer meinte dazu am 09.02.2019:
€ Trainee
vituelle knutschibussis
mehr davon
und dann
noch
mehr
... auch wenns nur aus dem Unterbewußtsein herausgepurzelt ist.
Herrlich die Wortschöpfung vituell. Da werden die Hintergedanken virtuell vitualisiert. Ein erster Schritt raus aus Virtualität in das Vitale
diese Antwort melden
Trainee meinte dazu am 10.02.2019:
Lieber Sätzer,
dem "neuen" Wort liegt leider (!) nur eine Nachlässigkeit zugrunde.
Aber es hat was. Da gebe ich dir vollkommen Recht.

Andächtige Grüße
Trainee
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eiskimo meinte dazu am 10.02.2019:
Ah, dolce vita! Vitualisiert lebt sich´s doch schöner!
baci
Eiskimo
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Kommentar von MichaelBerger (10.02.2019)
Liest sich für mich nach 'Sehnsucht nach inneren Frieden?'
Liebe Grüße
Michael
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Trainee meinte dazu am 10.02.2019:
So ist es, Michael.
Manchmal möchte ich den "inneren Frieden" aber viel lieber gegen Action tauschen.
Das ist an meinem idyllischem Wohnort kaum möglich.

Herzliche Grüße
Trainee
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Kommentar von harzgebirgler (28.02.2019)
das liegt oft an fassaden
die eh gern wen 'verladen'.

abendgruß
harzgebirgler
diesen Kommentar melden
Trainee meinte dazu am 28.02.2019:
Zu verladen gibt es nicht viel.
Die City besteht aus einer Straße (ca 3- 400 m lang); wenn du dir erst rechts und dann links die Schauffenster angesehen hast, bist du nach ca. 10 Minuten durch. - Nicht mal ne anständige Kneipe hat's hier!
Grüße aus dem tobenden Leben
Trainee
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Piroschki
Kommentar von Piroschki (28.02.2019)
Mal ist es zu viel, dann wieder zu wenig. Ich meine, diesen Zustand gut zu kennen. Das Auf und Ab der Gefühle, der Wünsche und Hoffnungen - und nirgends scheint ein sicheres, dauerhaftes Zuhause. Irgendwie habe ich mich arrangiert damit - am wichtigsten ist wohl, dass jenes Fachwerk, welches für mich nicht nur das äußere Umfeld beschreibt, aus gutem und stabilem Holz ist. Heimat ist in uns, glaub ich. Muss nicht stimmen, deine Zeilen aber sind stimmig für mich und gefallen.
Lieben Gruß von P.
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Trainee meinte dazu am 01.03.2019:
Hallo Piroschki,

du hast ja Recht. Und ich hadere nicht "wirklich." Am deutlichsten wird das wohl in den Versen:

dir fehlt des daseins jähe farbe – auf dauer nicht mehr
für solchen disput geschaffen wünschst du nur heimkehr

Durch das Enjambement "auf Dauer nicht mehr / für solchen Disput geschaffen" zeigt sich die gefühlte Ambivalenz.

Bzgl des Heimatbegriffs wechseln meine Einschätzungen öfter mal.
In meinem winzigen Kleinstädtchen gibt es Familien, die hier seit Generationen leben, die waren quasi immer da. Das muss schon ein gutes, Sicherheit verheißendes Gefühl sein.

Ach, ich weiß ja auch nicht ...

Liebe Grüße und vielen Dank
Trainee
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