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von toltec-head

Alter Ozean, du bist das Symbol der Identität, dir immer gleich. In deinem Busen bewahrst du noch einige nützliche Ratschläge für die Zukunft der Menschheit auf. Nicht genug, dass du ihr schon den Wal gegeben hast.

Die verschiedenen Arten von Fischen, die du ernährst, haben sich keine Brüderschaft untereinander geschworen. Jede Art lebt für sich. Die in jeder Art unterschiedlichen Temperamente und Körperformen rechtfertigen jede Absonderlichkeit. Und so ist es auch mit den verschiedenen Arten von Menschen. Jeder Mensch lebt wie ein Wilder in seinem Schlupfloch, aus dem er nur sehr selten hervorgekrochen kommt, um seinen unmittelbaren Nachbarn zu besuchen, der auf gleiche Weise in einem anderen Schlupfloch hockt. Von der einen großen Familie der universellen Menschheit zu sprechen, ist die Utopie einer nur sehr mittelmäßigen Vernunft.

Außerdem entspringt dem Schauspiel deiner stets fruchtbaren Brüste die Idee der Undankbarkeit. Man denkt an die zahlreichen Eltern, die zum Glück genügend undankbar gegenüber ihrem Schöpfer sind, um die Früchte ihrer erbarmungswürdigen Kopulationen sofort sich selbst zu überlassen.

Ich grüße dich alter Ozean.

(Die Gesänge des Maldoror, Erster Gesang)

Anmerkung von toltec-head:

„Das Plagiat ist notwendig. Es ist im Fortschritt inbegriffen. Es geht dem Satz eines Autors zu Leibe, bedient sich seiner Ausdrücke, streicht eine falsche Idee, ersetzt sie durch die richtige Idee.“


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toltec-head
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Claudia Roth in Teheran oder Willkommen im Bürgerkrieg.
Veröffentlicht am 11.02.2019, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 11.02.2019). Textlänge: 173 Wörter; dieser Text wurde bereits 74 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 20.04.2019.
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